Dienstag, 27. Dezember 2016

Heiter bis wichtig

Für alle, die sich im liturgischen Kalender nicht so auskennen, ist nun die Zeit "zwischen den Jahren" angebrochen, mit Reste-Essen und dem zweiten Jahresende-Lebensmittel-Panik-Kaufrausch für die Silvesterparty. Nun muß die Wäsche von der Leine bzw. Waschmaschine und Trockner ruhen, da nach (germanisch) heidnischem Verständnis nun die Rauhnächte anbrechen. Jetzt werden Waffeleisen wieder aus Schränken und Gelassen geholt und damit "Neujährkes" gebacken. Man hält dabei Weihnachtsnachlese, faßt gute Vorsätze fürs kommende Kalenderjahr.

Einen sehr erheiternden Beitrag zur Weihnachtsnachlese fand ich heute ganz zufällig.
Wenn man nicht weiter weiß, bildet man 'nen Arbeitskreis oder fragt nach bei "Tante Guggel".
Sie wollten immer schon wissen, wie man die anglophonen Zeilen des X-mas-Dauerbörners "Last Christmas" treffend ins Deusche übertragen kann?
Der "Guggeltranslatör" machts möglich:


In puncto Verkehrssicherheit sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder entscheidende Fortschritte gemacht worden. Immer mehr Kraftfahrer verließen sich von da ab nur noch auf die bordeigenen Sicherungsysteme der Automobilindustrie. Eine besonders wichtige Form des Beistandes, geriet immer mehr in Vergessenheit. Nun wendet sich seit einiger Zeit dieser Trend. Lesen Sie dazu den unabhängigen Testbericht des leidenschaftlichen Autofahrers H. M. Broder und lassen Sie sich durch ihn zu einem guten Vorsatz für das neue Kalenderjahr anleiten!



Donnerstag, 22. Dezember 2016

Jahresendansprache, Bund, einfach

Liebe Zuschaurix und Zuhörix,
da draußen auf dem Territorium der früher so genannten Bundesrepublik inkl. der Osterweiterungsgebiete von 1990,
wieder neigt sich ein Steuerjahr dem Ende zu. Viele Menschix, die schon länger hier leben, kaufen nun seit Wochen für Familien und Freunde Waren in großen Mengen. Auch in den Supermärkten müssen die Regale ständig neu aufgefüllt werden. Das macht vielen Menschix Angst, besonders jenen, die noch nicht so lange hier leben.
Auch die vielen erleuchteten Fenster und Vorgärten, der Transport von Nadelgehölzen und der Konsum von wärmenden alkoholischen Getränken bei irritiernd fremder Musik ist für Viele ein Grund für Sorge. Wenn nun in den kommenden Tagen einige immer noch bevorzugte relljöhse Gemeinschaften von ihren Türmen Lärm schlagen, so ist das für nicht Wenige in diesem Land kein Grund zur Freude. Alles das fördert Gefühle der Ausgrenzung, ja Diskriminierung! Die Suche nach Sündenböcken ist von allen Jagdarten die einfachste. Die Vereinnahmung des Jahreswechsels durch Vertretrix der Alt- und Neurechten und unverbesserlicher Traditionalisten muss ein Ende haben. Nicht jede heilige Kuh kann mit einem Prinzip gerechtfertigt werden.
Es muss sich etwas ändern und es wird sich etwas ändern. Dafür stehe ich als (hier bitte entsprechende Funktion einsetzen) ein. Wenn wir nicht heute helfen, die Probleme vor Ort zu lösen, werden sie uns eines Tages im eigenen Land einholen.
"Gut leben" heißt aus meiner Sicht auch Angstfreiheit. Wir haben vor dem Hintergrund unserer Geschichte eine besondere Verantwortung, ja wir stehen in tiefer Schuld und damit in einer ganz besonderen Pflicht. Die Beschäftigung mit nicht vorrangigen Dingen darf aber kein Ersatz dafür sein, dass wir auf die eigentlich bedrängenden Fragen keine Antwort haben. Wir müssen hier eine Vorreiterrolle im vereinten Europa übernehmen. Denn wofür steht unser Land heute? Woran denke ich, ganz persönlich? Ich denke an dichte Fenster! Kein anderes Land kann so dichte und so schöne Fenster bauen.Wir müssen - und das sage ich in aller Offenheit - unsere Hausaufgaben machen! Aber Demokratie ist nicht immer eine Sache von einsamen Entscheidungen, sondern in der Regel ein Geschäft der Meinungsbildung vieler. Was jeder Einzelne von uns im Kleinen erreicht, das prägt unser Land im Ganzen. Ich halte das Vorgehen für alternativlos.Unser ärgster Feind kann nur unser mangelnder Glaube an uns selbst sein. Laßt uns den Mut haben, die heißesten Kartoffeln in großer Fairneß anzupacken! Wir brauchen den Geist der Zuversicht.
Ich ahne, wovon ich spreche!
Ich wünsche uns allen einen besinnlichen Kalenderwechsel.
Wir schaffen das!

