Montag, 31. Oktober 2016

Allerheiligen naht! Wo sind sie nur alle hin?

Erinnern Sie sich noch an die Berichterstattung in der Causa Limburg? Wochenlang wurden wir mit Petitessen wie Rechnungen für Badezimmerrenovierungen oder nicht nennenswerte Kostensteigerungen bei der Instandsetzung denkmalgeschützter Ensembles genervt. Am Ende gab es dann Bilder und Filmberichte von empörten Pensionisten in "Outdoorbekleidung", die betroffen wiewohl stolz unter dem Deckenhaken für den Adventkranz standen und den Eindruck vermittelten, als hätten sei gerade mit ihrem Heldenmut den Bischof höchstpersönlich aus dem Palais gejagt. Das war alles schlimm und mehr als peinlich. Aber darauf möchte ich gar nicht hinaus.
Es war eher eine Episode am Rande dieses, zur großen Tragödie hochgejubelten Schmierentheaters. Man erboste sich auch darüber, daß für eine Vielzahl von Reliquien (würdige) Gefäße angeschafft worden waren. Die achso bescheidenen, vorbildlichen Vorgänger im Amte (die über Jahrzehnte die wertvollen Gebäude vergammeln ließen und dadurch die "sündhaft teure" Sanierung nötig machten) hatten sie in Keksdosen aufbewahrt.
Daran nahm niemand Anstoß.
Warum nicht?
Ich werde nicht die "Jahre falschen Heldentums" als wohlfeile All-Erklärungsklatsche benutzen. Ich werde auch nicht die Entmythologisierung, die historisch-kritische Wissenschaft, Deschner, den Paderborner Strickpulloverträger oder gar "uns Uta" oder Vat. II in Position bringen. Stammlande der Reformation? Auch, vielleicht ...
Ich möchte eine andere These wagen, die m. E. viel schlimmer ist:
Es ist Neid und Mißgunst.
Das, was vielen Heiligen zu ihren Lebzeiten Prüfung und manchmal auch Verhängnis war, schlägt ihnen wieder entgegen.Weg! In die Keksdose, Tresor, Keller oder ebay!
Auch die Verwohnzimmerung der Kirche(n) ist beinahe abgeschlossen. So wie man sich heutzutage gerne die Urne von Gatte oder Gattin ins Wohnzimmer holen möchte, ist ein Urnenregal in der Kirche denkbarer als die Aufstellung von Reliquienmonstranzen.
 Das Ego steht im Mittelpunkt. ICH und MEIN Verhältnis zu Gott. (Damit sind wir dann irjenzwie wieder beim Luther!) Wie komme ICH in der Kirche (Gemeinde) vor, werden MEINE Bedürfnisse gestillt. Ein Korrektiv ist nicht erwünscht. Das Vorbild wird nicht ertragen und mißtrauisch beäugt. Autorität ist Zwang. Alles, was über das (selbstverschuldete) Mittelmaß hinausgeht, wird gestutzt oder geschnitten.
Chesterton schreibt an einer Stelle: "Neid und Mißgunst läßt das Lachen verdorren!" Es nimmt die Freude. [Mir fällt jetzt gerade ein Satz von Loriot ein, der nicht minder diese Geisteshaltung aufs Korn nimmt: "Ich freue mich immer, wenn du etwas besser weißt."]

Die Freude an unseren Vorfahren im Glauben gilt es wiederzugewinnen!

Es gilt wieder kennen zu lernen und daraus Lehren zu ziehen. Vom heiligen Martin kann man lernen, daß man vor der von Gott gestellten Aufgabe nicht weglaufen kann, von Thomas Becket wie man vom Establishment zur Wahrheit kommt und vom seligen Clemens August, wie man sich in Zeiten der Gleichschaltung mutig für Menschen, Kirche und Vaterland zu Wort melden kann. Von Thomas Aquinatus kann man nicht nur wissenschaftlichen Scharfsinn und Redlichkeit lernen sondern auch die tiefe Liebe zur Eucharistie. Jean Marie Vianney als unermütlicher Beichtvater kann uns zur Befreiung der Seele durch das Bußsakrament neu bewegen und von der seligen Anna Katharina können wir von den großen und kleinen Wundern erfahren, die eine so arme und schwache Frau erfahren hat und welche wunderbaren Gaben der Herr manchem Menschen schenkt.

Es wird soviel vom "ganzen Menschen" oder "Beten mit/für Leib und Seele" gesprochen und am Ende stehen oder hocken wieder alle im Kreis herum und gucken sich gegenseitig an!
Wie wunderbar es sein kann, wenn man nach einer anstrengend Wallfahrt am Ziel ankommt und den oder die herzlich begrüßen kann. Am Ende des Weges die Büste umarmen zu können.
Haben Sie es einmal gewagt? Versuchen Sie es! Aber Vorsicht! Es könnte Folgen für ihr Weltbild haben. Ich weiß, wovon ich schreibe ... Es muß auch nicht das "High-End-Event" beim Heiligen Jakob sein!

Schenken wir unseren von Gott begnadeten Mutmachern im Glauben wieder mehr Beachtung!
Sie sind zur Ehre der Altäre erhoben.
Geben wir Ihnen wieder die Ehre!
Erheben wir sie wieder auf die Altäre!

Grüßen wir Sie wieder im Gebet, mit Blumenschmuck und Prozessionen, die Apostel, Martyrer, Jungfrauen, Priester, Bischöfe, Einsiedler, Nonnen, Könige, Kaiser, Eheleute, Tagelöhner, Arbeiter, Bauern, armer Leute Kind!

