Mittwoch, 31. August 2011

Via pulchritudinis

Der Heilige Vater hat bei der Generalaudienz über die Kunst als "via pulchritudinis" zur Gottesschau eine Katechese gehalten. Nur selten gelingt es heutigen Künstlern, diesen Weg zu beschreiten und damit anderen diesen Weg auch zu eröffnen. Über bekannte Fehlversuche oder Totalverweigerungen ist schon einiges geschrieben worden, ich erinnere nur an die bekannte Passage über "Schrei und Wolke" bei Mosebach (Häresie der Formlosigkeit, 76ff.) oder das Lappenclownfenster von Köln.
Aus der Stadt Leipzig kommen seit einigen Jahren jedoch Impulse, die Anlaß zur Hoffnung geben. Schon der 2004 verstorbene Werner Tübke hat die angeblichen Grenzen der zeitgenössischen Kunst und ihre Verweigerungen kaum zur Kenntnis genommen. Ob es nun das berühmte Bauernkriegspanorama in Bad Frankenhausen ist oder der Flügelaltar der Salvatorkirche in Zellerfeld, sie sind im besten Sinne modern, bedienen sich aber virtuos der Bilder und Formensprache der Tradition.
Daneben tritt Michael Triegel, ebenfalls der Leipziger Schule zugerechnet. Neben Gemälden und Portraits ist nun auch ein Altarbild von ihm in einer katholischen Kirche installiert worden. Er ist offensichtlich kein Christ, eher ein Suchender, der auf dem richtigen Weg ist. Sein Weg zu Gott führt ganz offensichtlich über die "via pulchritudinis".
Ex oriente lux... einmal etwas anders.

Dienstag, 30. August 2011

Frauen bewegen (sich in der) Kirche I

Wer sitzenden Tätigkeiten nachgeht, braucht einen sportlichen Ausgleich. Auch die Mitglieder katholischer Verbände leiden seit einigen Jahren unter deutlichem Bewegungsmangel. Die klassischen Übungen kirchlicher Gymnastik sind jüngst etwas in Vergessenheit geraten. Diese leider unterschätzten Übungen förderten in der Vergangenheit sowohl das Wohlbefinden als auch die geistige und körperliche Beweglichkeit.
Völlegefühl und Sodbrennen z.B., wie sie sich heutzutage auf mehrtägigen Gremiensitzungen in Folge überhöhten Kaffeekonsums gerne einmal einstellen, waren bis Ende der 1960er Jahre beinahe unbekannt. Ebenso unbekannt waren auch die heute nicht selten veröffentlichten Abschlußpapiere. Diese, häufig in Form von Forderungskatalogen formulierten Druckerzeugnisse, spiegeln in aller Regel die erschütternden Umstände wider, unter denen die Teilnehmer diese Papiere erarbeitet haben. Es ist daher nur zu begrüßen, wenn sich namhafte Verbandsvertreter für mehr Bewegung in der Kirche aussprechen.
Auch diese Seite wird diese Initiative für mehr Bewegung in der Kirche tatkräftig unterstützen.
In den folgenden Beiträgen werde zur Förderung der Bewegungsfreude einige grundlegende Übungen der klassichen Kirchengymnastik vorstellen. Daneben treten zur Aufmunterung einige Kurzportraits von besonders beweglichen Damen der Kirche.

GRUNDÜBUNG I
Das Kreuzzeichen machen.

Mancherorts ist es schon völlig verlernt und vergessen. Dabei ist es ganz leicht zu erlernen! Einmal gekonnt, vergessen sie es nie wieder.
Nehmen sie zunächst eine aufrechte und angstfreie Position ein. Atmen sie tief und ruhig in den Bauchraum. Lassen sie ihre verhärteten Schultern fallen. Lassen sie nun den Atmen einfach kommen und gehen, so wie es ihr Körper braucht. Die Arme hängen ganz locker herab. Strecken sie nun ihre Finger aus. Die Daumen schmiegen sich an die Zeigefinger. Machen sie eine Pause. Der Atmen kommt und geht in aller Ruhe.
Der folgende Bewegungsablauf verlangt einiges an Koordination.
(Achtung: Die Bewegung der beiden Arme erfolgt gleichzeitig! Lesen sie daher zunächst die folgende Übungsfolge durch. Machen sie dann die Übung zunächst nur mit dem linken Arm, nehmen sie dann den rechten Arm dazu.)
Atmen sie tief ein. Es sollte aber kein unangenehmes Spannungsgefühl im Bauchraum entstehen.
Führen sie nun gleichzeitig beide Hände aus der hängenden Seitenposition in Richtung Bauchnabel. Der Arm wird dabei nur im Unterarm bewegt. Wenn sie die Höhe des des Bauchnabels erreicht haben, so legen sie dort die linke Hand locker auf.

Gleichzeitig wird der rechte Arm ebenfalls zunächst nur mit dem Unterarm bewegt. Die Hand geht jedoch an der Körpermitte vorbei in Richtung Stirn. Dabei senken sie den Kopf nur ganz wenig aus der aufrechten Position heraus. So blicken sie der ausgestreckten Hand entgegen. Berühren sie nun vorsichtig und bewußt ihre Stirn mit den Spitzen von Zeige- und Mittelfinger.

(In diesem Moment kommt nun ihre Mündigkeit als Katholik ins Spiel. Manchem wird es am Anfang etwas an Überwindung kosten. Versuchen sie es immer wieder, bis es ihnen flüssig von den Lippen geht. Es lohnt sich!)

Sprechen sie dabei laut und deutlich: "Im Namen des Vaters..."

Danach wird die rechte Hand lotrecht nach unten geführt. Oberhalb der abgelegten linken Hand, etwas unterhalb des Brustbeins berühren sie nun ihren Oberkörper.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...und des Sohnes...".

Von dort führt nun der Weg der rechten Hand direkt zur linken Schulter. Berühren sie sie.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...und des Heiligen..."
Führen sie nun die rechte Hand zur rechten Schulter. Berühren sie sie.
Sprechen sie dabei laut und deutlich: "...Geistes. Amen."

Lassen sie nun den Rest der verblieben Luft ganz locker aus der Lunge strömen.
Führen sie dabei die beiden Hände auf Höhe des Brustbeins zusammen, bis sich Fingerspitzen und Handflächen locker berühren. Legen Sie ihre Daumen locker übereinander.
Fertig.
Nun können sie mit dem Gebet beginnen.

Nach Abschluß des Gebetes wiederholen sie diese Bewegungsfolge.

Sie haben die richtige Geschwindigkeit bei dieser Übung erreicht, wenn sie diese Übung auf einen Atemzug schaffen, inkl. Text.
Regelmässig angewendet, verhilft ihnen diese Übung zu innerer Ruhe. Sie wirkt zudem zentrierend und - in der Öffentlichkeit vollzogen - identitätsfördernd.

Weiterführende Informationen und Gedanken zu dieser Übung:
Romano Guardini, Von Heiligen Zeichen, S. 17-21.

Donnerstag, 25. August 2011

Benedikt XVI. = Konjunkturpaket III ???

Die zielgruppenorientierte Kommunikation der DBK (nicht zu verwechseln mit der gleichklingenden Versicherung) funktioniert auf sehr hohem Niveau. Wie einer deutschen Regionalzeitung zu entnehmen ist, hat Pater Hans Langendörfer, Sekretär der DBK, allen Landes- und Kommunalpolitikern erklärt, warum der Papstbesuch auch für sie ein Ereignis von einiger Tragweite werden kann. Gleichzeitig gelingt es ihm dabei, allen möglichen Demonstrationen und Protesten, die sich aufgrund der für die Allgemeinheit anfallenden Kosten entstehen könnten, jegliche Argumentationslage zu entziehen. Die DBK reagiert damit auf die Proteste und die überaus positive Wirtschaftbilanz des WJT in Spanien.
Präventive Deeskalation und positive Impulse für den Binnenmarkt in einem Satz. Ob sich durch den Besuch des Heiligen Vaters auch positive Einflüsse auf die Kreditwürdigkeit der BRD und die Einstufung durch die Ranking-Agenturen ergeben könnten, läßt Pater Langendörfer offen. Hier will sich die DBK offensichtlich nicht an Spekulationen beteiligen und keinen Einfluß auf die Finanzmärkte nehmen. Ob sich darüberhinaus aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen auch eine bessere Förderung christlichen Gedankengutes und der Schutz christlicher Positionen ableiten lassen werden, ist eine Frage, die letztlich auch wieder der Markt selbst regeln wird.

