Montag, 18. Juni 2012

Ausfüllhilfen für eine "Herderstudie"

Wir kennen alle die Situation:
Man öffnet den (faktischen oder virtuellen) Briefkasten und schon wieder liegt neben jeder Menge anderem Ramsch eine sog. "Umfrage" aus dem Hause xxx aus Fr.i.Br. dazwischen. Was als Fragenkatalog und Volksbefragung zu relevanten und aktuellen Themen der Kirche daherkommt, ist bei genauerer Betrachtung nichts anderes als ein Ansammlung von deutschkatholischen Parolen, die in Form von Suggestivfragen als Vorklapp für den eigentlichen Zweck dienen, nämlich den unvorsichtigen Befragten zum Abschluß eines Abonnements für ein auflagenschwaches Reformblättchen zu bewegen.
Ich habe mir das Ausfüllen dieser Umfragebögen immer für das Frühstück am Samstag aufgehoben.  Befriedet von frischen Brötchen, Kaffee und dem beruhigenden Blick in den Garten gelang mir manchmal eine Antwort sine ira et studio.
Wer zu einer aktuellen Umfrage der "Korrespondenz" jenes Verlagshauses eine Ausfüllhilfe sucht, der ist bei Echo Romeo gut aufgehoben.
Seine Antworten sind nicht nur humorvoll, sie legen auch die sprachlichen und inhaltlichen Fragwürdigkeiten mit Witz und Verve frei.
Ein empfehlenswerte Lektüre auch für "Nichtausfüller".
Etwas ernsthafter und ebenfalls empfehlenswert sind die Antworten, die uns Jürgen auf  "Da quod iubes" bietet.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Lob der Polemik

