Montag, 30. Mai 2011

Wolles Wunschkonzert (Glosse)



Was sagt man bloß so als Papst, wenn man nach Berlin kommt? Man ist ja so völlig sprachlos und unbeholfen, wenn man es nicht nur mit "braven Katholiken" zu tun hat! Gut das es da so weltläufige ZK-Mitglieder gibt wie unseren lieben Wolfgang Thierse. Er kennt den Papst und seine Schwächen. Er kennt Berlin, die Katholiken, Muslime, Protestanten, Agnostiker, Hindus, alle Schwulen und Lesben, Radfahrer, Biertinker, Teeverächter, Fast-Food-Junkies, MigrantInnevertreter und ihre besonderen Ansprüche an den Besuch des Papstes, seine Reden, seine Kleidung, seine Gottesdienste, Gesprächsforen, Reiserouten, die Wahl der Erfrischungsgetränke, wann und wo sie am besten einzunehmen sind etc. pp. Es ist schon ein Wahnsinn, was der so alles weiß! Es ist ja so nett, wie er dem armen Mann aus der römischen Zentrale auf...- äh helfen möchte.
Er muß sich so vielen Dingen stellen, über die nur Herr Thierse als ZK-Mitglied wirklich bescheid weiß, z.B. die Spaltung in die Laien- und Klerikerkirche, oder wie stand das da noch im Interview? Ja man stolpert schnell im so "zerklüftelten" deutschen Kirchenland!
Danke, Herr Thierse! Was täte der Heilige Vater nur ohne ihre Ratschläge?
Zur Vorbereitung liefert er dann auch noch in Form von sittsam formulierten Wünschen dem Heiligen Vater einen "pc-multi-kulti Gewissenspiegel" für seinen Aufenthalt in der BRD.
So wünscht er sich einen vorurteilsfreien Blick des Papstes auf die Buntheit der Hauptstadt. Er wünscht sich "präzise Worte", die Würdigung Berlins als Hauptstadt der Gay Community, etc. Und so geht es dann munter durch diverse Themen. Wolles großes Wunschkonzert! Und wenn das alles nichts hilft und der Papst nicht "präzise Worte sagt", ja dann geht er halt selbst hin, der Wolle, ja dann geht er zum Papst und erklärt ihm mal eben seine Sorgen und wie es denn so wirklich um die Kirche in Deutschland steht. Da ist der Wolle ganz mutig! Jahaa, da kennt der nix, keinen Papst und keine Verwandten! Die Laien haben keine Lust mehr, den Vorgaben der Kleriker einfach gehorsam leisten zu müssen. Damit müsse jetzt mal langsam Schluß sein!
Liebe SchwesterEr und BrüderInnen, da wird aber eine(r) gucken, wenn der Wolle das dem Papst sagt!

Lieber Herr Thierse, ich kann verstehen, das man als ZK-Mitglied die Welt mit anderen Augen sieht. Die ganzen Rundschreiben, Thesenpapiere, Sitzungsunterlagen, daneben noch Berufspolitiker mit ähnlich gelagerten Papierbergen, die es zu bewältigen gilt, die ganzen Sitzungen, Interviews, Fernsehauftritte, alles das bleibt nicht in den Kleidern hängen.
Wie wäre es, wenn Sie sich mal von Ihren Referenten ein Update verpassen ließen?
Wie wäre es, wenn Sie sich Zeit mal als verantwortungsvoller Katholik einer reichen Kirche zeigten und dem Papst Ihre Hilfe bei den wirklich schlimmen Problemen der Kirche anböten?
Wie wäre es mal mit einer deutschen Taskforce für die verfolgten Christen in
China,
der Türkei,
im Iran,
im Irak,
in Saudi-Arabien,
in Ägypten (Kopten, damit wäre man mal ökumenisch unterwegs)
der Diskriminierung von Christen durch die Bestimmungen der EU?
Wie wäre es mal mit einer eindeutigen Unterstützung der Neuevangelisierung Europas durch das ZK?
Mal echte Kooperation auf Augenhöhe!
Mensch, einmal wieder gut und preussisch "Fürchte Gott, tue recht, scheue niemand!"
Jawollja, das wäre doch mal ganz großes Kino, nicht wahr?

