Donnerstag, 31. Dezember 2009

Rosch ha Schana!

Allen Leser dieses Blogs, ob regelmäßig, unregelmäßig, regelmäßig erfreut / verärgert oder unregelmäßig, allen wünsche ich einen guten Rutsch ins Jahr 2010 und Gottes Segen für alle Unternehmungen!
Bleibt schön katholisch!

Donnerstag, 24. Dezember 2009

In freudiger Erwartung

...auf das, was nun über uns hereinbrechen wird, wünsche ich Ihnen und Euch schon jetzt ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Seid bereit! (Ramtatam) Seid bereit! (Ramtatam)...

Ihr lieben goldigen Mitblogozesanen,

sicherlich habt Ihr Euch schon gefragt, warum der gute Laurentius sich in den letzten Tage nicht geäußert hat. Tja, der Advent hat mich erwischt, eiskalt!
*flöt* Kalingglöckchen, klingelingeling, Kalingglöckchen kling...
Wie fröhlich und wohltuend sind doch diese Wochen der Vorbereitung auf die Menschwerdung unseres Herrn und Heilandes! Zu keiner Zeit des Jahres menschelt es so sehr in den Städten und Dörfern unseres so geliebten und schönen Heimatlandes und nie sind die Feierstunden in unseren Bethäusern lieblicher gestaltet
*sing* "...als zu der Wei-hei-nachts-zaaaait..." *Lied aus!*
Advent! Wenn ich das schon höre! Advent! Da krichisch Plaque!
ADVENT??? HA!
Halloween ist das, aber das echte Halloween!
Kein Gruselfilm oder Kinderscherz zwischen "Süßes oder Saures!"
Das ist bittere Realität! Das sind die Wochen der Untoten der Liturgiegeschichte und der unerlösten Seelen der Bastelkreisästhetiker! Was sich in diesen Wochen abspielt, stellt selbst Murnaus Nosferatu in den Schatten. Murnaus Nosferatu ist ein Klassiker der Filmgeschichte. Den schaut man sich an, wenn man ihn sehen will und nach dem Abspann ist der Spuk vorbei. Aber das ist die harte Realität. Dagegen hilft kein Knoblauch und kein Weihwasser! Freunde! Das sind andere Kaliber!
Kaum ist das Christkönigfest gefeiert, dann tun sich die Türen der Gruppenräume in den Pfarrheimen auf und das höllische Spiel beginnt. Zuvor haben sie Kellerschränke und Dachbodentruhen durchsucht und es passiert das, was passieren muß:
Die alten, längst vergessenen und in der Altpapiertonne geglaubten Liederbücher der Betroffenheitsära werden gehoben und geöffnet, die Schulblockflöten werden aus den Plastiksarkophagen gehoben und erstehen in den Händen von Eltern und Musikpädagogen zu alter und grauenerregender Größe und Form.
Die Hüter der Arkandisziplinen rafften eilig alles zusammen, packten noch kindersichere Bastelscheren, Glanzpapier und Pritt ein und beginnen nun, an den dunkelsten Tagen des Jahres mit ihrem grausamen Werk: Die Initiation der unschuldigen Kindlein in die Ersatzriten der Konzilsgeistbeschwörer zwischen Hindenburglicht, Bastelstern, Kinderpunsch und Klampfe!
Sie rotten sich mit den pastoral Assistierenden zusammen, die schon mit ihren bis fast zur Unkenntlichkeit weiterkopierten Konzepten und den sich immer wieder wie Vampire verjüngenden Vorbereitungskreisen bereit stehen, um ein weiteres Jahr alles, aber auch alles, was an Liturgie in dieser Zeit in den Gemeinden passieren könnte, im Keim totzududeln und totzulabern!
Nein, nicht nur auf Weihnachtsmärkten, bei Adventfensteraktionen, bei Kindergartenfeiern und Altenheimveranstaltungen sind diese ewiggestrigen Gutmenschen mit ihrem besinnungslosen Besinnlichkeitswahn anzutreffen! NEIN! Wie ferngesteuert wanken diese Gestalten unaufhaltsam auf die Kirchen los, die armen Kindlein im Schlepptau. Un dann geht es erst richtig los:
Sie zerschrummeln und zerblasen die Heiligen Messen an den Sonntagen des Adventes, wo immer sich ihnen auch nur die geringste Chance bietet. Wenn Kirchenmusiker und Priester nicht frühzeitig immunisiert worden sind und keine starken Abwehrkräfte haben, fallen sie in die Kirchen ein und walzen dabei pandemisch alles nieder, was sich ihnen liturgisch in den Weg stellen will:
Da werden die Lesungen munter gegen selbstgestrickte "Anspiele" ausgetauscht.  (Oh ihr Unwissenden! Dieses Wort allein ist schon ein Provokation! Flanke zu Pezzoni, du Pfeife, Du sollst den Pezzoni ANSPIELEN, du Tünn!...Anspiel is aufm Platz!)
Besinnlichkeitstexte werden vorgetragen a là "Nimm dir Zeit für dich! Gott möchte nicht, daß wir zerzaust von Streß an Weihnachten zu Hause miteinander feiern!"
Richtig, denke ich mir da immer wieder! Gut, daß das endlich mal einer laut sacht!
Denn wir wissen ja alle, wie schlimm Sodbrennen werden kann, wenn man zwischen Gans und Kuchen mit dem Spülen nicht hinterherkommt und Streß aufkommt.
Das ist auch nicht gut für die Speiseröhre! Da kann Krebs inne Speiseröhre von kommen, wenn man immer so hastig ist!
GÜTIGER HIMMEL!
So was muß man sich als Predigtersatz (kunstvoll wie unerlaubt um das Evangelium drapiert) von der Pastoralen bieten lassen!
Kein Wunder, daß der Papst extra vor Weihnachten noch mal darauf hingewiesen hat, daß Weihnachten kein Kindermärchen ist.
Gezz mal ehrlich: Da kann ich besser das Weihnachtsspecial von "Meine Familie und ich" an der Supermarktkasse erstehen. Da sinn wingstens noch tolle Rezepte drin!

Und dann diese Lieder, irgendwo aus "Wir sind Gottes Melodie",  "Troubadour Gottes" und Rolf Zuckowskis Liederbuch zusammengeschabt. Mach End oh Herr, mach Ende rufe ich dann in meiner Verzweiflung, aber es geschieht nichts.
Und dann stehen sie alle wieder da, die Gespenster aus meiner Jugend und halten eine weitere Generation in ihren Klauen. Die armen Kleinen müssen plochflautend und singend die halbgaren Wohlfühltexte der Gemeinde vortragen, die Ihnen von (innerlich) angegrauten Damen und Herren vorgegeben wurden. Dann stehen sie da und gestikulieren mit Armen und umgehängten Guitarren und zwingen die Kinder in den Takt der ewig gleichen Lieder... Es ist so grauenerregend! Die armen Kinder....
Keinem fallen die offensichtlichen Parallelen zwischen manchem Azwenzlied und irgendwelchen FDJ-Märschen auf!
Ein Beispiel: Ein kleinerverschobener Akzent  in dem Lied "Im Advent, im Advent"  und schon haben wir einen Marsch für die Jungen Pioniere und es paßt ein roter Text drunter.
Beim Refrain hab isch mer mittlerweile anjewöhnt, mit erhobener, geballter Faust in der Bank zu stehen und in die Pausen "Ratatam" reinzusingen! Seid bereit (ramtatam)! Seid bereit (ratatam)!
Das gefällt nicht jedem!
Aber guckt doch mal, es kann dann auch so weitergehen:
"Denn der Sieg der Partei, der ist nicht mehr weit!..."
Das merkt in dem Moment keiner!
Ach es ist so schrecklich!
Keiner sagt: STOP! Keiner erlöst mich aus diesem Albtraum!
Nein, sie fangen an und es wird wie immer furchtbar! Die Guitarren verstimmt, die Plochflauten geben die Kompromisse ihrer Bohrlöcher hörbar preis, die Kinder singen lustlos und "unter Ton" und in offensichtlicher Unkenntnis der Intervalle, Texte von tiefer Belanglosigkeit. In den Gesichtern der Eltern und Großeltern macht sich ein friedvoll gestimmtes Lächeln breit, als wenn Dr. Marbuse gerade ein geruchloses Nervengas in die Kirche geleitet hätte, das alle zu willenlosen, geistlosen und kritiklosen Zombies macht, während der Kindersingkreis am Ende der Zeielen immer weiterabsackt, weil die Kinder ohne Zwerchfellstütze vor sich hin singen. Also mir tut das weh! Anderen offensichtlich nicht..
Ach ne wat nett! Das machen die aber gut! Auch Celine hat ja gut gesungen.... Herr  x / Frau y geben sich immer so viel Mühe mit den Kindern...
Da möchte ich dann immer losschreien und das unüberhörbare beim Namen nennen:
MÜHE? Welche Mühe? Vergebliche Mühe würde ich das nennen! Das ist ja wohl ein musik- und pastoralpädagogischer Offenbarungseid gewesen, was wir hier erlebt haben. Waterloo, Verdun, Dunkerque! Seid ihr alle taub oder bin ich ein durchgedrehter Snob (ein Anfall von Selbstzweifel)?
So eine unmotivierte und schlecht vorbereitete Truppe schickt man nicht zum Rumkrähen in die "Familienmesse"! Die gehören in ein Probenwochenende geschickt und diese Zupfgeigenhansel in einen Auffrischungskurs über die Weiterentwicklung der Musikgeschichte seit 1973!
HALLO? BOOTCAMP in Sachen Geschmack für alle hier!
Es geht ja noch weiter!
Diese Roratemessen! Da werden Kirchen stimmungsvoll mit Kerzen ausgeleuchtet. Der Mensch gerät in eine Atmosphäre von Raum und Licht, die ihn wieder zum Mystiker werden lassen könnte.
Ein Schola intoniert zum Einzug das Rorate coeli und dann,
ja dann geht das Gesabbel los. Ich begrüße sie herzlich in dieser tollen Atmosphäre... bla bla... Dank an die Schola, die so stimmungsvoll mit diesem uralten Gesang... blubber sülz.... und dann, Achtung!!!!: Leider können wir uns bei dieser Beleuchtung ja gar nicht gegenseitig in unsere schönen blauen Augen sehen. Darauf müssen wir heute mal verzichten! AAAAAAHHHH!
Besser kriegt man es nicht kleingesägt. Das ist doch ne Slapstick-Nummer!
Jetzt mal anders herum beleuchtet:
Wer würde bei einem Candlelight-Dinner mit dem Objekt seiner privaten und binnenmenschlichen Adoration schon sagen:
Tolle Atmosphäre, Schatz, aber schad, daß ich dich nicht so gut erkennen kann wie bei Flutlicht!
Wenn man Glück hat (und das ist einem in solchen Momenten nie hold), wird das als eine Art Kompliment aufgefaßt!
Außerdem:
Wer geht in die Kirche, um seinen Nachbarn in die Döppen zu schauen und Augenfarben zu bestimmen?
Ein Hauch von Wehmut über eine verpaßte Chance zu einer "Gemeinschaftsmesse" hat da wohl die Worte des Vorstehers ein wenig grau eingefärbt!
Ich könnte mich aufregen!
Wissen Sie, wißt Ihr, warum es mich so hart angeht in diesem Jahr? Wißt ihr, warum ich mich derart aufrege?
Es ist nicht die Wut über das, was man mir in meiner Jugend ansatzweise alles in der Jugendpastoral angetan hat. Nein! Das habe ich längst verarbeitet! Nein!
Ich habe einen Fehler gemacht und zwar einen ganzen dicken Fehler. Ich habe mal wieder unvorsichtigerweise einen Schritt einfach so in eine Kirche gemacht, ohne vorher Erkundigungen über Zelebrans und mögliche Mittäter einzuholen. Angeschärft wurde das ganze dadurch, daß ich das Pharmakon athansias kurz hintereinander auf zwei unterschiedliche Arten empfangen wollte, die, wie sich beim zweiten Gang zeigte, kontraindiziert waren:
Ich war an einem Samstag in einer Messe im Ordo originis (seufz...) und bin dann am Sonntag (um der Sonntagspflicht nachzukommen und weil ich etwas verschlafen hatte) unvorsichtigerweise aufs geratewohl in eine Messe innerhalb des Dekanates, ohne nachzusehen, wer da so alles mitwirkt.
Falsch! Ganz falsch!
Und sie waren alle da, aber auch wirklich alle:
Die Pastorale, die den Aufgang zum Altar offensichtlich mit der Showtreppe verwechselte und das Handmikro wie Harry Wijnvoord bei "Der Preis ist heiß" hielt, die Schar der unnötigen Kommunionhelfer in unpassenden Winterjacken, die Lektoren mit Leseschwäche, hampelnde Ministrantinnen, der frustrierte Kirchenmusiker, die St. Schubiduh-Combo mit vorgeschobenen Kindern, die schlecht kopierten Liederzettel, das Anspiel, die Fürbittenersatzstoffe, der Pfarrer, der immer freundlich zwischendurch ein wohnzimmerndes "Bitte nehmen Sie doch Platz!"einstreute und die Feier klassisch  durch das lustlos und stockend improvisierte Schlußgebet und einen Schlußsegen beendete, wie ich ihn noch nie gehört habe und nie wieder hören möchte: "Möge alles das, was ich ihnen wünsche, in Erfüllung gehen! Das gewähre euch der Vater,.... Kommen sie gut nach Hause!"
Kerl inner Kiste ne!
Das ist ein Kontrastprogramm! Jottermuttes!.
Der Schüttkübel mit Eiswasser nach dem Saunagang ist dagegen ein moderater Temperaturumschwung!
Zartfühlend, wie Sie ja nun alle sind / ihr alle seid, wollt ihr jetzt bestimmt wissen, wie es mir danach ergangen ist.
Keine Sorge! Es geht mir schon wieder besser!
Isch will mal eso sagen:
Die Nebenwirkungen lassen nach über einer Woche jetzt langsam nach.
Die Fieberträume von marodierenden Blockflötenzombies und Gemeinden in Karnickelstarre lassen langsam nach, ebenso die Kreuzzugsphantasmata und andere nächtliche Schwertmissionsversuchungen und Inquisitionssehnsüchte. Auch die Phantasien nur noch mit Pflöcken und Hämmern und über mit gesegneten Silberkugeln aufmonitionierten Jagdflinten abgesichert in die Kirche gehen zu können, ebben ab.
Eines glaub ich aber janz bestimmt seit diesem Sonntag, dat könnter mir glauben:
So schlimm können die Booster bei den Schweinegrippenimpfungen nicht sein!
Naja, juut, Grippe vom Schwein, is ja auch nur en Krankheit. Die geht widder vorbei.
Abber wenns quasi ums Seelheil jeht, dat fährt einem dann schon schwer in die Knochen!
Man merkt halt schon: Damit is nich zu spaßen!
Denk immer daran:
Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine, et homo factus est!
In diesem Sinne:
Paßt auf, wo ihr hingeht! Es geht um... Uaaahhhh!!!
Seid bereit! (Ramtatam) Seid bereit! (Ramtatam)...

