Donnerstag, 31. Dezember 2009

Rosch ha Schana!

Allen Leser dieses Blogs, ob regelmäßig, unregelmäßig, regelmäßig erfreut / verärgert oder unregelmäßig, allen wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und Gottes Segen für alle Unternehmungen!
Bleibt schön katholisch!

Donnerstag, 24. Dezember 2009

In freudiger Erwartung

...auf das, was nun über uns hereinbrechen wird, wünsche ich Ihnen und Euch schon jetzt ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Seid bereit! (Ramtatam) Seid bereit! (Ramtatam)...

Ihr lieben goldigen Mitblogozesanen,

sicherlich habt Ihr Euch schon gefragt, warum der gute Laurentius sich in den letzten Tage nicht geäußert hat. Tja, der Advent hat mich erwischt, eiskalt!
*flöt* Kalingglöckchen, klingelingeling, Kalingglöckchen kling...
Wie fröhlich und wohltuend sind doch diese Wochen der Vorbereitung auf die Menschwerdung unseres Herrn und Heilandes! Zu keiner Zeit des Jahres menschelt es so sehr in den Städten und Dörfern unseres so geliebten und schönen Heimatlandes und nie sind die Feierstunden in unseren Bethäusern lieblicher gestaltet
*sing* "...als zu der Wei-hei-nachts-zaaaait..." *Lied aus!*
Advent! Wenn ich das schon höre! Advent! Da krichisch Plaque!
ADVENT??? HA!
Halloween ist das, aber das echte Halloween!
Kein Gruselfilm oder Kinderscherz zwischen "Süßes oder Saures!"
Das ist bittere Realität! Das sind die Wochen der Untoten der Liturgiegeschichte und der unerlösten Seelen der Bastelkreisästhetiker! Was sich in diesen Wochen abspielt, stellt selbst Murnaus Nosferatu in den Schatten. Murnaus Nosferatu ist ein Klassiker der Filmgeschichte. Den schaut man sich an, wenn man ihn sehen will und nach dem Abspann ist der Spuk vorbei. Aber das ist die harte Realität. Dagegen hilft kein Knoblauch und kein Weihwasser! Freunde! Das sind andere Kaliber!
Kaum ist das Christkönigfest gefeiert, dann tun sich die Türen der Gruppenräume in den Pfarrheimen auf und das höllische Spiel beginnt. Zuvor haben sie Kellerschränke und Dachbodentruhen durchsucht und es passiert das, was passieren muß:
Die alten, längst vergessenen und in der Altpapiertonne geglaubten Liederbücher der Betroffenheitsära werden gehoben und geöffnet, die Schulblockflöten werden aus den Plastiksarkophagen gehoben und erstehen in den Händen von Eltern und Musikpädagogen zu alter und grauenerregender Größe und Form.
Die Hüter der Arkandisziplinen rafften eilig alles zusammen, packten noch kindersichere Bastelscheren, Glanzpapier und Pritt ein und beginnen nun, an den dunkelsten Tagen des Jahres mit ihrem grausamen Werk: Die Initiation der unschuldigen Kindlein in die Ersatzriten der Konzilsgeistbeschwörer zwischen Hindenburglicht, Bastelstern, Kinderpunsch und Klampfe!
Sie rotten sich mit den pastoral Assistierenden zusammen, die schon mit ihren bis fast zur Unkenntlichkeit weiterkopierten Konzepten und den sich immer wieder wie Vampire verjüngenden Vorbereitungskreisen bereit stehen, um ein weiteres Jahr alles, aber auch alles, was an Liturgie in dieser Zeit in den Gemeinden passieren könnte, im Keim totzududeln und totzulabern!
Nein, nicht nur auf Weihnachtsmärkten, bei Adventfensteraktionen, bei Kindergartenfeiern und Altenheimveranstaltungen sind diese ewiggestrigen Gutmenschen mit ihrem besinnungslosen Besinnlichkeitswahn anzutreffen! NEIN! Wie ferngesteuert wanken diese Gestalten unaufhaltsam auf die Kirchen los, die armen Kindlein im Schlepptau. Un dann geht es erst richtig los:
Sie zerschrummeln und zerblasen die Heiligen Messen an den Sonntagen des Adventes, wo immer sich ihnen auch nur die geringste Chance bietet. Wenn Kirchenmusiker und Priester nicht frühzeitig immunisiert worden sind und keine starken Abwehrkräfte haben, fallen sie in die Kirchen ein und walzen dabei pandemisch alles nieder, was sich ihnen liturgisch in den Weg stellen will:
Da werden die Lesungen munter gegen selbstgestrickte "Anspiele" ausgetauscht.  (Oh ihr Unwissenden! Dieses Wort allein ist schon ein Provokation! Flanke zu Pezzoni, du Pfeife, Du sollst den Pezzoni ANSPIELEN, du Tünn!...Anspiel is aufm Platz!)
Besinnlichkeitstexte werden vorgetragen a là "Nimm dir Zeit für dich! Gott möchte nicht, daß wir zerzaust von Streß an Weihnachten zu Hause miteinander feiern!"
Richtig, denke ich mir da immer wieder! Gut, daß das endlich mal einer laut sacht!
Denn wir wissen ja alle, wie schlimm Sodbrennen werden kann, wenn man zwischen Gans und Kuchen mit dem Spülen nicht hinterherkommt und Streß aufkommt.
Das ist auch nicht gut für die Speiseröhre! Da kann Krebs inne Speiseröhre von kommen, wenn man immer so hastig ist!
GÜTIGER HIMMEL!
So was muß man sich als Predigtersatz (kunstvoll wie unerlaubt um das Evangelium drapiert) von der Pastoralen bieten lassen!
Kein Wunder, daß der Papst extra vor Weihnachten noch mal darauf hingewiesen hat, daß Weihnachten kein Kindermärchen ist.
Gezz mal ehrlich: Da kann ich besser das Weihnachtsspecial von "Meine Familie und ich" an der Supermarktkasse erstehen. Da sinn wingstens noch tolle Rezepte drin!