Das Fehlen einer geistlichen Perspektive darf dem Sprecher übrigens nicht angelastet werden, da sie für die angesprochene Zielgruppe nur eine Verkomplizierung eines einfachen Sachverhaltes dargestellt hätte.

Hier das Zitat im abgedruckten Wortlaut:
"Der Papst wird gewissermaßen für Land und Kommune zum Werbeträger."

Herzlich willkommen, Heiliger Vater!

Mittwoch, 24. August 2011

Chesterton zur Nacht

"Wenn die Welt zu weltlich wird, kann die Kirche sie zurechtweisen, aber wenn die Kirche zu weltlich wird, kann die Welt sie nicht ob ihrer Weltlichkeit zurechtweisen."
G.K. Chesterton, Thomas von Aquin, 19.

Beifang aus dem Netz

Feierliche Feuerbestattung beim O.P. in den Vereinigten Staaten
hier und hier
UNSÄGLICH!

Ein wahrer Gentleman

und der mir sympathischste Preuße, Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow, ist von uns gegangen.
Der deutsche Humor hat seinen Adel verloren.



R.i.P.

Dienstag, 23. August 2011

Notwendiger Dialog in der Kirche VI


Club muensterterranee (ein WJT-Kehraus)

Der Weltjugendtag war ein voller Erfolg. Man darf den Qualitätsmedien nur einmal mehr nicht seinen Glauben schenken. Die wichtigen und richtigen Informationen tickern wieder nur durch die pi katholischen Medien.
Schon während der laufenden Veranstaltung haben sich die demonstrierenden Wutbürger ihre Bastionen der Empörung aufgegeben und sich in einen Versöhnungsdialog begeben.
In Anbetracht von Sturgert21 und dem Verhalten deutscher Dialogchristen ist das eine Spontanheilung, gleichsam ein Wunder.

Für ein solches Wunder kann man bei den Vertretern deutscher Verbände und Kirchenleitungen nur beten und wenn man schon mal dabei ist, sollte man eine inbrünstige Fürbitte für mehr Gottvertrauen und Bekennermut anschließen. Denn aus Angst vor vielleicht doch noch stattfindenden Gegendemonstrationen und dem sehr wahrscheinlich hereinbrechenden Gewitter haben die Verantwortlichen für die deutschen WJT-Teilnehmer kurzfristig die Teilnahme an der Vigil abgebrochen. Welche Beweggründe für manches Bistum noch eine Rolle gespielt haben, lässt sich exemplarisch auf dieser Seite nachlesen:
Unsere Kartenreservierung hat nicht so funktioniert, wie wir es wollten, die Wettervorhersage war nicht gut, keine Imbissbude in der Nähe und kein Polizeischutz. Das ist ganz klar eine Gefahr für Leib und Leben. Wenn da mal nicht wieder drei Krankenwagen benötigt worden wären! Die Reiseleitung eines Club mediterranee hätte nicht verantwortlicher reagieren können!

Nun sind die deutschen Teilnehmer um einige Erfahrungen ärmer geblieben. Sie haben leider diesen wundervollen "Stresstest" verpasst. Sie haben nicht miterlebt, wie es ist, wenn man nicht wie Petrus wegrennt, sondern zusammen mit dem Nachfolger Petri den Elementen widersteht. Sie haben verpasst, wie es ist, wenn man von Gott bewahrt wird, auch und gerade wenn mal ein Lichtmast knackt und keine medienwirksame Katastrophe passiert. Sie haben verpasst, wie es ist, danach mit Myriaden von jungen Mitchristen unter der Leitung des Heiligen Vaters vor dem Herrn schweigend!!! im Gebet zu verharren.
Vielleicht ist diese Begegnung auch gar nicht gewollt gewesen, zusammen mit dem Heiligen Vater schweigend im Gebet zu verharren?
Schliesslich weiß der deutsche Jugendfunktionär, was ein deutscher Jungkatholik gefälligst zu tun und zu lassen hat:
Feiern ist für Hedonisten und beten kann die Omma!
Politische Aktion ist im Sinne der deutschen Verbandsziele zu betreiben, wenn man schon die Möglichkeit hat, auf Ebene der katholischen Internationale zu agitieren!
Und das bitte vollklimatisiert und mit Schnittchen!
Zu dieser geradezu ostalgischen Spießigkeit höre man den Bergischen Jung!
Aber vielleicht ist uns auch was erspart geblieben!
Man stelle sich nur einmal vor, geschüttelt von den tobenden Elementen und gepeinigt von seinen Zweifeln, einem umknickenden Lichtmast und einem lächelnden und winkenden Heiligen Vater hätte Herr Tänzler ausgerufen:"Hilf, Heilige Anna, ich will ein Mönch werden!"
Das hatten wir schon einmal.
Aber andererseits wäre nun der Blitzschlag ja nach dem Thesenanschlag gekommen...
... eine weitere verpasste Chance!