Montag, 7. Dezember 2009

Rütlischwur und Erzb. Zollitschens Kampf für die Gemeinschaftsmesse

"Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern..." So beginnt der Text des Rütlischwurs in der hochdeutschen Fassung unseres verehrten Dichterfürsten Friedrich von Schillers. Nun scheinen einige Brüder (und Schwestern) sich doch etwas von den anderen Brüdern (und Schwestern) distanzieren zu wollen. Die Regierung geht auf Abstand zum unverständigen Volk und ist offensichtlich nicht gewillt, Volkes Wille auch zu vertreten. Brechts Gedicht "Die Lösung" (...das Volk hat sich das Vertrauen der Regierung verscherzt...) kam auch H.M. Broder in den Sinn. Sein Beitrag auf der Seite der guten Achse ist mal wieder mehr als lesenswert!
Wer Informationen zur Lage der Christen im Kulturraum unserer muslimischen Geschwister haben möchte, der sollte sich als kleines Update das Interview mit Berthold Pelster bei kath.net gönnen

Der Vorsitzende der DBK (nicht verwandt und nicht verschwägert mit gleichklingender Versicherungsgesellschaft) hat einmal mehr seiner Abneigung gegen die Gregorianische Messe Ausdruck verliehen. In einer biographischen Notiz im Rahmen eines Interviews deutete er seine Mittäterschaft beim Kampf für die Gemeinschaftsmesse an. Neben einigen anderen theologischen Merkwürdigkeiten zur Rolle der DBK und der Ausübung des Lehramtes, die ich immer beim Heiligen Vater wähnte, ist die Form der Angänge gegen die neue liturgische Bewegung hochspannend. Er wirft den so verschwindend wenigen Befürwortern der "Alten Messe" Nostalgie vor. Aber womit rechtfertigt der DBK-Vorsitzende seine Position? Mit einem nostalgisch anmutenden Blick auf die wilde Kampfzeit seiner Jugend! Nun fragt sich, wer hier der Nostalgie anhängt?
Ein DBK-Vorsitzender, der den N O  offensichtlich als Erfüllung seiner Jugendträume ansieht oder die neuen "jungen Wilden", die im O O eine Quelle ihrer Spiritualität entdeckt haben?
Werden hier nicht wieder Biographie und Tradition verwechselt?
Hoffen wir darauf und beten wir dafür, daß die Bischöfe unserer Una Sancta den Weg der Versöhnung gehen und allen Ausgrenzungen Brücken bauend entgegentreten.

Samstag, 5. Dezember 2009

Merkwürdigkeiten vom Donnerstag

In diesem Weblog erzähle ich sonst wenig bis gar nichts aus meinem Alltag. Kirchliches, allzu kirchliches steht im Vordergrund. Der letzte Donnerstag aber war derart verrückt, daß ich hier mal eine Ausnahme mache.
Es fing alles damit an, daß ich den Briefkasten öffnete und neben viel Reklame, dem braunen Umschlag aus der Kölner Geldorpstr, Spendenaufrufen etc. auch einen dickeren Umschlag aus den südlicheren Gefilden unserer Bundesrepublik fand.
Er enthielt das Mitteilungsblatt der Priesterbruderschaft St. Pius X. und einen kopierten Brief von Pater Franz Schmidberger. Darin war zu lesen: " Wir haben Ihre Adresse aus unserem Bekanntenkreis zugesandt bekommen mit der Auskunft, Sie wären eventuell an dieser Zusendung interessiert..."
Seither quält mich die Frage, wer aus meinem Bekanntenkreis hat da meine Adresse weitergegeben?
War es jemand aus der Pfarrei, böswillig mobbend (da gäb es wohl einige KandidatInnen) oder wohlmeinend?
War das ein Scherz, ähnlich dem Scherz, bei dem irgendein Spaßvogel mir mal nen Katalog eines Flensburger Unternehmens hatte zukommen lassen?
Mal sehen! Ich krieg das schon raus!
Da ich mal frei hatte, las ich das Heftchen kurz an. Nun denn...
Es fehlten noch ein paar Teile fürs Büro. EinVerteilerstecker mit Blitzschutz, ein WLAN-USB Stick und anderer Tüddel für den Rechner. Flugs ins Auto gesetzt und zum nächstliegenden Elektrohändler gesaust.
Als ich bei dem Händler ankam, der nach eigenen Aussagen nur über intelligente Kunden verfügt, war ich doch sehr verwundert, daß man mich dort offensichtlich für blöd verkaufen wollte. Dieselbe Steckerleiste war hier um (Achtung!) 20, in Worten: ZWANZIG Euro günstiger als in einem anderen Laden derselben Kette. Mit diesem unerwartet günstigen Einkauf machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Hause.
Wie das so ist: Man kennt die Strecke, fährt sie auch demnetsprechend eher halb dösend oder wie Fachleute sagen in Alltagstrance. Es passiert nichts ungewöhliches. Die Ampeln sind mal grün, aber meistens rot. So stand ich in einem Nachbarort an einer roten Ampel, vor mir ein Wagen der Stadtreinigung dieselte vor sich hin. Und dann auf einmal ein Ereignis von solcher Seltenheit ich habs nicht wirklich kapiert. Eine Person querte die Straße. ein junger Mann,Mitte bis Ende zwanzig, längere schwarze Haare, guter Schnitt, ein durchaus hübsches Gesicht und eine beneidenswert gute Figur, die in eine Modezeitung gepaßt hätte. Der Blick war starr und ziemlich verzweifelt. Irgendwas stimmte mit ihm nicht. Ich hatte das Gefühl, daß sich hier seelische Abgründe und Nöte in den augen zeigten, die furchtbare Ausmasse haben mußten. Komisch, was man in ein paar Sekunden so alles wahrnimmt und was man zwar sieht aber nicht bemerkt. Er verschwand hinter der nächsten Hausecke.
Dann sinterte ein Gedanke durch meinen Kopf, der mir schnell deutlich werden ließ, daß ich nicht ganz wach sein konnte: Typisch! In jeder Aufführung muß ja ein Quotennackter auftreten, sonst sind die Regisseure hier ja nicht zufrieden. Zunächst einmal war ich in einer Nachbarstadt jenes Theaterzentrums des Ruhrgebietes, das über Jahre solche Aufführungen bot. Außerdem saß ich im Auto und nicht im ersten Rang. Es ist Dezember, es regnet und Du stehst an der roten Ampel.
Hab ich da gerade einen nackten Mann gesehen?
Nichts um mich herum zeugte von diesem Ereignis, bis auf einen Rentner mit Hund der mit zusammengezogenen Augenbrauen in die Richtung schaute, in der ich diese Erscheinung weggehen gesehen zu haben wähnte. Ortsmitte war wohl sein Ziel.  War da wirklich was gewesen? Bis auf den Rentner gab es sonst keine auffällige Reaktion im Umfeld. Spinne ich jetzt? Wenn der nun aus der nahegelegenen Psychatrie weggelaufen war, brauchte er unbedingt Hilfe. Oder steht hier irgendwo nen Kamerateam? Nach Psychatrie sah der eigentlich weniger aus, dachte ich mir und versuchte gleich ganz schnell alle dämlichen Klischees über das mögliche oder unmögliche Aussehen von Psychatrieinsassen zu beerdigen. War ja auch völlig egal!!! Jeder der im Dezember nackt durch die Gegend läuft, braucht offensichtlich Hilfe.

Mein Handy lag natürlich im Mantel auf der Rückbank (toll!). Also erst mal rechts abbiegen und Parkplatz suchen. Als ich um die Ecke fuhr, sah ich, daß ich nicht geträumt hatte.
Nur was konnte ich tun? Retzungsdienst verständigen? Polizei? Polizei! Mir fiel sonst nichts ein. Eine gewisse Hilflosigkeit machte sich breit:::
Angehalten, ausgestiegen, Handy im Mantel gesucht. Dann fiel mir plötzlich ein VW Beatle auf, der über die Kreuzung geschlichen kam. Die junge Fahrerin zuckelte mit Schrittgeschwindigkeit hinter dem frostfreien Spaziergänger her, das Handy am Ohr. Ein paar Handzeichen und es war klar, daß sie schon entsprechende Hilfskräfte alamiert hatte und per Handy den Weg beschrieb. Ich konnte mir also einen Anruf sparen. Kaum saß ich pläddernaß im Auto war der Mensch in der nächsten Straße verschwunden, der Beatle folgte. Wenden an der Kreuzung rechts, ab nach Hause. Kaum war ich wieder auf der Route nach Hause, raste ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Lalülala in Richtung Barfüßer. Ich wünschte mir manchmal, die Polizei wäre bei Einbrüchen, Verkehrsunfällen, etc. genauso schnell und mit solchem äußeren Getue und mit solcher Schnelligkeit unterwegs. Wer schon mal so wie ich über eine halbe Stunde auf die Polizei gewartet hat und zwar keine 200m von der Wache entfernt, der weiß was ich damit meine.
Ein merkwürdiger Tag!
Mich beschäftigt, wie ja diese Zeilen zeigen, diese Begegnung noch immer. Dieser starre verzweifelte Blick ist mir sehr im Gedächtnis geblieben, ebenso wie meine offensihthliche Hilflosigkeit, mit dieser Situation noch anders umzugehen, als zum Telephon greifen zu wollen. Ich habe ihn in meine Gebete eingeschlossen. Hoffentlich findet er die professionelle Hilfe, die er braucht. Und hoffentlich ändert sich sein Blick wieder in Richtung Fröhlichkeit und Zuversicht.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

In der Schweiz, in der Schweiz, the days after...

Die "Achse des Guten" bietet eine Art Presseschau zu den Reaktionen auf die Errichtung einer minarettfreien Zone in Europa quer durch Presse und Internet.  Sogar die Bald-Zeitung  bietet 7 Wahrheiten über den Islam, inkl. einer Abstimmung zum Minarettbau in Europa. Momentan haben sich 82% gegen Minarette ausgesprochen. Oh, oh, oh!!! Die Helvetisierung Europas droht...
Viel Freude beim Stöbern!

Montag, 30. November 2009

No. 100

Nun ist es soweit:
Der 100. Eintrag!!!
Meine Güte, wie schnell das gegangen ist.
Zum Jubiläum gibt es einen ästhetisch wertvollen Link zu einem Kirchenausstatter, der so ziemlich alles bietet, was eine gut ausgestattete Kirche braucht, bis hin zum polychrom gefaßten Orgelgehäuse.



Hier geht es zu den sehenswerten Seiten von Davis d'Ambly.

In der Schweiz, in der Schweiz, ...

Zugegeben:
Ich habe eine Schwäche für die starken Kommentare des wunderbar polarisierenden Henryk M. Broder und gleichzeitig für komische oder ungewollt komische Schlager aus den 1920er bis 1960er Jahren. Was kann also passender sein, als einen so trefflichen Text von Herrn Broder zur Entscheidung in der Schweiz mit einem wunnebah schwachen Schlager aus den 1950ern zu kombinieren. Also Video starten (die Tonspur ist wichtig, nicht die Bilder!) und dann in einem anderen Tab den Text von Broder öffnen.


Viel Spaß!

Eine Stimme weniger



Zum Jahresende wird die gute alte Una Voce Korrespondenz eingestellt, da der jetzige Schriftleiter sich leider nicht in der Lage sieht, dieses qualitativ hochwertige Projekt weiterzuführen. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich diese Entscheidung bedauere. Die Una Voce Korrespondenz hat über viele Jahrzehnte Aufsätze und Nachrichten geboten, denen in theologischen Fachzeitschriften und kirchlichen Zeitungen kaum Platz geboten wurde. Weit über den Rahmen der Una Voce Bewegung war sie so etwas wie die eine Stimme des, der kirchlichen Tradition verbundenen Katholizismus in Deutschland und gleichzeitig das Fenster zu den Bewegungen in Frankreich, Italien, England, USA. Hohe Qualität der Aufsätze, saubere Recherche und ein besonnener Grundton waren Markenzeichen dieser Zeitschrift. Ein wohltuender Gegenpol zu den zum Teil hektischen und fragwürdigen Netzangeboten soll jetzt vor dem Aus stehen. Ich hoffe trotzdem sehr auf eine Weiterführung, entweder durch eine Entlastung für den Schriftleiter oder durch Findung eines Kandidaten, der die Nachfolge übernehmen kann und die Verbindung zu den neuen Bewegungen pflegt.
Allen Mitarbeitern ein ganz herzliches Danke und Vergelts Gott!