Und dann diese Lieder, irgendwo aus "Wir sind Gottes Melodie",  "Troubadour Gottes" und Rolf Zuckowskis Liederbuch zusammengeschabt. Mach End oh Herr, mach Ende rufe ich dann in meiner Verzweiflung, aber es geschieht nichts.
Und dann stehen sie alle wieder da, die Gespenster aus meiner Jugend und halten eine weitere Generation in ihren Klauen. Die armen Kleinen müssen plochflautend und singend die halbgaren Wohlfühltexte der Gemeinde vortragen, die Ihnen von (innerlich) angegrauten Damen und Herren vorgegeben wurden. Dann stehen sie da und gestikulieren mit Armen und umgehängten Guitarren und zwingen die Kinder in den Takt der ewig gleichen Lieder... Es ist so grauenerregend! Die armen Kinder....
Keinem fallen die offensichtlichen Parallelen zwischen manchem Azwenzlied und irgendwelchen FDJ-Märschen auf!
Ein Beispiel: Ein kleinerverschobener Akzent  in dem Lied "Im Advent, im Advent"  und schon haben wir einen Marsch für die Jungen Pioniere und es paßt ein roter Text drunter.
Beim Refrain hab isch mer mittlerweile anjewöhnt, mit erhobener, geballter Faust in der Bank zu stehen und in die Pausen "Ratatam" reinzusingen! Seid bereit (ramtatam)! Seid bereit (ratatam)!
Das gefällt nicht jedem!
Aber guckt doch mal, es kann dann auch so weitergehen:
"Denn der Sieg der Partei, der ist nicht mehr weit!..."
Das merkt in dem Moment keiner!
Ach es ist so schrecklich!
Keiner sagt: STOP! Keiner erlöst mich aus diesem Albtraum!
Nein, sie fangen an und es wird wie immer furchtbar! Die Guitarren verstimmt, die Plochflauten geben die Kompromisse ihrer Bohrlöcher hörbar preis, die Kinder singen lustlos und "unter Ton" und in offensichtlicher Unkenntnis der Intervalle, Texte von tiefer Belanglosigkeit. In den Gesichtern der Eltern und Großeltern macht sich ein friedvoll gestimmtes Lächeln breit, als wenn Dr. Marbuse gerade ein geruchloses Nervengas in die Kirche geleitet hätte, das alle zu willenlosen, geistlosen und kritiklosen Zombies macht, während der Kindersingkreis am Ende der Zeielen immer weiterabsackt, weil die Kinder ohne Zwerchfellstütze vor sich hin singen. Also mir tut das weh! Anderen offensichtlich nicht..
Ach ne wat nett! Das machen die aber gut! Auch Celine hat ja gut gesungen.... Herr  x / Frau y geben sich immer so viel Mühe mit den Kindern...
Da möchte ich dann immer losschreien und das unüberhörbare beim Namen nennen:
MÜHE? Welche Mühe? Vergebliche Mühe würde ich das nennen! Das ist ja wohl ein musik- und pastoralpädagogischer Offenbarungseid gewesen, was wir hier erlebt haben. Waterloo, Verdun, Dunkerque! Seid ihr alle taub oder bin ich ein durchgedrehter Snob (ein Anfall von Selbstzweifel)?
So eine unmotivierte und schlecht vorbereitete Truppe schickt man nicht zum Rumkrähen in die "Familienmesse"! Die gehören in ein Probenwochenende geschickt und diese Zupfgeigenhansel in einen Auffrischungskurs über die Weiterentwicklung der Musikgeschichte seit 1973!
HALLO? BOOTCAMP in Sachen Geschmack für alle hier!
Es geht ja noch weiter!
Diese Roratemessen! Da werden Kirchen stimmungsvoll mit Kerzen ausgeleuchtet. Der Mensch gerät in eine Atmosphäre von Raum und Licht, die ihn wieder zum Mystiker werden lassen könnte.
Ein Schola intoniert zum Einzug das Rorate coeli und dann,
ja dann geht das Gesabbel los. Ich begrüße sie herzlich in dieser tollen Atmosphäre... bla bla... Dank an die Schola, die so stimmungsvoll mit diesem uralten Gesang... blubber sülz.... und dann, Achtung!!!!: Leider können wir uns bei dieser Beleuchtung ja gar nicht gegenseitig in unsere schönen blauen Augen sehen. Darauf müssen wir heute mal verzichten! AAAAAAHHHH!
Besser kriegt man es nicht kleingesägt. Das ist doch ne Slapstick-Nummer!
Jetzt mal anders herum beleuchtet:
Wer würde bei einem Candlelight-Dinner mit dem Objekt seiner privaten und binnenmenschlichen Adoration schon sagen:
Tolle Atmosphäre, Schatz, aber schad, daß ich dich nicht so gut erkennen kann wie bei Flutlicht!
Wenn man Glück hat (und das ist einem in solchen Momenten nie hold), wird das als eine Art Kompliment aufgefaßt!
Außerdem:
Wer geht in die Kirche, um seinen Nachbarn in die Döppen zu schauen und Augenfarben zu bestimmen?
Ein Hauch von Wehmut über eine verpaßte Chance zu einer "Gemeinschaftsmesse" hat da wohl die Worte des Vorstehers ein wenig grau eingefärbt!
Ich könnte mich aufregen!
Wissen Sie, wißt Ihr, warum es mich so hart angeht in diesem Jahr? Wißt ihr, warum ich mich derart aufrege?
Es ist nicht die Wut über das, was man mir in meiner Jugend ansatzweise alles in der Jugendpastoral angetan hat. Nein! Das habe ich längst verarbeitet! Nein!
Ich habe einen Fehler gemacht und zwar einen ganzen dicken Fehler. Ich habe mal wieder unvorsichtigerweise einen Schritt einfach so in eine Kirche gemacht, ohne vorher Erkundigungen über Zelebrans und mögliche Mittäter einzuholen. Angeschärft wurde das ganze dadurch, daß ich das Pharmakon athansias kurz hintereinander auf zwei unterschiedliche Arten empfangen wollte, die, wie sich beim zweiten Gang zeigte, kontraindiziert waren:
Ich war an einem Samstag in einer Messe im Ordo originis (seufz...) und bin dann am Sonntag (um der Sonntagspflicht nachzukommen und weil ich etwas verschlafen hatte) unvorsichtigerweise aufs geratewohl in eine Messe innerhalb des Dekanates, ohne nachzusehen, wer da so alles mitwirkt.
Falsch! Ganz falsch!
Und sie waren alle da, aber auch wirklich alle:
Die Pastorale, die den Aufgang zum Altar offensichtlich mit der Showtreppe verwechselte und das Handmikro wie Harry Wijnvoord bei "Der Preis ist heiß" hielt, die Schar der unnötigen Kommunionhelfer in unpassenden Winterjacken, die Lektoren mit Leseschwäche, hampelnde Ministrantinnen, der frustrierte Kirchenmusiker, die St. Schubiduh-Combo mit vorgeschobenen Kindern, die schlecht kopierten Liederzettel, das Anspiel, die Fürbittenersatzstoffe, der Pfarrer, der immer freundlich zwischendurch ein wohnzimmerndes "Bitte nehmen Sie doch Platz!"einstreute und die Feier klassisch  durch das lustlos und stockend improvisierte Schlußgebet und einen Schlußsegen beendete, wie ich ihn noch nie gehört habe und nie wieder hören möchte: "Möge alles das, was ich ihnen wünsche, in Erfüllung gehen! Das gewähre euch der Vater,.... Kommen sie gut nach Hause!"
Kerl inner Kiste ne!
Das ist ein Kontrastprogramm! Jottermuttes!.
Der Schüttkübel mit Eiswasser nach dem Saunagang ist dagegen ein moderater Temperaturumschwung!
Zartfühlend, wie Sie ja nun alle sind / ihr alle seid, wollt ihr jetzt bestimmt wissen, wie es mir danach ergangen ist.
Keine Sorge! Es geht mir schon wieder besser!
Isch will mal eso sagen:
Die Nebenwirkungen lassen nach über einer Woche jetzt langsam nach.
Die Fieberträume von marodierenden Blockflötenzombies und Gemeinden in Karnickelstarre lassen langsam nach, ebenso die Kreuzzugsphantasmata und andere nächtliche Schwertmissionsversuchungen und Inquisitionssehnsüchte. Auch die Phantasien nur noch mit Pflöcken und Hämmern und über mit gesegneten Silberkugeln aufmonitionierten Jagdflinten abgesichert in die Kirche gehen zu können, ebben ab.
Eines glaub ich aber janz bestimmt seit diesem Sonntag, dat könnter mir glauben:
So schlimm können die Booster bei den Schweinegrippenimpfungen nicht sein!
Naja, juut, Grippe vom Schwein, is ja auch nur en Krankheit. Die geht widder vorbei.
Abber wenns quasi ums Seelheil jeht, dat fährt einem dann schon schwer in die Knochen!
Man merkt halt schon: Damit is nich zu spaßen!
Denk immer daran:
Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine, et homo factus est!
In diesem Sinne:
Paßt auf, wo ihr hingeht! Es geht um... Uaaahhhh!!!
Seid bereit! (Ramtatam) Seid bereit! (Ramtatam)...

