Freitag, 5. Februar 2016

Wochenschau 5.KW/2016

1. Auf meinen Eintrag zu Seiner Majestät Geburtstag erhielt ich eine Rückmeldung des hochgeschätzen Dilettanten. Seine Zweifel an den Thronrechten des Hauses Hohenzollern seien einmal dahingestellt. Viel schwerer sind die Zweifel, die er mir, der sich in Anerkenntnis der historischen Tatsachen, welche der korsische Parvenu geschaffen hatte, mit der kleindeutschen Lösung abgefunden hatte, eingepflanzt hat, nämlich: Ist vor dem von ihm aufgetanen Horizont nach Maximilian Franz von Österreich überhaupt jemand seit 1801 rechtmäßig und gültig Erzbischof von Köln gewesen?  Eine bisher verschwiegene Sedisvakanz?

2. Die diesjährige praequadragesimale Kostüm- und Saufsaison zeigt nur zu deutlich, wie es um die sog. Narrenfreiheit in der postparlamentarischen GroKokratur bestellt ist. Man ergeht sich im Schunkeln, Schenkelklopfen bei allbackenen Witzen über längst ausgestorbene Spießbürgerfiguren oder die allgefälligen SUV-Supermütter und braven Knüffen in die Seite des Establishments. Die vom angeblichen Mief der traditionellen Sitzungen befreiten Bühnenshows zeigen sich als das, was sie sind: geschichtsvergessene Spießigkeit! Merke: Nicht jede Zeit bekommt ihren Karl Küpper geschenkt!

3. Die Bands der rheinischen Fetenbeschallungs-Innungen bieten Seichtigkeiten für den kleinsten gemeinsamen Nenner! Und damit haben sie ungemerkt und ungewollt den Anschluß an die katholische Heimat gefunden, irgendwo zwischen Familiengottesdienst und NGL! Meine Güte, was waren Karl Berbuer, Jupp Schmitz, Ernst Neger (!) oder Kurt Lauterbach dagegen doch unangepaßte Kerle ...

4. Apropos Büttenreden: Haben wir eigentlich noch ein Parlament oder ist es nach dem Erscheinen von Roger Willemsens Buch "Das Hohe Haus" mittlerweile aus Scham still und heimlich geschlossen worden?
Wann finden die wichtigen Generaldebatten zu Themen wie TTIP, Grenzschutz, Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr, Zukunft des gemeinsamen Hauses Europa, Wiedereinführung des Rechtsstaates, Bildung, Gesundheitswesen, Sozialpolitik, Infrastruktur und Straßenbau, Abschaffung der Genderforschung und der GEZ-Zwangsabgabe etc. statt?

5. Die Abschaffung des Bargeldes als Garant des totalüberwachten Steuerzahlers galt Vielen noch vor kurzer Zeit als ergrauter Witz aus dem Repertoire der Weltverschwörungstheoretiker (besser bekannt als "durchgeknallte Spinner"). Nun will die sog. Bundesregierung eine Obergrenze bei Barzahlungen einführen und die EZB bastelt schon an der Abschaffung der 500er. Am Niederrhein wird in manchen Städten schon gerundet, damit man möglichst ohne Kupfergeld auskommt. Na? Klingelt langsam was?
Die dargebotenen "Begründungen" für diese Maßnahmen sind ebenso fadenscheinig wie nutzlos und entsprechen fast wortgetreu dem, was die angeblichen "Spinner" schon vor Jahren vorhersagten. Nur eines haben die Politiker aus gutem Grund nicht übernommen: die ebenfalls prognostizierten Folgen für jeden von uns, die da heißen "Totale Überwachung", "totale Abhängigkeit von Banken", "Verlust der Freiheit und der Anonymität". Wer daraufhin immer noch in aller Biedermeierlichkeit davon spricht, daß er ja nichts zu verbergen habe, läßt mich auch noch einmal neu über die Theorien zu sogenannten "Chemtrails" nachdenken.

6. In den Einwohnermeldeämter stehen bundeweit Geräte, mit denen fehlerfrei die Fingerabdrücke der Bürger genommen werden können, um den Ausweis für Sonderfunktionen zu "personalisieren". An den Grenzen werden Geräte in viel zu kleiner Stückzahl vorgehalten, die in aller Regel fehlerhaft Ergebnisse liefern. Eine Vernetzung von Bund, Ländern, Kommunen und Polizeibehörden gibt es außerdem nicht.

7. Seit wann haben wir bei der Luftwaffe die Tornados im Einsatz? Seit 1980. Letzte Moderinisierungsstufe: seit 2012. Und nun ist die Innenbeleuchtung so hell, daß keine Nachtflüge möglich sind? Hat man von Glühbirnen auf Energiesparlampen umgestellt und sich mit der "Wattzahl" vertan?

8. Kampf gegen rechts I. Ich persönlich sähe es als erste Aufgabe, wenn man sich in Deutschland auf die in Europa und auch Deutschland aus dem Orient importierte Judenfeindlichkeit konzentrierte und endlich jene, zum Großteil auf Videos festgehaltenen Befürworter der Judenvernichtung ermittelte und zur Rechenschaft zöge, die im Jahre 2014 bei Zusammenrottungen in Frankfurt oder im Ruhrgebiet die Vergasung forderten.

9. Die Proletisierung der Kommentarbereiche und der sog. sozialen Netzwerke sind eine Frucht der Reformpädagogik nach 68, mangelder Spracherziehung und -kenntnisse, des Verfalls der Umgangsformen im Allegmeinen und des von vielen Menschen erlebten oder gefürchteten sozialen Abstiegs. Angst und Kulturlosigkeit brechen sich in brachialer Sprachlosigkeit bahn. Noch ...

10. Laut einer in dieser Woche durch die Presse gegeisterten Untersuchung, ist in Deutschland das Bildungsniveau der Menschen, die sich im Internet informieren, im Gegensatz zu den anderen europäischen Ländern eher gering. Also in Deutschland schauen die Dummies in den Rechner, während hinter den Zeitungen immer noch kluge Köpfe stecken? Wollen die Presse-Verlage mit despektierlichen Äußerungen verlorene Klientel durch Übergriffigkeiten ans Portepée zu alten Lesegewohnheiten zurückholen?

11. Kampf gegen rechts II. Nach bisher unbestätigten Aussagen soll die bisherige 1:1 Betreuung der sog. militanten Rechten bald auf 2:1 umgestellt werden, um den völlig überarbeiteten V-Leuten einen geregelten Schichtdienst bei der Betreuung der von ihnen Gepflegten zu ermöglichen.

12. Winterklamauk zum Letzten: Selbst die Altneihauser Feierwehrkapelln, die in den letzten Jahren trotz der zur Schau gestellten Zahnlosigkeit mit ihrem politischen Biß überzeugte, mümmelte in diesem Jahr weiche Kost.

13. Kampf gegen rechts III. Wenn Andreas Püttmann und Frau Liane Bednarz mal wieder über "unheilige Allianzen" schreiben, so ist das weder besonders aktuell noch besonders intelligent, sondern eine Wiederaufnahme eines alten Schauspiels mit viel Theaterdonner und ansonsten langweiliger Handlung. Es ist ein Potpourri bekannter Genrestücke und Sketche aus dem Bereich der plattdeutschen Volkskirchenbühnen. Premiere hatte dieses Stück schon im April des Vorjahres, als Herr Püttmann sich im (horribile dictu!) als konservativ verschrieenen Magazin Cicero dazu äußerte. Danach kam das Ganze dann als Studie der Konrad-Adenauerstiftung im Juni 2015 heraus, alles bei kath-kommentar und kath.net hinreichend besprochen. Aktuell ist daraus in der FAS nun das grelle Schauerstück vom hybriden Superschreckgespenst "Dunkeldeutscher-Tradi-Katholik" geworden. Entschuldigung, aber das ist doch billigstes Fronttheater mit B-Promi-Besetzung! Es ist wie das unter No. 9 beschriebene Phänomen, nur im etwas anderen Gewande.
Mit einem früher häufiger gehörten Zitat des alten Geheimrates ausgedrückt: "Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt!"

Einen gesegneten Sonntag Quinquagesima wünscht Ihnen der Dunkeldeutsche-Tradi-Katholik

Laurentius Rhenanius

Das Wetter:




1 Kommentar:

Andreas hat gesagt…

Chapeau!

Da mag man im Blick auf das Hohe Haus freilich bemerken, daß wir für die Höhe weiter Teile unserer politischen Eliten immerhin einen Maasstab haben ... ;-)