Donnerstag, 31. März 2016

Danke!

Ich möchte mich ganz herzlich bei zwei Menschen bedanken, die mir heute Morgen bei meiner morgendlichen Frühstückslektüre zu wichtigen Einsichten verholfen haben. Zunächst einmal der Gruß und Dank in die "Alpenrepublik" und zum Autor der Seite "Le Penseur". Er hat mich dazu ermuntert, innezuhalten. In den letzten Monaten habe ich fast ausschließlich über eher unerfreuliche Ereignisse berichtet. Wütend und mit zunehmender Verbitterung habe ich die Verfallszustände unseres postdemokratischen Europas kommentiert. Ich bemerke an mir eine zunehmende Freudlosigkeit. Dem ist bewußt und mit aller Kraft entgegenzusteuern!
Dann ist dem Chronisten von Orietur Occidens zu danken, der unter Chronica III zum Ostersonntag einen Artikel veröffentlicht hat, der mir aus dem Stand heraus wieder ins richtige Geleise verholfen hat.
Es wird wieder mehr Raum für das Schöne, Wahre, Gute eingeräumt.
Beginnen möchte ich mit einem Zitat aus einem Text, zu dem mich der Chronist geleitet hat:
"[...] Sie folgten einer ge­heim­­nisvollen Ordnung, die ich nicht verstand und hinter der sie ganz zurücktraten. Die Form stand in ihrer Einheit ganz für sich. Es gab keine erklärenden Einschübe, keine Paraphrasen, keine niedrigschwelligen Angebote und keine Übersetzungen. Wer hier mitwollte, der konnte das nicht im Vorbeigehen erledigen. Es würde also Anstrengung kosten ..." 
Ein ermunternder Text eines kritischen Denkers. Die kleine Anstrengung, diesen Text zu lesen, lohnt! Ein kleiner Tip: Lassen Sie den einführenden blauen Teil erst einmal weg.
Hier geht es weiter!

Zum Schluß Musik:
Nachdem es bis vor einigen Jahren nur historische Instrumente gab, sind nun einige Claviorgana gebaut worden und werden nun wiederentdeckt.



Und für die Osterzeit ein Regina coeli von Tomas Luis de Victoria, bei dem Freude geradezu Purzelbäume schlägt. "Schöner geht kaum noch":




Mittwoch, 30. März 2016

Margaux homme de fromage

Frankreich ist für seine Eß- und Trinkkultur bekannt. Auch wenn diese große Nation schon seit langer Zeit von einen irrational übersteigerten Laizismus gebeutelt wird, zehrt es doch von seinen katholischen Wurzeln. Auf Jürgen Becker geht der Satz zurück, daß Holland für seinen Calvinismus mit einer Sauce und labberigen Fritten bestraft würde. Diese Beobachtung läßt sich durchaus auch auf andere Länder und Landschaften übertragen. Wer die Schmanckerl bayerischer Lebensart mit den Höhepunkten ostfriesischer Küche vergleicht, wird zu einem ähnlichen Ergebnissen kommen.
Auch bei den kirchlichen Festen sind die Unterschiede eklatant. Da wo unsereins sich (sofern die Gemeinde nicht schon von gewissen Elementen protestantisiert wurde) an Prozessionen, Liturgien, Wallfahrten mit anschließenden Grillfesten oder Frühschoppen erfreuen kann, bleibt dem Protestanten nur die Predigt und das entkoffeinierte Kirchencafé mit Predigtnachgespräch. Und dafür, daß man ab den 1960er Jahren dann auch noch angefangen hat, die Katechismen durch die Phrasen der Friedens- und Umweltbewegung sowie die Inhalte des SPD-Parteiprogramms bzw. der Grünen auszutauschen, wird der Zuhörer nun auch noch mit glaubensleerem Dumpfbackenpazifismus belästigt.
So auch wieder jüngst irgendwo kurz nach zehn in Deutschland: Margot rauscht gerade mal wieder mit ihrem Bedford-Blitz als unbremsbare Geisterfahrerin durch die Tagespolitik. Wer im Angesicht von Bombenattentaten, dem zigtausendfachen Morden an unschuldigen Christen im Orient nichts anderes zu sagen hat,  als daß man Terroristen in Gebet und Liebe begegnen soll, kann nur durch eine Überdosis Psychopharmaka, einen entsprechenden Blutalkoholspiegel oder einen Wohnsitz im Rotweingürtel einer deutschen Großstadt entschuldigt werden.
Wer einen Krieg beginnt, setzt sich ins Unrecht, wird zum Verbrecher. Wer sich aber weigert, Land und Leute zu verteidigen, macht sich mitschuldig am Unrecht. Neben dem "Schwerter zu Plugscharen" kennt die Bibel auch "Pflugscharen zu Schwertern" und auch der Reformator, dessen Personenkult durch gerade jene (Ex-)EKD-Führung mit Blick auf das Trauerjahr 2017 betrieben wird, hat im Jahre 1526 mit einer "Denkschrift" über die Kriegsleute entsprechende Worte gefunden. Könnte man wissen.
Aber im Gegensatz zu manchem Bischof in Syrien oder im Irak haben unsere lieben Festtagsprediger den Schuß (noch) nicht gehört!

