Donnerstag, 11. Juli 2019

Bella figura?

Zur Zeit redet man sich um Kopf und (Römer-)Kragen.
Die Causa Z. in einem ungenannten Bistum treibt weiter unschöne Blüten.
Pfr. Z. hat sich wenig sensibel bei Interviews und Nachgesprächen gezeigt.
Vielleicht fehlt ihm auch einfach Kompetenz im Umgang mit den heutigen Medien?
Allein sich vom WDR vor seiner Teddybärensammlung ablichten zu lassen, zeugt nicht von hoher Sensibilität für das Thema und die eigene heikle Situation.

Aber auch der Hirte macht, wenn man seine Stellungnahme ansieht, die bei kath.net abgedruckt ist, bei genauer Betrachtung einen wenig günstigen Eindruck.
Zunächst einmal ist positiv zu berichten:
E zeigt nicht nur Verständnis für die Leute, er äußert sein Unverständnis über das Verhalten seines Priesters, doch wie!
Er beschreibt sich als fassungslos. In einem solchen Zustand sollte man nicht an die Öffentlichkeit treten. Oder war das nur eine Floskel, um sich zu distanzieren?
Ein Chef, der sich genötigt sieht, wegen eines geschossenen Bockes vor die Aufnahmegeräte zu treten, sollte klar die Fehler des Mitarbeiters benennen und auch Konsequenzen andeuten. Da er aber nicht nur eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit hat, sondern auch dem gestrauchelten Mitarbeiter gegenüber, sollten gewisse Regeln der Diskretion, des Mitarbeiterschutzes,  ...
Exc. führt in vor, hängt ihn hin!
Die Fassungslosigkeit bricht sich dadurch bahn, daß er sich in seiner Wortwahl den Empörten angleicht, läßt ihn m. E. aus dem Rahmen fallen.

Mir liegt nicht im Wortlaut vor ... Er soll sich mittlerweile ...

Ja was denn, Monsignore, auf "Hörensagen" hin?

Auf die Aussagen einer aufgebrachten Gruppe von Leuten hin, den Ihnen zugespielten Zitaten aus einem Interview, den angeblichen Beiträgen im Internet?

Haben Sie selbst prüfend gelesen? Das klingt alles nach Infos aus zweiter Hand!

Audiatur et altera pars, will sagen:
Haben S. Exc. überhaupt ein Gespräch mit ihm geführt? Kein Hinweis dazu in Ihrem Statement.

Sollten solche Gespräche nicht von Ihnen, Monsignore, geführt werden, im Interesse der Mitarbeiter und im Interesse der Öffentlichkeit, besonders wenn es sich um solche sensiblen Fälle handelt und bevor solche drakonischen Maßnahmen verhängt werden?

Führen Sie überhaupt regelmäßige Gespräche mit Ihren Diözesanpriestern?

Wie sieht es insgesamt mit der Mitarbeiterführung (Stichworte "leiten" und "fördern") aus?

Sind das die üblichen Umgangsformen im Bistum?

Ein altgedienter, bisher unauffälliger Mitarbeiter bekommt wegen einer offensichtlichen Verirrung ein striktes Öffentlichkeitsverbot. Gut! Er bekommt auf seine alten Tage deswegen auch noch die Bezüge gekürzt. Ist das nicht hart, ja unbarmherzig?

Apropos "altgedient": Könnte es sein, daß der Prediger wegen seines Alters, sagen wir mal Opfer degenerativer Prozesse ist? Bedürfte er dann nicht eher der Hilfe und müßte man ihn dann nicht vor sich selbst schützen?
Schutz? Fürsorge? Vergebung?

Man könnte Sie fragen, ob Ihr drakonisches Durchgreifen vielleicht weniger ein Zeichen von Tatkraft und Entschlosssenheit ist als vielmehr Zeichen großer Schwäche, eine Kapitulation vor dem Druck einer aufgestachelten Öffentlichkeit?
Wie würden Sie einem solchen Vorwurf begegnen?

Bella figura geht anders, nicht wahr Monsignore?



http://kath.net/news/68526

Mittwoch, 10. Juli 2019

Ernstfall Vergebung

Werte Leser,

Sicherlich ist Ihnen auch schon die Geschichte von der angeblich so skandalösen Predigt eines münsteraner Priesters untergekommen. Er thematisierte nicht nur die Unversöhnlichkeiten, die  Frauen in Bezug auf ihre Ehemänner (verflossen oder unverflossen) in Gesprächen untereinander immer wieder zeigten.
Er nahm den kirchlichen Ernstfall schlechthin als Aufhänger für die Frage nach der Vergebung im Sinne Christi, der (angeblich oder tatsäschlich) mißbrauchthabende Kleriker.
Die Pointe seiner Predigt nicht abwartend, haben einige das Gotteshaus unter Protest frühzeitig verlassen. Der Prediger wurde durch Niederbrüllen an der weiteren Verkündigung gehindert.
Ich kenne den Prediger nicht persönlich, war auch nicht anwesend, aber das Verhalten der Gemeinde ist weder bürgerlich anständig, noch viel weniger christlich, aber durchaus biblisch.
Überrascht?
Interessiert?
Dann holen Sie jetzt eine Ihrer Bibelausgaben an den Rechner und lesen dann einfach weiter.

