Mittwoch, 30. März 2016

Margaux homme de fromage

Frankreich ist für seine Eß- und Trinkkultur bekannt. Auch wenn diese große Nation schon seit langer Zeit von einen irrational übersteigerten Laizismus gebeutelt wird, zehrt es doch von seinen katholischen Wurzeln. Auf Jürgen Becker geht der Satz zurück, daß Holland für seinen Calvinismus mit einer Sauce und labberigen Fritten bestraft würde. Diese Beobachtung läßt sich durchaus auch auf andere Länder und Landschaften übertragen. Wer die Schmanckerl bayerischer Lebensart mit den Höhepunkten ostfriesischer Küche vergleicht, wird zu einem ähnlichen Ergebnissen kommen.
Auch bei den kirchlichen Festen sind die Unterschiede eklatant. Da wo unsereins sich (sofern die Gemeinde nicht schon von gewissen Elementen protestantisiert wurde) an Prozessionen, Liturgien, Wallfahrten mit anschließenden Grillfesten oder Frühschoppen erfreuen kann, bleibt dem Protestanten nur die Predigt und das entkoffeinierte Kirchencafé mit Predigtnachgespräch. Und dafür, daß man ab den 1960er Jahren dann auch noch angefangen hat, die Katechismen durch die Phrasen der Friedens- und Umweltbewegung sowie die Inhalte des SPD-Parteiprogramms bzw. der Grünen auszutauschen, wird der Zuhörer nun auch noch mit glaubensleerem Dumpfbackenpazifismus belästigt.
So auch wieder jüngst irgendwo kurz nach zehn in Deutschland: Margot rauscht gerade mal wieder mit ihrem Bedford-Blitz als unbremsbare Geisterfahrerin durch die Tagespolitik. Wer im Angesicht von Bombenattentaten, dem zigtausendfachen Morden an unschuldigen Christen im Orient nichts anderes zu sagen hat,  als daß man Terroristen in Gebet und Liebe begegnen soll, kann nur durch eine Überdosis Psychopharmaka, einen entsprechenden Blutalkoholspiegel oder einen Wohnsitz im Rotweingürtel einer deutschen Großstadt entschuldigt werden.
Wer einen Krieg beginnt, setzt sich ins Unrecht, wird zum Verbrecher. Wer sich aber weigert, Land und Leute zu verteidigen, macht sich mitschuldig am Unrecht. Neben dem "Schwerter zu Plugscharen" kennt die Bibel auch "Pflugscharen zu Schwertern" und auch der Reformator, dessen Personenkult durch gerade jene (Ex-)EKD-Führung mit Blick auf das Trauerjahr 2017 betrieben wird, hat im Jahre 1526 mit einer "Denkschrift" über die Kriegsleute entsprechende Worte gefunden. Könnte man wissen.
Aber im Gegensatz zu manchem Bischof in Syrien oder im Irak haben unsere lieben Festtagsprediger den Schuß (noch) nicht gehört!

1 Kommentar:

Cresenzia hat gesagt…

Manchen Menschen fehlt es einfach an Phantasie und Vorstellungskraft.
In der Regel sind es dann diejenigen, die wenn sie so etwas auch nur im Ansatz
selbst erleben, dann dermaßen rachsüchtig sind wie kaum ein anderer.