Dienstag, 29. März 2016

Mother Angelica +

Im Alter von 92 Jahren ist Mother Angelica von uns gegangen. Sie war die erste Frau, die einen Fernsehsender gegründet und über 20 Jahre geleitet hat. Gegen den Widerstand aus Orden und Episkopat hat sie den Sender aufgebaut, der weltweit den Glauben der Kirche verbreitet. Einen Orden hat sie gegründet, Bücher geschrieben und vor allem in ihren Sendungen vielen Menschen Halt, Trost und neuen Lebensmut geschenkt. Sie war eine streitbare Frau, eine Verteidigerin des Glaubens, mit viel Herz und Humor. Sie wird mir fehlen, diese unbeirrbare Verteidigerin der Sakramente, des ungeborenen und des zu Ende gehenden Lebens.
Mögen die Chöre der Engel Dich aufnehmen!

Mittwoch, 23. März 2016

Tag des Verrates

Der Mittwoch der Karwoche gilt nach alter Tradition als Tag, an dem Judas für dreißig Silberlinge seinen Herrn verriet. "Verraten und verkauft" stehende Wendung und Pleonasmus zugleich.
Wenn wir nun am Tag nach den muslimischen Attentaten durch die Kommentare der politischen Foren schauen, so wird der Begriff des Verrates in unterschiedlichsten Facetten auf die zur Zeit "regierenden" Berufspolitiker angewendet. Doch wann hat dieser Verrat begonnen? Meiner Meinung nach wesentlich früher, als man gemeinhin denkt.
Der Mensch ist schwach. Er ist mit allerlei Gebersten behaftet. Eine der großen Schwächen des Menschen ist seine Unfähigkeit, über Generationsgrenzen hinweg zu lernen. Er schafft es nicht, aus den Fehlern der Eltern und Ahnen Schlüsse zu ziehen, die ihn vor den immergleichen Fehlern bewahrt. Er ist nicht in der Lage, die ewiggleichen Muster wiederzuerkennen. Stattdessen sieht er immer wieder Neues und Unbekanntes, für das er immer neue Lösungen sucht, alte Fehler im neuen Gewand. Diese Dummheit paart sich dann in aller Regel mit Arroganz, Fortschrittsdenken und dem Glauben, in der Ferne läge das Heil, was den häufig sehr klugen Propheten aus eigenen Landen den Zugang zum Hirnskasten verwehrt.
Dazu gesellte sich Habgier, der Traum von der Schaffung von Werten aus dem Nichts, vulgo Zinseszins. Diesem ist alles untergeordnet. Alles hat sich in Soll und Haben auszudrücken. Bildung (woran es ohnehin schon fehlte) wurde dem Diktat der "Verwertbarkeit" unterworfen und letztlich durch "Kompetenzerlangung" ersetzt. Das Siechtum der kaputtgesparten wie durchideologisierten Geisteswissenschaften wird durch Symptomträger wie den hypnotisch starrenden Fernsehphilosophen Precht ebenso repräsentiert wie die ewig jungen Alten, die nie erwachsen, geschweige denn weise werden wollen.
Suchen Sie in den Generationen unter 70 diejenigen, die noch Goethe, Schiller, Fontane, Uhland oder Heine parat hätten! (xxxx ju Göte!)
