Samstag, 19. September 2009

Einblicke in die Welt der Freimaurer

verspricht dieser Buchtipp bei kath.net.
Interessant ist die Leseprobe und ganz besonders die darin auftauchenden Personen.

Freitag, 18. September 2009

Ein adeliger Link

zu einem europapolitischen Thema, das ein wenig in Vergessenheit zu geraten droht, für das christliche Europa weitreichende Folgen haben kann. Also: Aufgemerkt!

Dienstag, 15. September 2009

Haben wir die Wahl? (WDR5)

Als ich gestern Abend vom Dienst kam, hatte ich im Auto die Chance, WDR 5 zu hören. Es lief ein Feature zur Veränderung unserer Demokratie in der Bundesrepublik und der politischen Kultur unter dem Titel "Haben wir die Wahl?".
Im Internet gibt es eine Hörprobe und das gesamte Manuskript. Sehr hörens- und lesenswert. Die Sendung ist ein Beispiel für guten Journalismus und gut angelegte Rundfunkgebühren. Wenn der Rest der Medienlandschaft ähnlich arbeitete, hätte ich weniger Sorge um das demokratische Gefüge unseres Landes. Ein dreifach Hoch auf die öffentlich-rechtlichen Sender!

Montag, 14. September 2009

Entscheidungshilfe? Der Wahl-O-mat

der Bundeszentrale für politische Aufklärung ist ein interessantes Gerät.
Mit dem Wahl-O-maten kann anhand von 38 Fragen herausfinden, welches Parteiprogramm am ehesten zu den eigenen Überzeugungen paßt.
Ergebnis bei mir:
Die höchste Trefferquote hatte nach der ödp, das (abgehalfterte) Zentrum und Die Linke, gefolgt von Grünen und Piraten.
Ich war etwas erstaunt über diese Diagnose: franziskanisch angehauchter Herz-Jesu-Sozialist mit Hang zum Freibeuter!
Das Verhältnis zum meiner guten alten XXX (Keine Experimente!) ist ja schon länger gestört, aber so ein Ergebnis hatte ich nicht erwartet!
Probiert es mal aus!

Mittwoch, 9. September 2009

Das Verbot der Segnung während der Kommunion

ist nur eine der unbekannten oder nicht umgesetzten Neuregelungen in den reformorientierten Bistümern des deutschen Sprachgebietes.
Ein paar Beispiele für vergessene Novellen aus dem Eingangskörbchen der DBK finden sich bei Gotteslob.
Die bisher nicht in deutscher Zunge vorliegende Fassung des Segnungsverbotes sub communione finden sich auf Englisch hier.

Dienstag, 8. September 2009

Neues vom ZK

Der 69jährige Alois Glück beerbt den 72jährigen Hans Joachim Meyer als Vorsitzender des Z(d)K.
Näheres bei kath.net. Na dann mal herzlichen Glückwunsch!

Namenswechsel

Kaum ein Jahr später habe ich dann endlich auch entdeckt, wie ich meinen Bloggernamen und nicht mein Postfachanschrift in die Anzeige des Profils bekomme. Ich bin begeistert. Man lernt nie aus!

Ich hab so Heimweh nach der Bonner Republik!

Vorgestern wurde der Waschzettel der DBK zur Bundestagswahl in vielen katholische Pfarreien unseres vereinigten Vaterlandes verlesen und ersparte so vielen Priestern die Auslegung des Evangeliums unseres Herrn und Heilandes. Da ich es aufgrund einer aktuellen und gefährlich niedrigen Frustrationstoleranz in liturgischen Belangen vermieden habe, einem der ortsüblichen, familienorienterten Hochämtern beizuwohnen, ist mir diese homiletische Ersatzhandlung erspart geblieben. Nach einigen verstörten Berichten in der wachsenden Blogoezese hab ich es mir höchstselbst heruntergeladen und gelesen.
"politisch-korrekte Grüße aus einem heiteren Paralleluniversum" könnte ein treffender Titel für den Inhalt sein, wenn man etwas Abfälliges formulieren wollte.
Bloß keine eindeutig kritische Aussage machen! Wunderbar ausgewogen!
Nach der Lekture frage ich mich allen Ernstes:
Wovor haben die eigentlich Angst? Ist denen alles egal? Wollen sie mal wieder keinen verprellen?
Das Problem liegt aber woanders und es ist, so glaube, ich viel schlimmer.
Die wirtschaftsliberalisierte, verkohlte und protestantisch-vermerkelte CDU ist für einen Katholiken kaum noch wählbar, wenn er sich auch nur ansatzweise an die Grundfesten der katholischen Soziallehre erinnern will! Von der Morallehre schweige ich lieber vollkommen! Ich erinnere nur an die unglaublichen Attacken auf den Heiligen Vater zu Beginn des Jahres 2009: Schlecht informiert, bis weit über den Rand der völligen Ahnungslosigkeit, aber medienwirksam hat unsere Perle aus der Uckermark den Papst abgemahnt. Natürlich nur in den Medien!!! wo auch sonst? Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte sie ja nicht den Kontakt zu Benedikt XVI. gesucht, sondern ihre Schelte nur in die Kameras gesprochen. Es ist vielleicht von einer protestantischen Pastorentochter auch zu viel verlangt, mit dem römischen Machthaber einer offensichtlich fundamentalistischen Religionsgruppe in einer solchen Affaire ein Gespräch zu führen und sich mal gegen die Brandung einer verirrten Presse und fanatisierter Papstgegner zu stellen oder?
Es hätte ja auch mal anders kommen können:
Die Kanzlerin läßt sich über die Hintergründe der ganzen Aufregung vom deutschen Papst persönlich aufklären. Sie gibt daraufhin eine Pressekonferenz, in der sie sich als Protestantin schützend vor den Papst stellt, lädt den Nuntius demonstrativ zu einem Abendessen ein und entschuldigt sich für den schlechten Journalismus, der lieber auflagenträchtig Emotionen schürt als Fakten zu recherchieren. Das wäre doch mal was gewesen! Nein, so ist es aber leider nicht gekommen. Alles ist mal wieder zielgruppenorientiert verarbeitet worden, nicht im Sinne der Wahrheitsfindung sondern im Namen des Umsatzes und möglicherweise steigender Umfragewerte.
Was ich damit sagen will, ist Folgendes:
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl ist beredter Ausdruck für das "katholische Vakuum" in der Parteienlandschaft der 2. Berliner Republik und den fehlenden Mut der DBK dies auch deutlich zu benennen. Es fehlt eine ernsthafte und profiliert katholische Alternative! Wer sich über den traurigen Zustand der ehemals katholischen Deutschen Zentrumspartei informieren möchte, dem genügt ein Blick in den Eintrag bei wikipedia: Kein katholisches Profil, versuchte Zusammenschlüsse mit der evangelikalen PBC und Vorstandsmitglieder aus der durchgedrehten Hamburger Schill-Partei prägen hier die jüngste Vergangenheit.
Der Hirtenbrief ist auch Ausdruck der Hilflosigkeit gegenüber der Errosion des gesellschaftlichen Konsenses und gegenüber dem fragwürdigen Zustand der Demokratie im wiedervereinigten Deutschland des Jahres 2009.
Für alle, die Kontraste mögen, habe ich zwei hochinteressante Links.
Beide führen zu pdf-Dateien auf der Homepage der DBK:
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl 2009
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl 1980
Da war noch Zug in der Truppe!
Meine Güte, 1980! Helmut Schmidt, Josef Ertl, Herbert Wehner, Franz Josef Strauß,...
Wenn ich aus der Schule nach Hause kam, dann lief das Radio in der Küche oder der Fernseher im Wohnzimmer. Die Debatten aus dem Bundestag liefen in der ganzen Nachbarschaft, sogar in den Schrebergärten! Jeder in der Familie war interessiert und wußte auch ziemlich genau, worum es ging! Die Debatten gingen beim Abendessen und auf den Familienfeiern weiter. Politikverdrossenheit war ein noch nicht erfundenes Wort.

Wir leben in der talkshow-republik berlin2.
Keiner ist damit zufrieden, aber fast überall läuft am Sonntag Anne Will in der Flimmerkiste!
Statt der Bundestagsdebatten dudeln verblödende Sitcoms auf allen Kanälen den Menschen die müden Köpfe voll!
Ich hab kein Heimweh nach dem Kurfürstendamm und werde es sicherlich nie entwickeln.
Aber nach der guten, alten Bonner Republik, mit kantigen Politikern, spannenden Bundestagsdebatten, wo es noch um Überzeugungsarbeit zum Wohl des Landes und der Bürger ging, nach der sehne ich mich zurück und ich glaube die deutschen Bischöfe tun das auch.

Freitag, 4. September 2009

Die Glosse zum Freitag: Wenn es so einfach wäre...

Breviarium Pauli schreibt über la malaise catholic allemande und über sein Verständnis einer Hermeneutik der Kontinuität.
Tenor ist nach meiner Lesart:
Alles schön tiefsinnig, was ihr lieben Mitblogger da schreibt, aber bringt uns nicht wirklich nach vorne! Das ist gute alte deutsche Grübelei. Sucht euch eine schlagfertige geistliche Gemeinschaft, traut auf das Wirken des Hlg. Geistes und dann klappt das schon. Gott gibt schon die Antworten.

Das mag für die eigene Frömmigkeit im privaten Kreise ja manchmal klappen. Geht es aber raus in die Gemeinde ,wenn man aber andere Vorstellungen hat, als seine lieben Mitpfarrkinder, sein Herz nicht nur in der eigenen Betbutze erfreuen möchte, de wird schnell merken, wie wenig die "Hermeneutik der Kontinuität" außerhalb dieser Sonderveranstaltungen möglich ist.
(Nur am Rande: der Begriff der Hermeneutik ist mir schon immer obskur gewesen und wird es auch bleiben, da er für alles und nix herhalten muß und nix wirklich aussagt.)
Sich beim Opus Dei aufbauen zu lassen, mag ja für manchen passen. Aber ist das nicht auch eine kleine private Flucht in eine heilere Welt, wo man so für sich ist...? Nur mal als Frage!

Was ich meine läßt sich mit einer alten Fußballweisheit sagen:
Ernst is aufn Platz! ( Sepp Herberger?)

"Morbus teutonicus" ist eine Art Pandemie mit schleichendem Krankheitsverlauf und einer sehr unklaren Symptomatik, wie ich finde. Die Träger dieser Krankheit sind aber nicht die katholischen Blogger, welche immer neue Symptome zusammentragen!
Was ich darunter verstehe?

An dieser Stelle mein Kommentar zum Artikel, den ihr hier lesen könnt:

"Ich halte die Beiträge nicht für den Ausdruck typisch-deutschen Grüblertums sondern für den Ausdruck echten Leidens am realexistierenden deutschen Katholizismus, der alles ist, nur nicht römisch.

Ich freue mich für Dich, wenn Du beim OD die geistliche Begleitung gefunden hast, die Dir entspricht. Mein Weg ist das ganz bestimmt nicht, muß es auch nicht sein. Mir stecken da zu viele spezifisch spanische Impulse im Leben des OD, die auch eine bestimmte Zeitfärbung haben. Aber darum soll es ja nicht gehen!
Morbus teutonicus!
Träger dieser Krankheit sind nicht unbedingt die Blogger, die sich über die Zustände innerhalb der von ihnen geliebten Kirche etwas von der Seele schreiben. Es ist eher Ausdruck dessen, daß sie mit den Trägern dieser Krankheit leben müssen und keine Mittel haben, diesen zu helfen.
Morbus teutonicus ist für ich bei den Hauptbedenkenträgern gegeben, die z.B. keinen in der Gemeinde mit Frömmigkeitsformen überfordern wollen, mathematische ausgedrückt die Gemeinschaft des KGV (Kleinstes Gemeinsames Vielfaches) durchsetzen wollen. Kirche als Wohlfühlgemeinschaft und nicht als Weg der Nachfolge, ist eines der Wahnbilder. "Wir sind Kirche" heißt dementsprechend das Motto. Das Verständnis einer Anbindung an die Vorgänger im Glauben und an die Zukunft in Gott dienen nur noch als Schablonen, um die eigene richtige Position zu bestätigen. Das Gestrige ist vergangen im Sinne von überholt und die Zukunft ist himmelblau. Vertreter der Tradition sind somit Ewiggestrige und die Mahnung an ein Gericht wird zur gemeinen moralischen Drohbotschaft. Einher geht dieses Krankheitsbild mit einer hohen Kritiklosigkeit gegenüber allen Aufweichungstendenzen in Liturgie und Lehre sowie einer hohen Aggression gegenüber allen Formen traditioneller Frömmigkeit und Lehre, Prozessionen, Andachten etc. Deren Vertreter werden in Gemeinde und auch in manchem Bistum durch Dialogverweigerung, Mobbing und anderer explizit christlicher Deeskalationsstrategien marginalisiert und zum Teil unter dem Vorwurf des Antisemitismus kriminalisiert.
Morbus teutonicus ist damit eine Art nachkonziliare Mutation des Gallikanismus oder Josephinismus."

Liturgischer Widerstandskämpfer

Ich hatte schon seit meiner Kindheit ziemlichen Respekt vor dem Werk des Schriftstellers J. R. R. Tolkien, wenn ich auch nicht ein großer Fan seiner Bücher geworden bin, ganz im Gegensatz zu manchem Klassenkameraden, die Schriftzeichen und Sprachen lernten, Karten von Mittelerde anfertigten... Not my cup of tea!
Was ich aber heute auf einem anderen Blog gelesen habe, macht ihn mir auf eine ganz andere Weise noch einmal sympathisch: Tolkien war liturgischer Widerstandskämpfer und was für einer!
Aus den Erinnerungen seines Enkels Simon Tolkien:
"I vividly remember going to church with him [J.R.R.] in Bournemouth. He was a devout Roman Catholic and it was soon after the Church had changed the liturgy from Latin to English. My grandfather obviously didn't agree with this and made all the responses very loudly in Latin while the rest of the congregation answered in English. I found the whole experience quite excruciating, but my grandfather was oblivious. He simply had to do what he believed to be right..."

Na, wer traut sich?
Wo geht es ab Sonntag los, wenn es mal wieder heißt:
"Ich begrüße sie alle gaanz, gaanz herzlich zu unserer Messfeier, die an diesem Sonntag dem Motto 'Wir sind Gottes Melodie' steht und vom Frauentanzkreis gestaltet wird."?

Antwortbeispiele:

ET CUM SPIRITU TUO ! ! !

oder noch passender:

MISEREATUR TUI OMNIPOTENS DEUS ET DIMISSIS PECCATIS TUIS PERDUCAT TE AD VITAM AETERNAM ! ! !

Dann kommt aber Schwung in die Sache!
Vorsicht! Es winkt die Krone der frühen Vollendung!
Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie den Kardinalgroßpoenitentiar oder die Congregatio de Causis Sanctorum!