Mittwoch, 25. November 2009

"Neues" aus dem ZK

Der neue Vorsitzende des Z(d)K, Alois Glück, hat sein Bekenntnis zu den Idealen des realexistierenden deutschen Gremien-Katholizismus abgelegt und gleichzeitig der klerikalen Konterrevolution eine deutliche Absage erteilt. Alois Glück gilt als Vertreter des rechten Reformflügels im ZK.
Unter seiner Ägide wird es wohl kaum zu einer Phase der Perestroika kommen, geschweige den zu einem Dialog auf Augenhöhe mit den neuen und älteren Linken, die heute unter dem Etikett "Generation Benedikt" gehandelt werden.
Wie stark der neue Vorsitzende des Zentralkomitees in den protestantisierten Denkmustern des deutschen Laienkatholizismus verhaftet ist, läßt sich an seinen Äußerungen zum Zölibat ablesen.
Ohne kritische Distanz zu den Aussagen seiner Vorgänger, ohne Blick für die steigenden Berufungen in den linken, rom- und traditionsorientierten Gruppierungen und ohne Blick für den pastoralen Notstand in den (zwangszölibatfreien) protestantischen Gemeinschaften, werden die alten Forderungen nach Abschaffung des Zölibates. 
Ohne einen einzigen neuen Gedanken werden formelhaft die immer gleichen, alten Forderungen gestellt und die Rezepte von vorgestern herausgekramt. Die Weltformel des Zentralkomitees, die Lösung aller Probleme der deutschen Kirche, die allein selig machend Abschaffung des sog. "Zwangszölibates", wird in einem für Katholiken wenig verständlichen Gespinst von ritualisierten Pressekonferenzen und Diskussionpapieren wiedergekäut.
Wer will das ernsthaft noch hören?
Es ist bedauerlich, diese greisenhafte Ideenlosigkeit immer wieder neu erleben zu müssen!
Wie weit hat sich doch das Zentralkomitee von den jung aufkeimenden Pflänzchen eines Katholizismus entfernt, der nach Jahrzehnten einer provinziellen, antirömischen Kulturrevolution in Gebäuden und Köpfen wieder zu den Quellen zurückfindet:
Liturgie, die diesen Namen auch verdient, Gebet, Empfang der Sakramente, Anbetung, Einheit mit dem Heiligen Vater!
An vielen Orten ist das Ende jener Epoche zu spüren, die hier in hohlen Worthülsen weiterhin beschworen wird, der deutsche Sonderweg.
Der junge und linke Katholizismus in Deutschland denkt und empfindet anders. Er sieht sich in einer angeblich globalierten Welt (eine merkwürdige Tautologie, wie ich finde) als Teil jener Gemeinschaft, die schon immer global ausgerichtet war.
Die Zukunft der Kirche liegt nicht in der Kleinstaaterei deutscher Duodez-Verbände und ihrer Potentaten, die ihre Zustädigkeitsbereiche verteidigen wie Gildemeister in der Zeit vor der Aufklärung. Nein, die Zukunft liegt in einer global vernetzten und straff durchorganisierten Kirche, die das lean management der Säkulargesellschaft verstanden hat: Flache Hierarchie mit klaren Zuständigkeiten! Nur so kann ein schnelles und wirkungsvolles Handeln gewährleistet bleiben.
In Wissenschaft und Wirtschaft setzt sich immer mehr eine Einsprachigkeit durch, damit die weltweit Kommunikation funktionieren kann.
Warum bestehen so viele Vertreter des Laienkatholizismus, allen voran das Zentralkomitee, auf "Landesprache"?
Auch im Bereich der Liturgiesprache wird der neue ZK-Vorsitzende kaum eine Position einnehmen, die sich von denen seiner Vorgänger unterscheiden wird.
Zu sehr ist der Gründungsmythos, die einzig wahre Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils, der Geist des Konzils, mit dem alle Greuel und Ausschreitungen in Liturgie, Katechese und Zerstörungen an Kirchengebäuden in den vergangenen Jahrzehnten gerechtfertigt wurden, mit dem Grundverständnis des Z(d)K und der ihm angeschlossene Kader und Verbände amalgiert. Gerade mit dem Thema "Landessprache" und der Errichtung von Stehbuffets verbinden sich viele Dogmen des realexistierenden Katholizismus auf deutschem Boden.
Auch hier werden die Zeichen der Zeit nicht erkannt, Chancen verspielt. Stattdessen greifen die alten Mechanismen immer noch. Der Apparat funktioniert und die Nomenklatura übt auf bekannten Wegen Druck auf Dissidenten aus: Ausgrenzung, Diffamierung, Verfolgung.

Die Chancen für einen Dialog mit dem neuen, jungen Katholizismus sind nicht groß, solange das Zentralkomitee nicht aus den Denkschablonen zwischen Revolution und Konterrevoltion herausfindet.
Es ist Zeit für Glasnost im ZK! Ob aber Alois Glück zu einem Michail Gorbatschow des Z(d)K wird, wage ich nach seinen ersten Auftritten zu bezweifeln. Das ganze erinnert eher unglücklich an das Ende der Ära Chruschtschow, Breschnew oder Erich H.

Ein Refrain eines alten Liedes aus der Gründungszeit der DDR ist mir da in den Sinn gekommen:
"Komm' mit, Kamerad, steh' nicht abseits, Kamerad.
Unser Kampf, Kamerad, ist auch dein Kampf.
Komm' mit, halte Schritt, komm' ins neue Leben mit.
Auf dich kommt es an... auf uns alle!"

Alois, hör' die Signale! 


Samstag, 21. November 2009

Leere Tröge

so möchte ich diesen kurzen Artikel benennen, denn in allen Kirchen, die ich in den letzten Tage besucht habe, sind die Weihwassertröge leer. Die DBK hat zur Vorsicht aufgerufen, weil ja die pandemische Influenza mexicana (porcorum) halb Europa dahinrafft. Ganz nebenbei wird dabei noch einmal zur hygienischeren Handkommunion geraten. Das ist auch eine Methode, die Mundkommunion schnell wieder ins Abseits zu schieben. Besonders interessant ist aber, wie schnell die Weihwasserbecken in den Kirchen geleert wurden. Innerhalb von zwei Tagen gab es im hiesigen Dekanat kein Weihwasserbecken mehr, daß nicht vorsorglich ihres Inhaltes verlustig gegangen war.
Wenn alle Anordnungen der DBK oder noch besser die des Heiligen Vaters so schnell befolgt würden, wie diese hysterischen Hygienemaßnahmen, tja, ... dann...
Wieviele Messorte für den gregorianischen Ritus gäbe es dann wohl?
Davon einmal ganz abgesehen:
Beim Mittagessen kam heute die Frage auf, wie etwas, das uns segnen und auch schützen soll , uns schaden könnte?
Kann Weihwasser, wenn wir es glaubend in den Blick nehmen, Krankheit und Tod bringen?
Seit wann kann die rechte Art des Empfangs der Kommunion von einer Frage der Sauberkeit abhängen und von der Frage der Würdigkeit abgekoppelt werden?
Es gibt demnach eine Art des Kommunionempfangs, der unserer Gesundheit schaden könnte. Der Leib Christi bewahrt dann nicht vor dem Tod (pharmakon athanasias), er könnte ihn bringen!
Und selbst wenn!...
...
Das "Für-wahr-halten" diffuser Panikszenarien scheint wohl tragender zu sein als das Vertrauen auf Gott und die Wirkmächtigkeit der Sakramente der Kirche.

...
Mache ich mir eigentlich allein solche Gedanken?

Donnerstag, 19. November 2009

All Fehd hat nun ein Ende! Hoffentlich!

Wie in diversen Gazetten zu lesen ist, hat das angerufene Landgericht die Klage, der durch kirchenmusikalische Emissionen so schwer in ihrer psychischen Stabilität gefährdeten Anwohnerin des sog. Verdener Domes, abgewiesen. Es hat im Verlauf des Verfahrens entsprechende Schallmessungen gegeben, die keine Überschreitung von Grenzwerten zeigten. Die pensionierte Lehrerin, welche seit 1972 mit ihrem Mann ein Haus in der Nähe des Domes bewohnt, muß weiterhin damit leben, das an der Orgel unterrichtet wird und sich Musiker dort zu Proben treffen.
Der Fall Verdener Dommusik ist ein weiteres trauriges Beispiel für den fortschreitenden Egozentrismus in unserer Gesellschaft. Nach dem alten Spruch "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will!" klagen sich angeblich ruhebedürftige Idioten durch die Instanzen unseres Rechtswesens. Der Begriff Idiot kommt bekanntlicherweise aus dem Griechischen und bezeichnet eine Person, die bei ihrem Handeln nicht an die Gemeinschaft denkt. In diesem Sinne möchte ich das Handeln dieser Lehrerin als idiotisch bezeichnen. Denn soll sich, weil eine Person durch die Dommusik und die Unterrichtsstunden an der Orgel angeblich bis zur körperlich empfundenen Übelkeit gereizt wird, die gesamte Kirchenmusik eingestellt werden oder nur bei schlechtem Wetter stattfinden, wenn sich die ungenannte Paidagogin nicht im Garten aufhält?
Das wäre doch eine Lösung!
Mit dem Wetterbericht für die Region würden dann auch gleichzeitig tagesaktuell neben den Regenstunden die Übungsstunden am Dom veröffentlicht. Das wäre ein wahrhaft salomonisches Urteil gewesen. Denn, ich fürchte, diese Dame wird weiterklagen! Wer sich psychosomatisch so eingeschränkt fühlt, der geht zur Not auch bis nach Brüssel, wie andere klassische eidiotes auch.
Eine ältere Dame, die offensichtlich nach ihrer Pensionierung sehr viel ungefüllte Zeit hat (was übrigens eher untypisch für Pensionäre ist) kann sich an dem Erblühen der Kirchenmusik und damit am Kulturleben ihrer Stadt nicht erfreuen. Ich finde das sehr bedauerlich, wenn ein Mensch zur Musik keinen Zugang hat. Noch bedauerlicher finde ich es, wenn eine Paidagogin einer positiven Entwicklung in einer Stadt mit Brechreiz begegnet.
Gemeinsames Musizieren wird in den letzten Jahren wieder als wichtiges paidagogisches Element in der Erziehung entdeckt. "Jedem Kind sein Instrument" und andere Aktionen nehmen diesen Gedanken auf, um ein gewaltfreies Zusammenleben an den Schulen zu befördern. Musikpaidagogische Gesamtkonzepte führen zum Abbau von Gewalt, veränderten Konfliktstrategien, ermöglichen eine Kanalisierung negativer Emotionen und so fort.
Neben diesen Verzweckungen stellt natürlich Musik und gerade die Kirchenmusik ein zu achtendes Kulturgut dar. Die Kirchenmusik ist gerade in ländlichen Regionen ein wichtiger Exponent von kultureller Arbeit, manchmal der einzige. Wie kann es einer Person, die ihre Arbeitskraft der Heranbildung von Persönlichkeiten gewidmet hat, zuviel werden, wenn in der Nachbarschaft hörbar Menschen einer Sparte von Kultur nachgehen, die elementar zur Bildung dazugehören?
Wie kann ich mir erst ein Haus vor über 30 Jahren im Umfeld des Domes kaufen und mich dann darüber beschweren, daß der Dom nicht nur Bühnendekoration für den eigenen Garten sondern ein lebendiges Zentrum ist?

Es ist einer der wichtigsten Grundsätze unserer Rechtsordnung, daß jeder, der sich ins Unrecht gesetzt fühlt, sich in seiner Freiheit und in seinen Persönlichkeitsrechten beschränkt fühlt, ein Gericht anrufen kann. Bedauerlich ist es aber manchmal, wie diese wichtigen Grundsätze dadurch in ein ungutes Licht kommen, weil Einzelne diese Rechte nicht zum Schutz des Individuums einsetzen, sondern zur Durchsetzung ihrer eigenen, kleinlichen Befindlichkeiten gegen eine Mehrheit von Menschen, die dem Einzelnen nicht schaden will, sondern allein durch ihr Dasein und Sosein zum Störpotential geworden sind. Besonders fragwürdig erscheinen diese Grundsätze dann, wenn solche Kläger dann auch noch Richter finden, die ähnlich denken wie die Kläger und solchen Klagen stattgeben. Der Fall von Recklinghausen St. Peter und anderer Kirchengemeinden, die am Sonntag nur noch  max. 90 Sekunden zum Gottesdienst läuten dürfen, weil ein Nachbar sich im sonntäglichen Schönheitsschlaf gestört fühlten, Sportplätze mit einzuhaltenden Ruhezeiten,... alles das gibt es schon, Kruzifixverbote...
Wer sich ein günstiges Grundstück am Rande eines Truppenübungsplatzes kauft, sollt eigentlich wissen, daß es dort zu entsprechenden Schießübungen kommt.
Wer sich eine Wohnung mit Blick auf ein Autobahnkreuz nimmt, der sollte auch wissen, was er da tut. Desselbigengleichen gilt für Leute, die ihren idyllischen Allstadtgarten zum Kirchhof hin haben. Spätere Reklamationen verbieten sich da von selbst.
Denn alles andere wäre nicht nur Idiotie im klassischen Sinne des Wortes sondern auch im umgangsprachlichen Gebrauch, nämlich Dummheit im fortgeschrittenen Stadium.

