Montag, 26. April 2010

Der Träumer im Kyffhäuser

Also das, was Wolfgang (Barbarossa) Thierse bei Welt-online so alles über Gegenwart und Zukunft der Kirche so sagt.
Phantasmata vom Ende der Klerikerkirche, die befleckte Mutter Kirche...
Meine Güte!
Ne, also wirklich! Lass mal gut sein!
Wer es unbedingt (mit einem guten Kommentar im Alipius-Stil!) lesen möchte, der sei auf die Seite des lieben rheinischen Bruders in Christo verwiesen.
Mir fiel nur noch eines dazu ein:
Träume mal schön weiter Barbarossa!

Tänzler war gestern!

Die Blogozese wächst und wächst. Wunderbar!
Sensuum defectui ist schuld daran, daß ich jetzt auch noch Adoramus te lese.
Danke!

Nicht mehr ganz neu aber mehr als lesenswert ist ars celebrandi von Pfr. Ulrich Terlinden.

Ganz neu und vom selben Autor ist Wortgottesdienst.
Für alle, denen eine angemessene Form des sog. "priesterlosen Gottesdienstes" am Herzen liegt, dürfte diese Seite das katholische non plus ultra sein, (neben den Seiten der Kongregation für den Gottesdienst selbstverständlich)!

Da war doch noch was?
Ach ja, Tänzler!

Für alle Freunde des ritterlichen Lebens sei noch ein "Nebenblog" von Adoramus te genannt,
die blauen Ritter.
Wer also Jungs im richtigen Alter hat (Aufnahme ab dem 13. Lebensjahr), denen ritterliches Gedankengut nicht fern liegt, der sollte mal schauen, ob das nicht eine Alternative zu den deutschen "Tänzlerbünden" sein könnte.
Ordensmeister ist ein Priester.
Der Sitz ist wohl in der Schweiz.
hm...
Vielleicht öffnet ja bald eine transalpine Balley.
Vielleicht eine transalpine Neugründung auf deutschem Boden?
hm...
Gibt es auch was für alte Kämpen?
hm...
oder muß man das auch noch selbst aufbauen?
Vielleicht ein Ritterorden der Blogozese?

Samstag, 24. April 2010

Wie begegnet man Hans Küng?

wie man es mit alten Nörglern tun muß:
Mit Humor! Anders ist das ja auch nicht mehr auszuhalten!
Laut kath.net hat der "L'Osservatore romano" genau das mit Hansis unsäglichem Nöhlebrief zum Thronjubiläum (wir berichteten NICHT darüber!) getan und hat eine fröhlich unverkrampfte Replik verfasst!
Die Zitate machen neugierig auf den ganzen Artikel!
Wunderbar!

Freitag, 23. April 2010

Muntermacher zum Wochenende

Meine Güte, was war das mal wieder eine Woche!
Mixa hier, Mixa da!
Warum hat er jetzt eigentlich seine Kathedra geräumt?
Wegen der Watschen oder wegen der Weinrechnungen?
(Bei Zumwinkels werden schnell die Staatsanwälte ausgetauscht. Ist da ein Justizminister für gegangen worden? Wunderbare Republik Deutschland!)
Wer hat da eigentlich alles an dem Stuhle mitgesägt?
Monsignore Zollitsch, Monsignore Marx?
Hat überhaupt einer mitgesägt?
Stand das jetzt zuerst in der Zeitung und ist er dann weich geworden oder ist er vorher schon zusammengebrochen?
Warum wirft er denn so schnell den Hut?
Ist da vielleicht noch mehr?
Wen interessiert das denn überhaupt noch?
Hauptsache es gibt ein erstes Opfer des Pressekrieges!
Wenn es einem an den Kragen geht, ziehen sich die anderen Bischöfe zurück!
SIEG! SIEG! SIEG!

Wer wird wohl der nächste aus der DBK sein?
Der Kölner?
Jouhhh, da muß doch auch noch was zu (er)-finden sein oder?
Ein Rosenkranz aus Tropenholz?
Zack! Weg vom Fenster!

Oder der neue Mann in Essen?
Trink der vielleicht immer noch münsteraner Bier?
Das muß für nen Zwergerlaufstand in der Stauderstadt reichen.

Hat der Berliner nicht was gegen Weiße gesagt, also Bier jetzt? Kriegen wir zu nem Skandal aufgepustet!

Aber das reicht nicht mehr!
NEIN! Es muß eine echte Ikone des angeblich so liberalen und modernen Flügels sein!
Karl Kardinal Lehmann! Genau!
Jawohl der muß jetzt aufs Gerüst!
Wenn schon, dann soll es auch an allen Ecken brennen!
Fährt er gerne Auto?
Vielleicht die falsche Marke?
Ist er gerne Jagdwurst! Wie politisch incorrect! Auf ihn mit Gebrüll!

Es ist, wie es immer war, wenn die Christen nicht in der Mehrheit waren. Dann erging es dem Christentum wie jeder Minderheit, die von ihren Gegnern alles erhoffen konnte, nur keine Nächstenliebe. Der Toleranzbegriff der angeblich Minderheiten schützenden Säkulargesellschaft zeigt nun seine eigentlichen Ziele. Wenn es um fröhlichen Kulturmix bei gegenseitiger Wertschätzung und "Dialog auf Augenhöhe" ginge, dann dürften solche Kampagnen, so wie sie im Moment quasi in Serie von Band laufen, eigentlich gar nicht möglich sein.
Denn wann und wo bitte verlangt eine Schnarre von der Türkei rückhaltlose Aufklärung über den immer noch totgeschwiegenen Völkermord an den Armeniern?
Warum wird einem Land wie der Türkei, in dem Katholiken sich nicht sicher fühlen können, die Justiz Morde an Christen nur halbherzig verfolgt, die Aufnahme in die EU in Aussicht gestellt?
Wann und wo haben die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Ägypten verhängt, weil die Kopten Verfolgung leiden, oder die Christen im Irak, oder in Sri Lanka, Indien, Pakistan...?
Wer setzt endlich die UNO ab, weil sie seit Jahrzehnten über die Verfolgung von Christen in Saudi Arabien schweigt, ein Land, in dem der Besitz der Bibel schon ein Straftatbestand ist?

Aber wir wollen doch auch nicht unsere Muslime und Muslimas vergessen:
Frauen werden in einigen muslimischen Ländern brutal verstümmelt (Beschneidung..), wegen angeblichen Ehebruchs gesteinigt, Dieben werden Hände abgeschlagen, junge Männer wegen ihrer Homosexualität gehängt,... Aber das sind ja nur Menschenleben!
Na?
Wo sind denn da die Medien?

Vor diesem Hintergrund frage ich mich:
Gibt es nix wichtigeres als Mixas Watschen und Weinrechnungen?
Fällt den Medien -ob Print oder Funk- nichts anderes mehr auf die Redaktionstische?
Ach, ich vergaß: Fakten machen keine Schlagzeile und sind ein Auflagenkiller.

Hier kühlen die Medien ihr Mütchen an einem durch seinen Pressechef fehlgeleiteten Bischof!

Es gibt aber noch einen anderen Grund:
Ist ja auch viel einfacherer und soviel sicherer!

Der Fall der Jytlandsposten hat die Redaktionen das Fürchten gelehrt. Katholiken verbrennen in der Regel keine Dänemarkfähnchen und drohen auch nicht mit Bombenattentaten ganz im Gegensatz zu den nicht so zimperlichen Freunden aus der muslim-community.
Apropos Jytlandsposten:
Der Chefredakteur hat dem Karrikaturisten ausfgrund der schwierigen Sicherheitslage für die Redaktion gekündigt.
Bravo! Eine solidarische und mutige Entscheidung!

Aber zurück zur Kirche in Deutschland und Europa:
Hier rollen die Köpfe unblutig!
Hier werden Personen von Redakteuren und Kabarettisten klimaneutral geröstet, sekundiert von den schweigenden Vertretern der Staatsmacht.
Unter den Dreschflegeln -oder sollte ich besser "unter der Drusch der Flegel"trennen sich auf der Tenne Spreu und Weizen.
Wohin Monsignore Mixa gehört, das entscheidet der gnädige Richter am Ende der Tage.
Eines ist er auf jeden Fall: Er ist eines der ersten Opfer der Katholikenhatz in Mitteleuropa.

Das Martyrium des 21. Jahrhunderts findet für die Kirche im gewaltfreien Mitteleuropa mittlerweile in den Medien statt.

Darum mit Bischof Hanke:
Sammeln wir uns um den Heiligen Vater!

Dienstag, 20. April 2010

Das Zentralkomitee hat getagt

und hat mal wieder einen Haufen nun völlig unbrauchbaren Papieres produziert. Am reichgedeckten Buffet des Wortes ist mal wieder der Sünde der Völlerei nachgegangen worden. Die besonders für die Umwelt unangenehme Strafe dafür folgte aus dem Fuße: langanhaltende Logorrhoe! Auf dem ÖKT München wird sich diese wohl pandemisch ausbreiten! Sollte man den ÖKT nicht im Sinne der geistlichen Gesundheit nicht besser absagen?
FreundInnen (isset nich schön?) des hintergründigen Humors empfehle ich die Lekture des Eintrages zur Logorrhoe bei Wikipedia!
Über Alois (im) Glück, Mertes und Co möchte ich eigentlich wenig sagen. Sie ramponieren in geübter Manier das Ansehen des Heiligen Vaters weiter. Das mich nicht vertretende ZK trübt das Verhältnis zu Rom weiter, verstellt den Blick in die Weltkirche und fördert damit die weitere Provinzialisierung des realexistierenden deutschen Katholizismus.
Die Frage der steil ansteigenden Kirchenaustrittszahlen wird kaum thematisiert, jedenfalls lassen sich die im Netz veröffentlichten Dokumente der Frühjahrstagung nicht darüber aus. Das ist ja auch nicht notwendig, da die Ursachen ja bekannt sind. "Rom is in Schuld!" und nicht der an vielen Orten seit Jahrzehnten forcierte Niedergang des geistlichen Lebens. Es ist nicht der Kahlschlag an Traditionen, der seit Ende der 1960er Jahre unsere liturgische Landschaft verkarstet hat. Es sind auch nicht die sozialpädagogisch weichgespülten "Katechesen" der 1970er und 1980er Jahre, die ich auch durchlitten habe. Diese Jahrzehnte der "Erneuerung im Sinne des Konzils" haben ein Heer von liturgischen, dogmatischen und spirituellen Analphabeten hervorgebracht, die an kaum mehr glauben, als an ihre Vorurteile gegen Rom, mit denen sie gefüttert worden sind. Wenn diese nun die Kirche verlassen, so ist das nur folgerichtig.
Warum sollte ein des Lesens nicht Kundiger weiterhin einen Bibliotheksbeitrag bezahlen, bloß weil die Eltern kurz nach der Geburt einen Mitgliedsausweis bestellt hatten?
Was soll ich mit ner BVB-Dauerkarte?
Zu dieser selbstverschuldeten Not schweigt das ZK. Totaler Kritikausfall!
Die Konsequenz der Konferenz ist blablabla...

Viel schöner und reifer hat es der Selige John Henry Card. Newman in seiner Apologia pro vita sua ausgedrückt: "Lebendige Bewegungen gehen nicht von Komitees aus und große Ideen werden auch nicht durch einen Briefwechsel ausgearbeitet, selbst wenn das Porto noch so günstig ist."(105)

Donnerstag, 15. April 2010

Zur Auferbauung

Zur Erinnerung und zur Auferbauung in stürmischen Zeiten eine Predigt des Seligen Clemens August Card. von Galen aus noch viel härteren Zeiten, gehalten
Ungekürzt und ohne zeitgemäße Auslassungen!

"Meine lieben Diözesanen von Münster!