Montag, 7. Dezember 2009

Rütlischwur und Erzb. Zollitschens Kampf für die Gemeinschaftsmesse

"Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern..." So beginnt der Text des Rütlischwurs in der hochdeutschen Fassung unseres verehrten Dichterfürsten Friedrich von Schillers. Nun scheinen einige Brüder (und Schwestern) sich doch etwas von den anderen Brüdern (und Schwestern) distanzieren zu wollen. Die Regierung geht auf Abstand zum unverständigen Volk und ist offensichtlich nicht gewillt, Volkes Wille auch zu vertreten. Brechts Gedicht "Die Lösung" (...das Volk hat sich das Vertrauen der Regierung verscherzt...) kam auch H.M. Broder in den Sinn. Sein Beitrag auf der Seite der guten Achse ist mal wieder mehr als lesenswert!
Wer Informationen zur Lage der Christen im Kulturraum unserer muslimischen Geschwister haben möchte, der sollte sich als kleines Update das Interview mit Berthold Pelster bei kath.net gönnen

Der Vorsitzende der DBK (nicht verwandt und nicht verschwägert mit gleichklingender Versicherungsgesellschaft) hat einmal mehr seiner Abneigung gegen die Gregorianische Messe Ausdruck verliehen. In einer biographischen Notiz im Rahmen eines Interviews deutete er seine Mittäterschaft beim Kampf für die Gemeinschaftsmesse an. Neben einigen anderen theologischen Merkwürdigkeiten zur Rolle der DBK und der Ausübung des Lehramtes, die ich immer beim Heiligen Vater wähnte, ist die Form der Angänge gegen die neue liturgische Bewegung hochspannend. Er wirft den so verschwindend wenigen Befürwortern der "Alten Messe" Nostalgie vor. Aber womit rechtfertigt der DBK-Vorsitzende seine Position? Mit einem nostalgisch anmutenden Blick auf die wilde Kampfzeit seiner Jugend! Nun fragt sich, wer hier der Nostalgie anhängt?
Ein DBK-Vorsitzender, der den N O  offensichtlich als Erfüllung seiner Jugendträume ansieht oder die neuen "jungen Wilden", die im O O eine Quelle ihrer Spiritualität entdeckt haben?
Werden hier nicht wieder Biographie und Tradition verwechselt?
Hoffen wir darauf und beten wir dafür, daß die Bischöfe unserer Una Sancta den Weg der Versöhnung gehen und allen Ausgrenzungen Brücken bauend entgegentreten.

Samstag, 5. Dezember 2009

Merkwürdigkeiten vom Donnerstag

In diesem Weblog erzähle ich sonst wenig bis gar nichts aus meinem Alltag. Kirchliches, allzu kirchliches steht im Vordergrund. Der letzte Donnerstag aber war derart verrückt, daß ich hier mal eine Ausnahme mache.
Es fing alles damit an, daß ich den Briefkasten öffnete und neben viel Reklame, dem braunen Umschlag aus der Kölner Geldorpstr, Spendenaufrufen etc. auch einen dickeren Umschlag aus den südlicheren Gefilden unserer Bundesrepublik fand.
Er enthielt das Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. und einen kopierten Brief von Pater Franz Schmidberger. Darin war zu lesen: " Wir haben Ihre Adresse aus unserem Bekanntenkreis zugesandt bekommen mit der Auskunft, Sie wären eventuell an dieser Zusendung interessiert..."
Seither quält mich die Frage, wer aus meinem Bekanntenkreis hat da meine Adresse weitergegeben?
War es jemand aus der Pfarrei, böswillig mobbend (da gäb es wohl einige KandidatInnen) oder wohlmeinend?