Sonntag, 15. November 2009

St. Peter und die Pastorin

In Recklinghausen hat eine evang. Pastorin gegen die Propstei St. Peter geklagt. Ihr war der nächtliche Stundenschlag auf die Nerven gegangen. Das Gericht gab ihrer Klage statt und verdonnerte die kath. Propsteigemeinde dazu, zwischen 22.00h und 6.00h den Stundenschlag abzustellen.
Das ist doch mal ein echter Akt der gelebten Ökumene!
Ich schlage eine Erweiterung der Läuteordnung vor! :-)
Der WDR weiß mehr zu berichten.

Freitag, 13. November 2009

Neue alte Prächtigkeit

Es gibt in Kanada wieder Illuminationsmöglichkeiten für das Requiem I. und II. Klasse. An der Farbe der Kerzen muß zwar noch gearbeitet werden, aber sonst?

Freitag, 6. November 2009

Aus gegebenem Anlaß

eröffne ich mal wieder ein Reservat für einen bedrohten Erzbischof!

Wer das Schutzgebiet in der Blogozese erweitern möchte, ist herzlich zur Übernahme der Grafik eingeladen!

Freitag, 30. Oktober 2009

Mitgliederwerbung

Durch die Blogozese laufen Berichte und Kommentare zu verschiedenen Aktionen, die versuchen, entlaufene oder neu Schäfchen in die Herde des Herrn zu holen. Elsa hat in ihrem Nacht(b)revier zur wunderbaren Seite katholischwerden.de und die Darstellung bei Nikodemus einen Text verfaßt.
Beiden kann ich nur zustimmen.
Wenn ich auch Elsa zustimmen möchte, daß eine gewisse Vorsicht und Sensibilität gefordert ist und ein "mit der Tür ins Haus fallen" durchaus abschreckend sein kann, so spricht die Seite doch wenig von dem an, was einen dazu bewegen kann, sich der Una Sancta (wieder) anzuschließen. Spiritualität - eher eine Leerstelle. Das Ganze ist sehr (wie ich schon in einem Kommentar schrieb) hasenfüßig, wenig selbstbewußt und wenig hilfreich. Hier scheint eher ein wenig Peinlichkeit durch, ich möchte es noch schärfer sagen:
Hier bietet nicht eine Kirche den Suchenden ihr Heilsangebot an sondern eine Gemeinschaft von Zweiflern sucht Neuzweifler zum gemeinsamen rumzweifeln oder verzweifeln.
Das ganze Ding ist m.E. weder tröstend, aufbauend noch hilfreich. Daneben sei noch die Frage erlaubt, wer eine solche Seite überhaupt braucht, aufsucht oder überhaupt erst einmal im Netz findet?
Die anderen offiziellen Seiten der DBK etc. müßten auf der ersten Seite ein entsprechendes "ansprechendes" Angebot bieten, denn auf diese Seiten kommt man schnell.  Denn die Wahrscheinlichkeit, daß ein "Suchender" "katholisch werden" googlet, yahoot oder sonst was, ist doch eher unwahrscheinlich.

Unser erzkonservativer Bruder in Christo hat eine tolle andere Aktion aus dem Vorbild-Bistum Linz (O felix Austria!) gefunden. Glaube gibt Halt, sicherlich! Aber was hat das mit Bäumen zu tun? Spätestens seitdem der gute Bonifatius mit solchen Baumgeschichten aufgeräumt hat, sollte doch bekann sein, daß nur ein Stamm das Heil bringt!
Auch hier man es mal wieder geschafft, mit Hilfe von Werbeagenturen alle Konturen gekonnt zu verwischen und eine unkonkrete Einladung zum "herrschaftsfreien Diskurs" zu formulieren (Und was glaubst du?).
Wer solche Plakate machen läßt, darf sich nicht wundern, wenn sich Menschen in Friedwäldern begraben lassen wollen.
Ich mußte unweigerlich an die Baumkuschelfrau aus den Touché-Comics denken.
Wer sie nicht kennt, der folge diesem Verweis.

Verweise in das Zwischennetz

Bei der morgendlichen Lekture diverser Depeschendienste sind mir zwei lesenswerte Kommentare zu Käßmann & Co auf die Mattscheibe meines Rechners gekommen: eins und zwei.
Daneben ist Stanislaus mit seinem Blogspot die zweifelhafte Ehre zugekommen, bei krzzz.nätt als Hauptquelle für einen sehr mäßigen Artikel  über das Treffen der Generation Benedikt geworden zu sein.
Mein Beileid!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Rom und Canterbury Teil 2

Manchmal lohnt sich der Blick in die Gazetten der Nebelinseln. Einen bemerkenswert gut recherchierten Kommentar aus der Feder von Damian Thompson bietet  der gute alte "Telegraph"  zu den Entwicklungen zwischen Rom und Canterbury. Interessant ist dabei seine Einschätzung, warum es wahrscheinlich eine Personalprälatur werden wird.
Meine Leseempfehlung für den "High Tea" nach der 2. Vesper!

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Rom und Canterbury

Die Nachrichten über die sehr großzügige Antwort unseres Heiligen Vaters auf die Anfragen anglo-katholischer Bischöfe überschlagen sich zur Zeit. Wer die rasend schnelle Entwicklung beobachten möchte, der sollte momentan bei Rorate Caeli reinschauen. Wir werden gerade Zeugen eines wirklich historischen Momentes in der Kirchengeschichte. Wenn man einmal davon absieht, wer bei welchen Pressekonferenzen nicht anwesend war (hetz.net bietet da Infos an), so ist der ganze Prozess sehr schnell und in der Diskretion angelaufen, die man sonst vom Heiligen Stuhl immer gewöhnt war.  Es gab keine "undichte Stelle" und keine gezielten Indiskretionen, die auf eine Opposition innerhalb der Kurie schließen lassen könnte. Ob sich hier ein erster Erfolg der Umbesetzungen zeigt, bleibt zunächst einmal fraglich. Der Ablauf dieser Veröffentlichung läßt für die Zukunft hoffen.

Die regionalen Tageszeitungen schweigen sich über diesen Vorgang weitestgehend aus. Die Gründe dafür liegen auf der Hand.
Die anglikanische Gemeinschaft spielt im alltäglichen Leben in Deutschland und auf dem Kontinent kaum eine Rolle. Für die Redaktionen ist das genauso uninteressant wie die Schließung einer Brauerei in Belgien oder eine Fischvergiftung auf einem dänischen Volksfest. Wenn nun Prinz Charles diesen Weg  mitginge, wäre das durchaus eine Schlagzeile wert.

Die Tragweite dieser Entscheidung für das Gesamtgefüge der kirchlichen Landschaft in Europa und in den Ländern, in denen sich Dependancen der Anglikaner befinden, ist von den Redaktionen nicht erkannt. Dafür fehlt es offensichtlich an fachkompetenten Redakteuren.
Wenn der Sachverhalt in einer Schlagzeile zusammengefaßt werden sollte, wie hätte die heißen können:
Nach 500 Jahren fallen die Mauern zwischen Rom und Canterbury!
Papst bietet heimatlosen Anglikanern einen Platz in der Kirche!
Aber was ist das schon gegen die Vermutung, daß 35.000 Menschen in Deutschland eventuell an der Schweinegrippe sterben könnten, mit der die Blöd gestern titelte, wie ich bei meinem Bäcker lesen konnte.

In den überregionalen Zeitungen werden in den nächsten Tagen sicherlich Artikel erscheinen, die sich kritisch mit dem Abfischen der Konservativen durch die geschickte Politik Benedikts und den katastrophalen Folgen dieser Politik für die Ökumene beschäftigen werden.
Ein erstes Indiz dafür ist, wie sehr doch der abgeschlagene, ermattete und überumpelte Archbishop of Canterbury in den Mittelpunkt des  Interesses rück. Nach ersten (Falsch-?)meldungen über seine angeblich Begrüßung dieser päpstlichen Entscheidungen, treten nun die Überrumpelungsmomente in den Vordergrund, die an sog. feindliche Übernahmen aus der Wirtschaftswelt erinnern. Der Vergleich liegt zwar nah, trifft aber im Ansatz die feinen und gefährdeten Wege eines solch einmaligen Schrittes.

Das kirchliche Gefüge der Anglikaner wird nach dem Exodus, der sich in den Dankesschreiben andeutet, die bei Rorate Caeli etc. schon erschienen sind, nachhaltig verändern. Es wird sich zeigen, was passiert, wenn Bischöfe und gesamte Chapters sich uns anschließen. Was wird dann mit dem Bistum? Kommen andere Bishops, Deans etc. die dann als Vertreter der Staatskirche als "Johanne ohne Land" ohne Gemeinde die anglikanische Diözese weiterführen?
Wir leben in spannenden Zeiten.
Danken wir unserem Vicarius Christi, daß er mutig seinen Weg für die Kirche Gottes geht.
Möge Gott, der Herr, ihn uns lange an der Spitze Seiner Kirche erhalten!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Caecilia-Notizen

das mußte ich einfach verlinken!
Ohne Worte aber treffend!

Thy hand, o Lord, hath guided thy flock from age to age...

Was ich ja schon seit längerer Zeit gehofft habe, ist nun offensichtlich eingetreten:
Der Heilige Vater macht übertrittswilligen Anglikanern ein großzügiges Angebot, welches die Angebotspalette (Sonderregelungen in der Liturgie gab es schon früher) erweitert. Das Modell der Personalprälatur ist ein bekanntes und gut eingeführtes Modell und ist auch den konservativen Anglikanern aus den eigenen Kirchen (Flying Bishops) bekannt. Der Erzbischof von Canterbury, so berichten diverse Printmedien heute, hat diesen Schritt Roms eindeutig begrüßt. Warum eigentlich? Ist er froh, wenn er sie endlich los ist?
Blanke Verzweifelung? War es ein act of ecomenical correctness? Man weiß es nicht!
Aber was kommt nun?


Der endgültige Auszug der High Church Party aus der Anglican Community?
Das wäre, so denke ich der, der Anfang vom Ende für die "Hinterbliebenen", der Beginn der Auflösung in die Bedeutungslosigkeit.

Was hat das für die Diskussion in unserer Kirche für Folgen?
Alle hängen sich an der Frage des Zölibates für die verheirateten Anglikaner auf.
Hier gibt es in den nächsten Tagen mal wieder ein echtes Sachproblem, weil keiner die unterschiedliche Gewichtung von Sakrament ( Ehe) und Zölibatsversprechen kennt und der "Stachel des Zölibates" im Fleisch der WisiKis,  Kivus, kfds und sonstiger lutherisch-verbürgerlicht denkender angeblichen Priesterversteher und selbsternannten Kirchenproblemlöser mal wieder juckt.
Hier wird es mal wieder "Irritationen" geben, Interviews, und -ich wette darauf- mindestens eine basisdemokratisch motivierte Unterschriftenaktion. GÄHN!

Viel spannender ist ein anderer Themenkomplex:
Was das nun wieder für die liturgische Vielfalt für Folgen haben wird...?
Anglican Style als weitere Speerspitze der neuen Prächtigkeit?
Choral Evensongs...
Einführung vernünftiger Kathedralschulen und -chöre?
Neben ON und OO einen erlaubten OA?
Neben dem Breviarium Romanum ein bereinigtes und erweitertes Book of common Prayer?
"God save the Pope...God save the Queen..."
"Hymns ancient & modern, new roman standard" anstelle eine neuen Gotteslobs?
Der gute alte Hausanzug für das Pfarrhaus, inkl. Gamaschen (gaitors)


Das kann ein schöner Winter werden!



Die Überschrift ist übrigens der Anfang eines anglikanischen Kirchenliedes mit einer sehr schönen Schlußzeile!





Donnerstag, 15. Oktober 2009

Aber der Hans, der kanns!

Ein herzlicher Dank geht an Stanislaus für seinen wunderbaren Artikel über das Stern-Interview mit Hans (ohneLand) Küng. Mir sind die Tränen gekommen und zwar vor Lachen. Danach bin ich zum nächsten Kiosk gestapft (Es ist kalt in Deutschland!) und habe sinnfrei Geld für das Magazin ausgegeben.
Neben den üblichen Entgleisungen zum Thema Freitod, die er ja schon im Umgang mit seinem dementen Freund W. Jens geäußert hat, hat er nun offensichtlich etwas ganz Neues entdeckt: Ober- und Unterkirche.
Ob er sich an die Kirchenparteien im Anglikanismus anlehnt, ist nicht ganz klar. Es klingt aber sehr nach House of Commons und House of Lords, also hier die demokratisch legitimierten Berufpolitiker dort die adeligen Spinner aus Wolkenkuckucksheim. Da es aber zur Zeit nur ein House of Lords gibt, ist er also quasi Chef der nicht existenten Republik Vatikan oder so was, jedenfalls Chefsprachrohr der Unterkirche!
Er hat nach eigenen Aussagen den Exodus vieler Reformer verhindert! Er wars!
Das nenne ich Selbstbewußtsein! Wahnsinn! Auf diese Ideen muß man erst mal kommen!

Wenn er wirklich wissen sollte, was mit diesen "Church-Parties" verbunden ist, so ist noch mal deutlich geworden, was er will: Nicht Reform sondern Auflösung!
Dahin geht die Gemeinschaft aus merry old England. Die Low Church ist auf den Weg in die Selbstauflösung zwischen Pfingstlern und PC, der Mittelflügel (Brought Church) hat sich aufgelöst und die High Church steht vor der Entscheidung, weiterhin ein Brauchtums- und Trachtenverein zu bleiben oder sich nach und nach endlich der Una Sancta anzuschließen.

