Mittwoch, 16. Mai 2018

Literatur, Kultur, Unkultur

Bücher sind, so schrieb jemand einmal, Schokolade für die Seele. Ein solches Schokoladenbuch ist momentan Peter A. Kwasniewkis Werk "Neuanfang inmitten der Krise, Die heilige Liturgie, die traditionelle lateinische Messe und die Erneuerung in der Kirche. UNA VOCE Edition 2017.
Zitat aus dem Ankündigungstext:
"Mit diesem Buch liefert der Autor ein flammendes Plädoyer für die überlieferte hl. Messe und den Gregorianischen Choral. Kwasniewski schildert praxisnah seine Lebenserfahrungen mit dem Novus Ordo und der überlieferten hl. Messe. Sein Vergleich zwischen beiden Formen des Römischen Ritus kommt einer Bankrotterklärung heutiger Liturgiepraxis gleich."
Was Kwasniewski als "Insider" über das gestörte Verhältnis von Hirten und Gläubigen zur "Feierlichkeit" schreibt, trifft den Kern des Problems. Doch das Buch ist mehr als nur eine kluge Problemanalyse. Es ist ein zutiefst geistliches Buch, das den Leser, der mit den Untiefen des gemeindlichen Gottesdienstes konfrontiert ist, Mut macht, die Schätze der Tradition für sich zu entdecken, zu pflegen, für andere zugänglich zu halten, den Einsatz für das Schöne Wahre und Gute fortzusetzen. Hier wird nicht zum Kreuzzug für die alte Liturgie geblasen. Hier wird mit viel Liebe zur Liturgie und zur traditionellen Kirchenmusik (Gregorianik) an dem feinen Faden der Tradition weitergesponnen, den Papst Benedikt mit "Summorum pontificum" wieder aufgenommen hat.
Schokolade für die Seele, Nervennahrung für die Aufgaben, die man als gläubiger Katholik in der Welt zu erledigen hat!
Wer die Liturgie rettet, rettet die Welt ...



---Ich habe schon als Schüler, vor dem Mauerfall, den mitteldeutschen Maler Werner Tübke (+2004) für mich entdeckt.  Während Joseph Beuys und Kollegen mit Fettecken und Schrott den Kunstbegriff scheinbar endgültig ad absurdum führten ("Alles ist Kunst"), hatte sich Werner Tübke durch intensives Studium der alten Meister und langem Schliff der eigenen Fertigkeiten einen Stil erarbeitet, der einzigartig ist. . Bekannt wurde er besonders durch sein monumentales Bauernkriegspanorama (Bad Frankenhausen). Im Westen wurde es als Staatskunst diffamiert. Werner Tübke wurde für mich durch Thema und seine Art der Ausführung eher Zeichen einer möglichen Wende, als eine Art "Reformation" der Malerei im besten Sinne gedeutet hatte. In der engen DDR mag er es nicht leicht gehabt haben, aber in der so freien BRD hätte er im etablierten Kulturzirkus wohl kaum bestehen können.

Nun hat der MDR ein hochinteressantes Portrait über den sog. "Papstmaler" Michael Triegel gebracht, der - ebenfalls zur Leipziger Schule gerechnet - in gleicher Weise Anlaß zur Hoffnung gibt.
Ein "undurchgedrehter" Maler, Familienvater, Hundebesitzer, ein Ungetaufter, der durch die Kunst, durch seine Aufträge für Kirchen, über den Weg des Ästhetischen zum Glauben geht.
Das Portrait ist noch bis 10.06.2018 beim MDR zu sehen:
LINK ZUM VIDEO
(Kann das mal jemand bei youtube reinsetzen? Ich hab die Technik dazu nicht! Danke!!!)
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Das Buch von Kwasniewski ist auch aus einem anderen Blickwinkel eine Bereicherung. In den Fußnoten findet man Literatur aus dem Angelsächsischen, die m. E. bisher zu wenig Beachtung in Deutschland gefunden hat:
Beispiel gefällig?
Thomas Day: Why Catholics can't sing. The Culture of Catholicism and the Triumph of bad taste.
Das klingt nach einer humorigen Abfuhr, die nicht unverdient ist.
Aber wenn es nur das Singen wäre!
Neuester Fall von "Triumph of bad taste":
Ein Volksaltar im Pantheon!
Link 1
Link 2 (Eintrag vom 14.05.2018)
Link 3

Ich greife jetzt mal wieder ganz schnell zur Schokolade in Buchform!
Und was schmeckt hervorragend zur Schokolade?
Ein kleiner Cointreau (selbstverständlich ohne Eis)!

Noctem quietam et finem perfectum
concedat nobis Dominus omnipotens.

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