Freitag, 9. September 2016

Wochenendkomposition

1. Praeludium
Wenn wir uns Anfang September bei Temperaturen über 25 °C noch zwischen Strandbad und Eiscafé bewegen, so raunt uns doch der Lebensmittelhandel schon jetzt ein "Bedenke das Ende!" zu, denn:
Die Jahresendbackwaren sind angekommen!
Sommerlaunenverderbende Aktionstürme mit Dominosteinen und Christstollen gemahnen uns an die zu erledigenden Geschenkeinkäufe, die drohenden Familienzusammenkünfte und das jähe Ende aller gelungenen Diäten. Jedes Jahr bricht dieser Tag über uns hinein wie ein Jüngstes Gericht. Niemals erfahren wir Tag noch Stunde, wann der Spekulatius wieder in tannenzweigumflorten Paketen in den Regalen festlich aufgebahrt wird. Plötzlich ist er da! Jeder, der noch letzte Woche Grillsaucen eingekauft hatte, wird es bei diesem Anblick bitter bereuen. Das Ende ist nahe,...  zumindest das Jahresende ...

2. Andante religioso
Mit Blick auf das Ende und die bis dahin zu erreichenden Ziele hat Benedikt XVI. In dem heute erscheinenden Buch "Letzte Gespräche" hat er dem realexistierenden Katholizismus eine offensichtlich treffende Analyse der hiesigen Mißstände geschenkt. Anders ist die nationale Einheitsempörungsfront der ewiggestrigen Funktionärskaste kaum zu erklären. Wir danken dem ZK für diese hervorragenden Buchtip!
3. Scherzo
Kirchenmusik und Humor gehen angeblich getrennte Wege. Ein junger Organist aus Süddeutschland führt uns in seinem interssanten Kanal ein Kurzvideo vor, was man so gemeinhin von Katholiken* denkt. Nun hat sich Derselbe in Anschluß an Verballhornungen "traditioneller" Lieder, die immer wieder für Schenkelklopfer sorgen, auch einmal an eine Parodie auf ein weltlichen Kinderliedes gemacht, um auf den doch eher seichten Inhalt hinzuweisen. (Achten Sie bitte mehr auf den Text als auf die übertriebene Mimik!)  Wie er in einem weiteren Video dazu berichtet, ist es um den Humor bei "Modernisten" wohl nicht sonderlich gut bestellt.

4. Allegro con fuoco
Die Wahlen in Mecklenburg und Vorpommern haben genau das hervorgebracht, was zu erwarten war, einen kräftigen Tritt vor die Schienbeine der nicht minder ewiggestrigen Funktionärskaste im Weltlichen. Auch hier deutet sich eine Ende an. Doch dürfen wir im Gegensatz zu den Verhältnissen im kirchlichen Verbandsapparat hier auf eine schnelle Veränderung hoffen. Noch dürfen wir in Bund, Land und Stadt wählen, ganz im Gegensatz zum ZdK, wo wir noch nie die Wahl hatten. Nun drehen sich auch schon die ersten Fähnchen im Wind. Die Meinungsmacher ändern unter den sich andeutenden Veränderungen schon mal schnell ihre Meinung und lassen endlich die zu Wort kommen, die sie bisher verschwiegen haben. Realität und verbohrte Ideologie treffen ungebremst wie entlarvend aufeinander!


5. Fuga
(über das Volkslied "Es gibt auf Erden kein Denkmal fein, auf das nicht ein Täublein geschissen!")
Den neueste ahistorischen, ideologischen Blödsinn zur angeblichen "Führervorbereitung" ist ein so unsäglich erbärmlicher, ehrabschneidender und erlogener Konstrukt, daß ich an dieser Stelle nur auf die Kommentierung beim hochverehrten Michael Klonovski verweisen möchte. Sie findet sich in seinen "acta diurna" zum  28. August und 4. September im Jahre des Herrn 2016.



 Einen gesegneten Sonntag!

(*Hier schließe ich mich Dom Nicola Bux an, der zwischen Katholiken und Modernisten unterscheidet und nicht zwischen "Traditionalisten" und "Reformflügel".)


Keine Kommentare: