Dienstag, 20. Januar 2026

Fingerübungen

Nach einer längeren Pause habe ich mich dazu entschlossen, ein paar frische Zeilen in den Orbit zu schießen. Den gemütsverschattenden Gedanken, wahrscheinlich eher für den orcus zu produzieren, habe ich schnell wieder verabschiedet. Mit einem ermunternden Wort des verkannten Philosophen Valentin im Gepäck wollen wir es nach einem längeren inneren Gespräch angehen: 
"Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist!"
Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert: ein paar Jahreswechsel hat es gegeben, Regierungswechsel, Kriege sind vom Zaun gebrochen worden, Kriege sind beendet worden, Menschen sind geboren worden, ander sind gestorben, es wurde geliebt, gehaßt, belogen, betrogen, halt das übliche Weltgeschäft. Die Queen ist bedauerlicherweise von uns gegangen und so schaut's jetzt auch aus im noch Vereinigten Königreich, traurig halt! Der beste Papst mit dem Namen Franz, den wir je hatten, ist auch abgetreten. Früher war nicht alles schlecht.
Mir ging letzte Tage, als ich, dem vorrückenden Lebensalter entsprechend, an die immer länger werdende Vergangenheit dachte, der Gedanke durch den Kopf, um wieviel besser früher doch so viel war.
Meine Fingerübungen der nächsten Zeit werden das in der nächsten Zeit bedenken.
Beginnen werde ich mit einem Blick auf Moeck und Konsorten.

Samstag, 13. August 2022

Ein wichtiges Zeitdokument

Zwischen den ganzen "Influenza" (Monika Gruber)- Videos und sonstigen Unnötigkeiten findet sich eine Perle aus dem Archiv des ZDF: Eine Reportage plus Pfingstgottesdienst aus dem Jahre 1973. Gemacht hat den Film Werner Kaltefleiter, gefilmt wurde in der notorischen Pfarrei St. Ludwig in Ibbenbüren. Die Kirche ist frisch ausgeräumt und weiß gefliest, die japanische Flagge in der Apsis ist frisch gemalt, die liturgischen Tänzerinnen noch in der Blüte ihrer Jahre, in den intellektuell hochmögenden Gesprächskreisen wird noch gequalmt und gesoffen. Alles hat noch den Duft des Aufbruchs, der Fortschritts, der allgemeinen Wichtigkeit.
Es gäbe viel zu schreiben, was der Film alles an Erinnerungen an die eigene Kindheit auslöst, dieses Lebensgefühl in den 1970ern. Vielleicht dazu an anderer Stelle demnächst etwas mehr. Was aber den Film besonders auszeichnet ist die strenge Freudlosigkeit, die Humorlosigkeit, die sich zuvörderst aus der allgemeinen Wichtigkeit des Gemeindekaders speist. Das Spannungsverhältnis von Fanum und Profanum, dem Unterscheiden von heiligen Handlungen und Alltag, dem Verbinden Fest und äußeren Festlichkeiten, Walfahrt "met plaisir", Hochamt und Kirmeswiese ist aufgegeben. Alles wird wichtig, ernst, grau in grau, wie der Kittel des Pfarrers im Gottesdienst. Kaum einer traut sich, mal ein freies, fröhliches Gesicht zu zeigen. Alles ist gewichtig, ernst, (un)tief bzw. pseudotief. Alle wollen  mit von der Partie sein, keiner will als altmoderner Provinzdödel gelten. Es ist wie die Parole "alles ist politisch" der Linken in kirchlicher Ausprägung, Zeitgeist (viel aus der Zeit, wenig Geist), und kommt genauso spießig daher wie der ostdeutsche Sozialismus! Der Pfarrer als Revolutionsführer im Kollektiv der Kirchentätigen. Es ist alles, nur nicht katholisch!

Wer die Nerven für eine Zeitreise hat,

https://youtu.be/n18gVKCIwT4

Samstag, 22. Januar 2022

Wohltuend unzeitgemäß

Heute verweise ich ausnahmsweise auf einen Videokanal mit sehr fragwürdiger Löschpraxis. Dort findet sich der Kanal eines jungen französischen Komponisten, Musikologen und Organisten, Simon Lecaulle. Chormusik in bester katholischer Tradition, Cembalo- und Orgelkompositionen in barocker Formensprache. Leider ist fast alles nur in einer "synthetischen Vorversion" zu hören, leider, denn der erste Eindruck ist m. E. vielversprechend. Mir gefällt's und seine Motetten ... ein Traum, der hoffentlich bald realisiert werden kann. Auf "Fatzebook" kündigt er die Vollendung eines Requiems an. 

https://www.youtube.com/c/SimonLecaulleComposer/videos