Freitag, 19. August 2011

Ein Tip für das Wochenende



Die aktuelle Ausgabe des "Vatican magazin" ist mehr als empfehlenswert.
Das Heft ist von der ersten bis zur letzten Seite brillant.
Ob es um Kunstwerke und ihre Musealisierung geht, die treffende Beschreibung der deutsch-katholischen Mentalität von Martin Mosebach, der Kommentar von Pater Nüßlein, die Gedanken zum Hochaltar,... ich habe das Heft quasi aufgesogen.
Besonders Mosebachs Beitrag hat mich erschüttert und sehr bewegt. Er hat mir manches ins Licht gerückt wie vor Jahren sein Buch "Die Häresie der Formlosigkeit". Es war wieder eine kleine Offenbarung...
Vergelts Gott, Herr Mosebach!
Egal wo der nächste Bahnhofskiosk mit entsprechendem Presseangebot auch sein sollte. Das Heft lohnt den Weg und die Investition von 5 Euro.

Ein schönes Wochenende und eine recte rite gefeierte Messe am Sonntag wünscht allen Lesern des Blogs


Laurentius Rhenanius


Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis.

Donnerstag, 18. August 2011

típico alemán

Hunderttausende feiern in Spanien den WJT. Die Beichtstühle sind gut frequentiert, aber für die deutschen Gremienvertreter fehlt es zunächt einmal an einer ordentlichen Beschwerdestelle, wo sie ihre Beobachtungen und berechtigten Verbesserungswünsche loswerden können.
Herr Tänzler (Bundesvorsitzender der BDKJ) fühlt sich in seiner participatio actuosa beim Gottesdienst eingeschränkt.
BDKJ-Bundespräsident Rapp (was macht der eigentlich, die haben doch schon den Tänzler?) verließ wegen vorbeifahrender Krankenwagen (in Zahlen: 3) aus Protest die Heilige Messe.
Andere meckern über die Unterkünfte.
Ganz Anderen fehlt es an der Rundumversorgung mit Wasserflaschen.
Der Leiter der deutschen Delegation, Markus Etscheid-Stams, von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, erwies sich als würdiger Vertreter der "german Angst". Nach Besuch einer vollen U-Bahn-Station meinte er, Parallelen zur Love-Parade in Duisburg ziehen zu müssen.
Von politischer Seite wird die Nörgelorgie vom stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen im Bundestag, Josef Winkler, unterstützt, der wegen der vielen Menschen die Messe lieber vom sicheren Hotelzimmer verfolgte.
Ja, in Köln war damals auch nicht alles Gold, aber Madrid! Mannomann, da muß sich der Spanier aber noch gewaltig anstrengen, bis er die Erwartungen der Deutschen erfüllen kann, was!? Hahaha!
Mal wieder typisch deutscher Touri im Ausland! Peinlich, peinlich, peinlich!

Notwendiger Dialog in der Kirche V


Der Heilige Vater, sein Sekretär und sein Kammerdiener im Urlaub.
Die Photographie zeigt sie bei der Benutzung eines strom- und netzunabhängigen Kommunikationsgerätes auf einer Wanderung.
Es eignet sich nicht nur im privaten Gebrauch hervorragend zur Zentrierung auf die wesentlichen Inhalte des Glaubens. Gerade auch bei der Anwendung in der Gremienarbeit lassen sich unerwartete Ergebnisse erzielen.
Im Kaufpreis enthalten ist generell eine 0,-€ 24h-all-country-Flat zur Mutter vom guten Rat.
Ein absolutes "Must-have!" für alle Teilnehmer von Dialogveranstaltungen!!!

