Montag, 30. Mai 2016

Kabarett, aber richtig!

Wie sehr ich Uwe Steimle schätze, habe ich schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Nun ist es wieder einmal Zeit, einen neuen Beitrag von ihm vorzustellen, der kürzlich im MDR (Kanzleramt, Pforte D) gelaufen ist. Es ist eine Perle des politischen Kabaretts!



Gestern lief auf demselben Sender eine neue Folge von Steimles Welt, eine kulturelle Rundreise durch die mitteldeutsche Provinz, mit viel Herz für die Menschen und einem sicheren Blick für die wichtigen Dinge im Leben und leider sehr selten gewordene Künste und Gewerke, eine im besten Sinne zu Herzen gehende Hommage an die Heimat.



Herzlichen Dank, Herr Steimle!
Auf viele weitere Sendungen über die Schönheiten der Heimat und vernünftig quergedachte Beiträge zur politischen Diskussion!

Samstag, 21. Mai 2016

Das ZK hat mal wieder zugeschlagen!

Dem Herrn Alipius verdanken wir einen unglaublichen Einblick in das Paralleluniversum des Zentralkomitees  deutscher Katholiken, das mich nicht vertritt, was ich an dieser Stelle noch einmal deutlich zum Ausdruck bringen möchte.
Wer unter Antriebslosigkeit oder niedrigem Blutdruck leidet, folge dem Link im nächsten Satz!
Meine Güte, ist das peinlich!
Dieser realitätsferne, hirnvergreiste Voll-HONK-Club sollte schlichtweg einmal die Zeugnisse derer zur Kenntnis nehmen, die mitbekamen, wie man Christen aus den Schiffen in die See warf, exakt aus nur einem Grund, weil sie Christen waren. Oder die Aussagen von Bischöfen aus den Fluchtregionen! Oder vielleicht sollten sie mal nach Günter-Walraff-Manier als syrische Christen verkleidet ein paar der kuscheligen Multi-Kulti-Oasen für ein paar Tage bewohnen!
Weil sie nicht willens sind, sich von ihren Hirngespinsten zu verabschieden, lassen sie ihre Schwestern und Brüder in Christo lieber in Gefahr für Leib und Leben. Oder ist es etwa die Angst, aus dem Mainstream auszuscheren und damit als "RÄCHTZ" verschrien zu sein?
Ein komplett gleichgeschaltetes ZK, im Gleichschritt mit geistlicher und weltlicher Obrigkeit, ohne Verbindung zum wahren Leben, gefangenen in der eigenen Ideologie und selbstgezimmerten Traumwelten!
Soll ich nun Max Liebermann zitieren?
Scotty, beam me up, quick please!!!!

Freitag, 20. Mai 2016

Zukünftige "Vergangenheitsbewältigung"

[Den folgenden Beitrag habe ich schon vor längerer Zeit geschrieben und für einen passenden Anlaß "auf Halde gelegt". Dieser Anlaß ist nun gegeben. Im "Merkur" ist ein Artikel erschienen, der über die AfD-Veranstaltung in Landau berichtet. Wer das Video gesehen hat, (siehe die Wochenschau zur Pfingstoktav) wird sich über die Darstellung im Merkur wundern, wenn man noch an die Unabhängigkeit und die Objektivität der Qualitätsmedien geglaubt hat. Denn dort wird der Dialog zwischen Frau Petry und den Störern, der sich über fast 30 Minuten erstreckte, nicht dargestellt. Stattdessen wird behauptet, ein Sicherheitsmensch hätten den Abiturienten einfach das Mikrophon abgenommen. So etwas nennt man Tatsachenverdrehung oder schlichtweg LÜGE! Es steht in allerschlimmster Tradition der ganz großen Gesinnungsblätter, deren Namen ich nun nicht aufführen will. Die vom hochverehrten Michael Klonovsky eingeführte Bezeichnung "Lückenpresse" als Ersatz für "Lügenpresse"  bekommt hier einen ganz besonderen Drall.]

Kurz vor der "Kehre" (Uwe Steimle) brachte ein sog. Nachrichtenmagazin eine journalistische Instanz zu Fall. Die Geschichte war nicht neu, eher ein Aufwasch einer längst bekannten Geschichte. In den ewigen 12 Jahren hatte er als junger Schreiber einen Artikel verfaßt, der durch die Mühlen der Redaktion ging und etwas über Künstler, ihre gehobene gesellschaftliche Stellung und der daraus resultierenden besonderen Verantwortung aussagen sollte. Der Text ist bis auf den "zeitgemäßen" Sprachgebrauch (einmal wird der Begriff "Volksgenosse" gebraucht) geradezu unverfänglich pauschal, etwas hölzern, inhaltlich altbacken und schwer moralin. Es werden keine Namen genannt, keiner persönlich diskreditiert. Alles bleibt auf der Ebene eines eher allgemeinen Nachsinnens. Es ist das traurige Ergebnis einer von Denk- und Sprechverboten gebeutelten Sprache, also schon wieder erschreckend akuell. Wenn man den Hintergrund dieses Artikels betrachtet, findet man den Stoff aus denen man einen Skandal mit garantierter Tiefenempörung stricken kann: Ein junger Pianist hatte seine Zweifel am Endsieg in Worte gefaßt, war denunziert und dafür hingerichtet worden. Der ebenfalls junge Journalist hatte daraufhin diesen allgemeinen und staatstragenden Artikel verfaßt.
In den 60er hatte die Stasi schon einmal einen Skandal inszenieren wollen. Aber wer glaubte damals in der BRD schon der Stasi? Und wenn man diese eher schwache Ergebenheitsadresse liest, die an jeder Ecke nach einer bestellten Pflichtarbeit riecht, so fragt man sich eher, warum sich niemand wiederholt mit der Personen beschäftigte, die den jungen Künstler denunziert, verurteilt und hingerichtet hatten. Denn diese ideologisch linientreuen Personen hatten seinen zu frühen Tod verschuldet und nicht der junge Schreiberling. Wie man es auch bewerten mag: Ende der 1980er Jahre ging es dem betagten Herrn, der niemanden jemals an irgendein Messer geliefert hatte, in einer hochmoralisierten Kampagne an den Kragen. Er verhielt sich "unklug", leugnete, ein Historiker hatte noch Details herausgefunden, die im Sinne der Skandalisierung verzweckt wurden. Am Ende war die Sache so hochgepeitscht worden, daß im Vergleich zum Denunzianten, Richter und Henker jener Journalist zum eigentlichen Monster mutiert war.
Seine Leistungen nach 1945? Weg, vergessen! Die "Jugendsünde" war unverzeihlich! In der Rückschau muß man feststellen, daß er von vornherein keine Chance hatte. Egal, wie er sich auch immer nun verhalten hätte, es ging nicht um "Aufarbeitung", es ging um die Vernichtung seiner Persönlichkeit.
Dieser Umgang mit einem alten Herrn und verdienten Journalisten hat mich damals schon sehr befremdet und meine Zweifel an den angeblich so hehren Motiven gewisser "Nachrichtenmagazine" genährt. (Die Tagebücher des verstorbenen Braunauer Spitzenpolitikers waren ja auch erst kurz zuvor vermarktet worden.)
Wir werden sehen, was die Zukunft für diejenigen bereithält, die sich heute in Ergebenheitsadressen ergehen, sich im vorauseilenden Gehorsam andienen, Karrieren knicken, Autoren aus Verlagen drängen, Berufsverbote, ja Erwerbtätigkeitsverbote für Andersdenkende erwirken wollen, zu Boykott und Verfolgung aufrufen. Hoffen sie auch, unentdeckt zu bleiben oder mit "Rosen für den Staatsanwalt" durchzukommen?


Donnerstag, 19. Mai 2016

Pfingstoktav (Wochenschau)

Kurz vor Ende der im Novus ordo nicht mehr vorhandenen Pfingstoktav ein paar Gedanken aus der letzten Woche.

1. Eilmeldung: Kollektenwarnung für den Sonntag:
Am kommenden Sonntag erwartet die DBK, daß die vielgescholtenen Dauerkirchgänger (siehe z. B. unter "Humor" auf "katholisch.de") brav ihr Scherflein für jene Veranstaltung hergeben, auf der sie gern verlacht aber nur ungern gesehen sind, dem sogenannten Deutschen Katholikentag. Dank an den Schlagmann aus dem Beiboot Petri!

2. Der Papst ängstigt mit Barmherzigkeit und Liebe das Z(d)K:
Wenn sich das ZK sorgt, ist meistens ein Grund zur Hoffnung und Freude gegeben.
Die Annäherung zwischen Rom und FSSPX bereitet dem ZK Sorgen und mir bereitet diese Mitteilung des ZK Sodbrennen.

3. Streitkultur:
Auf der Seite "Provinzthomismus", die ich immer wieder gerne und mit großem Gewinn lese, fand ich folgende Einleitung zu einem Beitrag:
"Zur Methode der Scholastik gehört das Diskutieren, der Dialog, würde man heute sagen. Zwei Schülern wird ein Thema gegeben, eine Frage vorgelegt. Beide sollen sich eine Lösung ausdenken und die mit Worten möglichst gut vertreten. ... Einer fängt an und legt seine Meinung dar. Der andere merkt sich alles so gut er kann und stellt Fragen, nicht um das Gesagte zu widerlegen, sondern um sicher zu gehen, dass er ihn richtig verstanden hat.
Dann ist sein Gegner an der Reihe. Er legt seine gegenteilige Meinung dar, und auch er möglichst gut und möglichst gebildet. Dann tauschen die beiden Kontrahenten die Position. Jeder muss jetzt, so gut er kann, diejenige Meinung vertreten und sichern, die vorher seine gegnerische war. Beide Meinungen stehen nun da, und der Lehrer gibt am nächsten Tag die Lösung in einer kurzen Ansprache bekannt. Am Schluss werden die einzelnen Argumente, jedes für sich, kurz widerlegt, und die Frage ist so gut es geht geklärt ..."
Soweit der Einblick in die große alte Schule des Denkens, diesem Hort der geistigen Freiheit!
Schauen wir in die Politik.  Die Streitkultur ist eher gering und entwickelt sich wieder in Richtung Straßenkampf und Keule. Das Argument schlägt nicht mehr, wird nicht mehr verstanden. Es zählt die Empörung und die Emotion und nicht die Faktenlage.
Nun wird ja gerne auf der AfD herumgedroschen. Leider beteiligen sich auch die Kirchenoberen mit angenommenen Unvereinbarkeiten an dieser Denkrichtung.
Wie dem auch sei: Eine kleine Lehrstunde in Demokratie, Dialog, Argumentation und logischem Denken hat die Bundesvorsitzende dieser Partei einigen jungen "K(r)ampf gegen rechts!"-Aktivisten erteilt. Erschreckend ist dabei die geistige Verwahrlosung jener jungen Menschen, die zum Teil schon das so gelobte wie gefürchtete bayerische Abitur in der Tasche zu haben scheinen. Nehmen Sie sich doch einmal die Zeit und hören Sie Frau Dr. Petry zu. Vielleicht werden Sie erstaunt sein, was Sie zu sagen hat! Vielleicht werden Sie dann auch verstehen, warum diese Partei von den Blockparteien bisher so verteufelt wurde.Was man als Demokrat, auch wenn man diese Partei vielleicht nicht wählen mag, aber auf jeden Fall nicht dulden darf, sind die SA-Methoden, mit denen sogenannte Antifaschisten gegen Mitglieder der AfD vorgehen.
Die BZ schreibt Klartext!
Und wenn man dann noch an gewalttätigen Auschreitungen von Gegendemonstranten beim AfD-Parteitag in Stuttgart denkt (600 Verhaftungen) und die Sachbeschädigungen an Häusern und Firmen von AfD-Politikern denkt und das Sprengstoffattentat in Chemnitz, etc. pp.
Demokratie geht anders, Herrschaften! Wie, das kann man bei Frau Dr. Petry (wieder) lernen!

Einen gesegneten Sonntag Trinitatis wünscht Ihnen,
Laurentius Rhenanius

Redesign und Diakonissen

Ich habe lange überlegt, wie ich mit den Meldungen aus Rom zum Thema Diakonissen umgehen soll. Die erste Reaktion war: Gibbet doch schon bei Protestantens! Bielefeld (sic!) soll voll von ihnen sein, zumindest Teile von Bethel, oder Kaiserswerth. Es ist Protestantisches Redesign des 19 Jh. mit mennonitischen Wurzeln.
Doch Vorsicht: Redesign hat z.B. nichts mit Historismus (vulgo Neo-romanik, -gotik zu tun) Bei diesem gehen geistesgeschichtliche Wiederentdeckung, Architektur und Kunsthandwerk Hand in Hand.

Redesign geht anders: Beispiel VW Beetle. Ich habe Absatzprobleme. Ich suche potente Käuferschichten. Da mir nichts einfällt, versuche ich durch Marktforscher herauszufinden, welche Sehnsüchte in ihnen schlummern. Bei den ergrauten Hippies, ist es die verflossene Jugend und der alte Käfer als "Ikone" einer Generation. Schwupps baut man ein Auto, was ein bischen aussieht wie Käfer, aber keiner ist. Verschwommen wie die Erinnerungen sind Form und Inhalt. Man verbindet alle Nachteile des Originals mit allem Komfort der Gegenwart, sprich Sitzheizung und Klima bei gleichzeitig bescheidener Rundumsicht und schlapper Motorisierung.
Wenn schon Design, dann das Original oder eine entsprechend getreuer Nachbau, mit allem Esprit und auch allen Nachteilen.
Im Hausbau baut man Fensterbänder á la Bauhaus ein, um irgendwie einem eigenen Bildungsanspruch oder behaupteten -vorsprung gegenüber dem Nachbarn im Klinker nachzukommen. Aber hinter der Fassade ist auch nicht eines der genialen Raum- und Gestaltungskonzepte der Bauhausarchitekten aufgenommen worden. Es ist derselbe Mist von der Festplatte des Architekten (Flur, links Gästeklo, recht Küche oder umgekehrt) wie beim Nachbarn, nur mit anderer Fassade. Es ist wie beim Auto:
Es ist gewollt und nicht gekonnt!
Es ist Murks, der nichts aber auch gar nichts mit dem Original zu tun hat, aber sehr viel über die Käufer aussagt.
Es ist Blendwerk für in die Jahre gekommene Spießer die sich immer noch für Avantegarde halten!
Ähm ...
Was wollte ich jetzt zu Diakonissen bzw. Diakoninnen schreiben?
Weg!
Man wird nicht jünger ...


PS: Über die durchaus zeitgemäße Wiedereinführung von "Türhütern" bzw. Kirchenschweizern, die wir bei den vielen sakrilegischen Beschädigungen, Störungen und Diebstählen nun leider wirklich gut gebrauchen könnten, denkt niemand nach!

Dienstag, 17. Mai 2016

Trink doch ene mit!

Der Stammtisch ist für viele ein Synonym für Spießigkeit. Sog. St.parolen, St.politiker stehen in aller Regel im Rufe, einen eher beschränkten Denkhorizont zu haben, dem die Komplexität der politischen "Gemengelagen" abgehen und zu rigorosen Simplizissmen neigt. Es ist ein Schimpfwort ähnlich  wie "Schrebergartenmentalität". Es wird gern von jenen Kreisen im Munde geführt, für die der Besitz einer Krawatte als Beweis reaktionären Gedankengutes gilt. Sie sind links-intelletuell, sprich geschichtsvergessen und durchideologisiert bis kompletten Realitätsverweigerung bei gleichzeitiger Aufgabe des logischen Denkens und unter Verlust des letzten Funken gesunden Menschenverstandes!
Dieser Geisteszustand führt dann zur Formulierung von Sentenzen, die ebenso einfach wie falsch sind.
Ein Beispiel aus dem Staatsfunk: Letzte Woche verglich einer der Staatsspaßmacher in von Schnitzlers Spuren die BRD mit einer Eckkneipe, um die Harmlosigkeit der einströmenden Asylforderer zu zeigen. Er strich einfach ein paar Nullen und kam dann zu dem Schluß; daß wenn in eine Kneipe mit 80 Leuten zwei dazukämen, dies doch gar nicht ins Gewicht fiele und so schlimm ja nun auch nicht sei. Tolles Beispiel! Applaus! Platz ist in der kleinsten Hütte!
Wenn wir einmal großzügig vom allgemeinen Kneipensterben absehen, hat diese Stimmungskanone einiges übersehen. Bleiben wir beim Beispiel Kneipe und rechnen wir auch etwas einfacher. Zahlten alle ihren Deckel selbst, gäbe es ja schon mal keinen Grund zu meckern? Doch in der Kneipe BRD gelten andere Regeln. Dort wird die 24Std-happy-hour nur von den Stammkunden bezahlt. Nach offiziellen Berechnungen zahlen knapp 50% der Kneipenbesucher gut 95% der Zeche und das auch noch mit ganz unterscheidlichen Anteilen. Wenn wir die Einkommenssteuer  zugrunde legen, so zahlen nur 20% rund 80% der Happy-hour in der Kneipe. Der Rest säuft uneingeladen einfach fröhlich mit, ob arm, ob reich. Und während Frau Wirtin das Lied "Trink doch ene mit" auf autorepeat durchdudeln läßt,  fragt sich, je länger die Dauerparty läuft, Otto Normalverbraucher-Zahlemann, wie das weitergehen soll. So tönt vom Stammtisch immer lauter und bestimmter das Lied "Wer soll das bezahlen?"  durch den Pulk der Gratissäufer. Diese fühlen sich von den Spaßbremsen belästigt. Die zwei neuen finden zwar die Zahlungsmodalitäten ok und haben nach der ersten Runde schon einen beachtlichen Deckel mit gut 100.000 Euronen gemacht, den der Wirt den Nettozahlern heimlich unter die anderen runden Deckel mischt. Die Neuen sind aber mit dem Rest der Veranstaltung nicht einverstanden. Frauen haben ihrer Meinung nach in solchen Lokalen nichts zu suchen, ebensowenig wie Mettbrötchen, Frikadellen, Pils und Hörnerkorn. Die halbbesoffene Menge findet das alles ganz lustig und bemerkt nicht, wie die zwei langsam den Laden aufmischen. Und während das Mobiliar langsam zu Bruch geht und die Fäuste fliegen, johlt die Partymeute "Einer geht noch, einer geht noch rein!
Das ist Ihnen jetzt zu simpel?
Da gebe ich Ihnen gerne recht:
Einfach dürfen nur die Genossen! Das nennt sich dann Volkserziehung Kabarett oder Comedy.
Alles andere ist Stammtischgegröhle, nicht wahr?

Donnerstag, 12. Mai 2016

Meuterei auf der Angie

Das Schiff ist ein beliebtes christliches Symbol. Bei den Reformierten ist die "classis" (Flotte) nicht nur eine Verwaltungseinheit, irgendetwas zwischen (nicht vorhandenem "Priesterrat" oder Domkapitel. Als Ersatz für den katholischen Wetterhahn ziert deren Versammlungsstättentürme ein Schiff.
Auch in staatlichen Belangen muß die Schiffahrt häufig als Bild/Symbol/Metapher herhalten.
Trefflich beschreibt zum Beispiel das Wort "Vor Gericht und auf Hoher See sind wir alle in Gottes Hand!" die Zustände im deutschen Justizapparat.
Oder als der greise Bismarck abdankte, titelte "The Punch" mit (übersetzt) "Der Lotse geht von Bord".

Nun fragen wir uns ja seit geraumer Zeit, wohin die Reise mit Deutschland und Europa gehen soll. In den letzten Jahrzehnten hat man den deutschen Regierungskahn mehrfach umgebaut. Aus dem gemütlichen alten Rheindampfer " MS Bonna" wurde die mehr oder weniger repräsentative Großyacht "MS Berolina" gebastelt. Mittlerweile haben Kapitän und 1. Offiziere die eigentlichen Inhaber komplett ausgebootet und schrauben nun bei voller Fahrt gegen die Grundkonstruktion an, was die Nieten hergeben. Dabei ist ein nicht seetüchtiger, manövrierunfähiger Hybridbau aus Vergnügungsdampfer (IMS Europa), Freihandelsfregatte (IMS TITIP) und Seenotrettungskreuzer (IMS Kap Anamurksel) herausgekommen Die Wunschkonzerte der Bordkapelle finden nicht mehr statt, weil das Publikum immer wieder "Wir lagen vor Madagaskar" und "Wir wollen unsern alter Kaiser Wilhelm wiederham!" angestimmt hatte.  Die Morgenandachten werden nur noch per Lautsprecher in die Kabinen übertragen, weil es bei den Fürbitten zu unschönen Szenen kam und der Organist den Liedanzeiger subversiv gegen die Schiffsleitung einsetzte. St. Elmsfeuer sind gesichtet und der Klabautermann ist gehört worden. Das Unbehagen der Passagiere ist nun wohl auch auf die unteren Ränge der Besatzung übergesprungen. Man hat Eingaben formuliert, um nicht ganz die Glaubwürdigkeit zu verlieren und hat auch ein S.O.S. abgesetzt. Es darf davon ausgegangen werden, daß der Käptn demnächst alle diese Meuterer nach alter Sitte kielholen läßt.
Wovon ich hier schreibe?
Nun, den Klartext finden Sie auf achgut.com.