 Das Bloggertreffen in Freiburg i.Br. (schöne Abkürzung) hat stattgefunden und in der Blogozese scheint der Teufel los zu sein. Die Fragen nach Einschätzung der Tage, die Berichterstattung durch offizielle, die Wortwahl bei den Redebeiträgen vor Ort, die Endrücke der Hauskapelle und und und. Alles wird diskutiert. Das ist ja auch gut so. Der eine Blogger poltert munter drauf los. Der andere Schreiber ist differenzierter, etwas vorsichtiger in seiner Wortwahl. Alles wie gehabt? Nein! Ich beobachte ein Phänomen, das mir ein wenig Sorge macht! Heftige Diskussionen branden nun auf, ob man das so sehen kann, darf oder sollte. Man schüttet sich gegenseitig die Kommentarbereiche voll und diskutiert sogar über die Berechtigung von rhetorischen Mitteln! Was ist nur passiert?
Reicht schon ein Besuch in Freiburg, eine Tagung in einer deutschen katholischen Akademie aus, um den Spaltpilz der Selbstbeschäftigung, der die katholischen Verbände lähmt, auch in die Blogozese zu tragen? Selbstbeschäftigung und Selbstzensur durch die Blogozesanen? 
Das wäre ein scharfer Bruch mit der Tradition!
Nun ich gebe zu, das ist jetzt ziemlich polemisch!
Sicherlich ist es auch gut darüber nachzudenken, wie man mit einander umgeht und sich im Zweifelsfalle für Sachlichkeit, Freundlichkeit und höflichen Umgang zu entscheiden, auch und gerade um sich von gewissen Gestalten abzusetzen. Sicherlich ist es mit Entsetzen zu beobachten, wie sehr die Umgangsformen in den Meinungsforen zu wünschen übrig lassen. So mancher würgt einfach ein abscheuliches Gewölle in die Öffentlichkeit. Vieles ist von Haß und gefährlichem Unwissen geprägt. Doch sollen wir deswegen auf sprachliche Mittel verzichten und ecclesiastical oder political correct werden?
Darf ich deswegen nicht mehr polemisch sein?
Stellen wer uns mal janz dumm! Wat is Polemik?
Da sagt der Wiki von Pedia (immer Autoren angeben!) zum Beispiel:
"Polemisieren heißt, gegen eine (bestimmte andere) Ansicht zu argumentieren. Der Polemiker sucht nicht zwingend den Konsens, sondern versucht im rhetorischen Wettstreit seinen Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen (vgl. auch Eristik). Als Gegensatz dazu wird auch die Apologie genannt, obgleich natürlich auch eine solche (Literatur betreffende) Rechtfertigungs- bzw. Verteidigungsrede durchaus polemisch sein kann. Das heute nur noch selten benutzte Wort Irenik ist als weiterer Kontrastbegriff zu Polemik anzusehen.
Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen, teilweise auch persönliche Angriffe."
Soweit, so gut! Dagegen ist doch zunächst einmal nichts zu sagen, solange es um den Wettstreit von Argumenten geht und - so möchte ich jetzt als katholischer Blogger hinzufügen - wenn es dabei um die Unterstützung der Sache der Kirche mit lauteren Mitteln geht. Und hier tut sich für mich im letzten Satz des Zitates nun eine deutliche Grenze auf, die es m.E. nicht zu überschreiten gilt, die Grenze zum persönlichen Angriff, so wie er im folgenden Teil charakterisiert wird. Ich zitiere weiter:
"[Kennzeichen von Polemik sind oft scharfe und direkte Äußerungen, teilweise auch persönliche Angriffe.] Gelegentliches Ziel ist das Demaskieren eines Opponenten im Glaubens- und Meinungsstreit. Gegebenenfalls bedeutet dies auch die – mehr oder weniger – subtile Beschuldigung des Opponenten, keineswegs jedoch den Verzicht auf sachliche Argumente.
Hier wird es nun sehr gefährlich. Diese Gratwanderung sollte man tunlichst meiden, so finde ich.
"In der klassischen Rhetorik spricht man in einem solchen Fall von der argumentatio ad hominem (das auf die Person gerichtete Argumentieren). Dies meint das Bloßstellen, das Überführen eines Gegners, wobei man zum Beispiel seine Glaubwürdigkeit, seine Reputation und ggf. auch seine Integrität insgesamt anzweifelt, indem man evtl. Widersprüchlichkeiten seiner Ausführungen bzw. seiner Handlungen oder Unterlassungen unmittelbar zu seinen öffentlich proklamierten Einstellungen und Absichten aufzeigt."
Also das geht nun gar nicht aber in vielen "Diskussionsbeiträgen" ist auch dieser Bereich längst verlassen worden.
Manchmal habe ich den Eindruck, es geht nur noch um das "Plattmachen" der Person oder Institution. Welche Abgründe sich manchmal auftun...
Aber deswegen keine Polemik mehr in blogozesanen Veröffentlichungen? Soll man das Malen von Landschaften aufgeben, bloß weil der heutige Kunstbetrieb sich offensichtlich nur noch auf das Umschütten von Farbeimern zu verstehen scheint? Sollen keine Gedichte und Lieder mehr entstehen, wie die des Thomas zum Katholikentag, weil die Protestsongs von WisiKi über ein verbiestertes "Reim dich oder ich krieg dich!" nicht hinauskommen.
Nein, es braucht die Polemik und zwar in qualitativ guter Form.
Ein Hundeleben auf Vox clamantis in deserto ist ein gutes Beispiel dafür!
Also, lasst uns weitermachen für die gute Sache!
Doch gönnen wir uns für die nötigen Repliken in Zukunft etwas Zeit, wenn es möglich ist. Nach Abendgebet und Abendessen entkorke man eine Flasche Wein oder gönne sich ein gutes Bier. Und wenn dann Käse und Rauchwerk munden, nehme man sich den Text noch einmal vor. Er wird seinen wahren Stellenwert bekommen und die Replik wird abgeklärt, leicht und heiter aus den Tasten laufen!

Ach, wenn mir das einmal so gelänge!

Tschö zusammen und nix für ungut!
 

Montag, 4. Juni 2012

Friedel Springer, Mendelssohn und Broder

Liebe Leser,

Frau Friedel Springer ist mit der Moses Mendelsssohn Medaille ausgezeichnet worden.
Kein Geringerer als Henryk M. Broder hat die Laudatio gehalten.
Die BILD bietet den brillanten Text im Netz.
Lesenwert!!!

Samstag, 2. Juni 2012

Die Presse sägt mal wieder (Update)

UPDATE:
Unten der Artikel von "vorige Tage"
Wie ich mitgeteilt bekam, hat nun die andere Ortszeitung einen wesentlich besseren Artikel verfaßt. Pfarrer und Brautpaar haben sich ausgesöhnt. Die Kuh ist vom Eis, aber der Flurschaden ist Dank der WAZ bestimmt nicht gering!
RUHRNACHRICHTEN-LINK

Gerade erreicht mich die Nachricht, daß die Provinzpresse im nördlichen Ruhrgebiet mal wieder zur Hetzjagd bläst. Ein unbescholtener Priester hat eine Trauung ohne die Eucharistie beendet, nachdem sich weder Bräutigam noch Braut (Grundschullehrerin mit missio!) noch Gemeinde in participatio actuosa übten. Weder wurde auf Gruß oder Gebetsaufforderung eingegangen, noch wurde mitgesungen.
Nun drücken Braut und Familie auf die Tränenedrüsen, beschweren sich beim Bischof und fanden in der Provinzpresse einen willigen Aufnehmer, der die Emotionssülze aufgesogen hat. Am Ende ist nun ein Artikel entstanden, der aus der peinlichen Dummmheit der Familie einen Skandal der Kirche machen will.
Der Kommentarteil wird (bis auf wenige Ausnahmen) von den üblichen Dummdreistigkeiten dominiert.
Wer Zeit und Nerven hat, der springe mit ein!
Hier geht es zum Artikel!

Freitag, 1. Juni 2012

Der Father Brown Seiner Heiligkeit

heißt offensichtlich Georg Gänswein. Nur ganz im Gegensatz zum Roman-, Film und Fernsehpfarrer wird ihm wohl kaum eine Strafversetzung "wegen Kriminalisierens" drohen.
In den letzten Tagen ist sehr viel über diese "Krise" geschrieben worden. Sicherlich ist es schlimm, wenn der eigene Kammerdiener Interna ausplaudert, aber wenn ich mir ansehe, welches Material dort gestohlen und weitergereicht worden ist, so findet sich doch nichts, was für einen Skandal auch nur ansatzweise taugen könnte. Es ist doch eigentlich alles bekannter Kram, wenn ich den seriösen katholischen Medien Glauben schenken darf. Ganz im Gegenteil scheinen die Schriftstücke doch deutlich zu zeigen, wie lauter der Papst und seine Mitarbeiter sind, unschuldig, wenn auch manchmal angeblich nicht optimal organisiert. Ja und? Ist das alles? Was für eine Enthüllung! Schlimm bei dieser Affaire ist doch der Vertrauensbruch, die Dreistigkeit und Dummheit, die hier zutage tritt! Wie kann ein Mensch eine solche Vertrauensstellung derart mißbrauchen und dann noch für ein "Nonevent"?
Die daraus resultierende Enttäuschung des Heiligen Vaters ist wohl der traurigste Aspekt bei diesem Fall.
Letztlich steckt in jeder Krise eine Chance. Ich sehe hier deutliche Chancen, Sicherheitslücken zu schliessen und gleichzeitig das Umfeld des Papstes auf seine Zuverlässigkeit zu prüfen. Ich denke, der Papst wird zwar menschlich enttäuscht aber in seinem Amt gestärkt aus der Geschichte herausgehen.
Schauen wir mal, was daraus wird und nehmen wir die Dunkelmänner und Verräter mit in unsere Gebete. Gott möge Ihnen die Erkenntnis ihrer Sünden und Reue schenken.

Schönes Wochenende!