Am heutigen Sonntag wird in allen Gemeinden der Diözese, die bisher selbst nicht durch Kriegsschäden gelitten haben, die von mir angeordnete Kollekte gehalten für die Bewohner der Stadt Münster. Ich hoffe, daß es durch das Eingreifen, der dafür zuständigen staatlichen und städtischen Stellen und die brüderliche Hilfe der Katholiken unseres Bistums, deren Spenden die Caritasstellen verwalten und verteilen werden, gelingen wird, vielerlei Not zu lindern.Gott sei Dank: Seit mehreren Tagen haben neue Angriffe der Kriegsgegner unsere Stadt nicht mehr erreicht. Aber leider muß ich sagen: die Angriffe unserer Gegner im Inneren des Landes, deren Beginn ich am vorigen Sonntag in St. Lampert besprochen habe, sind in der letzten Woche, unbekümmert um unsere Proteste, unbekümmert um das Herzeleid, das dadurch den Betroffenen, ihren Angehörigen bereitet wird, fortgeführt worden.

Am vorigen Sonntag habe ich öffentlich beklagt und als himmelschreiendes Unrecht gebrandmarkt, daß die G.ST.A.P.O. die Ordensniederlassungen der Immakulataschwestern in Wilkinghege und der Jesuiten in Münster aufgehoben, Häuser und Inventar beschlagnahmt, und die Bewohner auf die Straße gejagt, aus der Heimat vertrieben hatte. Auch das Lourdeskloster an der Frauenstraße wurde für die Gauleitung beschlagnahmt. Ich wußte damals noch nicht, daß am gleichen Tage, am Sonntag, dem 13.7., die GSTP das Kamilluskloster-Kolleg Mauritz-Sudmühle und unsere Benediktiner Abtei St. Josef in Gerleve b. Coesfeld besetzte, beschlagnahmte und die Patres und Brüder von dort vertrieb. Die Benediktinerinnen von der ewigen Anbetung wurden am 15. Juli von Vinnenberg bei Warendorf ausgetrieben und über die Provinzgrenze verjagt. Am 17. Juli mußten die Kreuzschwestern im Hause Aspel bei Rees ihr Besitztum und den Kreis verlassen.

Vor wenigen Stunden bekam ich die Trauernachricht, daß gestern am 19. Juli zum Abschluß dieser Schreckenswoche für unser Münsterland, die Geheime Staatspolizei auch das deutsche Provinzialhaus der Missionare vom hl. Herzen Jesu, das Euch allen wohl bekannte große Missionskloster in Hiltrup, besetzt, beschlagnahmt und enteignet hat. Die noch dort wohnenden Patres und Brüder mußten bis gestern abend 8 Uhr ihr Heim und ihren Besitz verlassen. Auch sie sind aus Westfalen und wiederum aus der Rheinprovinz ausgewiesen. Die dort noch wohnenden Patres und Brüder: ich sage das mit besonderer Betonung: denn aus der Reihe der Hilltrupper Missionare stehen zur Zeit, wie ich kürzlich von zuverlässiger Seite zufällig erfuhr, 161 Männer als deutsche Soldaten im Felde, teilweise direkt vor dem Feind! 53 Patres von Hiltrup sind als Sanitäter im Dienste der verwundeten Soldaten im Felde tätig! 42 Theologen und 66 Brüder dienen als Soldaten mit der Waffe dem Vaterland, sind teilweise mit E. K., mit dem Sturmabzeichen und anderen Auszeichnungen geschmückt. Ähnlich ist es bei den anderen Orden, den Patres von Sudmühle, bei den Jesuiten von Sentmaring und bei den Benediktinern in Gerleve. Während diese deutschen Männer an der Front stehen, unter Einsatz ihres Lebens, gehorsam ihrer Pflicht für die Heimat, kämpfen, wird ihnen im Vaterland rücksichtslos und ohne jeden Rechtsgrund die Heimat genommen, das klösterliche Elternhaus zerstört. Wenn sie, wie wir hoffen, siegreich wiederkommen, finden sie ihre Klosterfamilie von Haus und Hof vertrieben, ihre Heimat von Fremden, von Feinden besetzt! Soviel ich weiß, gibt es ein Gesetz, wonach man keinem deutschen Mann, der als Soldat dient, die Wohnung und den Arbeitsplatz nehmen darf. Ob dieses Gesetz für die G.ST.A.P.O. und ihre Auftraggeber nicht gilt? Sind unsere Ordensleute nicht auch deutsche Männer? Die eine Wohnung haben und verdienen, daß ihnen ihr Arbeitsplatz nicht genommen wird, nachdem sie der Heimat und dem Vaterlande dienen durften? Was soll das? Wie soll das enden? Es handelt sich nicht etwa darum, für obdachlose Bewohner von Münster eine vorübergehende Wohnung zu schaffen. Die Ordensleute waren bereit und entschlossen, ihre Wohnungen für solche Zwecke aufs äußerste einzuschränken, um gleich andere Obdachlose aufzunehmen und zu verpflegen. Nein, darum handelt es sich nicht: Im Immakulatakloster in Wilkinghege richtet sich, wie ich höre, die Gaufilmstelle ein. Man sagt mir, in der Benediktiner Abtei St. Josef werde ein Entbindungsheim für uneheliche Mütter eingerichtet. Was in Sentmaring, in Sudmühle und im Kloster Vinnenberg eingezogen ist, habe ich noch nicht erfahren.