Nun, zugegeben, ich habe eine Schwäche für das House of Lords! Dort werden nicht nur die intellektuell anspruchsvolleren Diskussionen geführt (das ist kein Scherz!), es zeigt auch immer wieder Sinn für Verantwortung und Nachhaltigkeit, die man sonst so sehr vermißt. Die wunderbare Parlamentseröffnung, wenn die Commons immer vor den Schranken der Lords stehen müssen, während die Queen die Thronrede hält, ist nur ein folkoristisches Schmankerl, das über die wirkliche Größe dieser Versammlung skuriller und überaus gebildeter Köpfe hinwegtäuscht. Ein kleines Beispiel:
Vor einigen Jahren wurde die Idee an das Oberhaus herangetragen, die Protokolle und Beschlüsse nicht mehr auf Pergament festzuhalten. Unpraktisch, teuer, nicht mehr zeitgemäß und was es sonst noch für Gründe angeführt wurden. Das Oberhaus hat sich dagegen entschieden! Warum?
Man hatte herausgefunden, daß es nur noch einen Pergamentmacher in England gibt und dieses Handwerk ausstürbe, wenn die Aufträge vom Oberhaus zukünftig ausblieben. Man hat sich gegen Zeitersparnis und für den Erhalt eines Handwerkes entschieden. Eine wunderbar unzeitgemäße Entscheidung, die von einem hohen Verantwortungsgefühl für Mensch, Kultur, Zukunft und Tradition zeugt!
Solche Entscheidungen brauchen wir in unserer Zivilgesellschaft wesentlich mehr und in der Kirche erst recht!
Und deswegen bin ich im Duktus der küngschen Schubladenideen auch ein überzeugter "High-Church-man"!
Als kleines Bonusmaterial ein Bildchen von einen Anglokatholiken, tough aber wunderbar "very high"!


Montag, 12. Oktober 2009

Caecilia-Notizen

treffender kann man es nicht zeigen!
Warum bin ich nicht auf diese Idee gekommen?
Danke

Kaum ist man mal nicht da

schon geht es in der Blogozese wieder zur Sache! Durch Dienst und einen Trauerfall im Bekanntenkreis war ich in den letzten Tagen vollkommen gebunden. Wo fange ich an?
Arbeiten wir uns vom Rand zur Mitte durch!
Die EKD hat ein peinliches Leck! Sponsa Agni, Stanislaus, kath.net, taz, hetz.net etc haben darüber berichtet.
Eine Frage beschäftigt mich dabei:
Warum kam das Papier an die Öffentlichkeit, will sagen cui bono?
Entweder um dem ohnehin etwas gestörten Verhältnis zwischen DBK und EKD noch eines draufzusetzen oder um OKR Thies Gundlach zu beschädigen? Ich halte die zweite Variante für eher wahrscheinlich. So verhindert man Leute!
Bedenklich finde ich bei alle dem dieses offensichtliche Verhinderungskartell in der deutschen Presselandschaft. Warum ist das Papier nicht mit der gleichen Wucht in die Kolumnen geschoben worden wie die angeblichen Skandale bei uns? Vielleicht weil das Bild von der lieben, toleranten, fortschrittlichen EKD schwere Risse bekommen hat? Ist sie vielleicht doch nicht das arme politisch-korrekte Opfer der rückständigen Papistenkirche sondern auch eine Gruppe von Tätern? Wollte man diese Bild nicht in die Öffentlichkeit transportieren? Wen dem so wäre (und offensichtlich ist es wohl so), so hätten wir ein weiteres Indiz für die Annnahmen, es in Deutschland mit einer antikatholischen Presselandschaft zu tun zu haben.

Der Seminarist aus Nigeria und die Folgen:
Wieder einmal sprühen die Ideen und Gedanken! Von Alipius bis catholicism wow geht es rund. Alles zeugt von einem sehr tiefen "sentire cum ecclesia" und auch von einem -verzeiht das Wort- kreativen Umgang mit der Krise und den freigesetzten Energien. Ich teile nicht die Bedenken des lieben und geschätzen Bruders Lukas.Was bedeutet dieses "sentire cum ecclesia"?

Zitat Bruder Lukas zum richtigen sentire:
"Was “richtiges” Fühlen mit der Kirche im besten Sinne ist, definieren nicht ich und du, nicht der Pfarrer, nicht der Beichtvater, kein Regens und auch nicht engagierte Laienchristen der Blogozese oder des Zentralkomitees, sondern ausschließlich das Lehramt. Also der Heilige Vater und mit ihm die in seiner Gemeinschaft stehenden Bischöfe."

Im Prinzip ja! möchte ich mit dem Sprecher von Radio Eriwan antworten , aber diese Engführung, teile ich nun überhaupt nicht! Die Lehre der Kirche ist keine Arkandisziplin, die in ihren Grundstrukturen nicht erkannt werden kann und der Auslegung durch den Großmeister bedarf. Sicherlich hat Lukas recht, wenn er damit sicherstellen will, daß die Schreibenden keine Gralshüter sind.
Dessen bin ich mir zumindest durchaus bewußt. Nur wissen das die anderen auch, die die Deutungshoheit über das Vat. II für sich reklamieren?
Und was ist, wenn das Lehramt schweigt, nicht zur Kenntnis genommen wird, die Bischöfe nicht handeln, sie es geschehen lassen, keine Kenntnis davon haben (wollen)....?
Noch einmal Grundsätzliches zum Handeln:
1) Die letztbindende Instanz für mein Handeln ist nicht das Lehramt sondern das Gewissen ist, wie St. Thomas lehrt.
2) der geschuldete Gehorsam gegenüber dem Lehramt entbindet mich nicht von der Pflicht, erkannte Mißstände zu benennen und auch zu kritisieren, weil das Lehramt ja dafür zuständig ist. Das wäre Beamtendenkart! Nein! Es ist geradezu
3)  meine Pflicht als Christ und Katholik, meinem Gewissen folgend, dann zu reden und zu handeln, wenn ich solche Mißstände erkenne. Ob ich das nun öffentlich im Netz mache, in der Gemeinde, in der Familie, egal. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Gaben.
Wichtig ist, daß ich mich vom Lehramt korrigieren lasse und mich nicht über das Lehramt erhebe, wie es gewisse Reformatoren gemacht haben.
Wenn sich daraus neue und vielfältige Initiativen entstehen ist dies ein Zeichen für die Lebendigkeit unserer Kirche und keine Gefahr von Minischismen!

Ich finde es wunderbar, wenn im Land der Dichter und Bedenkenträger mit soviel Esprit, Verve, Witz und vor allen Dingen tiefer Gläubigkeit um die Sache Christi gerungen wird!

Warum kein Beitritt zu den gut eingeführten Laiengruppierungen?
Hier haben wir den alten Konflikt, der schon bei der Entstehung der Bettelorden aufkam. Warum haben Dominikus und Franz von Assisi ihre eigenen Läden aufgemacht und sind nicht Augustiner Chorherren oder Benediktiner geworden?
Weil sie mit ihren Anliegen dort falsch waren!
Weil die Kirche reif war für eine neue Form gemeinschaftlichen Lebens und "neue" Antworten auf neue Zustände brauchte. Auch das war eine ziemlich "revolutionäre Reform der Reform"!
 Der Beitritt zu den bekannten Laiengruppierungen findet genau deswegen nicht statt, weil sie entweder ähnliche innere Strukturen aufweisen wie der übliche Verbandskatholizismus oder weil sie vielleicht auch gar nicht die Aspekte abdecken, die hier gerade aufbrechen und wiederentdeckt werden.
Vielleicht ist es jetzt Zeit für eine neue Form im Zeitalter des web2 und der Individualisierung innerhalb der Una Sancta. Wer weiß es?
Trauen wir Gott und dem Beistand des Heiligen Geistes mehr zu als unseren Bedürfnissen nach Schematisierung, Ordnung und Überschaubarkeit! (Solche Sätze von mir! Unglaublich!)
Die Gefahr der Vereinzelung bleibt und auch die Gefahr, die Kräfte nicht gebündelt zu bekommen.
Deswegen:
Bleiben wir in Verbindung!
Ecclesia semper reformanda. Es ändert sich immer was. Manches kommt, manches geht, weniges bleibt. Ich habe da wenig Sorgen, aber viel Hoffnung. Hier hilft eine Lebensweisheit aus Westfalen ( man soll es nicht für möglich halten!):
Tu es mal! Du kannst es ja beichten!
Also:
Heißt Flagge und fröhlich weitermachen!

Dienstag, 6. Oktober 2009

... auf zum letzten Gefecht! Die Glosse zum Dienstag

Jetzt ist es endgültig vorbei mit der Geduld! Der Papst, die Bischöfe und überhaupt alle diese Kleriker haben den Bogen überspannt! Der Geduldsfaden der Ewiggeduldigen ist am 2. Oktober 2009 gerissen.
Wie uns über kath.net und die laieninitiative.at berichtet wird, sind nun entsprechende Forderungen nach Rom gegangen, die die Una Sancta endlich nach vorne bringen werden, wenn der Papst und die verstockte Kurie endlich einlenken. Um die Umsetzung in einem engen Zeitfenster zu gewährleisten, werden von namhaften Laienverbänden schärfste Sanktionen angedroht, wenn diesen Plänen von Rom nicht entsprechend Folge geleistet wird.

Die Forderungen sind absolut innovativ!
Hier das bahnbrechende Zitat aus dem kath.net-Artikel:
"Sollten die Vorschläge zur Beseitigung des Seelsorge-Notstandes – wie die Abschaffung des Pflicht-Zölibats, die Diakonweihe für Frauen, die Zulassung eines erweiterten Personenkreises, auch inzwischen verheirateter Priester, zum Vollzug sakramentaler Handlungen – weiter abgelehnt werden, sei ein "breit organisierter loyaler Ungehorsam" geplant, zitiert die "Wiener Zeitung" Kohlmaier, der damit auch die "unerträglichen Mängel des klerikalen Systems" sichtbar machen möchte."

WIE BITTE?

"Im Vatikan selbst besteht offensichtlich wenig Interesse, die bereits bekannten und abgehandelten Themen der nichtkirchlichen Gruppierung besonders zu würdigen. Ein Kurienmitarbeiter zeigte sich am Montag im Gespräch mit kath.net nicht überrascht, dass die "Laieninitiative" noch keine Antwort erhalten hat: „Die Mitarbeiter des Heiligen Vaters haben vermutlich derzeit andere, positivere Prioritäten. Das Priesterjahr zeigt in vielen Ländern bereits schöne Früchte und bei der Synode spricht man über Afrika. Dort platzen die Seminare aus allen Nähten. Gebet, Engagement und Heiligkeit werden sicher mehr bewirken als Unterschriftensammlungen und Pressekonferenzen auf Konfrontationskurs gehen muss. Wir sind doch nicht in der Politik.“"

Das kann doch wohl nicht wahr sein!!
Wie kann man sich nur um die Weltkirche kümmern, wenn solche wichtigen Schreiben aus Österreich ins Haus flattern?

"Was mit den Drohungen aber gemeint sein könnte, hat Hans Peter Hurka von "Wir sind Kirche" allerdings bei der Pressekonferenz durchaus angesprochen. Ein Kirchenbeitragsboykott sei "eine Möglichkeit", meinte er laut "Wiener Zeitung" und es sei "höchste Zeit, dass die Menschenrechte auch in der Kirche eingehalten und garantiert werden". Man drohe nicht "mit der geballten Faust", hob auch der Linzer Völkerrechtler Heribert Köck hervor, man wolle mit der Hierarchie im Gespräch bleiben, aber auf die Dauer würden sich die Laien nicht "auf der Nase herumtanzen" lassen."

Römer hört die Signale!
Revolution!
Der basisdemokratische Aufstand der zahlenden Rentner hat begonnen!
Rom wackelt!
Wie lange wird sich Benedikt XVI unter diesen dramatischen Zuständen noch auf der Kathedra Petri halten können?
Jetzt hab ich aber Angst!
Oh! Ah! Hiiiilfeeeeeeeeee!

Sagt mal,  Leute, gehts noch?

"Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will!" oder was?
Diese Liedzeile aus der langen und sehr traurigen Geschichte der Arbeiterbewegung scheint bei manchen dieser selbsternannten LaienvertreterInnen (einmal will ich auch pc sein!) immer noch durch die Köpfe zu geistern!
Diese Alt68er, die von Inkulturation, Weltoffenheit und sonstigen Relativismen angefüllte Reden halten und Gott und der Welt Chauvinismus vorwerfen, zeigen sich in solchen Momenten als die offensichtlich letzten Vertreter eines unerträglichen Eurozentrismus, der so eng ist, daß er über die Pfarrei- und Arbeitskreisgrenzen nicht hinauskommt.
Ich kann es nicht mehr hören!
Seit fast 40 Jahren immer wieder die gleichen Ideen. Beratungsresistent, unversöhnlich, realitätsflüchtig und angeblich im Besitz einer Weltformel, die den Fortbestand der Kirche sichert! Ja wie nennt man so etwas?
Wenn das nicht Ansätze eines sektiererischen, fundamentalistischen Traditums sind, weiß ich es auch nicht mehr! Leute, anders lassen sich diese abgestandenen Stammtischparolen kaum noch erklären.
Oder werden da ganze Gruppen zusammen altersdement und wiederholen nur noch, halb umdämmert, die immer gleichen Versatzstücke aus der revoluzzigen Jugend?
Sollte es das sein? Altersstarrsinn?
Außerdem:
Für wen halten die sich eigentlich, daß sie glauben, die Lösung für die Probleme der Kirche zu haben?
Nicht "Wir sind Kirche!" sondern "Wir wissen, wie es weiter zu gehen hat" ist doch der formulierte Anspruch!

Ich dachte immer Jesus Christus wäre Herr der Kirche, Messias der Welt und der Heilige Vater sein Vicarius.
Weit gefehlt!
Dazwischen gibt es nach Meinung dieser Tradis offensichtlich noch ne Expertenrunde, die niemals bei den unteren Etagen (Papst, Kurie, etc.) Gehör findet.
Das geht aber nun wirklich nicht, Mr. President!
Und dann dieser implizierte Alleinvertretungsanspruch!!! Also mich vertreten die ganz bestimmt nicht!
WIR sind Kirche! Diese Sprachrohre der unterdrückten, angstgeduckt schweigenden Mehrheiten, die nicht wieder von der Drohbotschaft eingeholt werden wollen...
Ja wo wird denn heute noch in den Kirchen von den Kanzeln das Jüngste Gericht vom Himmel herabgepredigt? Wann waren diese Leute den zuletzt in einer Sonntagsmesse und wo? In den letzten 40 Jahren offensichtlich sehr selten oder haben sie immer Pech mit dem Prediger gehabt! Eigentlich müßte ich sagen: wenn es so wäre hätten sie Glück gehabt, denn sie hätten einen Priester gehabt, dem das Seelenheil seiner verirrten Pfarrkinder am Herzen liegt, auch wenn er offensichtlich erfolglos agiert, wenn er versucht, seine Herde auf den richtigen Hirten hinzuweisen.
Mir droht als wirklich regelmäßigem Kirchgänger am Sonntag eher die große Belanglosigkeit und nicht ein aufrüttelndes Donnerwetter, wenn ich den Predigten zuhöre, ja wenn! Wenn ich das noch schaffe und nicht nach dem Evangelium in eine gnädige Kirchentrance sinke! Wer gehaltvolleres hören will, muß zumindest von hier aus lange fahren.
Oder haben die einfach nur nen Zeitüberschuß?
Wenn es so viel für engagierte Laien zu tun gibt, ja warum tun sie es dann nicht einfach mal im Stillen, in Absprache mit den überlasteten Priestern und füllen die Gemeinden so mit Leben und Gemeinschaft und wirken so an der Erneuerung des Glaubens.
Stattdessen werden dämliche Petitionen verfaßt, Unterschriften gesammelt, als wenn es um ein neues Atomkraftwerk ginge, Pressekonferenzen gegeben und der Heilige Vater genervt.
Die müssen Langeweile haben und in schlecht gelüfteten Räumen ihre Zeit verbringen! Wer Langeweile hat, wird unpässlich und nörgelig!

Ich habe ja immer gedacht, es wäre ein Problem, das sich irgendwann demographisch erledigt, aber Hinweise aus der Blogozese weisen auf nachwachsende Generationen von Kirchenverbesserern hin, die in einer protestantischen Gemeinschaft besser aufgehoben wären. Da hätten sie dann alles, was sie fordern!
Denen kann ich nur das zurufen, was die Generation meiner Eltern und Großeltern denen zugerufen haben, die im realexistierenden Sozialismus das Heil meinten erblickt zu haben:
Dann geht doch rüber!
Ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt!
Ich will jetzt nicht mit dem ewigen Heil drohen, dessen sie verlustig werden könnten!
Dat muß der liebe Härrjott wissen, wie er damit umgeht! Nä, wat anders!
Es gäbe noch eine Strafe, die sie neben der Exkommunikation sofort träfe, wenn sie diesen Weg gingen:
Sie hätten nix mehr zu meckern!
Dat wär dat Allerschlimmste und genau davor haben die Angst und genau deswegen bleiben die auch hier!
Feiglinge!

Montag, 5. Oktober 2009

Heute vor 40 Jahren

ging bei BBC1 die erste Sendung von "Monty Python's Flying Circus" auf Sendung.
Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte des Humors!
Was haben uns die Herren dieser Truppe doch für wunderbaren Quatsch geschenkt: Bicycle Repairman, the Gumbies (my brain hurts, flower arrangement), Spam, the dead Parrot Sketch, Ministry of silly walks, the funniest joke in the world, the self defence class, crunchy frog, the Lumberjack song,... Brian...
Aus Anlaß dieses Jahrestages erlaube ich mir den Link zur offiziellen Seite HIER einzusetzen und einen anderen wunderbaren Sketch bei youtube HIER zu verlinken.
Congratulations!

Die Darstellung der Kirche in den Medien

ist Gegenstand einer Tagung im Abt Herwegen Institut gewesen. Der medienbewanderte Pater Paul Terwitte konnte zeigen, wie wenig die Kirche in den Nachrichten präsent ist (ca. 1,5% der Nachrichten haben kirchlichen Charakter) und dann meistens mit Negativschlagzeilen.
Der Zuschauerschwund bei den Fernsehgottesdiensten des ZDF ist ebenfalls dramatisch.
Ehrlich gesagt: Mich wundert es nicht.
Eine Kurzfassung der Vorträge bietet kathnet.
Trend bei der Verkündigung über den Äther ist nach Pater Paul folgendes:
weniger Theologie, näher beim Alltag der Menschen.
Noch weniger Theologie???
Ein Beispiel vom letzten Wochenende zeigt, wie gut das gelingen kann, quasi theologiefreie Gottesdienste zu gestalten.
In einem ungenannten Dekanat gab es zum Kindergottesdienst das Thema "Erntedank". Wie passend!
Neben den üblichen Unsäglichkeiten aus der Ringelpietzschublade gab es auch die üblichen Ersatzhandlungen für Kyrie, Gloria, Lesungen, Credo etc. Ein Highlight war folgende Einleitung zu einer Fürbitte:
"Lieber Gott, wir danken dir für das schöne Windrad."
Hier hatten sich die Windpark-Befürworter im Vorbereitungskreis deutlich gegenüber der "Antispargel"-Initiative durchgesetzt und noch mal deutlich gezeigt, wer auf der richtigen Seite steht!
Näher am Leben geht nicht! Spitze!

Freitag, 2. Oktober 2009

English for Westerwave

WDR 5 hat unter "spass5" unserem designierten Außenminister einen größeren Teil der Sendung vom 1.10.gewidmet. Besonders schön ist der Fortbildungskurs "English for Westerwave". Hier geht es direkt zum Podcast.

Samstag, 19. September 2009

Einblicke in die Welt der Freimaurer

verspricht dieser Buchtipp bei kath.net.
Interessant ist die Leseprobe und ganz besonders die darin auftauchenden Personen.

Freitag, 18. September 2009

Ein adeliger Link

zu einem europapolitischen Thema, das ein wenig in Vergessenheit zu geraten droht, für das christliche Europa weitreichende Folgen haben kann. Also: Aufgemerkt!

Dienstag, 15. September 2009

Haben wir die Wahl? (WDR5)

Als ich gestern Abend vom Dienst kam, hatte ich im Auto die Chance, WDR 5 zu hören. Es lief ein Feature zur Veränderung unserer Demokratie in der Bundesrepublik und der politischen Kultur unter dem Titel "Haben wir die Wahl?".
Im Internet gibt es eine Hörprobe und das gesamte Manuskript. Sehr hörens- und lesenswert. Die Sendung ist ein Beispiel für guten Journalismus und gut angelegte Rundfunkgebühren. Wenn der Rest der Medienlandschaft ähnlich arbeitete, hätte ich weniger Sorge um das demokratische Gefüge unseres Landes. Ein dreifach Hoch auf die öffentlich-rechtlichen Sender!

Montag, 14. September 2009

Entscheidungshilfe? Der Wahl-O-mat

der Bundeszentrale für politische Aufklärung ist ein interessantes Gerät.
Mit dem Wahl-O-maten kann anhand von 38 Fragen herausfinden, welches Parteiprogramm am ehesten zu den eigenen Überzeugungen paßt.
Ergebnis bei mir:
Die höchste Trefferquote hatte nach der ödp, das (abgehalfterte) Zentrum und Die Linke, gefolgt von Grünen und Piraten.
Ich war etwas erstaunt über diese Diagnose: franziskanisch angehauchter Herz-Jesu-Sozialist mit Hang zum Freibeuter!
Das Verhältnis zum meiner guten alten XXX (Keine Experimente!) ist ja schon länger gestört, aber so ein Ergebnis hatte ich nicht erwartet!
Probiert es mal aus!

Mittwoch, 9. September 2009

Das Verbot der Segnung während der Kommunion

ist nur eine der unbekannten oder nicht umgesetzten Neuregelungen in den reformorientierten Bistümern des deutschen Sprachgebietes.
Ein paar Beispiele für vergessene Novellen aus dem Eingangskörbchen der DBK finden sich bei Gotteslob.
Die bisher nicht in deutscher Zunge vorliegende Fassung des Segnungsverbotes sub communione finden sich auf Englisch hier.

Dienstag, 8. September 2009

Neues vom ZK

Der 69jährige Alois Glück beerbt den 72jährigen Hans Joachim Meyer als Vorsitzender des Z(d)K.
Näheres bei kath.net. Na dann mal herzlichen Glückwunsch!

Namenswechsel

Kaum ein Jahr später habe ich dann endlich auch entdeckt, wie ich meinen Bloggernamen und nicht mein Postfachanschrift in die Anzeige des Profils bekomme. Ich bin begeistert. Man lernt nie aus!

Ich hab so Heimweh nach der Bonner Republik!

Vorgestern wurde der Waschzettel der DBK zur Bundestagswahl in vielen katholische Pfarreien unseres vereinigten Vaterlandes verlesen und ersparte so vielen Priestern die Auslegung des Evangeliums unseres Herrn und Heilandes. Da ich es aufgrund einer aktuellen und gefährlich niedrigen Frustrationstoleranz in liturgischen Belangen vermieden habe, einem der ortsüblichen, familienorienterten Hochämtern beizuwohnen, ist mir diese homiletische Ersatzhandlung erspart geblieben. Nach einigen verstörten Berichten in der wachsenden Blogoezese hab ich es mir höchstselbst heruntergeladen und gelesen.
"politisch-korrekte Grüße aus einem heiteren Paralleluniversum" könnte ein treffender Titel für den Inhalt sein, wenn man etwas Abfälliges formulieren wollte.
Bloß keine eindeutig kritische Aussage machen! Wunderbar ausgewogen!
Nach der Lekture frage ich mich allen Ernstes:
Wovor haben die eigentlich Angst? Ist denen alles egal? Wollen sie mal wieder keinen verprellen?
Das Problem liegt aber woanders und es ist, so glaube, ich viel schlimmer.
Die wirtschaftsliberalisierte, verkohlte und protestantisch-vermerkelte CDU ist für einen Katholiken kaum noch wählbar, wenn er sich auch nur ansatzweise an die Grundfesten der katholischen Soziallehre erinnern will! Von der Morallehre schweige ich lieber vollkommen! Ich erinnere nur an die unglaublichen Attacken auf den Heiligen Vater zu Beginn des Jahres 2009: Schlecht informiert, bis weit über den Rand der völligen Ahnungslosigkeit, aber medienwirksam hat unsere Perle aus der Uckermark den Papst abgemahnt. Natürlich nur in den Medien!!! wo auch sonst? Wie sich im Nachhinein herausstellte, hatte sie ja nicht den Kontakt zu Benedikt XVI. gesucht, sondern ihre Schelte nur in die Kameras gesprochen. Es ist vielleicht von einer protestantischen Pastorentochter auch zu viel verlangt, mit dem römischen Machthaber einer offensichtlich fundamentalistischen Religionsgruppe in einer solchen Affaire ein Gespräch zu führen und sich mal gegen die Brandung einer verirrten Presse und fanatisierter Papstgegner zu stellen oder?
Es hätte ja auch mal anders kommen können:
Die Kanzlerin läßt sich über die Hintergründe der ganzen Aufregung vom deutschen Papst persönlich aufklären. Sie gibt daraufhin eine Pressekonferenz, in der sie sich als Protestantin schützend vor den Papst stellt, lädt den Nuntius demonstrativ zu einem Abendessen ein und entschuldigt sich für den schlechten Journalismus, der lieber auflagenträchtig Emotionen schürt als Fakten zu recherchieren. Das wäre doch mal was gewesen! Nein, so ist es aber leider nicht gekommen. Alles ist mal wieder zielgruppenorientiert verarbeitet worden, nicht im Sinne der Wahrheitsfindung sondern im Namen des Umsatzes und möglicherweise steigender Umfragewerte.
Was ich damit sagen will, ist Folgendes:
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl ist beredter Ausdruck für das "katholische Vakuum" in der Parteienlandschaft der 2. Berliner Republik und den fehlenden Mut der DBK dies auch deutlich zu benennen. Es fehlt eine ernsthafte und profiliert katholische Alternative! Wer sich über den traurigen Zustand der ehemals katholischen Deutschen Zentrumspartei informieren möchte, dem genügt ein Blick in den Eintrag bei wikipedia: Kein katholisches Profil, versuchte Zusammenschlüsse mit der evangelikalen PBC und Vorstandsmitglieder aus der durchgedrehten Hamburger Schill-Partei prägen hier die jüngste Vergangenheit.
Der Hirtenbrief ist auch Ausdruck der Hilflosigkeit gegenüber der Errosion des gesellschaftlichen Konsenses und gegenüber dem fragwürdigen Zustand der Demokratie im wiedervereinigten Deutschland des Jahres 2009.
Für alle, die Kontraste mögen, habe ich zwei hochinteressante Links.
Beide führen zu pdf-Dateien auf der Homepage der DBK:
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl 2009
Das Hirtenwort zur Bundestagswahl 1980
Da war noch Zug in der Truppe!
Meine Güte, 1980! Helmut Schmidt, Josef Ertl, Herbert Wehner, Franz Josef Strauß,...
Wenn ich aus der Schule nach Hause kam, dann lief das Radio in der Küche oder der Fernseher im Wohnzimmer. Die Debatten aus dem Bundestag liefen in der ganzen Nachbarschaft, sogar in den Schrebergärten! Jeder in der Familie war interessiert und wußte auch ziemlich genau, worum es ging! Die Debatten gingen beim Abendessen und auf den Familienfeiern weiter. Politikverdrossenheit war ein noch nicht erfundenes Wort.

Wir leben in der talkshow-republik berlin2.
Keiner ist damit zufrieden, aber fast überall läuft am Sonntag Anne Will in der Flimmerkiste!
Statt der Bundestagsdebatten dudeln verblödende Sitcoms auf allen Kanälen den Menschen die müden Köpfe voll!
Ich hab kein Heimweh nach dem Kurfürstendamm und werde es sicherlich nie entwickeln.
Aber nach der guten, alten Bonner Republik, mit kantigen Politikern, spannenden Bundestagsdebatten, wo es noch um Überzeugungsarbeit zum Wohl des Landes und der Bürger ging, nach der sehne ich mich zurück und ich glaube die deutschen Bischöfe tun das auch.

Freitag, 4. September 2009

Die Glosse zum Freitag: Wenn es so einfach wäre...

Breviarium Pauli schreibt über la malaise catholic allemande und über sein Verständnis einer Hermeneutik der Kontinuität.
Tenor ist nach meiner Lesart:
Alles schön tiefsinnig, was ihr lieben Mitblogger da schreibt, aber bringt uns nicht wirklich nach vorne! Das ist gute alte deutsche Grübelei. Sucht euch eine schlagfertige geistliche Gemeinschaft, traut auf das Wirken des Hlg. Geistes und dann klappt das schon. Gott gibt schon die Antworten.

Das mag für die eigene Frömmigkeit im privaten Kreise ja manchmal klappen. Geht es aber raus in die Gemeinde ,wenn man aber andere Vorstellungen hat, als seine lieben Mitpfarrkinder, sein Herz nicht nur in der eigenen Betbutze erfreuen möchte, de wird schnell merken, wie wenig die "Hermeneutik der Kontinuität" außerhalb dieser Sonderveranstaltungen möglich ist.
(Nur am Rande: der Begriff der Hermeneutik ist mir schon immer obskur gewesen und wird es auch bleiben, da er für alles und nix herhalten muß und nix wirklich aussagt.)
Sich beim Opus Dei aufbauen zu lassen, mag ja für manchen passen. Aber ist das nicht auch eine kleine private Flucht in eine heilere Welt, wo man so für sich ist...? Nur mal als Frage!

Was ich meine läßt sich mit einer alten Fußballweisheit sagen:
Ernst is aufn Platz! ( Sepp Herberger?)

"Morbus teutonicus" ist eine Art Pandemie mit schleichendem Krankheitsverlauf und einer sehr unklaren Symptomatik, wie ich finde. Die Träger dieser Krankheit sind aber nicht die katholischen Blogger, welche immer neue Symptome zusammentragen!
Was ich darunter verstehe?

An dieser Stelle mein Kommentar zum Artikel, den ihr hier lesen könnt:

"Ich halte die Beiträge nicht für den Ausdruck typisch-deutschen Grüblertums sondern für den Ausdruck echten Leidens am realexistierenden deutschen Katholizismus, der alles ist, nur nicht römisch.

Ich freue mich für Dich, wenn Du beim OD die geistliche Begleitung gefunden hast, die Dir entspricht. Mein Weg ist das ganz bestimmt nicht, muß es auch nicht sein. Mir stecken da zu viele spezifisch spanische Impulse im Leben des OD, die auch eine bestimmte Zeitfärbung haben. Aber darum soll es ja nicht gehen!
Morbus teutonicus!
Träger dieser Krankheit sind nicht unbedingt die Blogger, die sich über die Zustände innerhalb der von ihnen geliebten Kirche etwas von der Seele schreiben. Es ist eher Ausdruck dessen, daß sie mit den Trägern dieser Krankheit leben müssen und keine Mittel haben, diesen zu helfen.
Morbus teutonicus ist für ich bei den Hauptbedenkenträgern gegeben, die z.B. keinen in der Gemeinde mit Frömmigkeitsformen überfordern wollen, mathematische ausgedrückt die Gemeinschaft des KGV (Kleinstes Gemeinsames Vielfaches) durchsetzen wollen. Kirche als Wohlfühlgemeinschaft und nicht als Weg der Nachfolge, ist eines der Wahnbilder. "Wir sind Kirche" heißt dementsprechend das Motto. Das Verständnis einer Anbindung an die Vorgänger im Glauben und an die Zukunft in Gott dienen nur noch als Schablonen, um die eigene richtige Position zu bestätigen. Das Gestrige ist vergangen im Sinne von überholt und die Zukunft ist himmelblau. Vertreter der Tradition sind somit Ewiggestrige und die Mahnung an ein Gericht wird zur gemeinen moralischen Drohbotschaft. Einher geht dieses Krankheitsbild mit einer hohen Kritiklosigkeit gegenüber allen Aufweichungstendenzen in Liturgie und Lehre sowie einer hohen Aggression gegenüber allen Formen traditioneller Frömmigkeit und Lehre, Prozessionen, Andachten etc. Deren Vertreter werden in Gemeinde und auch in manchem Bistum durch Dialogverweigerung, Mobbing und anderer explizit christlicher Deeskalationsstrategien marginalisiert und zum Teil unter dem Vorwurf des Antisemitismus kriminalisiert.
Morbus teutonicus ist damit eine Art nachkonziliare Mutation des Gallikanismus oder Josephinismus."

Liturgischer Widerstandskämpfer

Ich hatte schon seit meiner Kindheit ziemlichen Respekt vor dem Werk des Schriftstellers J. R. R. Tolkien, wenn ich auch nicht ein großer Fan seiner Bücher geworden bin, ganz im Gegensatz zu manchem Klassenkameraden, die Schriftzeichen und Sprachen lernten, Karten von Mittelerde anfertigten... Not my cup of tea!
Was ich aber heute auf einem anderen Blog gelesen habe, macht ihn mir auf eine ganz andere Weise noch einmal sympathisch: Tolkien war liturgischer Widerstandskämpfer und was für einer!
Aus den Erinnerungen seines Enkels Simon Tolkien:
"I vividly remember going to church with him [J.R.R.] in Bournemouth. He was a devout Roman Catholic and it was soon after the Church had changed the liturgy from Latin to English. My grandfather obviously didn't agree with this and made all the responses very loudly in Latin while the rest of the congregation answered in English. I found the whole experience quite excruciating, but my grandfather was oblivious. He simply had to do what he believed to be right..."

Na, wer traut sich?
Wo geht es ab Sonntag los, wenn es mal wieder heißt:
"Ich begrüße sie alle gaanz, gaanz herzlich zu unserer Messfeier, die an diesem Sonntag dem Motto 'Wir sind Gottes Melodie' steht und vom Frauentanzkreis gestaltet wird."?

Antwortbeispiele:

ET CUM SPIRITU TUO ! ! !

oder noch passender:

MISEREATUR TUI OMNIPOTENS DEUS ET DIMISSIS PECCATIS TUIS PERDUCAT TE AD VITAM AETERNAM ! ! !

Dann kommt aber Schwung in die Sache!
Vorsicht! Es winkt die Krone der frühen Vollendung!
Zu Risiken und Nebenwirkungen befragen sie den Kardinalgroßpoenitentiar oder die Congregatio de Causis Sanctorum!

Donnerstag, 27. August 2009

Pastoral und einfühlsam

Ich bin mal wieder sprachlos, liebe Mitblogozesanen und werde das in aller Ausführlichkeit zum Ausdruck bringen!
Der Grund dafür ist folgende Geschichte:
Es erreichten mich soeben Nachrichten aus der westf. Provence.
Dort setzt in einem Städtchen eher unvermittelt ein Fusionsprozess der zum Teil steinalten Pfarreien ein. Wenige ahnten was, kaum einer wußte bisher genaueres, der Klerus hüllte sich in Schweigen oder verbreitete "gezielte Indiskretionen" an ausgewählte Clubs und Freunde. Nachdem nun ein Pfarrer das eisige Schweigen gebrochen hat, weil er seine Verantwortung wahrnehmen will, gehen nun die Wogen hoch. Ein weiterer zog dann notgdrungen nach. Die übrigen Stadtgemeinden träumen immer noch den Traum der Volkskirche mit sakramentaler Vollpension, wenn sie nicht durch die Tageszeitung und die Berichterstattung über die Infoabende auch langsam wach geworden sind. Die Kirchenzeitung des ungenannten Bistums brachte wenig bis kein erhellendes Material in den letzten Monaten zu dieser Thematik!
Die düsteren Perspektiven ab 2011 stellen sich wie folgt dar:
Nur ein Pfarrer für die Stadt samt allen Dörfern und ein vic. coop. plus eine ungenannte Zahl an Diakonen und Laientheologen für (bis jetzt) über 2x.000 Seelen, verteilt auf eine beinahe zweistellige Anzahl von Pfarreien. Der Wechsel geht also vom trauten katholisch-westfälischen Schlaraffenland zur Wirklichkeit im Ruhrgebiet in knapp einem Jahr.
Dieser vic. coop. (ein "Nochpfarrer" aus einer Fusionspfarrei) hat bei einer Pfarrversammlung in x durch seine Wortbeiträge gezeigt, mit welcher pastoralen Einfühlsamkeit und Behutsamkeit er diesen Prozess unterstützen will, wenn man der örtlichen Presse in ihrer Berichterstattung folgen möchte. Nachdem namhafte Pfarrkinder (die weit über 50 Aktiven Köpfe der Gemeinde) ihre Bestürzung und ihr Unverständnis über diesen Prozess, seinen Ablauf (undemokratisch) und die Folgen (unnötiger Kahlschlag) zum Ausdruck gebracht hatten, gab ihnen ihr zukünftiger Hilfshirte folgenden aufmunternden Satz mit auf den Weg, der die Stärkung der Laien unterstreichen sollte: "Es darf dann nicht mehr dieses Affentheater geben, wenn ein Laie eine Trauung leitet!"
Schluß mit lustig!
Extrawurst gibt es nicht mehr!
Druck und EPa!
Besser kann man es nicht sagen oder?
So baut man Brücken!
Hier zeigen sich doch schon im Ansatz die Fähigkeiten dieser Person, in diesem schwierigen Prozess als einfühlsamer, vermittelnder und mitfühlender Seelsorger die Menschen nicht mit ihren Ängsten und Nöten allein zu lassen und aufzufangen.
Ich könnte schreien!
Apropos Druck und EPa. Vielleicht könnte man ja eine adaptierte Feldtrauung wieder einführen, so wie damals im WK II. Während der Bräutigam als Held an der Ostfront lag oder gerade gefallen war, saß die Braut an der Heimatfront im Standesamt neben einem Stahlhelm als repraesentatio des Abwesenden.
Das war doch ein bekanntes Modell.
Ein Birett auf dem Volxaltar als repraesentatio... hm...
Geht nicht! Das Birett ist ein Erkennungszeichen der Ewiggestrigen!
Da müßte dann schon der Dienstschlips des Pfarrers, die Alltagssandalen oder die Brille, die jeder kennt, her! So wäre doch in dieser harten Zeit wenigstens etwas von ihm anwesend, so wie damals...

Erzbischof blogt!

so weiß Stanislaus zu berichten.
Mir fiel dazu ein ganz schlechter Kalauer ein:
Erst blockt er nur und nun blogt er auch noch!

Je länger ich ihn betrachte, umso besser finde ich ihn!

Mittwoch, 12. August 2009

Vermischtes vom Tage

Die Glosse des Vortages hat eine erfreuliche Resonanz gefunden. Sponsa Agni hat bei Father Z noch weitere schöne Bilddokumente aus katholischen Kinderzimmern gefunden. Klasse!

Radio Vatikan tickerte heute eine Meldung durchs Netz, die das Verhältnis zwischen Katholiken und Moslems unter dem Pontifikat Benedikt XVI. aus der Sicht eines römischen Islamexperten darstellt:
"Viele islamische Intellektuelle respektierten den Papst gerade wegen seiner herausfordernden Beiträge, sagte der deutsche Jesuit (Felix Görner) am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur in Frankfurt."
Das unterscheidet islamische Intelektuelle vom (christlichen) Durchschnittsintelektuellen in Deutschland!
"Das Kirchenoberhaupt habe das wohlwollende Interesse seines Vorgängers Johannes Paul II. am Islam um die wissenschaftliche Debatte mit dem Islam erweitert. Die katholische Kirche habe gegenüber dem Islam einen „angenehm gelassenen Ton“ gefunden, fügte Körner hinzu."

Hört, hört!

Dienstag, 11. August 2009

Pädagogisch wertvoll (Achtung: Glosse!)