Mittwoch, 17. August 2011

WJT und die Medien

Wer heute der Seite der "tagesschau" einen Beitrag zum grandiosen Start des WJT sucht, kann lange suchen. Ich zumindest habe nichts gefunden.
Das ZDF bietet ebenfalls keine Meldung zum Auftakt des WJT, jedoch schon einen ersten Bericht zur gefundenen Bombe, die angeblich gegen demonstrierende Papstgegner gerichtet werden sollte. Man weiß zwar noch nichts genaues, aber das ZDF hat offensichtlich wieder die Nase vorn.
Nun erwarte ich gelassen das heute journal und Frau Slomka. Sie wird wieder mit starrem Blick, empört herrausgepressten Silben und vielen färbenden Adjektiven auf die Zuschauer draußen im Lande einreden wie eine der förderungswütigen Mütter auf ihre ungehorsamen Sprösslinge.

Ich höre es jetzt schon: "Für viele Jugendliche ist der WJT ein großes Happening, ein fröhliches Event. Der Papst und die katholische Morallehre dürfte dabei die wenigsten wirklich interessieren. Doch wir müssen auch daran denken, wie sehr sich die katholische Jugend in den letzte Jahren verändert hat. Waren sie noch vor Jahren der Motor für Veränderungen, so beobachten wir doch heute, wie sich immer mehr Jugendliche unkritisch von solchen Ereignissen wie dem WJT und prunkvollen Messen blenden lassen. Auch die Vertreter des Reformflügels in Deutschland bekommen diesen Umschwung zu spüren. Während sich die Teilnehmer der Dialogprozesse um eine tabulose Gesprächssituation bemühen, stören jüngere Teilnehmer immer wieder die Veranstaltungen mit Wortmeldungen. In ihnen wird nicht selten die mangelnde Ehrfurcht beklagt, Rosenkranzanadachten und alte Messen gefordert. Uns ist ist jetzt live aus Madrid Dirk Tänzler zugeschaltet, Vorsitzender des BDKJ, der versucht, im Sinne des Dialogs aufklärend auf die Bischöfe und Jugendlichen beim WJT einzuwirken. Guten Abend, Herr Tänzler. Müssen wir in Deutschland auch mit Anschlägen dieser Art rechnen?"
Vage Vermutungen werden zu vermutlichen Gewissheiten hochgeredet, ein weiterer Einzelgänger wird Teil einer antimodernistischen Weltverschwörungstheorie. Am Ende wird mancher vielleicht glauben, der Mexikaner in Spanien und der "Aushilfsarier" aus Norwegen wären doch Teil eines doch existierenden militanten katholischen Untergrundes. Am Ende wird darüber spekuliert, wieviele "Schläfer" sich wohl in dieser großen Menge von Jugendlichen verbergen können.
Damit wäre auch das Weltbild der Hauptzielgruppe des ZDF, die ja auch zur tonangebenden Schicht im sog. innerkirchlichen Dialogprozess gehört (65+), gerettet. Fromme Jugend gleich (militant-) reaktionär!

Was sind schon rund eine Million friedlich und fröhlich ihren Glauben feiernde Jugendliche?
Eine schlechte Meldung, die nicht ins Bild paßt, also unverkäuflich!
Was ist dagegen ein vermutlicher Bombenattentäter, über dessen Motive die Polizei bisher so gut wie nichts gesagt hat?
Ein gute Meldung, da es fast viele Tote hätte geben können, ein verhindertes Drama mit wenigen greifbaren Fakten, also bestens verkäuflich.

Aber, aber, wie kann man nur so schlecht vom ZDF denken! Sicherlich wird alles ganz ausgewogen dargestellt!

Dienstag, 16. August 2011

Notwendiger Dialog in der Kirche IV


Sakramentales Fitnessgerät zum Abbau individueller Reformstaus.
Stätte des wahrhaft befreienden Dialogs.
Bewährter Vorgänger des Stuhlkreises.

Notwendiger Dialog in der Kirche III

Wenn der Teufel jemanden zugrunde richten will, beginnt er damit, ihm einen großen Widerwillen gegen das Gebet einzuflößen.

St. Jean-Marie Vianney

Montag, 15. August 2011

Notwendiger Dialog in der Kirche II



Sonntag, 14. August 2011

Notwendiger Dialog in der Kirche I

Mannheim, Gelsenkirchen und Co sind obsolet.
Keineswegs obsolet und wahrhaft notwendig ist hingegen folgender Dialog in der Kirche:





Freitag, 12. August 2011

Zum 250. Eintrag

erlaube ich mir als Vertreter der alten Prächtigkeit und dezidierter Nichthörer von Deaf-Metal (mein erster Kalauer in Englisch!) einen wummernden Klassiker für die wahrhaft pontifikalen Ein- und Auszüge an Hochfesten der obersten Duplexklassen zu posten.

