Mittwoch, 5. April 2017

"postfaktischer Wahlkampf" Folge 1

Vor Jahrzehnten buhlten die Parteien mit hohlsten Floskeln wie "Für Frieden und Freiheit" um die Gunst der Wähler. Man gab sich Mühe, auf den Plakaten sympathisch oder staatsmännisch zu wirken. Der Bürger wurde ermuntert, sich den großen Zielen zu verschreiben, für die die Parteien x oder y standen.
In diesem Jahr ist man wahrhaft "postfaktisch" unterwegs. Je nach Partei ist das entweder mit "realitätsfern, -fremd, -verneinend", "dummdreist gelogen" oder "für dumm verkaufend" zu übersetzen.
So wirbt eine in NRW als "arbeiteraffin"-verschriehene Partei mit ihren Erfolgen:
Zwei dunkelblonde Mädchen spielen fröhlich auf einem Schulhof.
Darunter lobt und preist sich die "Arbeiterpartei", was sie nicht alles für unsere lieben Kleinen tut.
Fragen:
1. Wieso ziehen die HauptvertreterInnen der bunten Republik, mit einem Bild an die Wahlkampffront, auf dem nur holde Maiden zu sehen sind?
2. Sind die ausländischen, zumeist mohammedanischen Kinder, die im Ruhrgebiet an mancher Schule über 70% der Schüler ausmachen, nicht dramatisch unterrepräsentiert?
Auf den Schulhöfen werden Kinder abgezockt. Eltern streichen die Klassenzimmer als Feierabendbrigaden. Die Schultoiletten sind nur noch als "Zustand" zu bezeichnen. Die Dächer sind marode, die Fenster undicht.
Das Schulgebäude ist auf dem Plakat auch nicht mehr im Fokus ...



Eine Dame um die 40, dunkelblond (sic!), sitzt an ihrem schmucken Computerarbeitsplatz, auf ihrem Schoß sitzt ein Hund, an der Wand neben dem Fenster lehnt ein Rennrad, im Hintergrund erkennt man einen Förderturm.
Darunter ein Hinweis auf die enorm gesunkene Arbeitslosigkeit im Lande.
1. Wieder eine Person weiblichen Geschlechtes.
2. Wieder dieselbe Haarfarbe.
3. Zum Hund: Welcher Arbeitgeber läßt das zu?
4. Das Fahrrad, das für das Ruhrgebiet untauglichste Fortbewegungsmittel überhaupt!
5. Wo früher hunderte Kumpel einfuhren, um das schwarze Gold zu fördern, sitzen heute ein paar Designer oder "Thinktanker" in schicken Bureaus herum. Die Fördertürme sind Kulisse für das gepflegte Gruseln in der Teepause. (Als hier alles noch laut, dreckig und staubig war.)
Wer mal die "Kulturerbe"-Areale verläßt und die drumherum lebenden Bürger wahrnimmt, wird viel Armut, Verwahrlosung, Hoffnungslosigkeit finden ...
Das mit den Arbeitslosenzahlen ist auch nur ein Zahlenspiel genauso wie mit dem Spruch über den gelungenen Strukturwandel
SPASS!

Und dann gibt es da noch dieses wunderschöne Plakat, wo ein älterer Mann lächelnd zwischen Kindern sitzt, die offensichtlich miteinander im Gespräch sind (hier könnte ein kleiner Mohammed dabei sein).
Das ist dermaßen praesmartphonisch-postfaktisch ...

Wer fällt denn auf soetwas rein?



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