Montag, 22. Februar 2016

Lenchen Fischer ist nur ein Symptom!

Pfarrer Thomas Frings hat in seinem Brief das getan, was das Kind im Märchen "Des Kaisers neue Kleider" getan hat: Er hat das ausgesprochen, was alle sehen können, aber keiner benennen wollte. Die Kirche hat weder eine gesellschaftsprägende Kraft noch ist dem Mitgliederschwund mit noch zeitgemäßeren Pastoralplänen zu begegnen. Auch der fortschreitende Individualismus beschreibt sicherlich einen Teil der Realität, doch - ist das des Pudels Kern?
Alles Gerede über "Gesundschrumpfen" (was es weder in der Medizin noch in der Natur gibt) und "Kirche der Entschiedenen" ist hilfloses Beschönigen.
"Der moderne Klerus glaubt, den Menschen näher an Christus heranzuführen, wenn er dessen Menschtum betont. – Er vergißt, daß wir Christus nicht vertrauen, weil er Mensch ist, sondern weil er Gott ist." (Davila, Aufzeichnungen des Besiegten, 91.) Da liegt der Hase im Pfeffer!
Auch den Kommentatoren wie bei "Summorum pontificum" oder "kreuzzeichen.blog" oder "thomasseinabendland", die alle mit Respekt und Hochachtung den Schritt von Pfr. Frings besprechen, ist zuzustimmen. Wenn man jetzt einmal von den vielfachen Behinderungen, Denunzierungen etc absieht, muß man doch ebenso zugeben: Auch die "Freigabe des alten Ritus" hat keine sichtbarem Anzeichen einer Änderung der Lage gebracht. Warum?
Es geht mir nicht darum, noch eine Deutung danebenzustellen, die noch viel deprimierender ist, als die vorherigen es waren, auch wenn es am Ende dieses Artikels genau diesen Eindruck hinterlassen wird. Es ist auch keine gut ausgearbeitete These, es ist vielmehr eine Reihe von Beobachtungen, die ich seit vielen Jahren immer wieder gemacht habe und ich werde am Ende nur die gleichen, alten Reaktionäre und Querköpfe als Kronzeugen anführen können, die ich schon seit Jahren benenne.
Wir haben es 1. mit einem Verlust an Bildung zu tun.
Wir haben es 2. mit dem Verlust eines grundlegenden Sensoriums zu tun. Es ist das Sensorium für das Heilige (Rudolf Otto), das Schöne, Wahre und Gute. Die Entzauberung der Welt, wie Chesterton und Davila sie beschrieben, führt uns auf die Spur! Ein Entzauberung, die,wenn sie einmal passiert ist, nicht mehr zurückgenommen werden kann. Der Ritus allein hilft nicht, wenn das Sensorium fehlt. Selbst Nietzsche konnte noch seine berühmten Satz über Bach schreiben, weil er musikalisch war.
Spintisiererei? Gut, ich könnte auch bei der abstrakten Staatsidee Friedrichs des Großen anfangen (Vom Gottesgnadentum zum ersten Diener des Staates), dem Niedergang des H.R.R.D.N., der franz. Revolution, der Reformation oder bei der FED, NWO, Hitler, Napoleon oder sonstwo anfangen, aber letztlich sind sie nur Krankheitssymptome. Nein!
Die Schwachen haben sich von den Blinden, Tauben, Lahmen und Verhaltensgestörten in die Irre führen lassen und feiern den Verlust von Heimat und "Erdung" als Fortschritt und Befreiung.
"Es gibt keine Dummheit, an die der moderne Mensch nicht imstande wäre zu glauben, sofern er damit nur dem Glauben an Christus ausweicht." (Ders., Einsamkeiten, 65)
Es ist dieser Verlust, diese Entfremdung, die uns die Wasseradern nicht mehr finden läßt, uns an heiligen Orten nicht mehr die Nackenhaare aufstellt und uns nicht mehr vor dem Tabernakel wie von selbst in die Knie sacken läßt. Menschen, die ständig auf Netzsuche sind, auf Novitäten als Universalersatz getrimmt. Entwurzelt, der Heimat beraubt, von den Winden hin- und her geweht wie ein abgefallenes Blatt ...
Nur ein egozentrischer, schamloser, hemmungsloser und instinktloser Mensch kommt z. B. auf die Idee, während einer Trauung einfach mal mit nem Song von Lenchen Fischer loszulegen!
 "Die Kulturen verdorren, wenn ihre religiösen Bestandteile sich in nichts auflösen." (Ders., Auf verlorenem Posten, 49)

Auf, auf, Ihr lustigen Trolle, ich harre Euer!

1 Kommentar:

dilettantus in interrete hat gesagt…

Köönt der erste "derselbe" bitte genannt werden....