NACHTRAG:
In der Zwischenzeit habe mich Kommentare und Emails erreicht, die eine "konsequente Genderierung" (Heißt das so?) des Textes bemängeln. Dies ist fein beobachtet und korrekt. Jedoch besteht der Text ab dem zweiten Absatz bis auf den Satz über den Kalenderwechsel nur aus aneinandergereihten Zitaten aus dem Munde von Angela Merkel, geborene Kasner! "Genderierung" wäre hier eine unverzeihliche Klitterung.

UPDATE:
Alexander Kissler hat recht: Schluß mit dem Floskelbingo!

Dienstag, 20. Dezember 2016

Nachrichtenwunschzettel

Kurz vor dem muslimischen Mordanschlag in Berlin hatte ich mit einem kleinen Nachrichten-Wunschzettel für das kommende Weihnachtsfest begonnen. Böse Zungen nennen so etwas seit ein paar Tagen FAKE-News und wollen Maasregelvollzug für sowas einführen.
Na, aber bitte, Wünsche wird man ja noch haben dürfen!

Beispiele:
Die Deutsche Bischofskonferenz gibt bekannt, daß sie die Anregung Card. Saras etwas verspätet ab 2. Februar umsetzen wird und in den Bistümer ab dann nur noch ad orientem zelebriert werden wird. Das hohe Kirchsteueraufkommen des Jahres 2016 wird in die Renovierung der Kirchengebäude fließen. "Die fürchterlichen Verwüstungen, die seit den 1960er Jahren in unseren Kirchen angerichtet wurden, müssen beseitigt werden." so Card. Marx, München.

Berlin:
Kanzlerin Angela Merkel bedankt sich in der diesjährigen Ansprache bei allen Steuerzahlern für die von Ihnen großzügig überlassenen Mittel. Sie stellte gleichzeitig ihre Pläne vor, wie diese zukünftig zum Wohle der Bürger eingesetzt werden sollen.

Zum 30.06.2017 wird Deutschland die EU verlassen. Die Deutsche Mark auf Basis des Goldstandards wird einziges Zahlungsmittel.

Finanzminister Schäuble kündigte an, nach Beschlußfassung durch den Bundestag, ab dem 01.03.2017 die Steuerklassen von 1902 wiedereinzuführen, was mit einer weitreichenden finanziellen Entlastung großer Bevölkerungsteile gleichzusetzen ist.

Außenminister Steinmeier trat von seiner Kandidatur zum Bundespräsidentenamt zurück. "Ein einziger Kandidat ist einer Demokratie nicht würdig!" Stattdessen werden nun folgende Kandidaten antreten: Henryk M. Broder, Wolfgang Bosbach, Thilo Sarrazin, Alexander Gauland und als Litterat Martin Mosebach.

Ab dem 1. Januar 2017 werden die Grenzkontrollen wieder aufgenommen. Personen ohne gültige Reisepässe oder Ausweise dürfen nicht einreisen.

Die Bundeswehr beendet alle Auslandseinsätze und wird in Zukunft nur noch der Verrteidigung des Vaterlandes dienen. Die allgemeine Wehrpflicht wird wieder eingeführt. Für die Restrukturierung wird die Schweiz als Vorbild dienen.


Würselen: Martin Schulz lädt nach seiner Rückkehr aus Brüssel alle Interessierten zu einem Heimatabend in seine Buchhandlung ein. Motto des Abends: "Kohlscheid is schon Frittenland und in Ofden hausen de Friesen!"

Köln: Die Karnevalsgarden und Traditionsvereine werden in der Silvesternacht die Domplatte besetzen und bei Kölsch, Marsch- und Schunkelmusik das alte Jahr ausklingen lassen. Kurz vor Mitternacht werden die vereinigten Musikkorps "Heimweh noh Kölle" von Willy Ostermann anstimmen, bevor der Dicke Pitter das alte Jahr ausläutet. Danach geht es mit "Viva Colonia" und "Wenn dat Trömmelschen jeht" munter in den Neujahrsmorgen, bis die Stadtreinigung kommt ..."

Zumindest die letzte Meldung wäre bei etwas Courage und Ideenreichtum mal ein starkes Zeichen aus Köln für "Glaube, Sitte, Heimat!"
Können Sie vergessen! Auf sowat kommt man in Deutschland nicht, wenn man mal jetzt von meinem Wunschzettelträumchen mal absieht.
Und selbst wenn: So wie ich de "Wölki" kenn, würde der glatt dat Licht am Dom abdrehen und die Glocken schweigen lassen. Stattdessen dafür auf jede Domtreppe mit abwaschbarer Leuchtsprühkreide gesprayt: "Ihr Dunkeldeutschen"   .... Dafür guck ich den an!

Spaß beiseite:

Mir verschlagen die staatstragenden Medien "am Tag eins nach Berlin" mal wieder die Sprache und die Reaktionen unserer "Volksvertreter" zu Berlin sind ebenso unsäglich wie redundant, man könnte auch sagen, sie zeigen die Lernunfähigkeit dieser "Kaste" und den Unwillen, sich endlich schützend vor die Bürger zu stellen. Die Krönung war eine Szene, die der WDR heute in der "Aktuellen Stunde" von einem Weihnachtsmarkt im Ruhrgebiet brachte. (Über die Einlassungen des "Ruhrbischofs" schweige ich diskret!) In Manier eines VoPo-Lehrfilms mit schlecht gestellten Szenen und und noch schlechter gesprochenen Monologen, beruhigte eine Polizistin eine "besorgte Bürgerin" am Glühweinstand.  Das Ganze im langsamen gehobenen Duktus des "Verkehrskasperles". Wie sie diese Sätze über die Lippen gebracht hat, ist mir schleierhaft:  "Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Feiern Sie Weihnachten wie immer. Wir passen auf Sie auf!"
Und das im Jahre 26 nach Einstellung der "Aktuellen Kamera" und 15 Jahre nach dem Ableben Karl-Eduard von Schnitzlers!!! Bevor ich nun zu Max Liebermanns Zitat komme, breche ich ab!
Ich verweise anstelle weiterer unerfüllt bleibender Wunschträume einmal mehr auf den geschätzten Michael Klonovsky, der zum heutigen Tage eine Liste aufgestellt hat, die ebenso traurig wie lesenswert ist.

Schlafen Sie besser, als ich es diese Nacht tun werde und schließen Sie die Ermordeten, die Verletzten und die Angehörigen in Ihre Gebete ein. Und wenn Sie schon dabei sind: Seine schweigende Heiligkeit kann Ihre spirituelle Unterstützung auch gut gebrauchen.
Bestürmen Sie mit mir den Himmel!

Gute Nacht!

Farbe bekennen!

Schleifenband kaufen und ran ans Revers!
Quelle:cliparts.co
Als Zeichen der Trauer
 und der Opposition
gegen die Ze
rstörung des Abendlandes!

Montag, 19. Dezember 2016

Ankara, Berlin ...

Requiem aeternam dona eis, Domine et lux perpetua luceat eis!
Requiescant in pace!

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Eine Zensur findet nicht statt.

Dieser hehre Vorsatz findet sich in unserem Grundgesetz. Warum ich es Vorsatz und nicht Grundsatz nenne?
Man hat sich bei der Niederschrift des Grundgesetzes vorgenommen, diese nie wieder zuzulassen. Doch wie das mit allen guten Vorsätzen so ist, die man z.B. beim Neustart eines Kalenders so ernsthaft ins Auge gefaßt hat, nach gut einer Woche sind sie durch Ausreden oder die berühmten Ausnahmen, die man ja mal machen muß, alle wieder ad acta gelegt. Irgendwann fing es aber doch wieder an, genauso wie die Streßzigarette, die Nervennahrungsschokolade oder das Feierabendbier. Man wollte es eigentlich nicht, fand aber doch wieder einen Weg und einen triftigen Grund. Wie lange es wohl gedauert hat, bis der erste Artikel in einer Zeitung verhindert wurde, ein Anruf beim Verleger eine Buchveröffentlichung stoppte ... Gott weiß es.
Was wir momentan jedoch erleben müssen, hat andere Qualitäten. Es feiern Leute und Methoden fröhlich Urständ, die wir eigentlich als Totgesagte auf dem Friedhof der Totalitarismen wähnten. Doch Totgesagte leben bekanntlich länger!
Aus der Geschichte der Völker können wir lernen, das die Völker aus der Geschichte nichts gelernt haben. Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831) 
Weder aus den zwölf Jahren des nationalen, noch aus den 40 Jahren des realexistierenden Sozialsmus sind nachhaltig Lehren gezogen worden. Stattdessen erleben wir nun einen Mix zwischen "Gutmenschen werbt nicht bei ..." und den zersetzenden und zerstörerischen Methoden der Stasi. Die Generation, die Ende der 1960er Jahre gegen die Eltern und die Naziseilschaften aufbegehrte, hat uns nun nach vielen Jahren der politischen Arbeit und Umerziehung eine neue Form des oppositionslosen und angeblich alternativlosen Staatslenkungs- und Volkserziehungsapparates beschert. Und die neuen, alten Seilschaften sind auch wieder da! Genauso wie sich alte Juristen in den 1960er Jahren freuten, wenn sie einen alten Gegner aus dem Widerstand vor die Richterbank bekamen (siehe Otto John), so sitzen heute wieder Leute an den Strippen und Pötten, die sich in anderen Bereichen um die Sicherheit des Staates verdient gemacht haben und nun gegen altgediente Bürgerrechtler und unbequeme Schriftsteller, Journalisten und demokratisch gesinnte Bürger ins Feld ziehen. Ihnen steht ein junges Heer von Hipstern, Startuppern etc zur Seite, die sich, dank des in deutschen Schulen genossenen Geschichtsunterrichtes, als Denunzianten und Drückerkolonnen in den Dienst der vermeintlich guten Sache stellen. Als "unabhängig" sehen sich jene Aktivisten an und merken dabei gar nicht, wie sie in alten Mustern gefangen sind. Die Globalisierer und "Entgrenzer" von heute befördern Ideologien, die sich in der Vergangenheit schon zu genüge als verheerend erwiesen haben. Und die ach so unabhängigen Medienmacher, die zu einem erschreckend hohen Prozentsatz dem linksgrünen Spektrum angehören, begleiten und befördern das Treiben auf ihre Weise. Und wo man besser nichts sagt, da schweigt man dann gemeinsam. Da nicht sein kann, was nicht sein darf, kommt es gar nicht erst zu einer Gehirnleistung, die einer inneren oder äußeren Zensur bedürfte. Immer schön brav "postfaktisch" und nicht "scholastisch"! Is voll narsi! Die Störenfriede kommen gar nicht erst vor, werden - wenn möglich - wirtschaftlich zerstört und nervlich zerrüttet. Schlag nach bei Mielke!
Das Grundgesetz wird also nicht berührt und ruht in Frieden!


