Montag, 30. November 2009

No. 100

Nun ist es soweit:
Der 100. Eintrag!!!
Meine Güte, wie schnell das gegangen ist.
Zum Jubiläum gibt es einen ästhetisch wertvollen Link zu einem Kirchenausstatter, der so ziemlich alles bietet, was eine gut ausgestattete Kirche braucht, bis hin zum polychrom gefaßten Orgelgehäuse.



Hier geht es zu den sehenswerten Seiten von Davis d'Ambly.

In der Schweiz, in der Schweiz, ...

Zugegeben:
Ich habe eine Schwäche für die starken Kommentare des wunderbar polarisierenden Henryk M. Broder und gleichzeitig für komische oder ungewollt komische Schlager aus den 1920er bis 1960er Jahren. Was kann also passender sein, als einen so trefflichen Text von Herrn Broder zur Entscheidung in der Schweiz mit einem wunnebah schwachen Schlager aus den 1950ern zu kombinieren. Also Video starten (die Tonspur ist wichtig, nicht die Bilder!) und dann in einem anderen Tab den Text von Broder öffnen.


Viel Spaß!

Eine Stimme weniger



Zum Jahresende wird die gute alte Una Voce Korrespondenz eingestellt, da der jetzige Schriftleiter sich leider nicht in der Lage sieht, dieses qualitativ hochwertige Projekt weiterzuführen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese Entscheidung bedauere. Die Una Voce Korrespondenz hat über viele Jahrzehnte Aufsätze und Nachrichten geboten, denen in theologischen Fachzeitschriften und kirchlichen Zeitungen kaum Platz geboten wurde. Weit über den Rahmen der Una Voce Bewegung war sie so etwas wie die eine Stimme des, der kirchlichen Tradition verbundenen Katholizismus in Deutschland und gleichzeitig das Fenster zu den Bewegungen in Frankreich, Italien, England, USA. Hohe Qualität der Aufsätze, saubere Recherche und ein besonnener Grundton waren Markenzeichen dieser Zeitschrift. Ein wohltuender Gegenpol zu den zum Teil hektischen und fragwürdigen Netzangeboten soll jetzt vor dem Aus stehen. Ich hoffe trotzdem sehr auf eine Weiterführung, entweder durch eine Entlastung für den Schriftleiter oder durch Findung eines Kandidaten, der die Nachfolge übernehmen kann und die Verbindung zu den neuen Bewegungen pflegt.
Allen Mitarbeitern ein ganz herzliches Danke und Vergelts Gott!