Finden Sie in den Generationen unter 70 diejenigen, die (mit oder trotz Abitur), die ihren Homer, Caesar, Ovid oder Walther von der Vogelweide als Schatz in ihrem Herzen trügen! (Elitärer Kram für Freaks)
Können Sie spontan zehn junge Leute aufzählen, die Barock von spätem Rokoko, Empire von Gründerzeit oder Romanik von Gotik unterscheiden könnten? (Design!)
Wo sind die jungen Menschen die ihren Gefühlen in Musik Ausdruck verleihen könnten, die sich nicht an den Vorbildern der Musikindustrie orientiert?
1914 gingen in Europa die Lichter aus. Damit hatte Edward Grey, damaliger Außenminister des Vereinigten Königreiches recht, und sie sind nie wieder angegangen. Dem unverschuldeten Albtraum des Krieges folgte die Aushungerung und Demütigung. (Die letzte Rate wurde übrigens am 3.10.2010! bezahlt) Im Kreuzfeuer sich radikalisierender Ideologien geriet das Land in die Fänge jener Partei, die es in dann ein zweites Mal in die Niederlage und damit wiederum in die Hände der Alliierte brachte. War in Weimar die eigene Kultur fragwürdig geworden, wurde sie nun zur Unkultur. Mit der Reeducation verschwanden nicht nur Sekundärtugenden. Es wurde ein neuer "way of life" eingeimpft, der dem alten deutschen Meisterbrief das Modell "vom Tellerwäscher zum Millionär" als schillernde Konkurrenz beigesellte. Kunst und Kultur (ehemals Gemeinschaft fördern und Vehikel der Selbstverortung) wurden immer mehr zu einem privaten Freizeitvergnügen. Der Gesangverein wird vom hochgeistigen Unterfangen eines Jazzabends oder dem Gekreische auf Popkonzerten abgelöst. Moden und Markenwaren übernahmen die Prägung von Persönlichkeiten, der Dialekt als letztes Makel landschaftlicher Verhaftung verliert sich immer mehr. Am Ende steht der einsame, entfremdete, entwurzelte und rückgratlose Sproß einer ehemaligen Kultur, der sich über "Style" definiert und als Ersatz für Herkunft und Heimat seine Wahlverwandtschaften mit den neuesten Trendanschauungen eingeht, die ihm das gute Gefühl vermitteln, auf der richtigen Seite zu stehen, letztlich um den eigenen Marktwert nicht zu gefährden. Firmenphilosophie für Ich-AGs. Genau solche rückgratlosen Gestalten, regieren nun nach Abgang der letzten Lateiner (Franz-Josef Strauß) in Europa herum. Sie lassen sich von sogenannten "Thinktanks" die Weltsicht vorkauen, unfähig auch nur einen eigenen Gedanken zu fassen, gehetzt von Analysen, gefangen in ihren Worthülsen. Daher sind Appelle an so etwas wie "gesunden Menschenverstand" zwecklos. Dazu bedürfte es zumindest eines Grundvertrauens in so etwas wie Erfahrungswissen oder des Glaubens an ein Jüngstes Gericht als Instanz einer schonungslosen Letzverantwortung. Echtes Mitgefühl ist nicht zu erwarten. Es ist Werkzeug für die Erlangung politischer Ziele, kein Gefühl wahrer Zuwendung.  