Freitag, 6. November 2009

Aus gegebenem Anlaß

eröffne ich mal wieder ein Reservat für einen bedrohten Erzbischof!

Wer das Schutzgebiet in der Blogozese erweitern möchte, ist herzlich zur Übernahme der Grafik eingeladen!

Freitag, 30. Oktober 2009

Mitgliederwerbung

Durch die Blogozese laufen Berichte und Kommentare zu verschiedenen Aktionen, die versuchen, entlaufene oder neu Schäfchen in die Herde des Herrn zu holen. Elsa hat in ihrem Nacht(b)revier zur wunderbaren Seite katholischwerden.de und die Darstellung bei Nikodemus einen Text verfaßt.
Beiden kann ich nur zustimmen.
Wenn ich auch Elsa zustimmen möchte, daß eine gewisse Vorsicht und Sensibilität gefordert ist und ein "mit der Tür ins Haus fallen" durchaus abschreckend sein kann, so spricht die Seite doch wenig von dem an, was einen dazu bewegen kann, sich der Una Sancta (wieder) anzuschließen. Spiritualität - eher eine Leerstelle. Das Ganze ist sehr (wie ich schon in einem Kommentar schrieb) hasenfüßig, wenig selbstbewußt und wenig hilfreich. Hier scheint eher ein wenig Peinlichkeit durch, ich möchte es noch schärfer sagen:
Hier bietet nicht eine Kirche den Suchenden ihr Heilsangebot an sondern eine Gemeinschaft von Zweiflern sucht Neuzweifler zum gemeinsamen rumzweifeln oder verzweifeln.
Das ganze Ding ist m.E. weder tröstend, aufbauend noch hilfreich. Daneben sei noch die Frage erlaubt, wer eine solche Seite überhaupt braucht, aufsucht oder überhaupt erst einmal im Netz findet?
Die anderen offiziellen Seiten der DBK etc. müßten auf der ersten Seite ein entsprechendes "ansprechendes" Angebot bieten, denn auf diese Seiten kommt man schnell.  Denn die Wahrscheinlichkeit, daß ein "Suchender" "katholisch werden" googlet, yahoot oder sonst was, ist doch eher unwahrscheinlich.

Unser erzkonservativer Bruder in Christo hat eine tolle andere Aktion aus dem Vorbild-Bistum Linz (O felix Austria!) gefunden. Glaube gibt Halt, sicherlich! Aber was hat das mit Bäumen zu tun? Spätestens seitdem der gute Bonifatius mit solchen Baumgeschichten aufgeräumt hat, sollte doch bekann sein, daß nur ein Stamm das Heil bringt!
Auch hier man es mal wieder geschafft, mit Hilfe von Werbeagenturen alle Konturen gekonnt zu verwischen und eine unkonkrete Einladung zum "herrschaftsfreien Diskurs" zu formulieren (Und was glaubst du?).
Wer solche Plakate machen läßt, darf sich nicht wundern, wenn sich Menschen in Friedwäldern begraben lassen wollen.
Ich mußte unweigerlich an die Baumkuschelfrau aus den Touché-Comics denken.
Wer sie nicht kennt, der folge diesem Verweis.

Verweise in das Zwischennetz

Bei der morgendlichen Lekture diverser Depeschendienste sind mir zwei lesenswerte Kommentare zu Käßmann & Co auf die Mattscheibe meines Rechners gekommen: eins und zwei.
Daneben ist Stanislaus mit seinem Blogspot die zweifelhafte Ehre zugekommen, bei krzzz.nätt als Hauptquelle für einen sehr mäßigen Artikel  über das Treffen der Generation Benedikt geworden zu sein.
Mein Beileid!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rom und Canterbury Teil 2

Manchmal lohnt sich der Blick in die Gazetten der Nebelinseln. Einen bemerkenswert gut recherchierten Kommentar aus der Feder von Damian Thompson bietet  der gute alte "Telegraph"  zu den Entwicklungen zwischen Rom und Canterbury. Interessant ist dabei seine Einschätzung, warum es wahrscheinlich eine Personalprälatur werden wird.
Meine Leseempfehlung für den "High Tea" nach der 2. Vesper!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Rom und Canterbury

Die Nachrichten über die sehr großzügige Antwort unseres Heiligen Vaters auf die Anfragen anglo-katholischer Bischöfe überschlagen sich zur Zeit. Wer die rasend schnelle Entwicklung beobachten möchte, der sollte momentan bei Rorate Caeli reinschauen. Wir werden gerade Zeugen eines wirklich historischen Momentes in der Kirchengeschichte. Wenn man einmal davon absieht, wer bei welchen Pressekonferenzen nicht anwesend war (hetz.net bietet da Infos an), so ist der ganze Prozess sehr schnell und in der Diskretion angelaufen, die man sonst vom Heiligen Stuhl immer gewöhnt war.  Es gab keine "undichte Stelle" und keine gezielten Indiskretionen, die auf eine Opposition innerhalb der Kurie schließen lassen könnte. Ob sich hier ein erster Erfolg der Umbesetzungen zeigt, bleibt zunächst einmal fraglich. Der Ablauf dieser Veröffentlichung läßt für die Zukunft hoffen.

Die regionalen Tageszeitungen schweigen sich über diesen Vorgang weitestgehend aus. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Die anglikanische Gemeinschaft spielt im alltäglichen Leben in Deutschland und auf dem Kontinent kaum eine Rolle. Für die Redaktionen ist das genauso uninteressant wie die Schließung einer Brauerei in Belgien oder eine Fischvergiftung auf einem dänischen Volksfest. Wenn nun Prinz Charles diesen Weg  mitginge, wäre das durchaus eine Schlagzeile wert.