Ein schönes Wochenende, einen gesegneten Sonntag und ein außerordentlich ordentlich zelebriertes Hochamt wünsche ich Euch allen.

Tschökes und auf die nächsten 250!

Donnerstag, 11. August 2011

Monsignore Eleganti

...als hochliturgische Stimmungskanone!
Sollte der Laden mal pleitegehen, wird er eine Bereicherung für jede Fußgängerzone sein.
Der "Junge mit der Mundharmonika" ist ab 2:12 voll auf Scheibe. Da geht die Post ab. Wer gute Nerven hat, der folge dem Link.
Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen Sie Ihren Zeremoniar oder Domküster!

Montag, 8. August 2011

Wie funktioniert die EZB?

SO?

Geschichte wiederholt sich nicht?!

Im Blätterwald des deutschen Qualitätsjournalismus rauscht es mal wieder kräftig. Der kurze Sommer hat uns nur ein entsprechend kleines Loch beschert und bringt uns nun die ersten Herbststürme. So erklärt uns in der Zeit Frau Wendel, daß wir uns gefälligst endlich mit der pluralen Gesellschaft abzufinden hätten. Das Christentum als Leitkultur Europas kommt für diese katholische Theologin anscheinend nicht mehr in Frage. Was hätten wir auch noch groß an gesellschaftlicher Orientierung anzubieten. Viel schlimmer als diese Säkularplattitüde ist jedoch, wie sie den durchgeknallten Killer aus Norwegen mit traditionellen Katholiken in eine Topf wirft:

"DIE ZEIT: Ist Anders Breivik ein christlicher Fundamentalist?

Wendel: Ja und nein. Einerseits bezeichnet er sich als nicht religiös, andererseits nimmt er das Christentum in Anspruch, um sein Handeln zu legitimieren. Er hat ein ganz klar christlich aufgeladenes Weltbild und misst der katholischen Kirche die Funktion zu, Schwert im sogenannten Kampf um Europa zu sein. Er sagt, der Papst wäre das schärfste Schwert, wenn er denn richtig funktionieren würde.

DIE ZEIT: Wie sieht Breiviks ideale Kirche aus?

Wendel: Er fordert nicht nur eine Revitalisierung des Christentums, sondern auch eine konservative Revolution der katholischen Kirche. Er will die Öffnungen, die das Zweite Vatikanum in den sechziger Jahren vollzogen hat, rückgängig machen und den alten Exklusivismus ins Recht setzen. Extra ecclesiam nulla salus: Die katholische Kirche ist die einzig wahre Kirche. Er kritisiert ihr Bekenntnis zur Religionsfreiheit und die Öffnung zum Islam.

DIE ZEIT: Damit steht er aber nicht allein.

Wendel: Nein, das sind klassische Topoi des katholischen Traditionalismus. Breivik hat zutiefst antimoderne Einstellungen etwa zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur Geschlechtergerechtigkeit. Deshalb polemisiert er auch gegen Frauenordination und gegen die Anerkennung von Homosexualität durch die Kirche. Er lobt den Reichtum der Liturgie und die apostolische Sukzession, setzt die Autorität des katholischen Lehramtes gegen beliebige Deutungen der Schrift und betont die Unfehlbarkeit des Papstes."
(Mehr davon gibts hier.)

Geschichte wiederholt sich nicht. Es gibt aber Denkweisen, die immer wieder aus den Tiefen der Geschichte wieder auftauchen und zeigen, wie wirkmächtig so mancher Gedanke ist. Die hier spürbaren Ressentiments und Stereotype sind ziemlich alt. Sie speisen sich aus den Quellen protestantischer Kritik am Katholizismus, die historisch im Vormärz anzusiedeln sind, den "aufklärerischen Kenntnissen" eines v. Döllingers und den kulturkämpferischen Äußerungen aus der Zeit der kleindeutschen Reichsgründung. "Die Zeit" hat damit das Niveau der liberal-bürgerlichen "Gartenlaube" aus den 1870ern wieder erreicht.
Gratulation!!!
(Wer mehr dazu lesen will: Manuel Borutta, Antikatholizismus, 80ff.)
Der romtreue Katholik ist also mal wieder der Staatsfeind und Gesellschaftsgegner, dem nicht zu trauen ist.