War das ein Scherz, ähnlich dem Scherz, bei dem irgendein Spaßvogel mir mal nen Katalog eines Flensburger Unternehmens hatte zukommen lassen?
Mal sehen! Ich krieg das schon raus!
Da ich mal frei hatte, las ich das Heftchen kurz an. Nun denn...
Es fehlten noch ein paar Teile fürs Büro. EinVerteilerstecker mit Blitzschutz, ein WLAN-USB Stick und anderer Tüddel für den Rechner. Flugs ins Auto gesetzt und zum nächstliegenden Elektrohändler gesaust.
Als ich bei dem Händler ankam, der nach eigenen Aussagen nur über intelligente Kunden verfügt, war ich doch sehr verwundert, daß man mich dort offensichtlich für blöd verkaufen wollte. Dieselbe Steckerleiste war hier um (Achtung!) 20, in Worten: ZWANZIG Euro günstiger als in einem anderen Laden derselben Kette. Mit diesem unerwartet günstigen Einkauf machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Hause.
Wie das so ist: Man kennt die Strecke, fährt sie auch demnetsprechend eher halb dösend oder wie Fachleute sagen in Alltagstrance. Es passiert nichts ungewöhliches. Die Ampeln sind mal grün, aber meistens rot. So stand ich in einem Nachbarort an einer roten Ampel, vor mir ein Wagen der Stadtreinigung dieselte vor sich hin. Und dann auf einmal ein Ereignis von solcher Seltenheit ich habs nicht wirklich kapiert. Eine Person querte die Straße. ein junger Mann,Mitte bis Ende zwanzig, längere schwarze Haare, guter Schnitt, ein durchaus hübsches Gesicht und eine beneidenswert gute Figur, die in eine Modezeitung gepaßt hätte. Der Blick war starr und ziemlich verzweifelt. Irgendwas stimmte mit ihm nicht. Ich hatte das Gefühl, daß sich hier seelische Abgründe und Nöte in den augen zeigten, die furchtbare Ausmasse haben mußten. Komisch, was man in ein paar Sekunden so alles wahrnimmt und was man zwar sieht aber nicht bemerkt. Er verschwand hinter der nächsten Hausecke.
Dann sinterte ein Gedanke durch meinen Kopf, der mir schnell deutlich werden ließ, daß ich nicht ganz wach sein konnte: Typisch! In jeder Aufführung muß ja ein Quotennackter auftreten, sonst sind die Regisseure hier ja nicht zufrieden. Zunächst einmal war ich in einer Nachbarstadt jenes Theaterzentrums des Ruhrgebietes, das über Jahre solche Aufführungen bot. Außerdem saß ich im Auto und nicht im ersten Rang. Es ist Dezember, es regnet und Du stehst an der roten Ampel.
Hab ich da gerade einen nackten Mann gesehen?
Nichts um mich herum zeugte von diesem Ereignis, bis auf einen Rentner mit Hund der mit zusammengezogenen Augenbrauen in die Richtung schaute, in der ich diese Erscheinung weggehen gesehen zu haben wähnte. Ortsmitte war wohl sein Ziel.  War da wirklich was gewesen? Bis auf den Rentner gab es sonst keine auffällige Reaktion im Umfeld. Spinne ich jetzt? Wenn der nun aus der nahegelegenen Psychatrie weggelaufen war, brauchte er unbedingt Hilfe. Oder steht hier irgendwo nen Kamerateam? Nach Psychatrie sah der eigentlich weniger aus, dachte ich mir und versuchte gleich ganz schnell alle dämlichen Klischees über das mögliche oder unmögliche Aussehen von Psychatrieinsassen zu beerdigen. War ja auch völlig egal!!! Jeder der im Dezember nackt durch die Gegend läuft, braucht offensichtlich Hilfe.