Wie manch anderer ist auch der Autor dieser Zeilen mit den Produkten der Firma geobra Brandstätter aufgewachsen. Als 1974 die ersten playmobil-Figuren in die Spielwarenläden kamen, habe ich sofort mein Taschengeld dafür ausgegeben. Nach und nach kamen immer mehr Püppkes zusammen, dazu Häuser, Fahrzeuge und und und. Eine meiner Lieblingsszenarien waren Festumzüge, allen voran Fronleichnamsprozessionen. Bei mir im Kinderzimmer war mindestens einmal in der Woche, Fronleichnam! Notwendige Teile, die nicht im Sortiment zu finden waren, wurden selbst gebastelt. Bis weit in die 1990er Jahre hat die Firma playmobil sich "weltanschaulich neutral" gehalten und keine Kirchen, Paramente etc. angeboten. Auch jetzt gibt es nur eine kitschige "Hochzeitskirche", die sich eher an eine weibliche Zielgruppe richtet. Also wurde aus Stadtturm, Stadtmauer und diverser Gebäudeteile (damals war alles noch eine Art Baukastenprinzip und frei kombinierbar) eine große Stadtkirche gebaut, die ich im Schaufenster eines großen Spielwarengeschäftes gesehen hatte. Glocken hatte ich auch (Messingminiaturen von Graßmayr, Inssbruck!!!) Festgeläut! Der Zoch kütt, mit Ehrengarde und was im Rheinland halt alles so dazugehört!!! Härrlisch!
Daneben gab es auch Heiligenfeste (natürlich mit Reliquienprozessionen, is ja klar!), das Requiem erster Klasse, Pontifikalämter etc. Nä, war dat schön!
Mit großer Neugier hörte ich den Kindheitserinnerungen meiner Oma zu. Denn dort existierte im Hause ein großer Spielaltar für die Jungs. Dort wurden stille Messen, Hochämter (Dreimännerämter) etc. gespielt. Wenn mal einer der Brüder beim Fußball war, mußte Oma ministrieren. "Sehr fortschrittlich!" wird sich mancher vielleicht jetzt sagen, aber der älteste Bruder hatte vorher beim Dechanten nachgefragt, der ihm -in aller Rheinlichkeit- eine entsprechende Dispenz für den Notfall erteilte. Wunderbar! Das nötige Equipment wurde bei Wallfahrten erstanden. Ich lebte in der Zeit des Novus ordo und meine Oma erzählte aus der Zeit, in der man noch mit und in dem überlieferten Ritus lebte. Ich habe nie etwas von Befreiung von den "alten Zwängen und der Drohkirche" gehört. Vielmehr hatte ich den Eindruck, daß man die vergangene Zeit sehr geschätzt hatte. Der realexistierende deutsche Verbandskatholizismus stand und steht in unserer Familie auch heute noch nicht hoch im Kurs. Erst vor einigen Monaten begriff ich, daß sich die gesamte Familie nach der Liturgierevolution aus der Kirche still verabschiedet hatte. Es gab div. Rosenkränze und alte Kölner Gesangbücher, GLs aber nicht.
Ejaal! Wollte ich eigentlich gar nicht erzählen:
Also jetzt noch mal ganz kurz:
playmobil war in der Zeit des novus ordo ein probates Mittel zur Festigung im Glauben!
Jetzt habe ich ein erstes Zeugnis für die Umsetzung des Motu proprio in den Kinderzimmern entdeckt!
Es wird Zeit für die Diözesen, sich dieser Realität zu stellen und entsprechende Fortbildungen für Erzieherinnen katholischer Kindergärten, für Grundschulen, Jungendverbände, etc. anzubieten.
Schluß mit Nistkastenbau, Hüpfburg, Klettergarten! Altäre bauen! Staffelgebet üben!
Auch die Spielwarenindustrie hat skandalöserweise noch nicht darauf reagiert!

Ich sach ja immer wieder: Erst wenn in katholischen Familien neben der wii-Konsole auch wieder ein Spielaltar im Kinderzimmer steht und auf Kindergeburtstagen neben anderen Spielen auch wieder ein Zug von Jungs zum "Asperges" das elterlichen Wohnzimmer stürmt, ohne das sich eine aufgeklärte Tante daran stört, haben wir einen wirklich liberalen Zustand erreicht!

Mittwoch, 5. August 2009

Die Alternative im Superwahljahr 2009

Für alle, die in diesem Jahr noch nicht genau wissen, welcher Partei sie auf Bundesebene ihr Vertrauen und ihre Stimme geben sollen, habe ich eine echte Alternative entdeckt, die HSP! Sie ist links, liberal und konservativ zugleich.
Der Wahlwerbespot und die Internetpräsenz sind sehr aufschlußreich.

Montag, 20. Juli 2009

Moderner Kirchenbau

ist so eine Sache für sich. "Zwischen den Kirchen" zeigt ganz aktuell ein etwas heruntergekommenes Übergangswohnheim unseres HERRN protestantischer Herkunft aus den späten 1970er Jahren. Das gepflegte Äußere zeigt, daß es mit diesem Übergangswohnheim demnächst vorüber sein könnte...
Bei mir stellten sich ganz schnell alle schlechten Gefühle wieder ein, die mich als Schüler ankamen, wenn ich im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht eine Sporthalle zwangsweise betreten mußte.
Über NLM bin ich auf die Seite des Bostoner Architekturbüros Cram & Ferguson gekommen. Hier werden etwas andere Akzente gesetzt, die wohltuend wenig mit dem zweckmäßigen Charme asakraler Gemeindezentren zu tun haben.
Syon Abbey ist da ein nettes Beispiel. Wer kann einem solchen Bild oder einem solchen schon widerstehen? Wunderbare Werbephotographien, oder?

Dienstag, 14. Juli 2009

Diskussionsthema "Bekenntnislos in Deutschland"

Für alle Freunde der fortgesetzten Statistik:
Der Humanistische Verband Deutschlands hat eine eigene "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland". Die Kuchendiagramme zeichnen ein düsteres Bild über die Entwicklung der Konfessionszugehörigkeit in Deutschland. Neben den aktuellen Schätzungen (34 % Heiden) gibt es auch entsprechende Datenblätter für die Entwicklung ab 1950.
Vielleicht entwickelt sich nach der Lektüre des Freidenkermaterials eine Diskussion über die Frage, die ich schon in meinem Kommentar zum letzten Beitrag hier gestellt habe:
Deutschland ist Missionsland - was tun?
Bonifatius hatte es leichter, ich weiß!
Eiche umkloppen!
Häuptling taufen!
Rest kam von alleine!!
Das ist heute kein Modell mehr, noch nicht einmal für Greenpeace, die NaBu-Jünger oder GAL. (Scherz!)
Wer hat Ideen jenseits mühsamer Einzelbekehrung und dem evangelikalen Missionswerk Werner Heukelbach?

Meldet Euch!
PS: Kommt mir nicht mit Schwertmission!

Freitag, 10. Juli 2009

Backsteingotik und Zukunftskonzepte

Als Bewohner der "gebrauchten Bundesländer" habe ich mich zwecks Sommerfrische auf den Weg nach "Neufünfland" gemacht. Nach einem Abstecher in die Stadt Leipzig ging es weiter an die Küste Ostvorpommerns. Wie üblich habe ich alle möglichen Kirchen und Klöster abgeklappert, die am Weg lagen. Ein diesbezüglicher Höhepunkt war sicherlich der Besuch der Klosterruine Eldena bei Greifswald, eine der Hauptinspiriationsorte des von mir hoch verehrten Malers Caspar David Friedrich.
Der Zustand der Stadt- und Dorfkirchen der Region ist in der Regel katastrophal. Nicht nur Krieg und vierzig Jahre atheistischer Sozialismus haben hier tiefe Spuren hinterlassen. Verfallende Altäre, unspielbare historische Orgeln, abgestellte Glocken sind die Regel und nicht eine Ausnahme. Geld aus den Töpfen finanzstarker Denkmalschutzorganisationen ist hier bisher wenig angekommen. Die finanziell nahezu ruinierte Landeskirche ( seit einiger Zeit mit der ebenso insolvenzverdächtigen luth. Kirche Nordelbiens fusioniert) hat nicht nur zu wenig Geld, sie setzt es auch noch skandalös schlecht ein.
Ein Beispiel: Anklam
Die alte Stadt hat im WK II einige böse Treffer abbekommen. Die Schneisen im Stadtbild sind an der Auffüllung durch realexistierende Plattenbauten erkennbar. Es gibt viel wunderschöne alte Bausubstanz, zum Teil liebevoll restauriert. Die Stadt beherbergt u.a. zwei wunderschöne gotische Kirchen: St. Marien und St Nikolai. Während Marien unbeschadet über die Zeiten kam, wurde Nikolai im Krieg schwer zerstört. Der Turm verlor seinen hölzernen Helm, das Gewölbe des Schiffes wurde zerstört, nur die Außenmauern bleiben stehen. Nach zwölf Jahren GröFaZ und vierzig Jahren Ulbricht & Co war nun die Frage: Wat nu?
Die Stadtbevölkerung gründlich entkirchlicht und zwei große Gebäude an den Hacken!
1994 wurden die entsprechenden Entscheidungen getroffen.
St. Marien bleibt irgendwie Kirche, wird aber selten genutzt. Sie ist bis heute auch für Besucher nicht zugänglich und wird selten zu Gottesdiensten genutzt, da sie groß ist, und im Winter nicht beheizbar ist. St. Nikolai... Abriß der einsturzgefährdeten Ruine oder Umnutzung.
Daraufhin bildete sich eine Art Förderverein, der komplett freie Hand über das Gebäude bekam. Es hagelte Ideen und die Rettung kam nicht vom HeRRn sondern soll durch den angeblich zugkräftigen Namen eines Mannes kommen, der in dieser Kirche mal getauft worden ist: Otto Lilienthal. Als ich mich gerade über das Bauschild, das Projekt als solches und den Umgang mit der Kirche im Besonderen aufregte, kam ein wichtig wirkender Mensch auf uns zu. Ich hielt ihn erst für einen Angestellten des Ordnungsamtes (Wir hatten die Parkzeit schon überschritten!). Er mischte sich lächelnd in das Gespräch zwischen mir und meiner Gattin ein. "Ich hörte da gerade den Begriff "Vision"? Was halten Sie denn von unserer Vision für Nicolai?"
Ganz schlechter Einstieg!
Antwort: "Überhaupt nichts! Ich bin schockiert!"
"Warum?"
"Weil man so mit einem Kirchengebäude, und sei es auch eine Ruine, nicht umgehen kann!"
"Das ist aber keine Kirche mehr!"
"Es ist noch ene Kirche, beschädigt, aber Kirche!"
"Nein!"
"Doch! einmal Gott geweiht, immer Gott geweiht!"
"Die Pommersche Kirche hat den Status einer Kirche aufgehoben!"
"Was von einem katholischen Bischof im Mittelalter Gott geweiht wurde, kann nicht von einem evangelischen Verwaltungsakt für beendet erklärt werden. Das Gebäude ist Gott dediziert worden. Es ist ein Geschenk an ihn! Ich kann doch nicht einfach ein Geschenk zurücknehmen."
"Doch, das geht und wird überall gemacht."
"Allgemeine Praxis ist für mich kein theologisch schlagendes Argument. Auch wenn es gemacht wird: Die "Entweihung" einer Kirche ist Sakrileg! Außerdem widerspricht ein solcher Rückzug auch dem Evangelium. Dort steht: Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium. Mission, Wachstum, Verkündigung sind die Vorgaben unseres Herrn und nicht Rückzug in das bequeme Nest!" (Jetzt war ich richtig in Rage!)
Aber es kam noch schlimmer:
"Wir haben Machbarkeitsstudien anfertigen lassen...!"
Weiter kam er nicht mehr!
"Machbarkeitsstudien, wenn ich das schon höre! Haben die Apostel "Machbarkeitsstudien" von Experten eingeholt, bevor sie sich über eine Missionstrategie unterhalten haben? Haben die Kölner Machbarkeitsstudien vor Baubeginn des ersten Domes eingeholt? Kennen sie solche Dokumente aus Chartre? Da stünde heute noch kein einzelner Stein in der Landschaft! Für Gott und mit Gottes Hilfe und nicht dank Allensbach und Co!
Mal ne Frage: Wo ist neben allen Nutzungsideen eigentlich ihre christliche Vision für diese Stadt, diese Kirche, die Region?"
"Die Strukturen sind nun einmal so, daß wir nur noch wenige hier sind. Die Landeskirche hat ein neues kleineres GEMEINDEZENTRUM außerhalb der Altstadt bauen lassen..."
Nun war mein Blutdruck endlich da, wo er hin wollte!
"Hier stehen bedeutende Werke ungenutzt in der Stadt und draußen werden beheizbare und bequeme Räume geschaffen. Dafür ist Geld da! ...
Die gebaute Vision eines himmlischen Jerusalems wird eingetauscht für die Realität eines bürgerlichen Wohnzimmers in Form eines beheizbaren Gemeindezentrums!
Noch einmal: Wo ist ihre christliche Vision? Wo ist das missionarische Tun in dieser neuheidnischen Stadt? Sie sind doch Christ, getauft, aktiv?"
"Ja,..."
Schweigen.
Sehen sie, wir haben die gleichen Probleme: Wir sind mit Strukturen beschäftigt und leben nicht mit Visionen! Wir brauchen aber Visionen, wenn wir als Christen Zukunft gestalten wollen, ob in Vorpommern, NRW! Wir nehmen eine Grundfunktion von Kirche nicht mehr wahr: Mission!"
Schweigen.
Danach ging man höflich grüßend und mit guten Wünschen auseinander.
Am Ende tat er mir irgendwie ein wenig leid, der Herr Schatzmeister.

Wer sich über das "Zukunftsprojekt" informieren möchte, der schaue hier weiter und nutze auch die angegebenen Links zum FöVe.