Die Tragweite dieser Entscheidung für das Gesamtgefüge der kirchlichen Landschaft in Europa und in den Ländern, in denen sich Dependancen der Anglikaner befinden, ist von den Redaktionen nicht erkannt. Dafür fehlt es offensichtlich an fachkompetenten Redakteuren.
Wenn der Sachverhalt in einer Schlagzeile zusammengefaßt werden sollte, wie hätte die heißen können:
Nach 500 Jahren fallen die Mauern zwischen Rom und Canterbury!
Papst bietet heimatlosen Anglikanern einen Platz in der Kirche!
Aber was ist das schon gegen die Vermutung, daß 35.000 Menschen in Deutschland eventuell an der Schweinegrippe sterben könnten, mit der die Blöd gestern titelte, wie ich bei meinem Bäcker lesen konnte.

In den überregionalen Zeitungen werden in den nächsten Tagen sicherlich Artikel erscheinen, die sich kritisch mit dem Abfischen der Konservativen durch die geschickte Politik Benedikts und den katastrophalen Folgen dieser Politik für die Ökumene beschäftigen werden.
Ein erstes Indiz dafür ist, wie sehr doch der abgeschlagene, ermattete und überumpelte Archbishop of Canterbury in den Mittelpunkt des  Interesses rück. Nach ersten (Falsch-?)meldungen über seine angeblich Begrüßung dieser päpstlichen Entscheidungen, treten nun die Überrumpelungsmomente in den Vordergrund, die an sog. feindliche Übernahmen aus der Wirtschaftswelt erinnern. Der Vergleich liegt zwar nah, trifft aber im Ansatz die feinen und gefährdeten Wege eines solch einmaligen Schrittes.

Das kirchliche Gefüge der Anglikaner wird nach dem Exodus, der sich in den Dankesschreiben andeutet, die bei Rorate Caeli etc. schon erschienen sind, nachhaltig verändern. Es wird sich zeigen, was passiert, wenn Bischöfe und gesamte Chapters sich uns anschließen. Was wird dann mit dem Bistum? Kommen andere Bishops, Deans etc. die dann als Vertreter der Staatskirche als "Johanne ohne Land" ohne Gemeinde die anglikanische Diözese weiterführen?
Wir leben in spannenden Zeiten.
Danken wir unserem Vicarius Christi, daß er mutig seinen Weg für die Kirche Gottes geht.
Möge Gott, der Herr, ihn uns lange an der Spitze Seiner Kirche erhalten!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Caecilia-Notizen

das mußte ich einfach verlinken!
Ohne Worte aber treffend!

Thy hand, o Lord, hath guided thy flock from age to age...

Was ich ja schon seit längerer Zeit gehofft habe, ist nun offensichtlich eingetreten:
Der Heilige Vater macht übertrittswilligen Anglikanern ein großzügiges Angebot, welches die Angebotspalette (Sonderregelungen in der Liturgie gab es schon früher) erweitert. Das Modell der Personalprälatur ist ein bekanntes und gut eingeführtes Modell und ist auch den konservativen Anglikanern aus den eigenen Kirchen (Flying Bishops) bekannt. Der Erzbischof von Canterbury, so berichten diverse Printmedien heute, hat diesen Schritt Roms eindeutig begrüßt. Warum eigentlich? Ist er froh, wenn er sie endlich los ist?
Blanke Verzweifelung? War es ein act of ecomenical correctness? Man weiß es nicht!
Aber was kommt nun?


Der endgültige Auszug der High Church Party aus der Anglican Community?
Das wäre, so denke ich der, der Anfang vom Ende für die "Hinterbliebenen", der Beginn der Auflösung in die Bedeutungslosigkeit.

Was hat das für die Diskussion in unserer Kirche für Folgen?
Alle hängen sich an der Frage des Zölibates für die verheirateten Anglikaner auf.
Hier gibt es in den nächsten Tagen mal wieder ein echtes Sachproblem, weil keiner die unterschiedliche Gewichtung von Sakrament ( Ehe) und Zölibatsversprechen kennt und der "Stachel des Zölibates" im Fleisch der WisiKis,  Kivus, kfds und sonstiger lutherisch-verbürgerlicht denkender angeblichen Priesterversteher und selbsternannten Kirchenproblemlöser mal wieder juckt.
Hier wird es mal wieder "Irritationen" geben, Interviews, und -ich wette darauf- mindestens eine basisdemokratisch motivierte Unterschriftenaktion. GÄHN!

Viel spannender ist ein anderer Themenkomplex:
Was das nun wieder für die liturgische Vielfalt für Folgen haben wird...?
Anglican Style als weitere Speerspitze der neuen Prächtigkeit?
Choral Evensongs...
Einführung vernünftiger Kathedralschulen und -chöre?
Neben ON und OO einen erlaubten OA?
Neben dem Breviarium Romanum ein bereinigtes und erweitertes Book of common Prayer?
"God save the Pope...God save the Queen..."
"Hymns ancient & modern, new roman standard" anstelle eine neuen Gotteslobs?
Der gute alte Hausanzug für das Pfarrhaus, inkl. Gamaschen (gaitors)


Das kann ein schöner Winter werden!



Die Überschrift ist übrigens der Anfang eines anglikanischen Kirchenliedes mit einer sehr schönen Schlußzeile!