Mein Handy lag natürlich im Mantel auf der Rückbank (toll!). Also erst mal rechts abbiegen und Parkplatz suchen. Als ich um die Ecke fuhr, sah ich, daß ich nicht geträumt hatte.
Nur was konnte ich tun? Retzungsdienst verständigen? Polizei? Polizei! Mir fiel sonst nichts ein. Eine gewisse Hilflosigkeit machte sich breit:::
Angehalten, ausgestiegen, Handy im Mantel gesucht. Dann fiel mir plötzlich ein VW Beatle auf, der über die Kreuzung geschlichen kam. Die junge Fahrerin zuckelte mit Schrittgeschwindigkeit hinter dem frostfreien Spaziergänger her, das Handy am Ohr. Ein paar Handzeichen und es war klar, daß sie schon entsprechende Hilfskräfte alamiert hatte und per Handy den Weg beschrieb. Ich konnte mir also einen Anruf sparen. Kaum saß ich pläddernaß im Auto war der Mensch in der nächsten Straße verschwunden, der Beatle folgte. Wenden an der Kreuzung rechts, ab nach Hause. Kaum war ich wieder auf der Route nach Hause, raste ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Lalülala in Richtung Barfüßer. Ich wünschte mir manchmal, die Polizei wäre bei Einbrüchen, Verkehrsunfällen, etc. genauso schnell und mit solchem äußeren Getue und mit solcher Schnelligkeit unterwegs. Wer schon mal so wie ich über eine halbe Stunde auf die Polizei gewartet hat und zwar keine 200m von der Wache entfernt, der weiß was ich damit meine.
Ein merkwürdiger Tag!
Mich beschäftigt, wie ja diese Zeilen zeigen, diese Begegnung noch immer. Dieser starre verzweifelte Blick ist mir sehr im Gedächtnis geblieben, ebenso wie meine offensihthliche Hilflosigkeit, mit dieser Situation noch anders umzugehen, als zum Telephon greifen zu wollen. Ich habe ihn in meine Gebete eingeschlossen. Hoffentlich findet er die professionelle Hilfe, die er braucht. Und hoffentlich ändert sich sein Blick wieder in Richtung Fröhlichkeit und Zuversicht.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

In der Schweiz, in der Schweiz, the days after...

Die "Achse des Guten" bietet eine Art Presseschau zu den Reaktionen auf die Errichtung einer minarettfreien Zone in Europa quer durch Presse und Internet.  Sogar die Bald-Zeitung  bietet 7 Wahrheiten über den Islam, inkl. einer Abstimmung zum Minarettbau in Europa. Momentan haben sich 82% gegen Minarette ausgesprochen. Oh, oh, oh!!! Die Helvetisierung Europas droht...
Viel Freude beim Stöbern!