Montag, 18. Juli 2016

Ein Gruß nach Frankreich

Der große Organist Pierre Cochereau hat eine Improvisation über die Marseillaise geschaffen, die er am Ende des Requiems für Charles de Gaulle spielte und in einem Gottesdienst für den Frieden 1977.





Mir ist in den letzten Tagen häufig jener Satz von Prof. Böckenförde durch den Sinn gegangen, an dem sich besonders sog. Humanisten und andere Denkschulen stoßen, die sich vom jakobinischen Erbe nähren:
"Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat."
Es ist das christliche Abendland, von dem wir alle zehren, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht. Es sind dies "Freiheit", "Wahrheit", "Liebe", Grundbegriffe des Philosophierens wie des katholischen Dogmas in seiner Entfaltung und Vertiefung der Erkenntnis bis auf den heutigen Tag. Es sind die großen Sehnsuchtsworte der Menschheit. Es sind die Geschenke des dreifaltigen Gottes an den Menschen, der ihn in Wahrheit sucht und den Weg der Liebe in die Freiheit der Kinder Gottes wagt. Sie sind Stachel im Sitzfleisch selbstzufriedener Politiker. Sie sind die Hämmer, die die tönernen Füße der menschenverachtenden Ideologien zerschlagen haben und werden. Sie sind Prüfstein und Maßstab für jede Konfession, Religion oder Weltanschauung.

Es ist für die Völker Europas Hohe Zeit, die ideologisch bedingte Ignoranz gegenüber der offenbaren Wahrheit aufzugeben, aus Liebe, zur Rettung der Freiheit.

Allmächtiger Gott, Du Vater unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus,
wir bitten Dich, nimm die Ermordeten auf in Dein Reich, sende den Trauernden Deine Boten, damit sie wahre Hoffnung und Trost finden und schenke uns allen die wahre Erkenntnis unserer Dummheit und Sünde. Amen.

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