Rufen wir sie um Hilfe an in diesen bedrängten Zeiten und befehlen wir uns ganz besonders unter den Schutz und Schirm der Allerseligsten Jungfrau!
Und niemals vergessen: Freude und auch das berühmte Quentchen Humor darf nicht fehlen!
Prof. Wolfgang Seifen macht es vor!


Einen gesegneten Allerheiligentag wünscht Ihnen von Herzen,

Laurentius Rhenanius



Samstag, 29. Oktober 2016

Unbedingt lesen

sollten Sie den Eintrag zum 29.10.2016 in den Acta diurna des hochverehrten Michael Klonovsky!

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Quo vadis, Mariawald?

Wer auch weiterhin eine Kontinuität zwischen Benedikt XVI. und Franz I. sehen möchte, der mag das gerne tun. Ich erlaube mir hingegen ebenfalls weiterhin die Diskontinuitäten zu sehen und als Zeichen eines unheilvollen Umschwungs zu deuten.
1. Luther statt Fatima!?
2. Schauen wir nach Trient (sic!), so können die Äußerungen des neuen Bischofs (wenn er sie so wirklich getätigt haben sollte) nur noch als Suboptimalismen bezeichnet werden.
3. Im bislang blühenden Bistum Albenga-Imperia verwechselt der Neuinstallierte mal wieder Zuwendung mit Zelebrationsrichtung und redet Unsortiertes über "falsche Altäre".
4. Und Mariawald?
Der Abt legt nach einer Visitation sein Amt nieder!
Was?
Aha!
Was war doch noch mal mit den Franziskaner der I...? Jahr der Barmherzigkeit ...

Als Freund, ja als Liebhaber des außerordentlichen Ritus' kann ich gar nicht anders, als die Zeichen der Zeit entsprechend zu deuten.
Als Katholik, der durch den überlieferten Ritus binnen kürzester Frist zu einer bis dato ungeahnten Tiefe des Glaubens und der Lebensfreude gekommen ist, ahnt, befürchtet etwas, nämlich:
H. Clinton läuft der Zeit hinterher!!!
Der "katholische Frühling", den sie plante, ist als "Akt der Selbstauflösung von oben" schon längst im Gange. Franz I. führt die Zentrale wie eine Vorstadtpfarre von Buenos Aires. Und nicht nur die Musealisierung der Sommerresidenz ist ein Zeichen dafür, daß er aus Rom und dem Rest der Kirche genau das machen will!
Die Kirche wird als gesichtslose Sozialstation mit vorgelagertem weltanschaulich neutralem Raum der Stille enden, in dem die Polyesterbetsäcke wilde Funken schlagen, wenn es so weitergeht.
Herrschaften, so schaut's aus! (Dr. A. Proebstl)

Noch ist der Rosenkranzmonat noch nicht zu Ende!
Es gibt noch viel zu tun!
Packen wir es an!
Sancte Michael, defende nos in proelio!

Freitag, 21. Oktober 2016

Biedermeier 2.0 (Gedankensplitter)

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
(Realitätsverweigerung als aktiver Beitrag zum Umweltschutz)

Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.
Davon ausdrücklich ausgenommen sind Applaus und Huldigungsrufe des Souveräns für die Vertreter des Souveräns.
(Quintessenz der "Einheitsfeierei" in Dresden)

"Wir schaffen das!"
Beschwichtigungssatz; häufig zu hören bei Kinder- und Zahnärzten, auf Mitarbeiterversammlungen kurz vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, ebenso häufig als Durchhalteparole an verlorenen Frontlinien gebraucht, bei gleichzeitiger Garantie des Endsiegs durch die im Bunker sitzende OHL.

(Paßt hier nicht ganz in den Duktus, gehört aber in diese Woche)
Hinweis für einen möglichen Akt der Selbstbefreiung:
Stellen Sie das zwanghafte Start-up-Selbstvermarktungslächeln ab und nehmen Sie sich selbst wieder ernst!

Die nahende Bundespräsidentenwahl ist ein Mysterium.
Ist sie Ausdruck der Schuld, die Kaiser Franz II. (Heiliges römisches Reich deutscher Nation) 1806 auf sich geladen hat, als er aus Furcht vor dem korsischen Emporkömmling abdankte oder ist sie Zeichen des Fluches, der uns alle ereilte, als man Wilhelm II., von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, zur Abdankung drängte?

Luthers Standbild ist bei Franz I. in Rom angekommen. Nun warten wir auf die kommenden Gedenktage, an denen entsprechende Figürchen von Heinrich VIII., Jean Calvin, Huyldrich Zwingli, John Knox, Joseph Smith oder L. Ron Hubbard abgegeben werden können. Der "Katholische Frühling" (H. Clinton) scheint mitten im Herbst begonnen zu haben!

Die Gedanken sind frei
... und das ist gefährlich.

Worte zur Buchmesse:
Die Freiheit wohnt in den Antiquariaten!

Lesen Sie Brecht aber niemals Precht!

Halbbildung ist Fortsetzung der Ignoranz mit anderen Mitteln!

Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können. (J. N. Nestroy)



Montag, 17. Oktober 2016

Déjà vu? !!!

Nach einigen Tagen Zwischennetzpause melde ich mich mit einem Kurzbeitrag zurück.
Michael Klonovsky hat vor einigen Tagen auf ein Video hingewiesen, das dem Betrachter ein Gefühl vermittelt, welches eine bekannte britische Komikertruppe in einem kleinen Filmbeitrag dargestellt hat.


Hier das Video zu den Jahrestag, damals wie heute



Was wir seit 1989 (leider in dieser vollendeten Form) nicht mehr zu sehen bekommen haben ist dagegen folgendes: