Sonntag, 31. Januar 2010

Sonntagsfrühstück

Seitdem ein sog. Netbook im Hause ist, tritt es beim Frühstück immer mehr als Ersatz oder Ergänzung zur Zeitungslektüre auf der heimischen Tafel in Erscheinung. So auch an diesem sonnigen Morgen des Sonntages Septuagesimae. Ob es an diesem "Sonntag in den Siebzigern" (Danke für die Vorlage, lieber Dilettantus) liegt oder ob es reiner Zufall war, zwei Artikel sind mir auf das Display geraten, die ich unbedingt weitergeben möchte.
1. "...eine Messe singen und nicht in der Messe singen!"
Bei NLM findet sich ein hochspannendes Zitat aus der Feder des Annibale Bugnini, daß man so aus seiner Feder nicht erwartet hätte. Es geht um das Proprium der Messe und deren Ersatz durch irgendwas, was die tätige Gemeinde (nach Meinung bestimmter Kleriker und Kirchenmusiker) doch unbedingt beitragen soll, will, muß, darf... Wenn ich den englischen Text recht verstanden habe, so ist das nach Bugnini (1969) eher ein tätlicher Angriff auf die Messe als tätige Teilnahme! Wie konnte sowas wie das GL danach überhaupt noch entstehen? Tsss, also wirklich! Lest selbst!
2. Dank Elsa habe ich nun den ersten und einzigen seriösen Verein der Konzilsgeistanerkenner gefunden.
Er ist präzise und einmalig zielgruppenorientiert.
Wo gibt es ihn?
Natürlich nur im Vereinigten Königreich und auch nur im County of Humour.
Please handle with care!
It's very british!
Noch einen schönen Sonntag in den 70ern!

Mittwoch, 27. Januar 2010

Neues aus dem Oberhaus




Wie Radio Vatikan in seinem Newsletter meldet, hat das House of Lords des Vereinigten Königreiches das umstrittene Gleichstellungsgesetz mit deutlicher Mehrheit gekippt! Wie wunderbar! Auf die Lords & Bishops des Empire ist einfach Verlaß!
Freunde, sowas hamm wer leider nich!

Apropos Seuche in der Blogozese:
Laurentius kämpft seit Tagen mit den Unbilden seines Verdauungstraktes!
Allen, die es anders oder ähnlich erwischt hat: Gute Besserung!

Freitag, 22. Januar 2010

Uns Margot... (die Glosse am Freitag)

hat in letzter Zeit a bisserl Pech, finde ich.
Erst wird sie irjenzwie aus Versehen Vorsitzende der EKD (..."ein Job, um den ich mich nicht gerissen habe..." Wers glaubt!).
Die Orthodoxen hauen sofort wie bei der Frauenfrage ins Kontor.
Dann eckt sie mit ihren Predigten bei Guttenberg & Co an und nun hat sie noch alle Hoffnung in den Heiligen Vater verloren.
Mensch, also se tut mir schon en bisken Leid, dat Marjot. Sie ist so verzweifelt darüber, daß vom Papst nix mehr erwartet, daß sie sich in so wichtigen theologischen Meetings wie "Gregor Gysi trifft Zeitgenossen" (wie politisch incorrect!) ihr Herz ausschütten muß. Der arme Gregor. Wie hat er sie wohl trösten können?
An dieser Stelle klinkt der liebe Laurentius mal wieder aus!
Denn:
Was hat das in einer "Talkshow" mit (dem geschätzten!!!) Gregor Gysi zu suchen?

Tja, das ist sie voll auf der Höhe der Zeit, auf Augenhöhe mit anderen Entscheidungsträgern der BRD.
An die Stelle des Dialogs tritt das publikumswirksamere Kommunikationssurrogat Talkshow!

Nachdem sich die Symbolpolitik unseres Landes aus dem Parlament in die Sessel der Salons bei Will, Beckmann und sonstwen gezogen ist,  ergeht sich die EKD-Vorsitzende wider Willen über ihre Erwartungen, die der neue schlimme Oberkathole in Rom mal wieder nicht erfüllt, genauso wenig wie sein so unschön in der Öffentlichkeit verstorbener Vorgänger.
Typisch Käßmann und typisch protestantisch wird hier nicht darüber nachgedacht, inwieweit ihre lutheeerischen Wunschträume mit einem waschechten Katholizismus à la Benedikt XVI. inkompatibel sind. Nix! Sachlichkeit raus, Emotionen rein. Personalisieren und stigmatisieren. Feedisch!
Sie erwartet nix vom Papst.
Ja was soll der denn machen, damit er Frau Käßmanns Erwartungen entspricht?
Die Una Sancta der EKD unterstellen oder was?
Ich könnte mich kaputtlachen! So einfach ist das mal wieder!

Mit J.F.K. gesagt: Frage nicht, was dein Land für dich tun kann! Frage, was du für dein Land tun kannst.
Isch möscht mal esu fragen:
Was tut eigentlich die EKD, allen voran die Zwangsvorsitzende eigentlich, damit wir Katholiken, allen voran der Heilige Vater, wieder etwas von ihnen erwarten?
Was dürfen wir von ihnen erhoffen?

Von einem Kirchenbund, der ohne Rücksicht auf die Schwestern und Brüder der anderen Kirchen eine geschiedene Frau in die höchste Repräsentationsetage hebt?
Von Landeskirchen, die ihre Präsidenten demnächst einfach Bischof nennen wollen, weil die Leute nicht wissen was ein Kirchenpräsident ist, aber alle ja wissen, was ein Bischof ist.
Mag ja sein, daß "die Leute draußen im Lande" wissen, was ein Bischof ist, aber die evang. Kirchenbehörden wissen es offensichtlich nicht!
Von Landeskirchen, die ganz gerne mal Kloster nach Manier der Zisterzienser oder Benediktiner spielen, weil es der Spiritualität so gut tut, gleichzeit aber qua Bekenntnisses doch alle Mönchsgelübde ablehnen?

Hat der Heilige Vater Frau Käßmann jemals persönlich so angegriffen, wie sie es jetzt mit dieser publikumswirksamen wie unsäglichen "Erwartungskiste" (mal wieder) getan hat?
Ist das die geschwisterliche Pflege des Dialogs auf Augenhöhe (Ich kann es nicht mehr hören!)

Es ist alles so durchschaubar wie dumm!
Da wird auf der einen Seite die Verdrängung des Themas "Sterben und Tod" aus der Öffentlichkeit als Verlust bejammert, zum Sturm auf das Tabu geblasen und wenn Johannes Paul II aus seiner Krankheit und seinem Sterben keinen Hehl macht, unser aller Vergänglichkeit wieder in den Blickpunkt der öffentlichkeit bringt, so ist das dann auf einmal eine Verletzung der Intimssphäre.
Ich verstehe nicht, was das gelebte Memento mori Johannes Paul II mit den Geburten im Hause Käßmann auch nur im Geringsten zu tun haben könnte.
Hier geht einer als Diener Christi -ohne sich zu schonen und ohne Beratung aus einer PR-Abteilung- den Weg in aller Konsequenz zu Ende, den er gehen muß. Das war zwar nicht immer schön, aber ernüchternd realistisch!
Dort werden vier Kinder in die Welt gesetzt.

Bei Johannes Paul II haben Milliarden Christen gebetet, überall haben die Glocken seinen Tod verkündigt. Sein Requiem war eine große Feier des unerschütterlichen Glaubens der Kirche Christi an die Auferstehung und die Vollendung im kommenden Reich Gottes.

Bei den Geburten im Hause Käßmann hat vielleicht nur ihr damaliger Mann im Krankenhaus gewartet.
Könnte es vielleicht sein, daß hier... Nein! Das kann doch nicht sein!
Das will ich jetzt aber mal nicht hoffen!
Da erwarte ich aber von der EKD-Vorsitzenden etwas anderes!

Denn wie sagte doch die große Vorsitzende des Rates der EKD auf dem Epiphaniasempfang zu Loccum im Jahre 2009:
"Unsere Kirche will Menschen durch den Glauben für die Herausforderungen der Welt stärken und den Blick auf die wirklich entscheidenden Fragen lenken."
Durch welchen Glauben an was eigentlich?
Egal!
Dann mal los, liebe Margot!
Schließlich kommt ja alles Gute von oben, gell?


Sonntag, 17. Januar 2010

Da isser wieder!

Die Kanzlerin schweigt sich aus à la Kohl, die Blogozese schrumpft nach dem Empfang des Beichtsakramentes (schaut bei ehemals vox coelestis rein)... Krise?
Gibt Laurentius Rhenanius auch auf? Nein!
KEINE PANIK!
Nach ein paar Tagen Pause melde ich mich zurück an Bord.
Manchmal kann ich einfach mal schweigen, auch wenn mancher, der mich persönlich kennt, das vehemang abstreitet... Das war der Beweis des Gegenteils für alle Westfalen! Aber was weiß ein Westfale schon über das Schweigen der Rheinländer? Nix!

Was nicht alles so passiert ist in den letzten Tagen?
Der Dilletantus legt das Evangelium beim Domradio aus, ein nicht ganz unbekannter hochwürdiger Herr aus dem Münsterland eröffnet eine hervorragende Seite (ars celebrandi), bekommt innerhalb von summ pontif den Ritterschlag und gibt dann auch noch bei kathnews ein lesenswertes Interview!
Chapeau, Monsignore!
Mit Herbert Knebel: Jau, hier is abber Schwung inne Bude!
Schwung in die Bude hat ja auch Erzbisch... äh EKD-Vorsitzende Käßmann wieder mal gebracht mit ihrer unnachahmlichen Kanzelart!
Dieser 80er-Jahre Teeschalen-Pazifismus hat mich mal wieder in die Nähe eines Schlaganfalls gebracht. Weltfremder und realitätsferner gehts ja wohl kaum noch! Haut damit die Truppen in die Pfanne, aber Hauptsache irgendwie unheimlich toll Gutmensch und auf Peace!
Wie wäre es mal mit Aggiornamento, gute Frau?
Kerl, ne... dat et sowat noch gippt!

Als kleines Zeichen meiner Solidarität mit unseren Jungs und Mädels am Hindukusch poste ich hier ein kleines Solibanner!



Wer es mir nachmachen will findet hier alles dazu.
Ich denke an Euch und bete dafür, daß ihr heil an Leib und Seele wieder nach Hause kommt!
Madet jut!

Samstag, 9. Januar 2010

Neues von Bischof Williamson

Für alle, die gerne ihre Vorurteile bestätigt sehen, empfehle ich unter folgendem Link einen Text von Bischof Williamson zum Thema "gottloses Europa". Für alle frei denkenden Köpfe, die sich über das realexistierende Europa und sein Verhältnis zum christlichen Erbe ihre Gedanken machen, empfehle ich folgenden Text.
Ein aufrichtiger Dank für seine Gedanken zu diesem Text geht an den Herrn Alipius, der mir den Zugang zu diesem Text verschafft hat.
Ich schließe mich seinen NEINs an, die er im Anschluß an seine Betrachtung des Textes formuliert:
"Nein!": Wir rennen nicht am Sonntag in die Malls, denn der Sonntag ist uns heilig!

"Nein!": Wir fliegen nicht in der Billigdose nach Ägypten, denn dort werden Christen verfolgt!

"Nein!": Wir schauen uns eure Doku-Soaps nicht an, denn sie sind peinlich und erniedrigend!

"Nein!": Wir finden Geiz nicht geil, sondern sündhaft!

"Nein!": Wir kloppen nicht auf dem Papst herum, denn wir wollen lieber so unbeliebt sein wie er, als so langweilig wir ihr!

Jawollja!

Und noch eines zu den Gedanken über den Freiheitsbegriff:
Ich nehme mir die Freiheit, nicht vom Namen eines Autors auf die Richtigkeit seiner Gedanken zu schließen.

Montag, 4. Januar 2010

St. Nikolaus soll ins Museum!

Manchmal fehlen mir einfach die Worte! Kath.net berichtet, daß die Türkei die Gebeine des Heiligen Nikolaus für ein geplantes Museum für lykische Zivilisation von Italien zurückfordern will.
Für ein Museum!!! St. Nikolaus als Kernstück eines Museums, das noch nicht einmal geplant ist? St. Nikolaus als Touriatenmagnet für ein Museum, das in Europa sonst niemanden interessieren würde? Wofür sonst soll ein angeblich laizistischer Staat, der sich seit Jahr und Tag als antichristlich geriert und sich immer mehr islamistisch aufstellt auch sonst die verehrungswürdigen Gebeine eines Heiligen gebrauchen können. Die Christen aus Myra, sofern es sie überhaupt noch gibt, sind offensichtlich nicht mit im Boot. Einmal abgesehen davon, daß St. Nikolaus seit fast 1000 Jahren nun in Bari ruht und verehrt wird, frage ich ich einmal mehr, was die Türkei in letzter Zeit so reitet. So macht man sich in Europa kaum Freunde!
Solange die Hagia Sophia nicht wieder den Christen vollrestauriert zurückgegeben worden ist, inkl. aller geraubten Schätze und Reliquien , wie übrigens alle Besitztümer, die von den muslimischen Vorgängerstaaten der Türkei und der heutigen Türkei geraubt oder eingezogen worden sind, sollte noch nicht einmal über die Herausgabe eines Photos des Nikolausschreines gesprochen werden!
Ungerecht? Nein! Dialog auf Augenhöhe nenne ich das!

Sonntag, 3. Januar 2010

Unschuldige Kinder, Weihnachten überhaupt und sowieso

Die Weihnachtsfeierlichkeiten sind überstanden. Die Familientreffen sind absolviert. Die Reste der "bunten Teller" trocknen gemeinsam mit dem Christbaum langsam vor sich hin. So manche Krippe ist besucht worden. Neben sehr schönen Exemplaren ist mir auch so manches verunglückte Experiment untergekommen. Eine namhafte Seesadt am nördlichen Rande des Ruhrgebietes bietet in der Pfarrkirche am Markt eine merkwürdige Scheußlichkeit. In einem der Querhäuser sind Folien aufgehängt, die mit naiv gemalten Kinderbuchmotiven bedruckt sind. Was genau dargestellt werden soll, ist erst durch ausliegende Zettelchen erschließbar, welche den ganzen Krempel mit Sinngehalt aufheizen sollen, was bei mir leider nicht verfangen hat. Die Krippe selbst steht nicht auf der Erde, sondern ist in einem Stern mitten in der Folie. Der Messias ist nicht in einem Stahl am Rande des Ortes zur Welt gekommen, sondern schwebend über der Stadt, inkl. schwebendem Hornvieh. Das ganze wirkt wie ein billiger Azwenzkalender aus nem Discounter, an dem das Fenster No. 24 keine Schokolade sondern einen skurillen Meisenknödel anhalten hat. Theologischer Blödsinn in billiger Darstellung. Herbert Knebel hätte dazu gesagt: Ja nee, Geschmack is Bandbreite! ...arme Seestadt!
Es gibt Wege, die lohnen sich einfach nicht!
Die Urlaubstage sind vorbei und der berufliche Alltag bricht ab morgen wieder über mich ein.
Ein Blick in die gerne gelesenen Weblogs führte mich zu Mater amata und den Einträgen Beschneidung des Herrn und zum Tag der Unschuldigen Kinder. Dort las ich den einführenden Text aus dem guten alten Schott, den ich schon so oft gelesen habe. Ein anderer Zusammenhang, nicht das gewohnt Buch und die gewohnte Seite und schon öffnet der Text eine Tür zu neuen Gedanken.
"Wir ziehen im Geiste nach St. Paul vor die Mauern Roms hinaus, wo Reliquien der heiligen Unschuldigen Kinder verehrt werden. Selbst unmündige Kinder legen für die Ankunft und für das Erlöserwirken Christi Zeugnis ab; freudig anerkennen und bekräftigen wir dies Zeugnis (Introitus). Mit den aus reinster Gnade den Schlingen des Bösen entrissenen Kindern fühlt die ganze Kirche und fühlen wir glaubend und dankend die Wahrheit der gnadenvollen ersten Ankunft Christi (Graduale, Halleluja), die durch den Kindermord in der ganzen Umgegend von Betlehem bekannt wird (Evangelium). Mit den sich im Sterben für Christus opfernden Unschuldigen Kindern entziehen auch wir uns in ernstem Operwillen den Schlingen der Welt, Satans und des Fleisches (Offertorium).
 Die Kirchenfarbe ist heute Violett (an Sonntagen Rot) die Farbe des Kummers und der Betrübnis; die Kirche fühlt gleichsam den Schmerz der betlehemitischen Mütter nach, die ihre Kinder verloren haben. Deshalb versagt sie sich auch das Gloria, das sonst der Weihnachtszeit zu eigen ist."
 
Danach sinniert Johannes über die Geheimnisse des N O.
Mich überfiel eine ganz andere Frage:
Wie konnte es überhaupt dazu kommen?
Wie konnte ein Kirchenvolk, dem doch so gute Informationsquellen zur Liturgie zur Verfügung standen, das liturgisch gebildet gewesen sein müßte, sich so von dieser Welle der Zerstörung mitreißen lassen?
Wie sah es wohl um die Frömmigkeit wirklich aus? Wie unfromm muß man sein, wie wenig geistlich gefestigt, wie wenig hat diese Generation mit und in der Kirche gelebt, wenn ein solcher Abbruch, wenn ein solcher Verlust als Fortschritt und Befreiung und nicht als Zerstörung erfahren wird?
Auch auf die Gefahr hin, mich jetzt lächerlich zu machen, will ich doch die Gendanken hier einmal grob ausziehen, die mich umtreiben. Es ist ein grobes Raster von Indizien und Anhaltspunkten aus entsprechender Fachliteratur aber keine wissenschaftliche Arbeit. 
Je länger und je mehr mich diese Frage bschäftigt, umso mehr scheint sich diese Krise historisch nach hinten zu verlängern. An den Änderungen unter Pius XII. weiter zurück bis in die Zeit Napoleons I und zuvor Joseph II. Die Reformliturgien jener Zeit, die Ansätze zur "Verlandessprachlichung" der Liturgien zu Beginn des 19.Jh. und die pädagogisierten "aufklärerischen" Beerdigungsagenden jener Zeit, in denen der Priester zum "Entmythologisierer" mutiert und zur Versachlichung des hygienisch nötigen Aktes der Bestattung beiträgt. Hier lassen sich schon der Verlust der Transzendenz, des Gerichtes und der Auferstehungshoffnung hin zu einer rein zwischenmenschlichen Tröstung beobachten. Liturgie als Vehikel der Erziehung der unmündigen Deppen im Sinne der Staatsraison oder freiheitlich gesinnter Kreise, jedoch icht im Sinne der Kirche und ihrer Lehre! Banalisierung der Botschaft und Regionalisierung des Kirchenwesens auf Kosten des Evangeliums und auf Kosten der Stellung des Heiligen Vaters und der Gesamtkirche als bindende Macht. Rechnen wir dann die Wirkung der antikirchlichen Propaganda jeglicher Couleur seit der franz. Revolution dazu (man betrachte nur die Karrikaturen, die bei der Auflösung der geistlichen Gebiete unter das Volk geworfen wurden, um entsprechende Stimmungen zu schüren), dann braucht es kaum noch protestantische Einflüsse, um diese Mentalität zu erklären. Das haben wir allein hingekriegt! 
Der Schott erscheint mir danach nicht als ein Beispiel für die gute liturgische Bildung in deutschen Landen. Er erscheint mir immer mehr als Exponent einer kleinen Schar von Aufrechten in einem Heer von  mittelmäßig Uninteressierten.
Froh machen mich diese Gedanken nicht, helfen mir aber beim Umgang mit dem Gegebenen.
Es ist halt semper idem! 
Besonders schlimm ist dieser Eindruck für mich nach dem Gottesdienstmarathon über Weihnachten.
Die Unfähigkeit zur Liturgie, der Zwang zum Rumgestalten, anbiedernde Predigten (Inhalt: Seid doch wenigsten zu Weihnachten friedlich, wenn die Familie zusammenkommt) und Lieder, Lieder, Lieder! 
Ich leide an akuter liturgischer Unterversorgung! Wenn man dann als Ehrenämtler noch den Kopf für die organisatorische Unfähigkeit gewisser Hauptamtler hinhalten muß und dann noch bei den Betroffenen grundlos als Schuldiger hingestellt wird und "klärende Gespräche" führen muß, weil der entsprechende Hauptämtler sich feige verdrückt, und die entsprechenden Abkühlungsphasen, die dann die häusliche Stimmung über Stunden grundlos beeinträchtigt haben...tja, dann kommt wahre Festfreude auf! 
Es gibt Momente großer und tiefer Einsamkeit!
Die Messen zum Weihnachtsfest 2009 gehören mit unter die Top 10 der bisher erreichten binnenkirchlichen Diaspora-Gefühle!
Das rheinische Gemüt in mir verliert nach solchen Tagen an Schwung und alles Cholerische Gebrülle weicht vor einer tiefen und traurigen Sprachlosigkeit eingeschüchtert zurück, die der Sünde der Melancholie sehr nahe kommt.
Es bleibt eine tiefe, quasi romantische Sehnsucht nach etwas, was sich bei C.D. Friedrich, den Nazarenern, den Meistern der (neuen) Gotik (wie Pugin) vielleicht ausgesprochen hat, die Sehnsucht nach dem Heilen und Perfekten. Es ist die Sehnsucht nach einer Liturgie, die ganz zur Ehre Gottes geschieht und dadurch den Menschen zur Hilfe wird. Es ist die Sehnsucht danach, diese nicht nur an bestimmten wenigen Orten erleben zu können, sondern an jedem Ort, egal wie widrig oder günstig die Umstände auch sein mögen, reduziert auf das Wesentliche oder in aller Pomp und Glorie! 
So habe ich das Konzil verstanden, das von Trient meine ich!
 
Es gibt Tage, da frage ich mich ernsthaft, warum ich mir das alles antue, meine Herzkranzgefäße und meinen Blutdruck ruiniere und meine ohnehin knappe Freizeit  mit so etwas verbringe! 
Meine Vorsätze für das Kalenderjahr 2010:
Ich habe wieder mit dem Training begonnen und tue nun wieder etwas für meine körperliche Gesundheit. Also damit habe ich schon im Dezember angefangen und es tut mir sehr gut!
Mein Engagement in der Gemeinde ist ein Fall der rheinischen Mystik: mystisch wat dran ändern...
 

Die beste Weihnachtsansprache habe ich bei youtube gefunden!


Happy new year, to you all!