Dienstag, 24. Januar 2012

Heute vor 300 Jahren

kam er zur Welt, Friedrich II, der Große.
Alle Welt revidiert Bilder, analysiert die Person neu oder legt alte Artikel wieder neu auf, so wie KPM. Am Ende wird es 100 neue Bilder, Einschätzungen, Bewertungen etc. geben, den einen oder anderen Band für den Bücherschrank und ne Menge Nippes für den Schreibtisch.

Keiner will es so recht zugeben, aber ganz unstolz ist man auf ihn nicht. Jedoch sei der Feiertagslaune ein wenig Wermuth beigemischt. Denn wer denkt schon an Österreich, an Maria Theresia und das Unrecht, das dem Hause Habsburg durch ihn geschah?
Ich verstehe daher Le Penseur gut, wenn er heute nicht mit uns feiern mag.
Ich erkläre mich hiermit mit den beraubten Österreichern solidarisch!

Samstag, 21. Januar 2012

Ein Verlust

Wie ich gerade gelesen habe, ist am Montag Gustav Leonhardt in Amsterdam gestorben. Er galt als einer der Wegbereiter dessen, was wir heute landläufig als historische Aufführungspraxis kennen. Seine Interpretationen der Werke Johann Sebastian Bachs haben meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflußt. Während meine Schulkollegen sich ihre Plattenschränke mit "simple minds", Klaus Lage oder Queen vollstopften, kaufte ich Leonhardts Scheibe "Das authentische Cembalo" oder die Goldberg Variationen. Mich langweilten die ganzen Songs, ob sie jetzt "engagiert" waren oder die Stimmung auf Feten machten. Mich hatte Bach gepackt und zwar in der Interpretation Gustav Leonhardts. Ich ertrage bis heute nur mässig Aufnahmen von Karl Richter. Auch komme ich mit den Vertretern des momentan angesagten "niederländischen Schunkelbarock" nur schlecht zurecht.
Leonhardts Weg zur werkgetreuen Interpretation in werkgetreuen Besetzungen und mit werkgetreuen Instrumenten, diese Suche nach den Ursprüngen, nach Wahrheit, puristisch, ein wenig puritanisch, auch vorbei an den angeblichen Notwendigkeiten der Zeit, hat auch bei mir ziemliche Spuren hinterlassen. Wenn ich an die angeblichen Revolutionäre in klassischen Musik denke, den punkige Nigel Kennedy oder den m.E. psychisch etwas auffälligen Cameron Carpenter mit seiner akrobatischen Zirkusnummer an der Orgel, dann mag das ja vielleicht technisch genial sein, aber um wen geht es? Wenn ich jetzt altvorderen Gedanken nachgehe, so sagt schon die Kleidung mehr als genug: Hier der gepflegte Charme englischen Tuches, dort die Aufmachung eines "alten Zirkuspferdes". Bei Carpenter geht es darum, was er aus dem vorgefundenen Notenmaterial für Capriolen zu ziehen vermag. Bei Leonhardt ging es um Bach.
Ich hatte vor einigen Jahren das große Glück, ihn an der Orgel erleben zu dürfen. Es war ein unvergesslicher Abend. Der tosende Applaus am Ende war ihm eher peinlich als angenehm.
Adieu, Gustav Leonhardt und Requiem aeternam!

Donnerstag, 19. Januar 2012

Msgr. Ackermann in "chrismon"


"begegnung
Ökumene Warum ein evangelischer Präses an der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 teilnimmt und ein katholischer Bischof Luther bewundert"
lautet der Titel dieses Doppelinterviews in der rheinischen Ausgabe des protestantischen Magazins "chrismon".
Wer diesen Artikel gelesen und die Bilder dazu betrachtet hat, wird erkennen, wie wenig die Bitten der Gläubigen um die Gewährung des Ablasses fruchten werden. Auch das diesjährige "Motto" der Wallfahrt deutet eher auf eine diskriminierungsfreie Wellness-Ökumene light. Die Sorge um das Wohl und Wehe im Angesicht Gottes spielt da keine Rolle mehr. Solche Fragen sieht der Hirte aus Trier unter dem Schutt aus Jahrhunderten vergraben.
Monsignore, -habe ich mir da gedacht- denken sie auch nur einen Augenblick daran, daß es ihre Aufgabe als Bischof sein könnte, diesen "Schutt" beiseite zu räumen, um den Gläubigen die Quellen wieder frei zu legen und den bedrängten Seelen hier und im Purgatorium Erfrischung zu geben?
Aber was ist schon die Erfrischung einer armen unbekannten Seele im Jenseits gegen, ja gegen was eigentlich?
Stattdessen planiert man "den Schutt" und macht im geistlichen Flachland eine barrierefreie, vegetarische Wurstbude auf, für alle die auf den Spuren von Hape Kerkeling ein paar Kilometer gelaufen sind und ne glutenfreie Ökobrause wollen!
Was wird es denn beim nächsten Mal, Heilig Rock halal und koscher? Man sollte mutiger sein wie der Erzbischof von Canterbury! Holen wir die weisen Druiden aus England und Frankreich dazu, ein europäisches Event aller Baumversteher, Naturflüsterer und Schmeichelsteinverehrer. Erst dann wird die Heilig-Rock-Wallfahrt zukunftsfähig. Sie wird dann globalisiert, interreligiös, banalisiert und so hohl sein, daß sich alle irgendwie darin wiederfinden können!
Monsignore, -habe ich mir dann gedacht- ist Ihnen die Bedeutung dieser Wallfahrt überhaupt bewußt? Sagt Ihnen das Jahr 1844 noch etwas?
Ich habe einen Moment darüber nachgedacht, ob man nicht eine Art "Kirchenvolksbegehren Ablaß 2012" starten sollte. Aber dann hat der Heilige Vater wieder den "Schwarzen Peter".
Hier geht es zur online-Ausgabe der rheinischen Kirchenzeitung.
Mahlzeit und noch ein geschwisterliches Diesseits miteinander!

