Dienstag, 12. Juli 2016

Was bin ich? und ein nicht gebotener Gedenktag

Die Älteren unter uns kennen sicherlich noch diesen "Quiz-Klassiker" mit Robert Lembke. Das Rateteam (Hans Sachs, Guido Baumann, Marianne Koch und Annette von Arentin) sollte die Berufe der Gäste durch geschickte Fragen herausfinden. Der Gast mußte die Fragen mit Ja oder Nein beantworten können. Bei einem Ja durfte weitergefragt werden. Bei einem Nein bekam der Gast 5,- DM und der Nächste im Rateteam durfte fragen. Nach 10 Neins war Schluß. Höchstgewinn für den Gast waren also 50,- DM! Am Ende der Sendung gab es einen Stargast, dessen Namen es zu erraten galt. Das Rateteam setzte für diese Runde immer klassische Masken ohne Sehschlitze auf. Für jedes Nein in dieser Runde gab es eine Rose oder eine Flasche Wein o.ä.. Es gab keine Hintergrundmusik, keine Lichteffekte oder sonstige Ablenkungen. Nur wenn Name oder Beruf eingeblendet wurde, schlug Robert Lembke sanft einen Gong, damit alle, die mitraten wollten, für diesen Moment die Augen schließen konnten.
Wäre eine solche Sendung heutigentags den Fernsehzuschauern noch zumutbar? Ich stelle diese Frage nicht wegen der geradezu meditativen Atmosphäre und der sehr überschaubaren Gewinnhöhe. Es geht um einen anderen Punkt, den ich - kultursensibel - bisher verschwiegen habe, nämlich was mit den 5-DM-Stücken passierte:
Sie wurden in ein Sparschwein gesteckt, das sich der Gast nach der einleitenden Frage "Welches Schweinderl hätten S' denn gern?" aussuchen durfte.
Nachdem A. Merkel mehr oder minder entschuldigend bei den Zugerasten aus Südland um Verständnis für den in Deutschland immer noch verbreiteten Genuß von Schweinebraten nachgesucht hat, könnte ein Sparschwein durchaus ein Grund für Beschwerden sein.
Hier in Bild und Ton!

In Bild und Ton an dieser Stelle ein Stück Musik:
Aus der Operette der Zigeunerbaron von Johann Strauß jun. das Lied des Schweinefürsten Zsupan. Sie hören Kurt Böhme, begleitet vom Bayerischen Rundfunkorchester unter der Leitung von Siegfried Köhler in einer Aufnahme aus dem Jahre 1966:



Aus gegebenem Anlaß außerdem einen herzlichen Gruß an den katholischen Niederrhein:
Thomas, ich freue mich über jedes schöne Schwein, das Du auf Deiner Seite veröffentlichst!

Wer lieber etwas zu Kühen und CO2 lesen möchte, darf munter zu H.M. Broder wechseln!

Apropos Stimmvieh und dumme Kälber:

Morgen ist übrigens der Gedenktag des Steuerzahlers, ein nicht gebotener Gedenktag der allerletzten Klasse, der es aus erklärlichen Gründen nicht einmal in den stattlichen Kalender geschafft hat.


1 Kommentar:

dilettantus in interrete hat gesagt…

So denn - gezz sind die Schweine auch in der Randleiste!

Und der Vertipper (?) "stattlich" sollte unbedingt stehen bleiben.