Mittwoch, 25. November 2009

"Neues" aus dem ZK

Der neue Vorsitzende des Z(d)K, Alois Glück, hat sein Bekenntnis zu den Idealen des realexistierenden deutschen Gremien-Katholizismus abgelegt und gleichzeitig der klerikalen Konterrevolution eine deutliche Absage erteilt. Alois Glück gilt als Vertreter des rechten Reformflügels im ZK.
Unter seiner Ägide wird es wohl kaum zu einer Phase der Perestroika kommen, geschweige den zu einem Dialog auf Augenhöhe mit den neuen und älteren Linken, die heute unter dem Etikett "Generation Benedikt" gehandelt werden.
Wie stark der neue Vorsitzende des Zentralkomitees in den protestantisierten Denkmustern des deutschen Laienkatholizismus verhaftet ist, läßt sich an seinen Äußerungen zum Zölibat ablesen.
Ohne kritische Distanz zu den Aussagen seiner Vorgänger, ohne Blick für die steigenden Berufungen in den linken, rom- und traditionsorientierten Gruppierungen und ohne Blick für den pastoralen Notstand in den (zwangszölibatfreien) protestantischen Gemeinschaften, werden die alten Forderungen nach Abschaffung des Zölibates. 
Ohne einen einzigen neuen Gedanken werden formelhaft die immer gleichen, alten Forderungen gestellt und die Rezepte von vorgestern herausgekramt. Die Weltformel des Zentralkomitees, die Lösung aller Probleme der deutschen Kirche, die allein selig machend Abschaffung des sog. "Zwangszölibates", wird in einem für Katholiken wenig verständlichen Gespinst von ritualisierten Pressekonferenzen und Diskussionpapieren wiedergekäut.
Wer will das ernsthaft noch hören?
Es ist bedauerlich, diese greisenhafte Ideenlosigkeit immer wieder neu erleben zu müssen!
Wie weit hat sich doch das Zentralkomitee von den jung aufkeimenden Pflänzchen eines Katholizismus entfernt, der nach Jahrzehnten einer provinziellen, antirömischen Kulturrevolution in Gebäuden und Köpfen wieder zu den Quellen zurückfindet:
Liturgie, die diesen Namen auch verdient, Gebet, Empfang der Sakramente, Anbetung, Einheit mit dem Heiligen Vater!
An vielen Orten ist das Ende jener Epoche zu spüren, die hier in hohlen Worthülsen weiterhin beschworen wird, der deutsche Sonderweg.
Der junge und linke Katholizismus in Deutschland denkt und empfindet anders. Er sieht sich in einer angeblich globalierten Welt (eine merkwürdige Tautologie, wie ich finde) als Teil jener Gemeinschaft, die schon immer global ausgerichtet war.
Die Zukunft der Kirche liegt nicht in der Kleinstaaterei deutscher Duodez-Verbände und ihrer Potentaten, die ihre Zustädigkeitsbereiche verteidigen wie Gildemeister in der Zeit vor der Aufklärung. Nein, die Zukunft liegt in einer global vernetzten und straff durchorganisierten Kirche, die das lean management der Säkulargesellschaft verstanden hat: Flache Hierarchie mit klaren Zuständigkeiten! Nur so kann ein schnelles und wirkungsvolles Handeln gewährleistet bleiben.
In Wissenschaft und Wirtschaft setzt sich immer mehr eine Einsprachigkeit durch, damit die weltweit Kommunikation funktionieren kann.
Warum bestehen so viele Vertreter des Laienkatholizismus, allen voran das Zentralkomitee, auf "Landesprache"?
Auch im Bereich der Liturgiesprache wird der neue ZK-Vorsitzende kaum eine Position einnehmen, die sich von denen seiner Vorgänger unterscheiden wird.
Zu sehr ist der Gründungsmythos, die einzig wahre Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Geist des Konzils, mit dem alle Greuel und Ausschreitungen in Liturgie, Katechese und Zerstörungen an Kirchengebäuden in den vergangenen Jahrzehnten gerechtfertigt wurden, mit dem Grundverständnis des Z(d)K und der ihm angeschlossene Kader und Verbände amalgiert. Gerade mit dem Thema "Landessprache" und der Errichtung von Stehbuffets verbinden sich viele Dogmen des realexistierenden Katholizismus auf deutschem Boden.
Auch hier werden die Zeichen der Zeit nicht erkannt, Chancen verspielt. Stattdessen greifen die alten Mechanismen immer noch. Der Apparat funktioniert und die Nomenklatura übt auf bekannten Wegen Druck auf Dissidenten aus: Ausgrenzung, Diffamierung, Verfolgung.

Die Chancen für einen Dialog mit dem neuen, jungen Katholizismus sind nicht groß, solange das Zentralkomitee nicht aus den Denkschablonen zwischen Revolution und Konterrevoltion herausfindet.
Es ist Zeit für Glasnost im ZK! Ob aber Alois Glück zu einem Michail Gorbatschow des Z(d)K wird, wage ich nach seinen ersten Auftritten zu bezweifeln. Das ganze erinnert eher unglücklich an das Ende der Ära Chruschtschow, Breschnew oder Erich H.

Ein Refrain eines alten Liedes aus der Gründungszeit der DDR ist mir da in den Sinn gekommen:
"Komm' mit, Kamerad, steh' nicht abseits, Kamerad.
Unser Kampf, Kamerad, ist auch dein Kampf.
Komm' mit, halte Schritt, komm' ins neue Leben mit.
Auf dich kommt es an... auf uns alle!"

Alois, hör' die Signale! 


Samstag, 21. November 2009

Leere Tröge

so möchte ich diesen kurzen Artikel benennen, denn in allen Kirchen, die ich in den letzten Tage besucht habe, sind die Weihwassertröge leer. Die DBK hat zur Vorsicht aufgerufen, weil ja die pandemische Influenza mexicana (porcorum) halb Europa dahinrafft. Ganz nebenbei wird dabei noch einmal zur hygienischeren Handkommunion geraten. Das ist auch eine Methode, die Mundkommunion schnell wieder ins Abseits zu schieben. Besonders interessant ist aber, wie schnell die Weihwasserbecken in den Kirchen geleert wurden. Innerhalb von zwei Tagen gab es im hiesigen Dekanat kein Weihwasserbecken mehr, daß nicht vorsorglich ihres Inhaltes verlustig gegangen war.
Wenn alle Anordnungen der DBK oder noch besser die des Heiligen Vaters so schnell befolgt würden, wie diese hysterischen Hygienemaßnahmen, tja, ... dann...
Wieviele Messorte für den gregorianischen Ritus gäbe es dann wohl?
Davon einmal ganz abgesehen:
Beim Mittagessen kam heute die Frage auf, wie etwas, das uns segnen und auch schützen soll , uns schaden könnte?
Kann Weihwasser, wenn wir es glaubend in den Blick nehmen, Krankheit und Tod bringen?
Seit wann kann die rechte Art des Empfangs der Kommunion von einer Frage der Sauberkeit abhängen und von der Frage der Würdigkeit abgekoppelt werden?
Es gibt demnach eine Art des Kommunionempfangs, der unserer Gesundheit schaden könnte. Der Leib Christi bewahrt dann nicht vor dem Tod (pharmakon athanasias), er könnte ihn bringen!
Und selbst wenn!...
...
Das "Für-wahr-halten" diffuser Panikszenarien scheint wohl tragender zu sein als das Vertrauen auf Gott und die Wirkmächtigkeit der Sakramente der Kirche.

...
Mache ich mir eigentlich allein solche Gedanken?

Donnerstag, 19. November 2009

All Fehd hat nun ein Ende! Hoffentlich!

Wie in diversen Gazetten zu lesen ist, hat das angerufene Landgericht die Klage, der durch kirchenmusikalische Emissionen so schwer in ihrer psychischen Stabilität gefährdeten Anwohnerin des sog. Verdener Domes, abgewiesen. Es hat im Verlauf des Verfahrens entsprechende Schallmessungen gegeben, die keine Überschreitung von Grenzwerten zeigten. Die pensionierte Lehrerin, welche seit 1972 mit ihrem Mann ein Haus in der Nähe des Domes bewohnt, muß weiterhin damit leben, das an der Orgel unterrichtet wird und sich Musiker dort zu Proben treffen.
Der Fall Verdener Dommusik ist ein weiteres trauriges Beispiel für den fortschreitenden Egozentrismus in unserer Gesellschaft. Nach dem alten Spruch "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will!" klagen sich angeblich ruhebedürftige Idioten durch die Instanzen unseres Rechtswesens. Der Begriff Idiot kommt bekanntlicherweise aus dem Griechischen und bezeichnet eine Person, die bei ihrem Handeln nicht an die Gemeinschaft denkt. In diesem Sinne möchte ich das Handeln dieser Lehrerin als idiotisch bezeichnen. Denn soll sich, weil eine Person durch die Dommusik und die Unterrichtsstunden an der Orgel angeblich bis zur körperlich empfundenen Übelkeit gereizt wird, die gesamte Kirchenmusik eingestellt werden oder nur bei schlechtem Wetter stattfinden, wenn sich die ungenannte Paidagogin nicht im Garten aufhält?
Das wäre doch eine Lösung!
Mit dem Wetterbericht für die Region würden dann auch gleichzeitig tagesaktuell neben den Regenstunden die Übungsstunden am Dom veröffentlicht. Das wäre ein wahrhaft salomonisches Urteil gewesen. Denn, ich fürchte, diese Dame wird weiterklagen! Wer sich psychosomatisch so eingeschränkt fühlt, der geht zur Not auch bis nach Brüssel, wie andere klassische eidiotes auch.
Eine ältere Dame, die offensichtlich nach ihrer Pensionierung sehr viel ungefüllte Zeit hat (was übrigens eher untypisch für Pensionäre ist) kann sich an dem Erblühen der Kirchenmusik und damit am Kulturleben ihrer Stadt nicht erfreuen. Ich finde das sehr bedauerlich, wenn ein Mensch zur Musik keinen Zugang hat. Noch bedauerlicher finde ich es, wenn eine Paidagogin einer positiven Entwicklung in einer Stadt mit Brechreiz begegnet.
Gemeinsames Musizieren wird in den letzten Jahren wieder als wichtiges paidagogisches Element in der Erziehung entdeckt. "Jedem Kind sein Instrument" und andere Aktionen nehmen diesen Gedanken auf, um ein gewaltfreies Zusammenleben an den Schulen zu befördern. Musikpaidagogische Gesamtkonzepte führen zum Abbau von Gewalt, veränderten Konfliktstrategien, ermöglichen eine Kanalisierung negativer Emotionen und so fort.
Neben diesen Verzweckungen stellt natürlich Musik und gerade die Kirchenmusik ein zu achtendes Kulturgut dar. Die Kirchenmusik ist gerade in ländlichen Regionen ein wichtiger Exponent von kultureller Arbeit, manchmal der einzige. Wie kann es einer Person, die ihre Arbeitskraft der Heranbildung von Persönlichkeiten gewidmet hat, zuviel werden, wenn in der Nachbarschaft hörbar Menschen einer Sparte von Kultur nachgehen, die elementar zur Bildung dazugehören?
Wie kann ich mir erst ein Haus vor über 30 Jahren im Umfeld des Domes kaufen und mich dann darüber beschweren, daß der Dom nicht nur Bühnendekoration für den eigenen Garten sondern ein lebendiges Zentrum ist?