Aber heir wird noch ein Schritt mehr gewagt

Romtreue, fromme, betende Schwestern und Brüder im Herrn werden mit einem Massenmörder in einem Atemzug genannt. Sie speisen sich aus der gleichen Quelle...



Wie bitte?
Also romtreue Katholiken setzen sich als demnach bewußt über das Tötungsverbot des Dekalogs und die Weisungen der Bergpredigt hinweg, um ja was?
Müssen wir also damit rechnen, daß die Priesterbruderschaft Pius X sich demnächst den Zugang zur Kirche in Altötting freibombt oder was unterstellt da Frau Wendel ungesagt? Müssen wir mit Geiselnahmen in städtischen Kindergärten rechnen, bei denen die Vorschulkinder dann zum Rosenkranz gezwungen werden oder was?
Wie kann man es überhaupt wagen, den Massenmörder aus Norwegen mit unschuldigen, frommen Christen zu vergleichen?
So fördert man Mißtrauen, die leicht in Gewalt umschlagen kann.
Hat die Interviewte einfach nicht bemerkt, was sie da sagt oder hat sie es bewußt getan? Wie auch immer, es fehlt offensichtlich der Sprecherin an der Gabe der Unterscheidung der Geister. Es fehlt ihr offensichtlich an Einsicht darüber, welche Folgen ihre Worte haben könnten. Worte können töten und Morde auslösen. Man denke an Henry II. und sein Gerede auf dem Krankenbett, das zur Ermordung von Thomas Becket geführt hat. Lange her? Sicherlich, aber das Gewaltpotenzial ist da!

In Frankfurt am Main wird eine Karfreitagsprozession von "Junggrünen" massiv gestört. Ich habe nur Beter und kleine Ministranten gesehen, die z.T. mit angsterfüllten Augen und unter Polizeischutz durch die johlende, pfeifende und stänkernde Masse zogen. Da hat keiner in Flecktarnsoutane den Weg freigeschossen!

In Berlin werden christliche Lebensschützer von "linken" Gegnern tätlich angegriffen, mitgeführte Kreuze werden in den Kanal geworfen. Militante katholische Prügeltruppen habe ich da nicht gesehen.
Muß erst was passieren? Muß erst neben den weißen Kreuzen der Lebensschützer "eine Leiche im Landwehrkanal" schwimmen, bis einige Gutmenschen merken, daß nicht jedes Mittel recht sein darf und Stimmungsmacherei gefährlich sein kann?

Ist das übrigens die Pluralität, mit der wir uns gefälligst abfinden sollen, wenn ein orthodoxer Priester im Multikulti Uni-Center Bochum sein Auto regelmässig beschädigt bekommt, von Jugendlichen angepöbelt wird und sein Familie Todesdrohungen bekommt?

Fakten werden verdreht, Verdächtigungen angedeutet, das ganze mit eine wenig Geheimbündelei vermengt, fertig ist der potenziell Kreis von, Schläfern, Killern und Kinderschändern!

In Teilen Irlands trauen sich Priester schon nicht mehr auf die Straße, weil sie angespuckt werden und mit Gewalt rechnen müssen, weil sie unter Generalverdacht stehen und der Pöbel auf der Straße offensichtlich mit den richtigen Feindbildern gefüttert worden ist und jeglichen Respekt vor dem Gewand eines Priesters verloren hat.

Matthias Matussek hat zur Dümmlichkeit der geschwungenen Keule einen lesenswerten Beitrag im Spiegel veröffentlicht.

Wie geht man jedoch mit der zunehmend vergifteten Atmosphäre in unserer Gesellschaft um?
Ich werde jedenfalls nicht den Rosenkranz gegen den Morgenstern eintauschen und ich kenne auch niemanden aus der Schola gregoriana, der sein liber usualis gegen eine Anleitung zum Bombenbasteln tauschen möchte.

