Montag, 9. Januar 2017

Realsatire und die Unfähigkeit zum Trauern

... ist laut Duden ein realer Vorgang, der satirische Züge trägt. Mittlerweile mutet das alltägliche Geschehen eher als Satire an, aus der auch noch das letzte Gran an Realismus herausfiltriert wurde.
Kostproben:
Vereinigte Staaten
1. Weil nicht sein darf, was nicht sein soll, mutiert ein erwachsener Mann in einer Anhörung zu einer Grammophonplatte mit Sprung. Diese Rettung in die Endlosschleife wurde nötig, als ein penetrant fragender "Klimaleugner" den Gutmeinenden mit Fakten konfrontierte. Ähnliches gab es in der Politsatire "Yes, Minister!" zu sehen. Doch da haben die Autoren mit Blick auf die Abnutzungserscheinung eines solchen Witzes und mit Blick auf einen vernünftigen Schluß der Wiederholung ein überraschendes wie komisches Ende bereitet. Realiter ist das weder komisch noch überraschend, es ist erschreckend wie ermüdend. Der lesenswerte Artikel und das sehenswerte Video finden sich auf der "Achse des Guten"!

Ehemalige Gebiete der Bundesrepublik Deutschland & Neu-Mitteldeutschland
2. Zu Beginn des Wahljahres 2017 legen die sogenannten Volksparteien ihre Köder aus, aufdaß ihnen möglichst viele vergeßliche und unaufmerksame Deppen auf den Leim gehen mögen. Das kann man je nach eigenen Möglichkeiten und vermuteter Klientel intelligent, weniger intelligent, etwas plump oder saudumm anstellen. Für das, was momentan in deutschen Landen passiert, fehlt mir momentan ein adäquater Begriff ... "bodenlos" ist Schönfärberei!
a) Vor einigen Tagen flackerten z. B. der Hofreiter Toni, Cem, Göring-E. und Co über den Bildfunkempfänger. Auf einer Bierzeltbank sitzend, waren sie in eine leidenschaftliche Diskussion über innere Sicherheit und Überfremdung vertieft. Wer glaubt den bitteschön so einen schlecht dahergelogenes Zeug?
b) Seehofer und Konsorten begehren gegen die Partei der Schwester auf und drohen mit ... Theaterdonner!
c) Die FDP (Fast Drei Prozent) sieht die Chance für den Wiedereinzug in den Bundestag mit Patentrezepten aus dem Klassiker "Liberalismus und Freihandelszonen zum Selbstbau". Damit rettet Lindner dann morgen Deutschland und übermorgen die ganze Welt!
d) Kommt Euro-Schulz aus dem Vorgebirge oder nicht?
Und wo stellen die Untoten der Parteienlandschaft ihre Leimkübel auf?
Da wo sie das tumbe Pack vermuten: Im Revier der Bösen, der Ungenannten, der Populisten.
Sachlicher ausgedrückt: Es wird aus dem Programm der AfD munter abgeschrieben.
Konzeptionslosigkeit, Ideenlosigkeit und Angst vor Verlusten beflügeln das Plagiieren und das plötzliche Einsetzen einer aufgesetzten Leutseligkeit.

Wenden wir unseren Blick einen Moment vom täglichen Zirkus ab, dieser Manege voll mit Illusionisten, Gesinnungsakrobaten, Clowns und unglaublichen Dressurakten. Wenden wir uns dem Leben in unserem Land zu, z. B. den Leben, die auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember brutal beendet oder verändert wurden. Denken wir an die Angehörigen und Hinterbliebenen, die Mitgefühl und Hilfe brauchen. Welche Beachtung erfahren sie von diesen Artisten aus dem Staatszirkus?
Eine eilends zusammengeschusterte "Interreligiöse Gedenkfeier" am Tag danach.
Staatsakt von Bund und Land?
Entfallen wegen Weihnachtspause!
Die Hinterbliebenen, die Verletzten und deren Angehörige sind die stille Ecke abgeschoben und fühlen sich entsprechend behandelt.
Hilfen, die ja sonst "ganz unbürokratisch und schnell" und mit großem Tamtam breitgestellt werden, finden übrigens ebenfalls nicht statt. Auch dafür hat man auf ministerieller Ebene schnell eine Erklärung: Die Tatwaffe war ein Auto.

Gegen diese bittere Realität, sind selbst härteste Satiren von Monty Python oder die zynischsten Sprüche eines Black Adder harmlose Kinderwitze. Da geht mir mein Sarkasmus flöten. Stattdessen treiben mir Wut und Ohnmachtsgefühle Tränen in die Augen und ich bin versucht, die Fluchpsalmen zu rezitieren!
Es sind diese Momente, in denen ich plötzlich glasklar weiß, daß ich als 80 Millionstel Souverän dieses Staates meine demokratischen Rechte dazu nützen werde, um weiteren Schaden von uns und unserem Staat abzuwenden und ich in Zukunft von diesem zutiefst unanständigen Gelichte nicht mehr behelligt werden kann!

Dienstag, 27. Dezember 2016

Heiter bis wichtig

Für alle, die sich im liturgischen Kalender nicht so auskennen, ist nun die Zeit "zwischen den Jahren" angebrochen, mit Reste-Essen und dem zweiten Jahresende-Lebensmittel-Panik-Kaufrausch für die Silvesterparty. Nun muß die Wäsche von der Leine bzw. Waschmaschine und Trockner ruhen, da nach (germanisch) heidnischem Verständnis nun die Rauhnächte anbrechen. Jetzt werden Waffeleisen wieder aus Schränken und Gelassen geholt und damit "Neujährkes" gebacken. Man hält dabei Weihnachtsnachlese, faßt gute Vorsätze fürs kommende Kalenderjahr.

Einen sehr erheiternden Beitrag zur Weihnachtsnachlese fand ich heute ganz zufällig.
Wenn man nicht weiter weiß, bildet man 'nen Arbeitskreis oder fragt nach bei "Tante Guggel".
Sie wollten immer schon wissen, wie man die anglophonen Zeilen des X-mas-Dauerbörners "Last Christmas" treffend ins Deusche übertragen kann?
Der "Guggeltranslatör" machts möglich:


In puncto Verkehrssicherheit sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder entscheidende Fortschritte gemacht worden. Immer mehr Kraftfahrer verließen sich von da ab nur noch auf die bordeigenen Sicherungsysteme der Automobilindustrie. Eine besonders wichtige Form des Beistandes, geriet immer mehr in Vergessenheit. Nun wendet sich seit einiger Zeit dieser Trend. Lesen Sie dazu den unabhängigen Testbericht des leidenschaftlichen Autofahrers H. M. Broder und lassen Sie sich durch ihn zu einem guten Vorsatz für das neue Kalenderjahr anleiten!



Donnerstag, 22. Dezember 2016

Jahresendansprache, Bund, einfach

Liebe Zuschaurix und Zuhörix,
da draußen auf dem Territorium der früher so genannten Bundesrepublik inkl. der Osterweiterungsgebiete von 1990,
wieder neigt sich ein Steuerjahr dem Ende zu. Viele Menschix, die schon länger hier leben, kaufen nun seit Wochen für Familien und Freunde Waren in großen Mengen. Auch in den Supermärkten müssen die Regale ständig neu aufgefüllt werden. Das macht vielen Menschix Angst, besonders jenen, die noch nicht so lange hier leben.
Auch die vielen erleuchteten Fenster und Vorgärten, der Transport von Nadelgehölzen und der Konsum von wärmenden alkoholischen Getränken bei irritiernd fremder Musik ist für Viele ein Grund für Sorge. Wenn nun in den kommenden Tagen einige immer noch bevorzugte relljöhse Gemeinschaften von ihren Türmen Lärm schlagen, so ist das für nicht Wenige in diesem Land kein Grund zur Freude. Alles das fördert Gefühle der Ausgrenzung, ja Diskriminierung! Die Suche nach Sündenböcken ist von allen Jagdarten die einfachste. Die Vereinnahmung des Jahreswechsels durch Vertretrix der Alt- und Neurechten und unverbesserlicher Traditionalisten muss ein Ende haben. Nicht jede heilige Kuh kann mit einem Prinzip gerechtfertigt werden.
Es muss sich etwas ändern und es wird sich etwas ändern. Dafür stehe ich als (hier bitte entsprechende Funktion einsetzen) ein. Wenn wir nicht heute helfen, die Probleme vor Ort zu lösen, werden sie uns eines Tages im eigenen Land einholen.
"Gut leben" heißt aus meiner Sicht auch Angstfreiheit. Wir haben vor dem Hintergrund unserer Geschichte eine besondere Verantwortung, ja wir stehen in tiefer Schuld und damit in einer ganz besonderen Pflicht. Die Beschäftigung mit nicht vorrangigen Dingen darf aber kein Ersatz dafür sein, dass wir auf die eigentlich bedrängenden Fragen keine Antwort haben. Wir müssen hier eine Vorreiterrolle im vereinten Europa übernehmen. Denn wofür steht unser Land heute? Woran denke ich, ganz persönlich? Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.Wir müssen - und das sage ich in aller Offenheit - unsere Hausaufgaben machen! Aber Demokratie ist nicht immer eine Sache von einsamen Entscheidungen, sondern in der Regel ein Geschäft der Meinungsbildung vieler. Was jeder Einzelne von uns im Kleinen erreicht, das prägt unser Land im Ganzen. Ich halte das Vorgehen für alternativlos.Unser ärgster Feind kann nur unser mangelnder Glaube an uns selbst sein. Laßt uns den Mut haben, die heißesten Kartoffeln in großer Fairneß anzupacken! Wir brauchen den Geist der Zuversicht.
Ich ahne, wovon ich spreche!
Ich wünsche uns allen einen besinnlichen Kalenderwechsel.
Wir schaffen das!

NACHTRAG:
In der Zwischenzeit habe mich Kommentare und Emails erreicht, die eine "konsequente Genderierung" (Heißt das so?) des Textes bemängeln. Dies ist fein beobachtet und korrekt. Jedoch besteht der Text ab dem zweiten Absatz bis auf den Satz über den Kalenderwechsel nur aus aneinandergereihten Zitaten aus dem Munde von Angela Merkel, geborene Kasner! "Genderierung" wäre hier eine unverzeihliche Klitterung.

UPDATE:
Alexander Kissler hat recht: Schluß mit dem Floskelbingo!