Donnerstag, 19. Mai 2016

Redesign und Diakonissen

Ich habe lange überlegt, wie ich mit den Meldungen aus Rom zum Thema Diakonissen umgehen soll. Die erste Reaktion war: Gibbet doch schon bei Protestantens! Bielefeld (sic!) soll voll von ihnen sein, zumindest Teile von Bethel, oder Kaiserswerth. Es ist Protestantisches Redesign des 19 Jh. mit mennonitischen Wurzeln.
Doch Vorsicht: Redesign hat z.B. nichts mit Historismus (vulgo Neo-romanik, -gotik zu tun) Bei diesem gehen geistesgeschichtliche Wiederentdeckung, Architektur und Kunsthandwerk Hand in Hand.

Redesign geht anders: Beispiel VW Beetle. Ich habe Absatzprobleme. Ich suche potente Käuferschichten. Da mir nichts einfällt, versuche ich durch Marktforscher herauszufinden, welche Sehnsüchte in ihnen schlummern. Bei den ergrauten Hippies, ist es die verflossene Jugend und der alte Käfer als "Ikone" einer Generation. Schwupps baut man ein Auto, was ein bischen aussieht wie Käfer, aber keiner ist. Verschwommen wie die Erinnerungen sind Form und Inhalt. Man verbindet alle Nachteile des Originals mit allem Komfort der Gegenwart, sprich Sitzheizung und Klima bei gleichzeitig bescheidener Rundumsicht und schlapper Motorisierung.
Wenn schon Design, dann das Original oder eine entsprechend getreuer Nachbau, mit allem Esprit und auch allen Nachteilen.
Im Hausbau baut man Fensterbänder á la Bauhaus ein, um irgendwie einem eigenen Bildungsanspruch oder behaupteten -vorsprung gegenüber dem Nachbarn im Klinker nachzukommen. Aber hinter der Fassade ist auch nicht eines der genialen Raum- und Gestaltungskonzepte der Bauhausarchitekten aufgenommen worden. Es ist derselbe Mist von der Festplatte des Architekten (Flur, links Gästeklo, recht Küche oder umgekehrt) wie beim Nachbarn, nur mit anderer Fassade. Es ist wie beim Auto:
Es ist gewollt und nicht gekonnt!
Es ist Murks, der nichts aber auch gar nichts mit dem Original zu tun hat, aber sehr viel über die Käufer aussagt.
Es ist Blendwerk für in die Jahre gekommene Spießer die sich immer noch für Avantegarde halten!
Ähm ...
Was wollte ich jetzt zu Diakonissen bzw. Diakoninnen schreiben?
Weg!
Man wird nicht jünger ...


PS: Über die durchaus zeitgemäße Wiedereinführung von "Türhütern" bzw. Kirchenschweizern, die wir bei den vielen sakrilegischen Beschädigungen, Störungen und Diebstählen nun leider wirklich gut gebrauchen könnten, denkt niemand nach!

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