Schließlich ist weder irdische Macht noch die Deutungshoheit in den Feuilletons das Ziel der Kirche sondern die Rettung der Seelen und die ewige Gemeinschaft mit dem, der vom Holz herab regiert!
Da hilft nur eine geistliche Waffenrüstung!
Christus vincit + Chrisus regnat + Christus imperat

Freitag, 5. August 2011

Herz-Jesu-Freitag



Der Text der "nichttirolerischen" Fassung zum Mitsingen (ab 3:40):

1. Auf zum Schwure, Volk und Land,
heb zum Himmel Herz und Hand!
Was dem Heiland du gelobt,
sei in ew´ger Treu erprobt.
(: Ja, wir schwören heut aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue. :)

2. Wundermächtig immerfort,
warst du stets des Volkes Hort,
in der Not und Kriegsgefahr,
schirmtest Volk du und Altar.
(: Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue. :)

3. Fest und stark zu unserm Gott,
stehen wir trotz Hohn und Spott;
stets am Glauben halten wir,
unsres Volkes schönster Zier.
(: Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue. :)

4. Auf dem weiten Erdenrund,
gibt es keinen schönern Bund.
Lästern uns die Feinde auch,
Treue ist der Christen Brauch.
(: Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue. :)


Das Lied hat in Österreich eine ganz besondere Rolle im Widerstand der katholischen Jugend gegen Hitler gespielt. Wer genaueres lesen möchte, der sei auf das Austria-Forum verwiesen. Leider kommt in dem Text nicht sehr deutlich heraus, daß dieses Schwurlied neben der Begeisterung für den Kardinal der Hauptgrund für die folgenden Ausschreitungen der HJ war. Der Schwur auf das Hochheiligste Herz Jesu als gefährliche Konkurrenz für die NS-Ideologie!
Das sog. Volksliedarchiv schiebt es in Unkenntnis dieser Umstände in die völkisch-rechte Ecke, in die es nun bestimmt nicht gehört! Mal wieder gutmenschelnd-antifa aber ohne historisches Verständnis!
Auch hier paßt irgendwie das Zitat von gestern ganz gut.
Ein geruhsames Wochenende und gute Andacht wünscht Laurentius allen Lesern!

Donnerstag, 4. August 2011

Zum Tage



Ich denke mir oft, dass die Mehrzahl der Christen,
die sich verdammen, aus Mangel an Belehrung sich ins Verderben stürzen.

St. Johannes Maria Vianney

Aus gegebenem Anlaß

erkläre ich diese Seite zum Bischof-Overbeck-Schutzgebiet!



Msgr. Dr. Overbeck hat schlicht und ergreifend über die Sündigkeit gewisser Formen gelebter Sexualität gesprochen. Nun werfen alle möglichen Presseorgane, allen voran die Essener WAZ und ihr Internetportal "Der Westen", Parteien und sonstige Wutbürger und Political-correctness-Aktivisten mit den üblichen Parolen und Forderungen um sich. Die Bildauswahl der WAZ ist hoch suggestiv. Die Schärfe des Tones in den Kommentaren hat, wie ich finde, eine neue Qualität bekommen.
Parteien, die für jede "Kulturbereicherung" sonst Toleranz fordern, gehen mit der verbalen Brechstange zu Werke. Menschen, denen der Begriff "Sünde" nur noch im Zusammenhang mit den Folgen der ausgelebten Gier am "All-inklusive-Buffet" über die Lippen kommt oder ihn mit der Kartei in Flensburg in Verbindung bringen, regen sich auf.
Heimwerker übernehmen die Kölner Dombauhütte, Laubenpiepers Otto gestaltet die Gärten von Versaille neu und Lieschen Müller erklärt Bischof Overbeck, was er als Bischof zu denken und zu sagen hat! Es ist so lächerlich, daß es schon wieder traurig ist. Taube erklären Mozarts Requiem, Blinde sprechen über C.D. Friedrich. Kerl nee!
Taub und blind sind sie auf ihre Art nun tatsächlich.
Und mir gehen sie fürchterlich auf die Nerven, die Wutbürger, die Gut- und Bessermenschen und Tugendwächter des Zeitgeistes!
Kannze echt nur noch für beten!

PS: Wer das Schild übernehmen möchte, ist herzlich eingeladen!
Kopiert mal schön!

Dienstag, 2. August 2011

Weisheit vom Tage



Bei der "Achse des Guten" fand ich ein Zitat des Schauspielers Marcello Mastroianni. Es bezieht sich - ein wenig p.i. - auf Frauen und Männer, ist aber meiner Meinung nach auch auf andere Situationen anwendbar, in denen Leuten hinterhergelaufen wird, z.B. bei sogenannten Dialogprozessen.
Zitat:
"Erstaunlich viele Männer wissen nicht, dass Frauen am liebsten den Männern nachlaufen, die ihnen nicht nachlaufen."