Freitag, 6. Januar 2012

Knut? Nein, danke! (Glosse zum Dreikönigstag)

Das Amt des Bundespräsidenten hat H.M. Broder vor kurzem nicht ganz unpassend als "Grüßaugust" bezeichnet. Es bezeichnet jedoch mehr den Ist-Zustand unserer Berliner Republik als das Soll aus den Tagen der Bonner Republik, die uns mit Repräsentanten wie Heuß, Heinemann und von Weizsäcker beschenkte. Die Affairen unseres jetzigen Repräsentanten der Republik führen nicht zu einer Staatskrise, sie sind Ausdruck schon seit längerer Zeit andauernden Krise der Demokratie in unserem Land. An die Stelle der sozialen Marktwirtschaft und des rheinischen Kapitalismus ist die Herrschaft der Netzwerker getreten, auch besser bekannt als Spetzlwirtschaft, Filz, Klüngel oder um es mit den Worten des Außenministers zu sagen: die Dekadenz der römischen Spätantike.
Für alle, die nach "neuen Werten" in staatlichen Ämtern suchen, um diese zum Wohle des Volkes zu erfüllen, bleibt nur die Reform: Sittliche Bildung durch Reform, will sagen "Wiedereinbildung". Der politische Klumpatsch braucht neue Form, so wie ein Teigklumpen erst durch das Pressen in eine Form eine erkannbare Gestalt bekommt.
Wo könnten solche Formen zu finden sein? Die Suche kann schnell enden, da die Listen schon lange bekannt sind.
Ein Auszug:
Aufrichtigkeit
Bescheidenheit
Gehorsam (jedoch nicht ohne Freimut)
Geradlinigkeit (Tue recht und scheue niemand!)
Gerechtigkeitssinn (suum cuique = Jedem das Seine)
Gottesfurcht bei religiöser Toleranz (Jeder soll nach seiner Facon selig werden!)
Härte, gegen sich mehr noch als gegen andere
Mut
Ordnungssinn
Pflichtbewußtsein
Pünktlichkeit
Redlichkeit
Selbstverleugnung
Sparsamkeit
Tapferkeit ohne Wehleidigkeit
Treue
Unbestechlichkeit
Unterordnung
Weltoffenheit
Zurückhaltung (Mehr sein als scheinen!)
Zuverlässigkeit

Wer eine neue Perspektive auf jenen verfehmten Staat gewinnen möchte, der auf jenen "Haltungen" ruhte, der lese sich durch die Bücher dieses Autors!
Da findet sich alles schwarz auf weiß...
Apropos schwarz/weiß:
Manchmal frage ich mich, ob die wackeligen Drehstühle von Kanzlers Gnaden alle fünf Jahre ins Schloß Bellevue geschoben werden und die mittlerweile ja kaum eine Amtszeit ihre Besetzer tragen, nicht durch ein massiveres Möbel von Gottes Gnaden ersetzt werden sollte, wenn der jetzige Amtsinhaber den Schreibtisch räumt. Also etwas vom Inneneinrichter Zollern und nicht wieder in Modell "mörkäl" aus der Knutwoche, wo dann wie bei dem Kinderstühlchen der Haltegurt aufgeht und das Kind inkl. Breiteller zu Boden geht. Einmal mutig ran und Geld in die Hand nehmen. Wer billg kauft, kauft zweimal. So was ist ne Investition für Generationen. Ein Vorbild gegen die unstete Wegwerfgesellschaft. Nachhaltigkeit ist gefragt! Wenn ihr schon die Klimawende nicht geschafft habt, ...
... ich schweife etwas ab.
Was ich sonst noch sagen wollen könnte, hat Herr Broder mal wieder viel besser und viel früher gesagt!
Mahlzeit und einen gesegneten Knutstag äh ... Dreikönigstag!

Dienstag, 3. Januar 2012

Eurokrise???




Wer weiß eigentlich noch so ganz genau was jetzt, wie, wem geschuldet, geliehen oder geschenkt wird?
Beim "European" gibt es Links zur guten alten Tante BBC, die ein wenig Überblick verschafft!
Und warum kriegt das bei uns mal wieder kein Sender hin?

Montag, 2. Januar 2012

Broder bei Imkamp

heute zufällig gefunden!
Ein gesegnetes Jahr 2012!