Ich bin am Montag, 14. Juli, persönlich beim Herrn Regierungspräsidenten gewesen und habe ihn um Schutz und Hilfe für die Freiheit und das Eigentum schuldloser deutscher Menschen gebeten. Er hat mir erklärt, daß die G.ST.A.P.O. eine völlig selbständige und von der Regierung unabhängige Behörde sei, in deren Maßnahmen er nicht eingreifen könne. Er hat mir aber versprochen, meine Beschwerden und Bitten sofort dem Herrn Oberpräsidenten und Gauleiter Dr. Meyer vorzutragen. Es hat nichts genützt! Am gleichen Montag, den 14. Juli, habe ich an die Reichskanzlei des Führers in Berlin ein Telegramm gesandt mit folgendem Wortlaut:

Nachdem seit dem 6. Juli die Kriegsgegner die Stadt Münster mit furchtbaren Nachtangriffen zu zerstören versuchten, hat die G.ST.A.P.O. am 12. Juli begonnen, die Klöster und Ordenshäuser in Stadt und Umgebung zu beschlagnahmen und samt Inventar zum Gunsten der Gauleitung zu enteignen. Die Bewohner, schuldlose Männer und Frauen, ehrenhafte Mitglieder deutscher Familien, deren Angehörige zum Teil als Soldaten für Deutschland kämpfen, werden ihres Heimes und Eigentums beraubt, auf die Straße gejagt und aus der Heimatprovinz verbannt. - Ich bitte den Führer und Reichskanzler, im Interesse der Gerechtigkeit und Geschlossenheit der inneren Front, um den Schutz der Freiheit und des Eigentums deutscher Menschen gegen die Willkür der G.ST.A.P.O. und gegen Beraubung zu Gunsten der Gauleitung.

Ähnliche Bitten habe ich telegrafisch dem Reichsstatthalter für Preußen, Reichsmarschall H. Göring, dem Reichsinnenminister, dem Reichskirchenminister und schließlich auch dem Oberkommando der Wehrmacht unterbreitet. Ich hatte gehofft, daß, wenn nicht Erwägungen der Gerechtigkeit, so doch wenigstens die Erkenntnis der Folgen für die Geschlossenheit der inneren Front jetzt im Kriege jene Stellen bewegen würde, dem Vorgehen der G.ST.A.P.O. gegen unsere Brüder und Schwestern Einhalt zu tun, und daß man schuldlos deutschen Frauen ritterlichen Schutz nicht versagen werde. Es war vergebens!

Das Vorgehen wurde fortgesetzt, und es ist bereits eingetreten, was ich schon lange vorausgesehen und am vorigen Sonntag gesagt habe: Wir stehen vor den Trümmern der inneren Front. Volksgemeinschaft, die in diesen Tagen rücksichtslos zerschlagen wurde.

Ich habe den Regierungspräsidenten, die Herren Minister, das Oberkommando der Wehrmacht eindringlich darauf hingewiesen, wie diese Gewalttaten gegen unbescholtene deutsche Männer, wie diese Roheit gegenüber wehrlosen deutschen Frauen, die aller Ritterlichkeit Hohn sprechen und nur aus einem abgründigen Haß gegen die christliche Religion und gegen die katholische Kirche entspringen können, wie diese Machenschaften geradezu wie Sabotage und Sprengung der Volksgemeinschaft wirken.

Volksgemeinschaft mit den Männern, die unsere Ordensleute, unsere Brüder und Schwestern ohne Rechtsgrund, ohne Untersuchung, Verteidigungsmöglichkeit und Gerichtsurteil, wie Freiwild aus dem Lande hetzen? Nein! Mit ihnen und allen dafür Verantwortlichen ist mir keine Gemeinschaft im Fühlen und Denken mehr möglich! Ich werde sie nicht hassen, ich wünsche von Herzen, daß sie zur Einsicht kommen und sich bekehren. - Wie ich auch sofort ein fürbittendes Gebet zum Himmel sandte für die Seele des am 5. Juli plötzlich verstorbenen Ministerialdirigenten Roth. Er war katholischer Priester der Diözese München, war seit Jahren ohne Erlaubnis und gegen den Willen seines Bischofs Beamter des Reichskirchenministeriums und hat gar viele, die Rechte der Kirche verletzenden und die Würde der Kirche kränkenden Schriftstücke für den Minister Kerrl verfaßt und unterzeichnet. Jetzt ist er bei einer Bootsfahrt auf dem Inn verunglückt und im reißenden Strom ertrunken. Gott sei seiner armen Seele gnädig! - So wollen wir nach dem Gebot des Herrn beten für alle, die uns verfolgen und verleumden. Aber solange sie sich nicht ändern, solange sie fortfahren, Unschuldige zu berauben, aus dem Lande zu treiben, einzukerkern, solange lehne ich jede Gemeinschaft mit ihnen ab. Nein, die Gemeinsamkeit und die Gesinnung und Streben in unserem Volke ist gegen unseren Willen ungeachtet unserer Warnungen zerrissen, ist unheilbar zerstört. Ich kann mir nicht vorstellen, daß unsere alteingesessenen Bürger und Bauern, Handwerker und Arbeiter, daß Eure Väter, Brüder und Söhne, die jetzt an der Front ihr Leben für Deutschland einsetzen, mit den Verfolgern und Vertreibern der Ordensleute irgendeine Gesinnungsgemeinschaft pflegen werden.

Wir werden ihnen gehorchen, soweit sie als Vertreter der rechtmäßigen Obrigkeit uns Befehle zu erteilen haben. Aber Gesinnungsgemeinschaft, ein Gefühl innerer Verbundenheit mit diesen Kirchenverfolgern, mit diesen Klosterstürmern, die wehrlose Frauen und Mädchen, Kinder unserer besten Familien, unsere Schwestern aus ihrer klösterlichen Heimat jagen, wo sie teilweise seit Jahrzehnten in Gebet und Arbeit nur Gutes unserem Volke getan haben, das kann es für uns nicht geben. Ich müßte mich schämen, vor Gott und vor Euch, ich müßte mich schämen vor unseren edlen Vorfahren, vor meinem ritterlichen adeligen Vater, der meine Brüder und mich mit unerbitterlichem Ernst zu zarter Hochachtung vor jeder Frau und jedem Mädchen, zu ritterlichem Schutz aller unschuldig Bedrängten, besonders jener, die als Frauen Abbilder unserer eigenen Mutter, ja der lieben Mutter Gottes im Himmel sind, ermahnt, erzogen und angeleitet hat ..., wenn ich Gemeinschaft halten würde mit jenen, die schuldlose und schutzlose Frauen aus Heim und Heimat vertreiben und obdachlos und mittellos aus dem Lande jagen! Dazu kommt, was ich schon am letzten Sonntag in der Lambertikirche ausführlich bewiesen habe, was ich heute noch einmal mit großem Ernst aus Liebe zu Volk und Vaterland warnend sage: Dieses strafweise Vorgehen der G.ST.A.P.O. gegen Schuldlose, Verdammung von vornhinein Verurteilter ohne Gerichtsurteil und ohne gerichtliches Verfahren und jeglicher Verteidigungsmöglichkeit Beraubter, wie Reichsminister Dr. Frank es genannt hat, zerstört die Rechtssicherheit, untergräbt das Rechtsbewußtsein und vernichtet das Vertrauen auf die Staatsführung!

Gewiß! Wir Christen machen keine Revolution! Wir werden weiter treu unsere Pflicht tun im Gehorsam gegen Gott, aus Liebe zu unserem deutschen Volk und Vaterland. Unsere Soldaten werden kämpfen und sterben für Deutschland, aber nicht für jene Menschen, die durch ihr grausames Vorgehen gegen unsere Ordensleute, gegen ihre Brüder und Schwestern, unsere Herzen verwundeten und dem deutschen Namen vor Gott und den Mitmenschen Schmach antun. Wir kämpfen tapfer weiter gegen den äußeren Feind. Gegen den Feind im Innern, der uns peinigt und schlägt, können wir nicht mit Waffen kämpfen. Da bleibt uns nur ein Kampfesmittel: starkes, zähes, hartes Durchhalten!

Hart werden, fest bleiben! Wir sehen und erfahren jetzt deutlich, was hinter den neuen Lehren steht, die man uns seit einigen Jahren aufdrängt, denen man zuliebe die Religion aus der Schule verbannt hat, unsere Vereine unterdrückt hat, jetzt die katholischen Kindergärten zerstören will: abgrundtiefer Haß gegen das Christentum, das man ausrotten möchte! Wenn ich recht unterrichtet bin, hat das auch der Schulungsleiter Schmidt vor 14 Tagen in der Stadthalle vor einem zwangsweise geladenen Publikum, darunter Schüler und Schülerinnen, offen ausgesprochen. Und der Kreisleiter Mierig hat begeistert Beifall gespendet und versprochen, für die Ausführung solcher Pläne sich einzusetzen. Hart werden, fest bleiben! Wir sind in diesem Augenblick nicht Hammer, sondern Amboß. Andere, meist Fremde und Abtrünnige, hämmern auf uns, wollen mit Gewaltanwendung unser Volk, uns selbst, unsere Jugend neu formen, aus der geraden Haltung zu Gott verbiegen. Wir sind Amboß, nicht Hammer. Aber seht einmal zu in der Schmiede! Fragt den Schmiedemeister und lasset euch sagen: Was auf dem Amboß geschmiedet wird, erhält seine Form nicht bloß vom Hammer, sondern auch vom Amboß. Der Amboß kann nicht und braucht auch nicht zurückschlagen, er muß nur fest, nur hart sein! Wenn er hinreichend fest, zäh, hart ist, dann hält meistens der Amboß länger als der Hammer. Wie heftig der Hammer auch schlägt, der Amboß steht in ruhiger Festigkeit da und wird noch lange dazu dienen, das zu formen, was neu geschmiedet wird.

Was jetzt geschmiedet wird, das sind die ungerecht Eingekerkerten, die schuldlos Ausgewiesenen und Verbannten. Gott wird ihnen beistehen, daß sie Form und Haltung christlicher Festigkeit nicht verlieren, wenn der Hammer der Verfolgung sie bitter trifft und ihnen ungerechte Wunden schlägt.

Was in diesen Tagen geschmiedet wird, sind unsere Ordensleute, Patres, Brüder und Schwestern. Ich habe vorgestern einen Teil der Vertriebenen in ihren provisorischen Unterkünften besuchen können und mit ihnen gesprochen. Ich habe mich erbaut und begeistert an der tapferen Haltung der braven Männer, der schwachen wehrlosen Frauen, die man roh und rücksichtslos aus ihrer Klosterheimat, aus der Kapelle und der Nähe des Tabernakels verjagte; die nun erhobenen Hauptes, im Bewußtsein ihrer Schuldlosigkeit, in die ungerechte Verbannung gehen, vertrauend auf jenen, der die Vögel des Himmels speist und die Lilien des Feldes kleidet, ja freudig in jener Freude, die der Heiland seinen Jüngern empfiehlt: Selig seid ihr, wenn Euch die Menschen hassen und verfolgen um meinetwillen. Freuet Euch und frohlocket, denn Euer Lohn ist groß im Himmel! Wahrhaftig, diese Männer und Frauen sind Meisterwerke der göttlichen Schmiedewerkstatt. Was in dieser Zeit geschmiedet wird zwischen Hammer und Amboß ist unsere Jugend. Die heranwachsende, die noch unfertige, die noch bildungsfähige, weiche Jugend. Wir können sie den Hammerschlägen des Unglaubens, der Christusfeindlichkeit, den falschen Lehren und Sitten nicht entziehen! Was wird ihnen vorgetragen und aufgedrängt in ihren Heimabenden und den Dienststunden jener Jugendvereinigungen, denen sie, wie man sagt, unter Zustimmung ihrer Eltern freiwillig beigetreten sind? Was hören sie in den Schulen, in die heute alle Kinder ohne Rücksicht auf den Willen der die Eltern hineingezwungen werden? Was lesen sie in den neuen Schulbüchern? Laßt euch doch, christliche Eltern, die Bücher zeigen, besonders die Geschichtsbücher der höheren Schulen. Ihr werdet entsetzt sein, mit welcher Unbekümmertheit um die geschichtliche Wahrheit da versucht wird, die unerfahrenen Kinder mit Mißtrauen gegen Christentum und Kirche, ja mit Haß gegen den christlichen Glauben zu erfüllen. In den bevorzugten staatlichen Lehranstalten, den Hitlerschulen und den neuen Lehranstalten für künftige Lehrer und Lehrerinnen, wird jeder christliche Einfluß, ja jede wirklich religiöse Betätigung grundsätzlich ausgeschlossen. - Und was geschieht mit den im letzten Frühjahr unter Hinweis auf die Luftgefahr in ferne Gegenden verschickten Kindern? Wie steht es mit dem Religionsunterricht? Und mit der Übung der Religion? Christliche Eltern, um all das müßt ihr euch kümmern, sonst versäumt ihr eure heiligsten Pflichten, sonst könnt ihr nicht bestehen vor eurem Gewissen in jenem, der euch die Kinder anvertraut, damit ihr sie auf den Weg zum Himmel führt.

Wir sind Amboß, nicht der Hammer! Ihr könnt eure Kinder, das edle, aber noch ungehärtete und ungestählte Rohmaterial leider den Hammerschlägen der Glaubensfeindlichkeit, der Kirchenfeindlichkeit nicht entziehen. Aber der Amboß formt mit. Laßt euer Elternhaus, laßt eure Elternliebe und -treue, laßt euer vorbildliches Christenleben der starke, zähe, feste und unerschütterliche Amboß sein, der die Wucht der feindlichen Schläge auffängt, der die noch schwache Kraft der noch jungen Menschen immer wieder stärkt und festigt in dem heiligen Willen, sich nicht biegen zu lassen in der Richtung zu Gott.

Was in dieser Zeit geschmiedet wird, seid fast ohne Ausnahme ihr alle. Wie viele sind abhängig durch Pensionen, Staatsrenten, Kinderbeihilfen und ähnliches. Wer ist denn heute noch unabhängig und freier Herr in seinem Besitz und Geschäft?

Es mag sein, daß zumal im Krieg eine starke Überwachung und Lenkung, ja auch Zusammenfassung und Zwangssteuerung von Produktion und Wirtschaft, von Erzeugung und Verbrauch notwendig sind, und wer wird das nicht aus Liebe zu Volk und Vaterland willig tragen? Aber damit ist auch eine Abhängigkeit jedes Einzelnen von vielen Personen und Dienststellen gegeben, die nicht nur die Freiheit des Handelns beschränken, sondern auch die freie Unabhängigkeit der Gesinnung in schwere Gefahr und Versuchung bringen, wenn diese Personen und Dienststellen zugleich eine christentumfeindliche Weltanschauung vertreten und bei den von ihnen Abhängigen durchzusetzen versuchen. Erst recht ist eine solche Abhängigkeit gegeben bei allen Beamten, und welcher Mut, welcher Heldenmut mag für manche Beamte dazu gehören, sich trotz allen Druckes noch immer als echte Christen, als treue Katholiken zu beweisen und öffentlich zu bekennen.

Wir sind zur Zeit Amboß und nicht Hammer. Bleibt stark, fest und unerschütterlich wie der Amboß bei allen Schlägen, die auf ihn niedersausen, im treuesten Dienst für Volk und Vaterland, aber stets auch bereit, im äußersten Opfermut nach dem Wort zu handeln: Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen! Durch das vom Glauben geformte Gewissen spricht Gott zu jedem von uns. Gehorcht stets unweigerlich dem Gewissen. Nehmt euch zum Beispiel und Vorbild jenen preußischen Justizminister der alten Zeit - ich habe ihn früher schon einmal erwähnt -, dem einst König Friedrich der Große das Ansinnen stellte, er solle sein gesetzmäßig gefälltes Gerichtsurteil nach dem Wunsche des Monarchen umstoßen und ändern. Da hat dieser echte Edelmann, ein Herr von Münchhausen, seinem König die prachtvolle Antwort gegeben: Mein Kopf steht Euer Majestät zur Verfügung, aber nicht mein Gewissen! Ich bin bereit, für meinen König zu sterben, ja, ich wünsche im Gehorsam sogar den Tod von Henkers Hand annehmen, mein Leben gehört dem König, nicht aber mein Gewissen!

Ist das Geschlecht solcher Edelleute, die so gesinnt sind und so handeln, sind die preußischen Beamten dieser Art ausgestorben? Gibt es nicht mehr Bürger und Bauern, Handwerksmeister und Arbeiter von gleicher Gesinnung? Von gleicher Gewissenhaftigkeit und gleichem Edelmut? Das kann, das will ich nicht glauben. Und darum noch einmal: Werdet hart, werdet fest, bleibt standhaft, wie der Amboß unter den Hammerschlägen! Es kann sein, daß der Gehorsam gegen Gott, die Treue gegen das Gewissen mir oder euch das Leben, die Freiheit, die Heimat kostet. Aber: Lieber sterben, als sündigen! Möge Gottes Gnade, ohne die wir nichts vermögen, euch und mir diese unerschütterliche Festigkeit geben und erhalten!

Meine lieben Katholiken von Münster! Nachdem in der Nacht vom 7. zum 8. Juli das Seitenschiff des Domes von einer Sprengbombe durchschlagen war, hat in der folgenden Nacht eine an der Außenwand herabkommende Bombe den Ludgerusbrunnen, das Denkmal der Rückkehr des seligen Bischofs Johann Bernhard aus der Verbannung im Jahre 1884 zerstört. Die Statuen der beiden Bischöfe Suitger und Erpho an beiden Seiten des Denkmals sind stark beschädigt. Fast unzerstört geblieben ist die Steinfigur des hl. Liudger, des Apostels unseres Münsterlandes und ersten Bischofs von Münster. Segnend, zum Himmel weisend, erhebt er die unbeschädigt gebliebene rechte Hand, gleich, als sollte uns durch die fast wunderbare Errettung dieses Bildes die Mahnung zugerufen werden: Was auch kommen mag, haltet fest an dem von Gott geoffenbarten, von den Vorfahren ererbten katholischen Glauben! In aller Zerstörung menschlicher Werke, in aller Not und Sorge, in aller Bedrängnis und Verfolgung: Empor die Herzen! Sankt Ludger ermahnt euch. Ich, sein 70. Nachfolger auf dem Münsterbischofsstuhl, ermahne euch mit den Worten, die in der ersten Christenverfolgung der erste Papst den bedrängten Christen schrieb: Demütigt euch unter Gottes allmächtige Hand, dann wird er zur rechten Stunde euch erhöhen. Werfet alle Sorgen auf ihn, denn er nimmt sich eurer an. Seid nüchtern und wachsam, denn euer Feind, der Teufel, geht umher wie ein nach Beute brüllender Löwe. Widersteht ihm standhaft im Glauben. Der Gott aber aller Gnaden, der euch durch Christus Jesus berufen hat, nach kurzer Leidenszeit in seine Herrlichkeit einzugehen, er wird euch ausrüsten, stärken, festmachen. Ihm sei Ehre und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!.

Lasset uns beten für unsere verbannten Ordensleute, für alle, die ungerecht leiden müssen, für alle Notleidenden, für unsere Soldaten, für Münster und seine Bewohner, für Volk und Vaterland und seinen Führer."

Mittwoch, 14. April 2010

Dunkle Wolken...

ziehen über den Himmel der Blogozese!
Vincentius Lerinensis scheint zutiefst deprimiert über Hatz in der Öffentlichkeit und hat eine österliche Bußzeit entdeckt, bei "Zwischen den Kirchen" hat Monsignore Overbeck ins Kontor geschlagen und eine Blogpause evoziert und auch mir droht momentan "der Schwung aus der Feder" zu gehen. Es ist so himmelschreiend dumm, platt und auch viel, was einem so an Infotaiment um die Ohren fliegt, so viele Schwachsinn, daß ich manchmal kreischen möchte.
Aber wie schon mal gesagt:
Ernst is aufm Platz! Und der Anpiff war deutlich zu hören!

Da mir heute selbst die Worte mal wieder fehlen, hier in paar Links mit Erbauungsliteratur:
Literatur und Leben (warum eigentlich nicht Litteratur?)
Conservare
Ein Gebet und etwas Musik von Fortes Fide
den neuesten "Schwester Robusta" Comic bei Alipius
und eine wunderbare Erzählung zum Thema "Taxi-Apostulat" bietet Allotria catholica.

Also:
Weitermachen!
oder wie ich heute jemandem schon schrieb:

Beten!
Kopf hoch!
Visier runter!
Lanze einlegen und dem Gaul ordentlich die Sporen gegeben!

Neues Mitglied der Blogozese feierlich inkardiniert

Die Blogozese wächst und gedeiht. Ulrichs "sesuum defectui" ist neu dabei und startet direkt mit aktuellen Alarmmeldungen zu antipapalen Abstimmungen und Lateinübungen durch.
"Gaudem magnum" möchte ich dazu sagen und "ad multos postos!"
Häzzlisch willlllkommen!

Freitag, 9. April 2010

UN-Richter will Benedikt XVI. verklagen

Dem Eintrag bei "Breviarium Pauli" folgend, habe ich die Seite der C-FAM aus New York aufgerufen. Dort wird behauptet, daß Geoffrey Robertson (hier die Biographie von seiner Webpräsenz) eine Anklage von Papst Benedikt XVI. vor dem Gerichtshof der UN fordert. Grund der Anklage: Verbrechen gegen Menschlichkeit.
Die Anklage soll, so fordert Robertson, beim Besuch des Heiligen Vaters in England übergeben werden. UK Legal news hat die Meldung. The Guardian bietet es im Original an:

Put the pope (Man beachte die Kleinschreibung!) into the dock - Legal immunity cannot hold. The Vatican should feel the full weight of international law

Durch eine Anklage will man u.a. erreichen, daß die Schadensersatzforderungen in den USA, die schon Bistümer in den Ruin getrieben haben und nicht beglichen werden konnten, vom Vatikan übernommen werden.
Schwestern und Brüder im Glauben... mir fehlen die Worte...
Was tun sich hier für Abgründe auf?

Hilf uns im Streite, zum Sieg uns leite, St. Michael!

Donnerstag, 8. April 2010

Prawda = Wahrheit ?!!

Wie dem Portal kath.net zu entnehmen ist, bekommt der Heilige Vater Unterstützung von kompetenter Seite. Die gute alte Moskauer Prawda, ehemals Flaggschiff der Propaganda der KPdSU bezeichnet den unsäglichen Blödsinn, der durch den Pressewald rauscht als das, was es ist, als diffamierende Pressekampagne.
Das ist doch mal eine Aussage von Experten. In diesem Falle steht Prawda nun wirklich mal für Wahrheit!
Gratulation nach Moskau!

Der Gastkommentar von Gernot Facius ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern! Wenn man den Kommentaren zu diesem Artikel Glauben schenken darf (und die Vorwürfe, die gegen Herrn Facius geäußert werden, lassen sich schnell über die Portale der "Welt" überprüfen!), so haben wir es hier mit einer gewissen Form von Wendehälserei zu tun. In der "WELT" so, bei kath.net anders. Oder haben wir es mit einer Bekehrung zu tun?

The Passion of Pope Benedict

heißt dieser englische Artikel einer italienischen Seite.
lesenswert und deswegen auch hier verlinkt.

Dienstag, 6. April 2010

Back to business

Die Feiertage sind vorbei, der Alltag greift in voller Härte wieder zu.
Ostern 2010
Ein Rückblick mit viel Licht und einigen Schatten.
Nach einigen lieblos dahingeschluderten Gottesdiensten in der Wohnortgemeinde, bei denen der ortsansässige Pastor immer wieder zum "Erklärbär" mutierte, war ich es mal wieder gehörig leid! Jedes Jahr wird zu Beginn der Feiern und während der Feiern immer wieder erklärt, was und warum das jetzt gleich gemacht werden wird. Ächz...
Daneben wagte er es dann auch noch, eine offensichtlich nicht aus seinem Kopf und seiner Feder entflossenene Vorlesepredigt loszulassen, die außer einer etwas besseren Rhetorik keine nennenswerten geistlichen Inhalte transportierte. Stöhn...
Getreu dem alten Motto " I'd drive 500 miles for a latin mass!" habe ich mich dann entschlossen, lieber quer durch halb NRW zu fahren, als meine ohnehin an Unterversorgung leidende Frömmigkeit noch weiter durch eine pastoral verordnete spirituelle Nulldiät strapazieren zu lassen.
Der Karfreitag wurde in aller Ernsthaftigkeit und Kargheit in der Kirchen eines befreundeten Pfarrers begangen. Am härtesten Fastentag des Jahres bin ich derart geistlich gesättigt aus diesem Gottesdienst gegangen, daß ich, falls es so etwas überhaupt geben kann, von geistiger Völlerei reden müßte! Tief gerührt und mit der einen oder anderen Träne im Knopfloch gings auf den Heimweg... Was für eine Wohltat!
Desselbigengleichen gilt für die Feier der Osternacht!
Wieder quer durch NRW und wieder reich beschenkt.
Eine 'recte rite' gefeierte Liturgie, mit Ministranten, die wissen was sie zu tun und zu lassen haben! Die Predigt hatte Pfeffer, war kurz und ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Wir feiern den Sieg Christi, der sich für das Du und gegen das Ich entschieden hat. Die Kirche, die im Kampf gegen die immer lauter werdenden Feinde der Kirche steht. In einer Frage verlieh er seiner (Be-) Verwunderung Ausdruck, daß sich bei den angeblich so vielen Skandalen an diesem Abend so viele Menschen noch in die Kirche gewagt haben, wo doch alles so schlimm ist! Fürbitten für die im Kampfe stehende Kirche (hier verließ einer dann die Kirche!) und die Ansprache an die Täuflinge, die sich in diesem Kampf mit uns an die Seite Christi stellen wollen.
Mann, das war mal feste Kost!

Danach singt man "Fest soll mein Taufbund immer stehen!" entweder gar nicht mehr oder aus vollem Halse. Ich habe mich für letzteres entschieden!

Entscheidung, dieses Wort, daß eigentlich in den Duktus der freien, protestantischen und manchmal sektiererischen Gemeinschaften gehört, wird ein wichtiges Wort für uns Katholiken.
Entscheide ich mich für Rom, für Papst und Kirche oder bleibe ich lau, unentschlossen oder beuge mich dem Mainstream?
Radikalisierung? Fundamentalismus?
Diese Vokabeln spuken mir durch den Kopf. Auf dem Sediment des volxkirchlich-selbstverständlichen Denkens lassen sich solche Situationen kaum anders beschreiben, verkennen aber den Ernst der Situation und die gewandelten Zeiten.
Die Zeiten, in denen die Übernahme des Thekendienstes im Pfarrheim als Ausweis gelebten Christentums gelten konnten, sie sind vorbei!
In einer Zeit, in der Professoren namhafter Fakultäten Geld angeboten wird, wenn sie Benedikt XVI. der Presse an Messer liefern, da ist es mit Verständnis und Gesprächsbereitschaft und barrierefreiem Kaffeetrinken nicht mehr getan!
Kuscheln war gestern! Volkskirche war letzte Woche!
Jetzt ist Entscheidung angesagt, nicht für die Laienspielchen in der Gemeinde zu Hause!
Eine sich immer mehr radikalisierende, antikirchliche Gesellschaft verlangt entsprechendes Vorgehen mit Witz und Verstand!
Es geht um die Kirche, um den Papst, um das Christentum!
Wer sich jetzt nicht eindeutig auf die Seite des Heilgen Vaters schlägt, der macht sich mitschuldig an der Marginalisierung der katholischen Kirche!
Hilfe! Der Laurentius wird radikal!
In einer durchgearbeitskreisten Kirche, die gewohnt ist, um das Verständnis der anderen zu bitten, zu ringen, konsensorientierte Findungsgruppen bevorzugt, ist ein solches Schreiben Ausdruck radikalen Denkens.
Es geht um klare Definition eines Standortes, einer Grundüberzeugung.
Halte ich am Credo der Kirche fest oder nicht?
Bin ich bereit, dieses zu verteidigen oder nicht?

Wir sind bei den Fragen der frühen Kirche angekommen und auch ihre Probleme kehren wieder!
Einige haben Weihrauch vor dem Kaiserbild verbrannt, sind nicht in die Arena gegangen, aus sicherlich nachvollziehbaren und guten Gründen, Familie, Geschäft, Ehre, öffentliche Meinung und Ansehen, klar... aber was ist mit deren Taufgnade? Sind sie noch in der Gemeinde zugelassen?

Hic Rhodos! Hic salta!
Ins Idiom meiner Heimat etwas frei übersetzt:
Ernst is aufem Platz!
Der Anpfiff is schon längst gewesen und wenn die Mannschaft ma nich langsam ausse Puschen kommt, dann is abber nix mit Paulus und "Ich hab den guten Kampf gekämpft!" und Meisterschaft!
Ernst is auffem Platz!
Nach jedem Spiel gibbet ne Pressekonferenz, weiß jeder!
Bei uns Katholiken, jedenfalls bei denen, die noch wissen, wie dat Spiel läuft, da sagt man für diese Pressekonferenz "Endgericht"!
Wenn ihr gezz nich wollt, dat dat ma sone Konferenz gibt wie damals mit dem Trappatoni, nach diesem versägten Spiel, der muß gezz schon mal ausse eigene Hälfte kommen.
Sonst heißt es wie bei Trappatoni:" Isch habe fertich!"

Also: Back to business?
Klar, muß ja!
Aber nach diesem Ostern muß es anders weitergehen!
Wir stecken irgendwo zwischen Verrat, Gethsemane, krähendem Federvieh!
Ostern war und ist zwar, aber noch nicht ganz.

Vexilla REGIS prodeunt!

In diesem Sinne sei auch der Erzengel Michael, unser Heimatpatron angerufen, denn Deutschland hat es besonders nötig:

Hilf uns im Streite!
Zum Sieg uns leite, St. Michael!