Wie wäre es, Herr Thierse? Seien Sie doch mal ein großzügiger Gastgeber! Gib Dir doch mal nen Ruck!
Jetzt habe ich auch noch eine Wunschliste aufgemacht, mein "I have a dream" für ein reformorientiertes, zukunftsfähiges, römisch-katholisches ZK!
Bleiben wir bei den Fakten! Es ist und bleibt, wie es ist! Es besteht kein Grund zur Hoffnung.
Nein es wird piefkig auf das Benutzen der Fußmatte hingewiesen und die Einhaltung einer selbstgebastelten Hausordnung eingeklagt. Und wehe es werden die wunderbar gediehenen Geranien nicht genügend gewürdigt!
Wolles Wunschkonzert - ein weiteres Dokument des kleingärtnernden ZKs.
Eine echte Notiz aus der Provinz!

MM ( Musik am Montag)

Da ich keine Lust auf Peter Mertes und sein neues Blog habe und ich auch nicht gewillt bin, mir meine gute Laune von Alois und seinem verunglückten Interview mit einer westfälischen Regionalzeitung verdumpfen zu lassen, blogge ich heute mal wieder etwas Musik.
Für alle Freunde der unverkrampften Festmusik habe ich zwei Werke von Meister Widor ausgesucht.

Vorsicht mit dem Lautstärkeregler und viel Freude!



Donnerstag, 26. Mai 2011

Meenz bleibt Meenz (Glosse)

Was würden wohl die Mainzer sagen, wenn das Orga-Team den Traditionsvereinen die Teilnahme am Rosenmontagszug verböte, weil sie als nicht mehr zeitgemäße Militärparodie den modernen Narren nicht mehr verständlich und somit unzumutbar wären. Sie sollten doch bitte demnächst bei der Guggamusik in Bern oder Rottweil nachfragen, ob sie da vielleicht mitmarschieren dürfen. Dort wäre der Karneval ja auch seit Jahrhunderten reformunfähig, wie sich ja schon an den getragenen Masken zeigt.
So etwas ist eigentlich undenkbar. Abgesehen von dem Einfluß der großen Gesellschaften, etc.: Solche Forderungen würden mit Hohn und Gelächter überzogen. Dem "Reformer" würde man vielleicht freundlich sagen. "Du hast da was nicht ganz richtig verstanden!", nähme ihn vielleicht freundlich beiseite und würde ihm noch einmal einen kleinen Grundkurs über den organisierten rheinischen Frohsinn anbieten. Stellen wir uns aber nur für einen Moment die verheerenden Folgen vor? Was wäre der Karneval am Rhein ohne seine vielen Traditionskorps, Spielmannszügen und Blaskapellen?
Langweiliges Trulala mit müden politischen Späßchen ohne ein wenig Glanz und Tschingderassabum, Ein müder, spießiger Umzug von klümpchenwerfenden Saisoncomedians!
Nach kurzer Zeit dürfte hier die Nachwuchsfrage in den Vereinen erledigt sein. Wer es richtig rocken lassen will, der fährt dann lieber nach Wacken oder (falls man an so etwas Freude hat) wartet auf den CSD in Köln.

Die Vereine am Rhein machen auch ihre Fehler, aber so verrückt sind sie nicht. Sie verbinden in großer Gelassenheit - manchmal auch mit Krach und Knatsch - alt und neu, alt und jung.
Der rheinische Karneval entläßt die jungen Wilden auf die Weide zum Spielen. Entweder man kann sich dann nach ein paar Jahren freundlich begegnen, dann passieren die unglaublichsten Sachen und alle haben Spaß oder man geht sich weiter aus dem Weg und macht "sich selber Spaß". Die einen gehen dann auch mal zu den Veranstaltugen des Festkomitees und bringen den Saal zum Kochen, wie die Bläck Fööß seinerzeit oder heute die Brings, die anderen machen halt seit fast dreißig Jahren Alternativkarneval und haben sich so fest etabliert.

Was im Karneval undenkbar wäre, ist kirchlicher Alltag.
Nun, wie komme ich darauf? Natürlich aus einem aktuellen Anlaß!