Es ist einer der wichtigsten Grundsätze unserer Rechtsordnung, daß jeder, der sich ins Unrecht gesetzt fühlt, sich in seiner Freiheit und in seinen Persönlichkeitsrechten beschränkt fühlt, ein Gericht anrufen kann. Bedauerlich ist es aber manchmal, wie diese wichtigen Grundsätze dadurch in ein ungutes Licht kommen, weil Einzelne diese Rechte nicht zum Schutz des Individuums einsetzen, sondern zur Durchsetzung ihrer eigenen, kleinlichen Befindlichkeiten gegen eine Mehrheit von Menschen, die dem Einzelnen nicht schaden will, sondern allein durch ihr Dasein und Sosein zum Störpotential geworden sind. Besonders fragwürdig erscheinen diese Grundsätze dann, wenn solche Kläger dann auch noch Richter finden, die ähnlich denken wie die Kläger und solchen Klagen stattgeben. Der Fall von Recklinghausen St. Peter und anderer Kirchengemeinden, die am Sonntag nur noch  max. 90 Sekunden zum Gottesdienst läuten dürfen, weil ein Nachbar sich im sonntäglichen Schönheitsschlaf gestört fühlten, Sportplätze mit einzuhaltenden Ruhezeiten,... alles das gibt es schon, Kruzifixverbote...
Wer sich ein günstiges Grundstück am Rande eines Truppenübungsplatzes kauft, sollt eigentlich wissen, daß es dort zu entsprechenden Schießübungen kommt.
Wer sich eine Wohnung mit Blick auf ein Autobahnkreuz nimmt, der sollte auch wissen, was er da tut. Desselbigengleichen gilt für Leute, die ihren idyllischen Allstadtgarten zum Kirchhof hin haben. Spätere Reklamationen verbieten sich da von selbst.
Denn alles andere wäre nicht nur Idiotie im klassischen Sinne des Wortes sondern auch im umgangsprachlichen Gebrauch, nämlich Dummheit im fortgeschrittenen Stadium.

Sonntag, 15. November 2009

St. Peter und die Pastorin

In Recklinghausen hat eine evang. Pastorin gegen die Propstei St. Peter geklagt. Ihr war der nächtliche Stundenschlag auf die Nerven gegangen. Das Gericht gab ihrer Klage statt und verdonnerte die kath. Propsteigemeinde dazu, zwischen 22.00h und 6.00h den Stundenschlag abzustellen.
Das ist doch mal ein echter Akt der gelebten Ökumene!
Ich schlage eine Erweiterung der Läuteordnung vor! :-)
Der WDR weiß mehr zu berichten.

Freitag, 13. November 2009

Neue alte Prächtigkeit

Es gibt in Kanada wieder Illuminationsmöglichkeiten für das Requiem I. und II. Klasse. An der Farbe der Kerzen muß zwar noch gearbeitet werden, aber sonst?

Freitag, 6. November 2009

Aus gegebenem Anlaß

eröffne ich mal wieder ein Reservat für einen bedrohten Erzbischof!

Wer das Schutzgebiet in der Blogozese erweitern möchte, ist herzlich zur Übernahme der Grafik eingeladen!