Samstag, 23. Mai 2020

Ein wirklich großes Harmonium

wartet auf seine Restaurierung:



Drei Manuale, Vollpedal, über 1200 Zungen plus Glockenspiel. Der Aufbau ist keine leere Dekoration! Robert Jantzi hat einige Filme von restaurierten Instrumenten gemacht, die für die Zukunft dieses hoffen lassen. Schauen Sie einfach mal vorbei.

Mittwoch, 20. Mai 2020

"Von Goethe ist alles groß!"

läßt Heinrich Spoerl einen der Stammtischbrüder im Weinlokal Tigges sagen. Selbst den Tagedieben Wim und Bätes ist "der Jöhte" nicht unbekannt. Er, der seiner Dichtkunst weniger Bedeutung beimaß als seiner Farbenlehre war in vielen Wissenschaften bewandert, man denke nur an seine bahnbrechende Arbeit zum menschlichen Zwischenkieferknochen. Ja, der Herr Geheimrat war eine Ausnahmepersönlichkeit. Aus einem seiner Bühnenwerke entstammt ein Zitat, welches aus dem Zusammenhang des Stückes herausgelöst, eine ganz eigene Bedeutung bekommen hat.
Das kam mir in den Sinn, als zu Beginn dieser Woche das ZDF - nennen wir es einmal - eine "Dokumentation" über die Aktenlage zu Pius XII. ausstrahlte. Im Mittelpunkt stand dabei der Münsteraner Kirchengeschichtler, Prof. Dr. Hubert Wolf, der über seine neuesten Forschungsergebnisse berichten sollte. Da nun aber "dank Corona" nach nur einer Woche der Aufenthalt in Rom abgebrochen werden mußte, gab es eigentlich nichts zu berichten. Das passierte dafür sehr wortreich und mit viel Emphase, wie man sie bei Prof. Wolf gewöhnt ist. Als besonderes "Schlotzerle" gab er schon einen kleinen Ausblick, was er am Ende (des natürlich völlig unvoreingenommenen und ergebnisoffenen Forschungsprojektes) präsentieren will: "Der Stellvertreter 2.0"!

Tja, und da fiel mir nur noch Goethe ein:


Man merkt die Absicht und man ist verstimmt! (Torquato Tasso, II,1)


Eine Aktualisierung vom 21.05.2020:
Der hochgeschätzte Martin Hesemann hat auf kath.net einen Kommentar veröffentlicht, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten:
http://kath.net/news/71730

Samstag, 16. Mai 2020

"So sie es nicht singen, ...

... gläuben sie es nicht!"
Dieses Wort wird dem Wittenberger Professor für Bibelwissenschaften Dr. Martin Luther nachgesagt. Die Wichtigkeit des Liedes für die Verbreitung der Reformation ist bekannt. Die Jesuiten haben die beobachteten Effekte im Zuge der Gegenreformation erfolgreich genutzt.(1)

Aber in Krisenzeiten zeigt sich, was durchträgt und was nicht!
Der Katholik, in der Not tief aus den Quellen der Kirche schöpfend, braucht in der Not keinen Gesang und keine Versammlungen. (2) Das Glockenzeichen vom heimatlichen Kirchturm ist dem Genügsamen schon Speise genug. Mit Schott (3) und Rosenkranz gut gerüstet, hält er den Anfeindungen und Versuchungen der Eremitage stand. Das einsame Gebet vor dem Tabernakel ist für ihn innigste Nähe zu Gott.
Die stille Messe (mit all ihren Vorzügen auch in Hinblick auf die Vermeidung von Ansteckungen) ist ein Vorgeschmack auf das himmlische Hochzeitsmahl: Was ist die Augenkommunion ist ihm in diesen Zeiten der Buße doch ein überreiches Geschenk!
Die Votivmesse zur Abwehr ansteckender Krankheiten (Recordare, Domini) läßt die Kirche handelnd und nicht nur erduldend in den Kampf eintreten.
Der Segen, mit der Monstranz über Volk und Land gelegt, ist ihm so wärmend und schützend, wie es ein Mantel im Sturm nicht sein kann.

Der Protestant hingegen?
Er braucht für seine gelebte Frömmigkeit, die Versammlung der Gemeinde und den Gesang, Glaubensvergewisserung und Bekenntnis zugleich. Der weltlichen Obrigkeit auf Gedeih und Verderb unterstellt (4) und damit aus Gründen der Hygiene aller Möglichkeiten des gelebten Glaubens beraubt, bleibt ihm nur noch die gewagte Flucht in den Humor, um in dieser Krise nicht zu verzweifeln:










(1) Damit haben sie letztlich aber auch den ganzen akustischen Tinnef bis hin zum NGL hoffähig gemacht. Betrachtet man andereseits das "geistliche" Lied als Indikator der Glaubensvermittlung und des gelebten Glaubens, zeigt es leider nur zu deutlich, wo wir mittlerweile gelandet sind, nämlich irgendwo im theologischen Niemandsland zwischen unverbindlichem Sozialkitsch und fröhlicher Partyeinladung.
(2) Außerdem sei es einseitig und nicht zukunftsweisend, wenn man auf Gemeinschaftsveranstaltungen festgelegt ist, wie S. Exc. Heiner Wilmer, Bischof von Hildesheim mahnend verlauten ließ (kath.net vom 14.04.2020).
(3) Den es auch in einer mehrbändigen Novus-ordo-Version gibt!
(4) Hier zeigt sich auch die Schwäche der protestantischen Zwei-Reiche-Lehre!