Es gibt Bischöfe, die gehen schon mal als Narr in die Bütt und reden dort über ihre Liebe zu ihren Schafen.
So heißt es in einer "Ritterrede" eines Aachener Ordensritters:

"Die ganze Herde, ohne Faxen,
ist dennoch mir ans Herz gewachsen.
Ein guter Hirte, Gott behüt',
der macht doch keinen Unterschied
woher sie kommen, wer sie sind
und was ein Schäfchen so empfind'.
Im Saal hier alle Schafe zähl' i(s)ch:
Fünfzig Prozent sind evangelisch."

Naja, da drückt man dann im Karneval als Ordensritter schon mal nen Auge zu!
Aber wäät Äschermittwoch! Am Aschermittwoch, ist dann alles vorbei und eine Büttenrede ist halt nur eine Büttenrede!

Bei einer Firmung im gregorianischen Ritus ist offensichtlich Schluß mit lustig! Da gibt es nur noch den Hinweis auf die Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. Dann heißt es nicht "Drink doch eine mit!" und "Jeder Jeck ist anders!" sondern schlicht "Gute Fahrt nach Rottweil!"

Epistulae Tiberii

ist mir nicht mehr zugänglich, da man nach Auskunft von BLOGGER eine Einladung braucht.
Hab immer gerne mal vorbeigeschaut und würde gerne auch weiter mitlesen!
Weiß jemand genaueres? Ist was passiert?
Lieber Autor von E T, über eine Einladung in den Leserkreis würde ich mich sehr freuen!

Donnerstag, 19. Mai 2011

Thesenanschlag und kirchliche Nachfeier

Die Vorbereitungen für die kirchliche Nachfeier des angekündigten Thesenanschlags der BDKJler (Bund deutscher Konferenztisch-Jecken) laufen schon. Mir ist ein Video zugespielt worden, das Ausschnitte aus der Geheimoperation mit dem Namen "Becket" zeigt. Das Video ist in englischer Sprache. Täter und Vergehen werden kodiert benannt, der Bischof wird noch von einem Schauspieler dargestellt. Der Name Haas wird hinter vorgehaltener Hand gehandelt... Ort und Zeit werden aus Sicherheitsgründen noch nicht genannt.
Es bleibt spannend!

Mittwoch, 18. Mai 2011

Es luthert beim BDKJ

Der BDKJ, fest verwurzelt im altgläubigen Reformkatholizismus scheint nun den Weg in die Reformation einzuschlagen. Für das Wochenende hat der Vorstand einen Thesenanschlag in Altenberg angekündigt. So berichtet gloria.tv.

SPALTER!

Dienstag, 17. Mai 2011

Zum Rhein, zum Rhein, ... Folge II

Wir schreiben den 17. Mai 2011.
Für die einen ist es der Dienstag der 4. Woche der Osterzeit.
Für die anderen befinden wir uns in der 3. Woche nach Ostern und begehen heute den Festtag des Heiligen Paschalis Baylon (III. Klasse).
Für wieder andere ist heute der internationale Tag gegen Homophobie.
Und genau deswegen sind sie also genau um 16.00h wieder einmal in Kölle losgezogen, die Herrschaften von "Wir wollen auch mal" & Co KG, wenn die Vorankündigung im geschätzten Kölner Stadtanzeiger stimmt.

Es gibt sicherlich viele gute Gründe, um an diesem Tag auf die Straße zu gehen und zu protestieren. Wenn es denn schon unbedingt wegen Homophobie sein muß, dann wären die Hinrichtungen im Iran doch mal ein trefflicher Anlaß. Aber das ist ja ein wenig gefährlich. Der Iran bastelt mit Atomen herum, die Verbindungen zum internationalen Terrorismus.
Man könnte doch die Sache einfach mit einem Protest für andere verfolgte Minderheiten verbinden, den Kopten in Ägypten, den Christen generell in muslimischen Ländern, wie z.B. in der Türkei, ach nein, die ist ja laizistisch... Aber auch da ist das schwierig. Hinterher geht der Zug noch bei der Stammdönerbude oder dem Gemüsehändler vorbei. Wäre doch peinlich!
Da bleibt man doch lieber beim Thema Sex und sucht sich ein anderes Ziel aus, was weniger gefährliches ist, wo alle gerne mitmachen und keiner Angst haben muß, daß es hinterher was auf die Mütze gibt oder man nicht mehr freundlich bedient wird.
Dieses Ziel ist in Köln sehr leicht zu finden. Das ist zwar genauso originell, wie die meisten Witze im Karneval, wird aber immer wieder gerne genommen.
Haben Sie erraten, wen ich meine?

RISCHTISCH!

Man zieht mal wieder gegen den Kardinal zu Felde! Unsere lieben Kirchennörgler und (viele?) andere Gutmenschen wollen dem Herrn Kardinal heute aber mal rischtisch heimleuschten! Den Druck der Straße soll er spüren, er und alle homophoben Elemente dieser Gesellschaft!

Der Anlaß für diesen groben Unfug:
Der Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis von Herrn David Berger wegen Verbreitung groben Unfugs. (Wir berichteten.)

Hochkarätige Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft und Kirche werden dabei sein, wenn in Köln ein Fanal angezündet wird!
An der Fackel: Uta Ranke (armer Gustav!) Heinemann höchstpersönlich!
Ja das ist doch mal eine Überraschung! Sie wird die markerschütternde Hauptrede halten!
Angeheizt von Utas Rede und Elaboraten des deutschen Qualitätsjournalismusses wie d i e s e m werden die Massen dann fordern, daß der ... ja was ???

Beten wir dafür, daß alle wieder heil nach Hause kommen.

Morgen früh wird es in den Arztpraxen in und um Köln wieder voll werden. Es wird keine Verletzten geben, weil keine Macht in diesem Land sich ihnen entgegenstellen wird. Es werden einige der älteren DemonstrantInnen ihre Bluthochdruckmedikationen überprüfen lassen müssen. Mancher wird vielleicht auch "Rücken" oder "Knie" vom langen Stehen haben. Mancher Schüler hat vielleicht nen dicken Kopf von der "After-Demo-Party". Ansonsten ist der Spuk schnell vorbei, schneller als der Rosenmontagszug und die Stadtreinigung fegt die letzten Flugblätter weg. Die Medien werden noch ein wenig "nachbellen" ...

Bleiben Sie ganz ruhig, Eminenz, auch dieser Unfug ist bald vorbei!

Bitten wir den Seligen Clemens August um seine Fürsprache, um Glaubensmut für seine Diener im Bischofsamt. Beten wir für die Einheit der Kirche Gottes, besonders in den Ländern "deutscher Zunge".

Mittwoch, 11. Mai 2011

Mitraman hat wieder zugeschlagen!



(Erst das Video unten starten und dann zur Musik lesen!)
Es war ein heiterer Tag in Possenhofen!
Heiner G. saß an seinem Rechner und tippte die neuesten Häresien des Papstes in eine word-Datei. Plötzlich flackerten die Dioden an seinem Router. Was zunächst nach einem harmlosen Update seines Virenscanners aussah, entpuppte sich nach kurzer Zeit als Datensturm. Während die Textverarbeitung immer langsamer reagierte, stieg die Anzahl der eingehenden Emails in seinem Postfach in astronomische Höhen! 10, 19, 20, 27, 45... der alte Rechner litt unter mangelnder Kühlung und drohte zu verglühen.
Heiner hämmerte hektisch auf der Tastatur herum. Seine Textverarbeitung stürzte ab. Alles war verloren! Nur seine Emailprogramm arbeitete noch und zeigte mittlerweile 56 neue Mails an! Das konnte nicht mehr lange gut gehen. Ein unverständliches Nörgel stieg aus seiner Kehle empor. Entnervt schaute er sich die "Betreffs" an
Alle mails hatten dieselbe Betreffzeile: MITRAMAN HAT DICH IM VISIER!
Er nuschelte noch ein:" Mitraman? Wer issendas schon wieder?"
In diesem Moment erlosch der Bildschirm. Stille. Aus dem Gehäuse des 486er Rechners stiegen Wölkchen auf und verbreiteten einen metallischen Geruch.

Alle Warnungen kamen zu spät!
Mitraman hatte schon längst zugeschlagen!!!
Heiner hatte keine Chance mehr...
Wer wissen will, wie MITRAMAN den Kampf gegen Heiner aufgenommen hat, der kann hier weiterlesen!

MITRAMAN FLIEGT WIEDER!

Freitag, 6. Mai 2011

zum Rhein, zum Rhein,...

Nun ist es also passiert: Joachim Kardinal Meissner, Erzbischof von Köln, hat in Wahrnehmung seiner Verantwortung für die Kirche David Berger die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen.
Wer sein letztes Werk über den "Heiligen Schein" gelesen hat, den wird dieser Schritt wenig wundern. Ich habe in einem unglaublichen Kraftakt das Buch gelesen, nachdem es mir von einem befreundeten Priester zur Lektüre weitergab. Er meinte, es sei ein peinliches Werk, daß man nicht im Regal stehen haben sollte. Ich kann ihm da nur beipflichten und ich werde es auch schnellstmöglich expedieren.
Nun was ist an diesem Werk peinlich? Es ist nicht das Bekenntnis von David Berger zur gelebten Homosexualität, das mir peinlich war, warum sollte es auch. Peinlich war viel mehr, wie sich ein Mann, den ich für einen integeren Denker gehalten habe, selbst demontiert. Der Forscher, der durch seine Arbeiten zu Thomas bis in die päpstliche Akademie gekommen war, läuft verbal amok und unterstellt mal eben der halben "konservativ-katholischen Szene" unterdrückte und nicht ausgelebte Homosexualität, die sich in einer Vorliebe für den alten Ritus, prächtige Gewänder und in der gepflegten Zivilkleidung der Laien ausdrückt, wo man alles still und heimlich tut oder in übertriebener Homophobie seine Kanäle sucht. Es wird verdächtigt, angedeutet, Personen so beschrieben, daß eine Namensnennung nicht mehr notwenig ist, jeder kriegt sein Fett weg, selbst der Papst... und am Ende steht er einsam vor dem Schrbenhaufen seiner früheren Welt und hat sich selbst vollkommen unglaubwürdig gemacht.

Es gäbe jetzt viele moralinsaure Anmerkungen dazu zu machen, wie er andere über Jahre getäuscht hat (Hat er das wirklich?), seiner Karriere das Privatleben geopfert hat, etc. Das kann man woanders gerne lesen.
Offensichtlich hat er sich zunächst an seinem steilen Aufstieg berauscht und hernach scheint er sich nur noch im Rausch der freiströmenden Hormone zu bewegen. Entschuldigung, aber wi sonst soll man diesen rhetorischen und denkerischen Absturz erklären?
Ich habe mich am Ende des Buches ganz ernsthaft gefragt, wie geht es Herrn Berger denn so überhaupt?
Ich will jetzt nicht über die "Versteherschiene" besonders gemein ablästern! Nein, ich war erschüttert, wie ein sonst so redlich denkender Mensch so ungefiltert seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann und dabei nicht bedenkt, was für einen Schaden er damit für sich heraufbeschwört, nicht weil er in Bausch und Bogen dummes Zeug behauptet und er uns damit einen Blick in die Abgründe seiner Seele verschafft. Während des Lesens verhärtete sich folgender Eindruck immer mehr: Ein zutiefst unglücklicher Mensch schlägt um sich und es ist ihm vollkommen egal, wen er trifft oder was er kaputtschlägt, er will nur zuschlagen. Am Ende tat er mir nur noch leid und ich habe mal wieder kräftig fremdgeschämt.
Fremdgeschämt habe ich mich aber auch für das ungenannte katholische Verlagshaus. Hier wurde weder der Autor gut durch die Lektoren beraten, noch hat der Verlag als kirchennahes(?) Haus...
Nun, es hat sich gut Auflage damit machen lassen, womit man seiner unternehmerischen Verantwortung voll nachgekommen ist.

Nun rauscht es wieder kräftig im Blätterwald und die Front der Gutmenschen macht gegen den Kardinal am Rhein mobil. Es ist mal wieder Generalmobilmachung bei den Gutmenschen! "Wir wollen aber auch wer sein!", diverse Grüne, etc. pp dreschen schon auf ihn ein, das deutsche Kabarett bekommt neues Futter für das nächste Quartal und sicherlich werden uns Küng Kong, Heiner aus Possenhofen, Frau Prof. Uta Ranke Heinemann zu Essen und Eugen der Milde mit ihren Elaboraten beglücken.
Der arme Berger und der böse Kardinal!
Keiner wird sich ernsthaft über diese wirren Verleumdungen Bergers echauffieren, bis hin zu seinen Äußerungen zum angeblichen "Dschihad" in der Kirche. (Ansonsten ist aber alles noch in Ordnung, Herr Berger?!) Keiner wird bemerken, daß mit den gleichen Methoden seit Jahrhunderten antiklerikale Propaganda gemacht wird, zuletzt in voller Härte durch Reichspropagandaminister Josef G. Keiner wird merken, wie sehr sie sich der gleichen Mittel bedienen, jene aufgeklärten und toleranten Mitbürger, die nun wieder die Keule schwingen werden. Es wird keiner sehen, daß Seiner Eminenz eigentlich keine andere Wahl geblieben ist, als Berger für sein "geschäftsschädigendes Verhalten" zu sanktionieren, so wie man es sonst von jedem "Chef" erwartete, wenn ein Mitarbeiter sich so verhält wie Berger es getan hat. Das wäre nicht einfach genug, könnte zu einem nicht gewollten Ergebnis führen und läßt sich an den Kiosken nicht verkaufen.
Er zwingt seinen Erzbischof zu den Konsequenzen, schädigt damit den Ruf des Erzbischofs in der Öffentlichkeit und fordert damit Rom heraus. Will sich hier jemand zum "Reformator" aufschwingen?
Nun wird es wieder losgehen und man wird sich wieder überlegen müssen, schreibe ich jetzt Redakteur x, Fernsehsender y oder Partei z mal wieder?
Muß wieder eine "Petition pro Meissner" mit Unterschriften geschaltet werden, die dann wieder von den Medien verschwiegen oder zerrissen wird...
Mir ist so fad!
Ich muß mal an die frische Luft!

Dienstag, 3. Mai 2011

Edelblogger braucht das Land! Sicher?

Wie bei Credo ut intelligam zu lesen war, hat sich Prof. Dr. iur. (sic!) Heribert Prantl auf einem Weblog unter dem Titel "Autorität kommt von Autor und Qualität kommt von Qual" zur Zukunft des Journalismus geäußert. In den Zeiten der Internetmedien sieht er den gelernten Journalisten als eine Art "Edelblogger", der sich mehr und mehr von seinem alten Schreibmedium Papier verabschiedet.

Nun mag es ja durchaus sein, daß der gelernte und studierte Journalist durchaus zu sprachlichen Höhenflügen in der Lage ist, die der "Otto-Normalblogger" nur aus dem Tal der radebrechenden Satzgebilde mit Ehrfurcht verfolgen kann. Es gibt so manchen Journalisten, den ich für seine Wortgewalt und Sprachkraft bewundere. Viele von ihnen sind jedoch aus nachvollziehbaren biologischen Gründen seit geraumer Zeit an der Ausübung ihrer Profession gehindert.

Mit weniger Ehrfurcht, dafür aber mit mehr Trauer und Verärgerung verfolge ich seit einigen Jahren den Qualitätsverlust unserer Zeitungen im Lande. Schlecht recherchierte Sachverhalte werden zugunsten einer guten Geschichte aufgebauscht. Das Sprachniveau in den Redaktionen der Lokalzeitungen ist auffallend schlecht. Die "Newsdesks", die Kündigung der dpa-Abos (siehe WAZ-Gruppe), die Kündigung vieler Mitarbeiter und nicht zuletzt die Rechtscheib"deform" haben jeweils ihr Scherflein dazu beigetragen.
Die Beschaffenheit (lat. Qualitas) der dabei entstehenden Artikel ist für den Liebhaber dieses doch so unzeitgemäßen Informationsmediums häufig eine Qual, gerade weil man ihnen anmerkt, wie sehr die Redakteure sich mit den Themen (häufig vergebens) gequält haben.