Wir haben unsere Kultur schon lange aufgegeben, uns dem Diktat der Märkte unterworfen, die von irgendwelchen sinistren Milliardären bestimmt werden. Es geht um Besitz, Besitzergreifung, Entmachtung und Zerstörung von Personen, Institutionen und Ländern, die diesen Interessen im Wege stehen. Ob sich dahinter nun die Pläne zur Weltrettung verbergen (NWO) oder um die Weltmacht der Vereinigten Staaten oder die Rettung des Juchtenkäfers stehen, ist letztlich egal. Es ist alles kompletter Irrsinn, der vielen Menschen das Leben kostet und kosten wird und das, was den Menschen neben der Möglichkeit der Gotteserkenntnis vom Tier unterscheidet, nämlich Bildung und Kultur auszurotten sucht. Damit möchte ich noch einmal das Zitat des jüngst verstorbenen Meisters Nikolaus Harnoncourt erinnern, welches ich am 7. März eingestellt habe.
Der Multimilliardär und Strippenzieher von heute ist in aller Regel kein deutscher Handwerksmeister mit gestandenem Weltbild und genialen Ideen (wie es sie heute zwar auch noch gibt). Es sind (Ex-)Nerds wie Zuckerberg und Gates oder Börsengänger wie Soros. Würth und Fischer sind die Ausnahme. Typen wie die Geissens sind die Regel!
Francois de la Rochefoucauld schrieb 1678: "Verrätereien begeht man öfter aus Schwäche als in der ausgesprochenen Absicht, zu verraten."
Mit Blick auf die Geschichte Europas hat ein solcher Verrat aus Schwäche genau in dem Ministerium des oben zitierten Edward Grey im Jahre 1914 stattgefunden. Dort sind dringende Telegramme des deutschen Kaisers verschwiegen, Gespräche abgelehnt worden, weil man u.a. die Chance sah, den Weltherrschaftsanspruch Britanniens über die Weltmeere durch Vernichtung der kaiserlichen Flotte durchzusetzen. Wirtschaftsinteressen und Allmachtsfantasien. Es war ein Verrat an Europa und an der Welt. Der Rest kam ebenso schicksalhaft wie folgerichtig. Was nun passiert ist nichts anderes als die Fortsetzung von Partikularinteressen und Spintisierereien vermittels Terror. Destabilisierung und Vernichtung von ehemaligen Kulturnationen durch die Anhänger einer kulturfeindlichen und kriegerischen Weltanschauung. Boko haram, "Bücher sind unrein", nennt sich eine besonders brutale und radikale Splittergruppe. Dies hat zu Europa gehört und wird niemals zu Deutschland gehören können. Das sollte auch dem hirnlosesten Trottel eine Woche nach der Leipziger Buchmesse zu vermittel sein! Aber selbst im Angesicht der Opfer von Brüssel werden wohl die Synapsen der regierenden H.o.n.K.(s) kaum ihre Arbeit aufnehmen.


Dienstag, 22. März 2016

Draghi, Schulzi und das Fliewatüt

viel mehr als diese Überschrift braucht es eigentlich nicht, um die neueste Schnapsidee aus dem Steuerstand der zentralen Werteverbrennungsanlage in Brüssel zu kommentieren. Die Geldpolitik dieser Truppe ist nicht einmal annähernd so seriös wie die Geschäftsmodelle von "Zahnstocher-Charlie"oder "Gamaschen-Colombo" und die desaströsen Ergebnisse unterscheiden sich in keiner Weise von einem Besuch in Lieutenant Holdens Spielcasino in "Unternehmen Petticoat".
Und während sich unser aller Altersversorgungen in Luft auflösen und Guthabenbesitzer durch eine "Negativzinsen" faktisch enteignet werden, findet ein Herr Draghi Gefallen an Hubschrauberflügen.
Es ist fast so wie beim Rettungsschirm:


 Nur: Fliegen ist schöner!

Dienstag, 8. März 2016

Stasi 2.0

Darüber schreibt als gebranntes Kind des Arbeiter- und Bauernparadieses die von mir hochverehrte Vera Lengsfeld einen mehr als lesenswerten Artikel auf ihrer Seite.

Montag, 7. März 2016

Nikolaus Harnoncourt +

"Die Kunst ist eben keine hübsche Zuwaage – sie ist die Nabelschnur, die uns mit dem Göttlichen verbindet, sie garantiert unser Mensch-Sein." N.H.

Mögen die Chöre der Engel Dich aufnehmen.

Samstag, 5. März 2016

Schnibbelbohnen mit Speck (Wochenschau 9. KW)

Weder Mitleid noch Schadenfreude ergriffen von meiner Seele Besitz, als ich vom Fall Beck erfuhr. Es war eher eine Mischung aus Erleichterung und einem letzten Rest Empörung, den ich noch aufbringen konnte. Erleichterung: Herr Beck war u.a. der "religionspolitische Sprecher" seiner Partei. Seine Tiraden und Attacken gegen die katholische Kirche waren von kaum zu unterschreitender Ignoranz geprägt und er hat sich nicht die geringste Mühe gegeben, seine offene Feindschaft zu kaschieren. Herr Beck hat die Linie seiner Partei vertreten. Der Nachfolger wird vielleicht wenigstens nicht so schrill agieren.
Empörung: Es erinnert bei aller Unvergleichlichkeit doch etwas an den Fall der "ungekrönten Weinkönigin der EKD", als alle Welt herumjammerte als nach ihrer Trunkenheitsfahrt ihre Posten aufgab und dadurch fast die erste lutherische Märtyrerin der deutschen Straßenverkehrsordnung geworden ist. Wie sehr sie in ihrem  Zustand auf dem "besten Wege" war, unschuldige Menschen um Gesundheit und Leben zu bringen, wurde systematisch kleingeredet.
Es gibt nun mehrere Lesarten, wofür Herr Beck diesen illegalen Gehirnzersetzer gekauft haben mag. Bei danisch.de kann man sich in diversen Beiträgen aus den letzten Tage einen Überblick darüber verschaffen. Egal was es denn nun auch sei: Ein MdB hat sich in keinem dieser Milieus herumzutreiben und zwar aus einer Vielzahl von Gründen, angefangen von Fragen der Erpressbarkeit bis hin zur finanziellen Unterstützung von Verbrechern. Und schließlich ist es schlicht und einfach verboten, dieses Zeug zu besitzen, egal ob er sich damit selbst die letzten Reste aus der Kalotte pustet oder es anderen zur Selbstzerstörung gibt! Und nun dieses Gegreine in den Medien! "Daß er es gerade sein mußte." "War doch nicht so viel." und dergleichen! Ein Politiker hat nicht sich oder andere mit Drogen vollzupumpen! Und nun fehlen mir passende Formulierungen. Denn wenn ich von "klarem Verstand" oder "Vollbesitz der geistigen Kräfte" schriebe ... Vielleicht so: Er hat nüchtern und nicht zugedröhnt seinem Dienst nachzukommen!
Es ist doch irgendwie ein Treppenwitz, daß ein Politiker, der nur zu gerne Gegner in die braune Ecke stellte nun mit einem Nachbau des unter dem GröFaZ zum Einsatz gekommen Pervitin erwischt wurde.

Seine letzte große Parade vor dem  "unglücklichen Fehlkauf" fuhr er gegen die Schweinefleischbefürworter der CDU. Folgende Zitate dazu sind in verschiedenen Medien zu lesen und Stellen eine Art politsche Summe seines Denkens dar. Ich selbst mußte an Loriots Debatte zur Schnibbelbohnenkrise denken:

"Liebe CDU, das Grundgesetz steht über dem Schweinefleisch. Das deutsche Schwein ist kein Verfassungswert."
In indirekter Rede: Es sei die autoritäre Denke der Rechtspopulisten, wenn Juden, Muslime, Vegetarier und Veganer zum Schweinefleischkonsum gezwungen werden sollten.
"Was in Kitas, Schulen und öffentliche Kantinen auf die Teller kommt, entscheidet der Bedarf und keine CDU-Schweineideologie."
"Es ist schon ein besonderes Armutszeugnis der CDU, wenn das Schweinefleisch ihr höchster deutscher Wert ist, den sie vermitteln wollen. Wer keine anderen kulturellen Werte hat, ist eine arme Sau."

Bei diesen saumäßigen Tiraden frage ich mich, wie oft er wohl schon vorher dort zum Shoppen war.

Parteifreundin und stellv. Bundestagspräsidentin Claudia Roth zieht nicht wie Herr Beck gerne mal um die Häuser sondern marschiert gerne bei Demonstrationen "gegen rechts" mit, um der "guten Sache noch mal etwas mehr Drall zu verleihen. Aber auch sie umgibt sich dabei mit Menschen, die sich mit dem von ihr besetzten Amt wohl kaum in Einklang bringen lassen. Denn wenn sie sich mit Leuten einläßt, die Parolen wie "Deutschalnd, du mieses Stück Sxxxx!" skandieren und diesen nicht Einhalt gebietet, dann ist sie entweder schwerhörig oder derselben Meinung. Auch sonst ist sie immer für die gute Sache unterwegs. So hilft sie auch schon mal einer Redaktion bei der Auswahl der Studiogäste. Wie wunderbar es nach dieser Intervention gelaufen ist, mag hier nachlesen wer will.
Was es sonst noch Unschönes passiert ist, war mir nur durch die kluge Kommentierung der von mir hochgeschätzten Vera Lengsfeld erträglich geworden.

Lesenswerte Artikel:
Überfremdung? Nein, Selbstentfremdung!


Den Ehebruch, äh das junge Liebesglück des Maßanzug tragenden Justizminister mit merkwürdigem Demokratieverständnis kommentiert meisterlich Thomas Rietzschel.

Der geradezu dramatische Mangel an Fachkräften führt dazu, daß nun Mitglieder der SED-Nachfolgeorganisation PDS die IT-Spezialisten von der RAF* in den Bundestag holen muß.

Es ist völlig unpassend, aber ich habe bei einigen Gelegenheiten in den letzten Monaten immer wieder eine kleine Handlungssequenz im Kopf gehabt. Immer wieder in Vollmondnächten kam mich dieses Nachtgesicht an: Ein modernes Bureau am Abend. Nur die Schreibtischleuchte ist eingeschaltet. Person X sitzt hinter dem Schreibtisch. Es klopft an der Tür und kurz danach betritt, ohne eine Antwort abwartend, eine Truppe Offiziere in antiquierten Uniformen den Raum und baut sich vor dem Schreibtsich auf. Der Ranghöchste (Typ Gerd Fröbe) steht vorn. Die anderen bleiben etwas zurück im Halbdunkel. Kurzer Gruß durch zackiges Kopfnicken. Er stellt die mitgeführte schmale Aktentasche auf dem Schreibtischrand ab, öffnet sie und zieht ein beschriebenes Blatt Papier heraus, legt aus dem dort Sitzenden vor und sagt: " Es ist alles vorbereitet. Sie müssen nur noch unterschreiben. Lesen Sie es in aller Ruhe durch." Er greift noch einmal in die Aktentasche und legt etwas auf den Schreibtisch. Nach einem knappen "Sie wissen, was Sie zu tun haben!" Hackenschlagen, Kopfnicken. Kehrtwendung. Abgang. Tür zu.

Ich wünsche uns allen angenehmere Träume und einen gesegneten Sonntag!


(* In diesem Falle handelt es sich nicht um die Royal Air Force sondern um die "Rote Armee Fraktion", welche die Bundesrepublik seit den 1970er Jahren mit Unterstützung der Stasi terrorisierte. Ach, da fällt mir doch was auf ...)