Warnhinweis:
"Schneeflocken", sowie Anhänger sog. "kirchlicher Reformbewegungen" könnten durch den nachfolgenden Text aus dem inneren Gleichgewicht gebracht werden!


In medias res!

Mit freundlicher Genehmigung des Autors, drucke ich hier ein paar Zeilen aus einem privaten Strombrief ab:

"Lieber xxx,

ich habe zu diesem "Skandal" einen interessanten Artikel gefunden. Der Autor ist weder Kirchgänger, noch unbedingt Christ, kann aber als Verleger offensichtlich sinnergreifend lesen.
Der Skandal liegt m. E. wohl eher bei der aufgebrachten Menge Volkes (im Sinne von Lk 4,28).
Ich selbst habe mir gedacht, daß der Einstieg in die Predigt vielleicht schon der "Casus cnactus" sein könnte. Haben sich da vielleicht zuviele der anwesenden Witwen/Weiber/Geschiedenen als unversöhnliche (und somit nicht im Sinne Christi lebende) Waschweiber ertappt und getroffen gefühlt?
Es ist irritierend, die "Leitungsfunktionstragenden" der Kirche Gottes immer häufiger auf der Seite der Hysteriker, Skandalisierer und Dumpfköpfe zu finden.
2 Tim 4,2 (Praedica verbum, insta opportune, importune, argue, increpa, obsecra in omni longanimitate et doctrina.) scheint durch den Unfug "Schwarmintelligenz" ersetzt worden zu sein.
Immer brav mit dem Wind, wie das Fähnlein auf dem Turme, egal ob von Zeitgeist oder Ungeist getrieben.

http://antides.de/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben

Grußformel,

xxx"

Wer jetzt einen Raum mit gestalteter Mitte aufsuchen muß oder hektisch nach niedlichen Katzenbildchen auf dem Smartphone sucht ...
Ich hatte Sie gewarnt, wie Lots Frau auch gewarnt wurde!
(Sie wissen schon: die aus Gen 19 (Stichwort "Salzsäule"))
Apropos Lots Frau!
Auch der Herr selbst erinnerte an ihr Schicksal:
Lesen Sie einfach bei Lk 17, 22-37 nach.

Gute Andacht!


Dienstag, 9. Juli 2019

Antidot bei Weltrettungsphantasien

Folgende Sätze sind dringend wieder zu lernen, besonders von den Herren mit "diversen Stadien der Knopflochentzündung"!

Aus der "Summa Theologiae" des Aquinaten (II-II, q. 101 a. 1 co.):
"Ich antworte, der Mensch werde je nach den erhaltenen Wohlthaten in verschiedener Weise gegenüber den anderen ein Schuldner und ebenso je nach dem Vorrange dieser anderen: Nach beiden Seiten steht Gott zuvörderst an der Spitze; denn Er ist die höchste Vollendung und das erste Princip unseres Seins und Thuns. In zweiter Linie kommen dann die Eltern und das Vaterland, von denen wir erzeugt und genährt sind worden. Also nach Gott ist der Mensch am meisten Schuldner den Eltern und dem Vaterlande. Wie somit es zur Gottesverehrung gehört, an erster Stelle Gott einen Kult darzubringen; so geht es die Hingebung oder Pietät an, an zweiter Stelle die Eltern und das Vaterland zu ehren. In der den Eltern erwiesenen Ehre ist nun eingeschlossen die den blutsverwandten gegenüber; denn blutsverwandt sind eben Personen deshalb, weil sie von den nämlichen Eltern abstammen. (8 Ethic. 12.) Und in der dem Vaterlande erwiesenen Hingebung ist eingeschlossen die allen Mitbürgern gegenüber und allen Freunden des Vaterlandes. Auf diese Personen also erstreckt sich vor Allem die Hingebung.c) I. Im Größeren ist das Geringere eingeschlossen. Im Kulte Gottes also liegt wie in der Wurzel begründet die den Eltern zu erweisende Ehrfurcht, so daß Malach. 1. es heißt: „Wenn ich euer Vater, wo ist meine Ehre?“ Deshalb wird der Name der Pietät oder Hingebung auch Gott gegenüber gebraucht." (zitiert nach: BKV)

Von Wetter- (vulgo "Klima") oder Weltrettung steht da nichts!