Freitag, 4. August 2017

Abrißbirnen hier und dort

In den von der Kirchensteuer gut versorgten Bistümern Deutschlands sind in den letzten 15 Jahren viele Kirchen geschlossen, "umgenutzt" oder abgerissen worden. Eine Karte, die von der ZEIT für die Jahre 2004-2009 veröffentlicht wurde, ist das Bistum Essen Spitzenreiter! Wie ich aus gut unterrichteten Kreisen hörte, will man bis zum Jahr 2030 offensichtlich den Vorsprung in diesem unrühmlichen Wettbewerb entsprechend ausbauen. Das Vorgehen wird von Beratungsfirmen forciert und folgsam umgesetzt, was zu entsprechenden Ergebnissen führt!
Nach der ersten Runde, in der man viele Gläubige verprellte, meint man, nun erst recht weiter am Sparkurs festhalten zu müssen. Die Zahlen, die Zahlen ...
Aber diesmal nimmt man das Kirchenvolk mit, sprich: Man die Gremien der Gemeinden mit ins Boot und macht sie zu Mittätern bei der Abrißorgie. Wer sich vor Jahren gut positioniert hat, gehört jetzt zu den "Gewinnern" (Überlebenden) des Streichkonzertes. Was folgt: Entscheidungen nach Gutsherrenart auf Gremienebene, Sieger und Besiegte, Streit ... und dem Bischof reicht man Schale, Kanne und Handtuch, in aller Unschuld ...
Apropos Streichkonzert!
Offensichtlich kennt niemand in der Geistlichkeit den alten Witz über die ungenannte, berühmte Beratungsfirma, die ein Gutachten über ein Smyphonieorchester verfertigte:

"Die vier Oboisten haben sehr lange nichts zu tun. Die Nummer sollte gekürzt und die Arbeit gleichmäßig auf das ganze Orchester verteilt werden.
Die zwölf Geigen spielen alle dasselbe. Das ist unnötige Doppelarbeit. Diese Gruppe sollte drastisch verkleinert werden. Falls eine größere Lautstärke gewünscht ist, lässt sich das durch eine elektrische Anlage erzielen.
Das Spiel der 32igstel-Noten erfordert einen zu hohen Arbeitsaufwand. Es wird empfohlen, diese Noten sämtlich in den nächstliegenden 16tel-Noten zusammenzufassen. Man könnte dann auch Musikschüler und weniger hochbezahlte Kräfte beschäftigen.
In einigen Partien wird zuviel wiederholt. Die Partituren sollten daraufhin gründlich durchgearbeitet werden. Es dient keinem sinnvollen Zweck, wenn das Horn eine Passage wiederholt, mit der sich bereits die Geigen beschäftigt haben.
Werden alle überflüssigen Passagen eliminiert, dann dauert das Konzert, das jetzt zwei Stunden in Anspruch nimmt, nur noch schätzungsweise zwanzig Minuten. So können die Pausen wegfallen.
Der Dirigent streitet die Berechtigung der Empfehlungen nicht ab, fürchtet jedoch, die Einnahmen könnten zurückgehen.
In diesem unwahrscheinlichen Fall sollte es möglich sein, Teile des Konzertsaals völlig zu schließen. Hierdurch ließen sich die Kosten für Licht, Heizung, Personal usw. einsparen.
Schlimmstenfalls könnte man ihn ganz dichtmachen und die Leute in das Konzertkaffeehaus schicken!" 
Kurz gefaßt:
Von Tuten und Blasen keine Ahnung!

Zur Folgsamkeit der Bistumsspitze:
Das Vorgehen ist zutiefst ungeistlich!
Der verursachte Kahlschlag es ist eine kulturelle Katastrophe erster Ordnung!


In Frankreich gehören viele der Kirchengebäude den staatlichen Autoritäten. Dort geht man ähnlich kultursensibel mit den Häusern des Herrn um.
Erinnern Sie sich noch an den betagten Priester in Jacques Hamel, dem ein Vertreter der "Religion des Friedens" (tm) am 26. Juli 2016 vor dem Altar die Kehle durchgeschnitten hatte? Genau ein Jahr später hat man in Sablé-sur-Sarthe die Kirche des Heiligen Martin abgebrochen.


Ach, ... warum geht mir das alles nur so nah?




1 Kommentar:

thysus hat gesagt…

Richtig und wichtig:
Schnell weg damit!
Dass ja keine dieser Kirchen von "fundamentalistischen" oder gar "ultrakatholischen" Priestern oder Gläubigen genutzt werden kann!