Samstag, 12. Januar 2019

Die Verheutigung Petri



Der Hahn (Mk 14,72 parr.) hat mal wieder seinen Einsatz verpaßt!

http://kath.net/news/66535

Dabei wohnt er gar nicht weit weg:



Ansonsten verweise ich auf den verehrten Akademieprofessor Max Liebermann!

Freitag, 4. Januar 2019

Die Gabe der Unterscheidung

ist nun einmal nicht jedem gegeben und noch wenigeren die Gabe der knappen und treffenden Formulierung.
Mit beiden Gaben reich beschenkt ist der von mir sehr geschätzte Herr Marco F. Gallina.
Ein Paradebeispiel ist der Eintrag vom 02. Januar (Jänner) 2019:
Zitat:
"Muslime werden mit Gewalt zu Märtyrern, Christen durch Gewalt."

Den ganzen Eintrag finden Sie hier!

Sonntag, 30. Dezember 2018

Ausschußware

In der Zeit vor der sog. "Datenschutzgrundverordnung" gab es hier einige Beiträge, die sich mit den "Wundern der Kommission" beschäftigten. Dabei handelte es sich um die Entscheidungen der Gesangbuchmacher deutscher Zunge, die uns nicht nur ein "Adobe-Acrobat-Logo" auf dem Deckel bescherten oder erbauliche Zeichnungen in "Montagsmaler-Ästhetik" ins Buch streuten. Sie strichen auch das einzige Michaelslied, strickten bekannte Kehrverse so um, aufdaß es seither richtig rumpelt (Auswendigsänger, aufgemerkt!) und so weiter und so fort. Fromme Seh-, Hör- und Singewohnheiten wurden nachhaltig gestört.
Am diesjährigen Heiligabend fiel mir dann noch etwas auf, was mir zuvor entgangen war. Das Lied "Stille Nacht" - von dessen originalen sechs Strophen nur die drei gemütvollen abgedruckt sind - hat einen Dreher bei den Strophen!

I. Zunächst die Fassung, die - laut Tante Wicki - als Urfassung bekannt ist:

1. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht,
Nur das traute heilige Paar,
Holder Knab’ im lockigten Haar;
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!


2. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus Deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund;
Jesus! in Deiner Geburth!
Jesus in Deiner Geburth!


3. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n,
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschen-Gestalt!
 

4. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß,
Und als Bruder Huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

 
5. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

 
6. Stille Nacht! Heil’ge Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Hallelujah!
Tönt es laut bey Ferne und Nah
Jesus der Retter ist da!
Jesus der Retter ist da!

 
II. Die Fassung, welche auf der Internetseite zum Lied veröffentlicht worden ist:

1. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

2. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund‘.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!

3. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh‘n
Uns der Gnaden Fülle lässt seh‘n
Jesus, in Menschengestalt,
Jesus, in Menschengestalt

 4. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heute alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss
Und als Bruder huldvoll umschloss.
Jesus, die Völker der Welt,
Jesus, die Völker der Welt.

5. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.

6. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja,
Tönt es laut von ferne und nah:
Christus, der Retter, ist da!
Christus, der Retter ist da!


III. Die Fassung des momentan gültigen Gesangbuches:

1. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!

6. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja,
Tönt es laut von ferne und nah:
Christus, der Retter, ist da!
Christus, der Retter ist da!

2. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund‘.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!


IV. Einen besonderen "Remix" bietet dann das Xangbuch, welches die Priesterbruderschaft St. Petrus in zweiter Auflage im Jahre 2017 unter dem wohlklingend-katholischen bzw. katholisch wohlklingenden Titel "Laudate Patrem" zur Auferbauung der Gläubigen auf den Markt gebracht hat. Ich hatte bis heute dieses Buch für eine Art Remise gehalten, in dessen Schutz manch schönes (oder auch nur volksfrommes) Lied, die Chance einer Überwinterung bekäme.
Mitnichten und -neffen, geehrter Leser!

Unter der Nummer 113 (mit dem Hinweis, daß es sich bei Text und Melodei um die Urfassung handle) bietet man folgenden Text:
Zunächst einmal nimmt man (aus pastoralen Gründen?) nicht wie behauptet den Urtext (siehe I.), sondern die sprachlich geglätte Fassung (unter II.) und läßt auch den Akkusativ "Jesum" unter den Tisch fallen und setzt (neudoof) "Jesus".  (Ob man sich hier von den im streng-lutherischen  Sprachgebrauche ("Meinen Jesum laß' ich nicht!") noch erhaltenen Bildungsresten distanzieren wollte?)
Dann nimmt man dieselbe Reihenfolge wie im "Jotteslob" (1/6/2), fügt die dann 3 und 4 an und zu guter Letzt streicht man die "grimmige Fünfte".


1. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh!
Schlaf in himmlischer Ruh!


6. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Halleluja,
Tönt es laut von ferne und nah:
Christus, der Retter, ist da!
Christus, der Retter ist da!


2. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund‘.
Christ, in deiner Geburt!
Christ, in deiner Geburt!

3. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh‘n
Uns der Gnaden Fülle lässt seh‘n
Jesus, in Menschengestalt,
Jesus, in Menschengestalt

4. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heute alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss
Und als Bruder huldvoll umschloss.
Jesus, die Völker der Welt,
Jesus, die Völker der Welt.

5. Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.


Noch ein Beispiel aus dem Advent:
Maria durch ein' Dornwald ging

I. Urtext (in der von August von Haxthausen überlieferten Fassung von 1850 (Tante Wicki)):

 1. Maria durch ’nen Dornenwald ging
   Kyrieleison.
Maria durch ’nen Dornenwald ging,
Der hat in sieben Jahren kein Laub getragen!
   Jesus und Maria!

2. Was trug Maria unter ihrem Herzen?
   Kyrieleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
Das trug Maria unter ihrem Herzen!
   Jesus und Maria!

3. Da haben die Dornen Rosen getragen,
   Kyrieleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen! –
Da haben die Dornen Rosen getragen!
   Jesus und Maria!

4. Wie soll dem Kind sein Name sein?
   Kyrieleison.
Der Name, der soll Christus sein
Das war vom Anfang der Name sein!
   Jesus und Maria!

5. Wer soll dem Kind sein Täufer sein?
   Kyrieleison.
Das soll der Sanct Johannis sein,
Der soll dem Kind sein Täufer sein!
   Jesus und Maria!

6. Was kriegt das Kind zum Pathengeld?
   Kyrieleison.
Den Himmel und die ganze Welt,
Die kriegt das Kind zum Pathengeld!
   Jesus und Maria!

7. Wer hat erlös’t die Welt allein?
   Kyrieleison.
Das hat gethan das Christkindlein,
Das hat erlös’t die Welt allein! –
   Jesus und Maria!


II. Gotteslob (neu):

1. Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

2. Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

3. Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.


III. Laudate Patrem:

Zwei Anmerkungen:
a) Die Angabe zu Text und Melodie
(T und M: A. von Haxthausen, 16. Jh.
Geistliche Volkslieder, Paderborn 1850) ist zumindest verwirrend, wenn nicht gar falsch.
August Franz Ludwig Maria Freiherr von Haxthausen (1792-1866) hat zusammen Dietrich Bocholtz-Asseburg 1850 diese Sammlung geistlicher Lieder veröffentlicht. Die Spuren des Liedes lassen sich (bisher) bis in die Zeit um 1608 nach Andernach verfolgen.
b) Die Textänderung in der vierten Strophe ist dermaßen gravierend, daß mir schlichtweg alles freundliche Verständnis abgeht.
(Während die "Urfassung" das Zeugnis einer gesunden Christologie sein dürfte, darf man dem "Korrektor" der Textzeile das Verständnis für eine solche ebenso absprechen, wie man ihm wohl auch eine gewisse Beamtenmentalität zusprechen muß.)

Es bleiben fünf von sieben Strophen: 1-3, 4 (mit gravierender Änderung) und 7 (mit Angleichungen an den Sprachgebrauch):

 1. Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

2. Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

3. Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

 4. Wie soll dem Kind sein Name sein?
   Kyrieleison.
Der Name, der soll Christus Jesus sein,
das war vom Anfang der Name sein!
   Jesus und Maria!

5. Wer soll dem Kind sein Täufer sein?
   Kyrieleison.
Das soll der Sanct Johannis sein,
Der soll dem Kind sein Täufer sein!
   Jesus und Maria!

6. Was kriegt das Kind zum Pathengeld?
   Kyrieleison.
Den Himmel und die ganze Welt,
Die kriegt das Kind zum Pathengeld!
   Jesus und Maria!


7. Wer hat erlöst die Welt allein?
   Kyrieleison.
Das hat getan das Christkindlein,
Das hat erlöst die Welt allein! –
   Jesus und Maria!