Am Ende steht heute ein Bilderrätsel. Kennen Sie "Original und Fälschung"? Es ist seit vielen Jahrzehnten fester Bestandteil einer großen deutschen Fernsehzeitung. Als Kind hat mich immer fasziniert, wie gut die Retuschen waren und wie unauffällig die Fehler häufig waren. Man mußte schon sehr genau hinsehen, wenn man die Unterschiede finden wollte. Ich mag es heute noch sehr gern und ist für mich mit ein Grund, das Heft wöchentlich zu erwerben.
Folgen Sie Link 1 und Link 2
Vergleichen Sie die Bilder.
Finden Sie die kleinen Unterschiede?


Wenn Sie mich fragen: Es wird Zeit, daß wir in Deutschland endlich die Demokratie und die Meinungsfreiheit einführen!*

* (Nicht das Sie jetzt schockiert sind. Bei mir bedeutet das bekanntlich immer: Gerne auch mit erblichem Staatsoberhaupt aus entsprechend prädestinierter Familie. Da darf es auch gerne eine protestantische sein. Bitte, da bin ich sehr offenherzig!)


Dienstag, 6. Dezember 2016

Zum Nikolaustag

Im Ruhrgebiet sagt man: "Heute is Nickelaus!" Kurz und bündig. Ebenso kurz, bündig und eintönig ist auch das hier gepflegte Liedgut. Wenn überhaupt noch bekannt, so singt man noch "Nicke-laus, komm in unser Haus!" und kommt damit dann auch direkt zur Sache "Pack die große Tasche aus!" Knecht Ruprecht, Hans Muff oder Swatte Piet sind von vorn herein raus aus der Nummer. Haustür auf, Taschenkontrolle! Lustig, lustig, Traleralalaa! Also lustig ist das nicht, eher etwas unverschämt. Der weitere Verlauf dieser Abzocke erschließt sich aus den anschließenden Strophen.
Das begleitende Pferd wird in die Wohnung gezwungen (Es steht ein Pferd auf dem Flur!), danach wenig artgerecht unter den Tisch gezwungen und dann mit Heu und Hafer verköstigt. Das völlig verstörte Tier will auf den "Bunten Teller" zugreifen, wird aber daran (gewaltsam?) gehindert. Merke: Keine Hände, keine Kekse! Lustig, lustig, Traleralalaa! Hier endet der Liedtext und verschweigt, was danach kommt. Der "Nickelaus" steht mit leeren Taschen und einem traumatisierten Reittier irgendwo zwischen Kamen und Duisburg auf der Straße!
DAS IST NICHT LUSTIG!
Überhaupt ist Sankt Nikolaus in den Stammlanden der Reformation sehr übel mitgespielt worden. Als wenn man nicht schon mit der Abschaffung der zeitlichen Sündenstrafen, dem Ablaßwesen etc. genug Problemene in Theologie und Kirchenwesen verursacht, die Gläubigen in puncto "Jenseitsvorsorge" nachhaltig geschädigt, und, dem normalen Werktätigen durch die Streichung der Feiertage notwendige Erholungstage genommen hätte. Nein! Alle Bereiche des Lebens wurden rigoros zum Schlechten hin verändert. So fielen z.B. die gesundheitsfördernden Fastentage aus dem Kalender. Und dann - jetzt bin ich beim Thema - St. Nikolaus!!!
Auch das ist ein Punkt, der im ganzen Trubel um das "Jubeljahr der Reformation" im nächsten Jahr bisher unter den Tisch gekehrt wurde: Luther hat das Christkind erfunden und damit St. Nikolaus, Hans Muff, Knecht Ruprecht und Co in die Arbeitslosigkeit entlassen!
