Mittwoch, 25. Januar 2017

katholisch???.de Nein! Radio Eriwa(h)n!

Es gibt Seiten, denen ich meines empfindlichen Magens zuliebe fern bleibe. Heute habe ich aufgrund eines Hinweises des verherten Kreuzknappen die im Titel erwähnte Seite aufgerufen. Ich´wollte einfach nicht glauben, daß dort ein neuer Tiefstand erreicht wurde. Andreas Püttmann, der "van Helsing" unter den linkskatholischen Journalisten und Tradijägern hat eine Lobeshymne auf die von Rechtskatholiken so schlimm verunglimpfte Kanzlerin geschrieben, die einem "Suffjet"-Journalisten zur Ehre gereicht hätte. Leserfragen werden nach Radio-Eriwan-Methode "beantwortet".
Sentenzen wie "An Amt und Herausforderungen gewachsen, stemmt sich die Kanzlerin als christlich-liberales Bollwerk dem autoritären Rollback im In- und Ausland entgegen: in Aufgeregtheiten versachlichend, empathisch, pflichtbewusst, frei von Eitelkeit und Affären, mit beachtlichen "Steherqualitäten. Das katholische Deutschland hat sie damit – bis auf jene Trump-, Putin- und Kaczynski-Geneigten, die sich auch am Papst reiben – wieder versöhnt." oder "Themenreduzierte Katholiken auf alten Trampelpfaden oder im Lager-Schützengraben festgefroren, begreifen das nicht." führen uns an die Ränder jener noch tieferen Abgründe im Denken des Autors, die mich schwindelig werden lassen.
"Bollwerk der Freiheit" ist dieses Elaborat betitelt.

Kommentare:

Arminius hat gesagt…

Ich muß zugeben: Wenn das Wort "christlich" im Zusammenhang mit unserer gelernten FJD-Sekretärin erwähnt wird, höre ich auf zu lesen.

So war es auch diesmal.

Kirchfahrter Archangelus hat gesagt…

Lieber Laurentius,
solche Hymnen aus der Stalinzeit ist man hier halt (noch) nicht gewohnt. Außer Denkschablonen und Unterstellungen ist nicht viel drin, eher publizistische Selbstbefriedigung – aber, jeder wie er kann.
Die von Herrn Püttmann nur unzulänglich abgekupferte Vorlage für seinen peinlichen Ranschmiß sehe ich in Orwells „1984“: "Wieder blickte er zu dem Bildnis des Großen Bruders empor. Der Koloss, der seine Arme schützend über die ganze Welt breitete! Der Felsen, gegen den die asiatischen Horden vergeblich anrannten!" oder "und der Große Bruder schien dazustehen als ein unbesieglicher, furchtloser Beschützer, der sich wie ein Felsen gegen die anbrandenden asiatischen Horden stemmte". Nur das sich die hymnisch besungene Frau Kanzlerin leider die Horden hierher einlädt..
Wie dem auch sein mag, beim Blick auf die Seite wird man feststellen, dass der Autor sachliche Nachfragen ziemlich rotzig beantwortet und als Volkserziehungs-Selbstbeauftragter unterwegs scheint. Damit provoziert er genau die harschen Reaktionen, aufgrund derer er sich als von rechtsreaktionären Dunkelkatholiken verfolgter Gutdenker fühlen kann.