Der Bereich der kirchlichen Berichterstattung ist dafür ein Paradigma. Mangelnde Recherche, gepaart mit spürbarer Voreingenommenheit, Zeitdruck, mangelndem Fachwissen und fehlender "journalistischer Spürnase" und schließlich die Schnibbelarbeit am Newsdesk führen zu den immer gleichen, schlichten Klischees. Es erinnert an die Romane einer Hedwig Courths-Mahler oder die immer erbaulichen Geschichten aus dem "Hochland", wenn neben armen Hexen, dem "Stellvertreter", Mißbrauch, Zölibat und die üblichen Küngeleien herbeigeschrieben werden. Selbst simpelste Begriffe scheinen nicht mehr bekannt zu sein und der Gebrauch von Lexika in gedruckter oder "verstromter" Form scheint aus der Mode gekommen zu sein. Ist es der Zeitdruck oder gar schlicht mangelnde Bildung die dazu führen, daß Journalisten nicht mehr den Unterschied zwischen dem Vikariat und einem Generalvikariat kennen?
Oder warum sonst interviewt man einen lutherischen Generalsuperintendenten (vulgo: Bischof)zur Seligsprechnung? Waren seine Eminenz Reinhard Card. Marx mal nicht für die Presse zu sprechen? Warum hat eigentlich keiner den Kölner Erzbischof gefragt, als Käßmann,...?

Braucht die Gemeinschaft der Blogger insbesondere die Blogozese der katholischen Blogger diese Form der Veredelung? Wohl kaum!

Vielmehr bräuchte so manche Redaktion der Printmedien -egal ob regional oder überregional- das Fachwissen, den Humor, die Freude an einem gut recherchierten Beitrag, etc. pp, die sich in den meisten Blogeinträgen finden läßt.
Außerdem gibt es sie längst, die "Edlen", die JournalistInnen zwischen den "Hobbykolumnisten". Was uns trennt, sind die unterscheidlich ausgeprägten Gaben und Möglichkeiten. Was uns vereint, ist die Freude am Schreiben. Alle sind Herzblut und Überzeugung bei der Sache.
Oder geht es hier mehr um das Parteibuch? Passt Herrn Prof. Dr. iur (sic!) Prantl das Nebeneinander unterschiedlichster Anschauungen nicht, bei der die Deutungshoheit nicht mehr in den Händen einer mehrheitlich, linken, gemainstreamten und durchgegenderten Presse liegt?
Mag sein oder auch nicht! Festzuhalten bleibt:
Was es hier jedoch nicht gibt, sind die Chefredakteure, die entscheiden, was veröffentlicht wird, wieviele Zeilen der Text dann haben darf und was nicht gedruckt wird. Es gibt keine Hackordnung. Hier zählt nicht ob jemand im Ruche steht, ein Edelschreiber zu sein. Hier gibt es auch keine wirtschaftlichen Interessen. Hier bestimmt nicht die Auflage oder der Geldgeber im Hintergrund die Marschrichtung und auch nicht die Zielgruppe der Leser. Um es mit einem der ganz großen Rhetoren unserer Berliner Republik zu sagen: Entscheidend ist, was am Ende rauskommt!
Der Applaus ist nachgeordnet und für manchen Artikel gilt eher Davilás Satz (sinngemäß wiedergegeben): Wenn auch nur einer Beifall spendet, habe ich etwas falsch gemacht!
Ich muß am Ende zufrieden sein, wenn der Beitrag ins Netz geht. Ich verantworte allein die Beiträge vor der Welt und vor Gott!

Gott bewahre uns vor den vermeintlichen Segnungen des realexistierenden Qualitätsjournalismus der Medienkonzerne!

Er gebe uns seinen Segen und den Beistand seines Heiligen Geistes, wenn wir die Möglichkeiten Meinungs- und Redefreiheit nutzen, in der Freiheit der Kinder Gottes, im Gehorsam gegen seine Gebote und die Gebote der Kirche!

Es wird zeit, daß sich die Printmedien gründlich reformieren und zu den Grundsätzen ihrer Arbeit zurückkehren, aus der angebliche Schwäche des langsamen Druckmediums wieder eine Stärke machen. Denn für eine gute Zeitung fahre ich gerne bis zum nächsten großen Bahnhof mit internationalem Pressekiosk, genauso wie ich für eine recte rite gefeierte Messe manchen Kilometer am Sonntag mache!