Warum? Das will ich Ihnen sagen: Es ging um die Destabilisierung der herkömmlichen Paidagogik! Hier wurden wichtige Erziehungsberater, die so manchem entgleisten Sprößling wieder in die Spur geholfen haben, einfach weg"rationalisiert". An die Stelle des handfesten Grampus trat nun das erste Modell einer Reformpaidagogik, die Mär vom lieben Christkind.
Aus der "Drohbotschaft" wurde ein "gewaltfreies Resozialisierungsprogramm" mit geordnetem Bonuspunktesystem. Im schlimmsten Fall gab es nix (Der Gabentisch ist öd und leer. Die Kinder schauen blöd umher!), im besten Falle konnte die vorher ans Christkind geschickte Einkaufsliste vollständig abgehakt werden.
Was man dabei mal wieder nicht bedacht hatte? Die katholische Tradition hat nichts dem Zufall überlassen. Alles war wohlgeordnet, erfüllte seine Zwecke zum Wohle der Menschen und zur Vertiefung der Frömmigkeit und zur Entfaltung der Frohen Botschaft. War St. Nikolaus ein nicht kalkulierbarer, externer Berater, der zum festgesetzten Termin zum Hausbesuch erschien und mit entsprechenden Sofortmaßnahmen einen Vorgeschmack auf die jenseitigen Sanktionen für diesseitige Verfehlungen bot, so ist das nie in Erscheinung tretende "Christkindchen" die paidagogische Manifestierung Luthers Gnadenangst, ein Säugling, klein, schutzlos, ein Kind, das geliebt werden möchte, das weint, wenn ich mich nicht um es kümmere, mir aber nicht den Hosenboden stramm ziehen kann.
Es war und ist der Gewissenserforschung absolut abträglich. Denn die Erklärung, die St. Nikolaus noch schwarz auf weiß in seinem großen Buch mitbrachte, wurde nicht mehr geliefert. (Das Buch als Zeichen göttlicher Allwissenheit. Man denke an die entsprechenden Zeilen des Dies irae.) An Stelle einer genauen Aufzählung der Missetaten, der daraufhin erfolgenden Befragung des Angeklagten und die sofortige Urteilsvollstreckung trat nun die diffuse Unterstellung, daß man wohl nicht brav genug gewesen sei, sonst hätte ja das Christkind ...
Letztlich wurde es so zum Handlanger der Eltern, das die Schuld trug, wenn es nichts gab, weil das Christkind nichts gebracht hatte.
Fördert man so ein inniges Christusverhältnis?

Infolgedessen wurde so aus dem Fest der Menschwerdung des Erlösers und der Vorbereitungszeit des Advents letztendlich eine Orgie des Konsumrausches gemacht. An die Stelle des großen Geheimnisses und Wunders, daß Gott Mensch wird, um der Welt die Erlösung zu schenken, trat nun das niedliche kleine Christkindchen, das für die Aufhäufung der Geschenkberge unter dem (ebenfalls von Luther erfundenen) Weihnachtsbaum verantwortlich gemacht wurde. Am Ende der Entwicklung steht die vollsäkularisierte Comicfigur "Weihnachtsmann" oder der Mann vom Paketdienst.

Mensch, jetzt bin ich wieder von Hölzken auf Stöcksken gekommen!
Was ich eigentlich schreiben wollte:
Es gibt wunderschöne Lieder zum Nikolaustag.

Ein ganz besonders schönes Lied kommt aus den Niederlanden.
Dem Blog Ad tiliam ist es zu verdanken, daß es einem (hoffentlich) weiteren Publikum in den Ländern hochdeutscher Zunge bekannt werden kann.

Folgen Sie dem Link und genießen Sie die Musik!