Dienstag, 29. September 2015

Zum Michaelistag

Es gäbe genug, wofür wir Deutsche unserem Schutzpatron, dem Erzengel Michael, zu danken hätten und noch mehr, worum wir ihn demütigst bitten müßten. Mancher wird vielleicht mit Blick auf die kommende Synode die Novene zum Heiligen Michael gebetet haben, wie es "rorate coeli" vorgeschlagen hat.
Außerhalb der Blogözese wird es aber in Deutschen Landen nicht mehr ganz so einfach sein, einen Gottesdienst zu finden, in dem das entsprechende traditionelle Liedgut gesungen werden kann. Denn - Gepriesen sei die Weisheit und die geballte Kompetenz unseres gesamtdeutschen Gesangbuchausschußes!!! - das einzige Michaelslied (und dann auch noch mit dem Text des großen Barockdichters Friedrich Spee von Langenfeld!!!) ist nicht mehr ins "Adobe"-"Gotteslob" hineingekommen. Wie konnte das passieren? Abstimmungspanne? Oder eine Art Kompromiss: "Du darfst das saudämliche neue "Credo" mit der sinnfreien 4-Zeiler Einteilung nur reinbringen, wenn Du auf das Michaelslied verzichtest!" oder wie? Wußten die Damen und Herren etwa nicht, wer St. Michael ist? Wo lebe ich eigentlich?

Gesegneten Abend!

Nachtrag am späten Abend:
Besuchte in einem niederrheinischen Wallfahrtsort die Abendmesse. Auf dem Gesangbuchwagen lagen Zettel mit diesem Lied. Die Messe wurde in bester Weise zelebriert (u.a. gesungenes Evangelium, I. Hochgebet), eine kurze und sehr erbauliche Predigt gab es noch dazu, ... nur die Kirchenmusik war trotz passender Weise gesungener "Missa de angelis" gewöhnungsbedürftig. Die Organistin war der Messe nicht mächtig, dudelte sich teilweise arhythmisch durch die Lieder. Damit es nicht zu feierlich wurde, sang sie dann noch sub communione mehr schlecht als recht den NGL-Rührschinken "Gott hat mir längst einen Engel gesandt".
Am Ende als Te deum zwei Strophen "Großer Gott".
"Unüberwindlich starker Held" ? Fehlanzeige!
Traf den Zelebranten auf dem Kirchplatz und fragte kurz nach dem Liederzettel.
Er sagte, er habe nur um dieses Lied gebeten. Gespielt hat sie es trotzdem nicht!
Entweder war es schlichte Unfreundlichkeit, Selbstherrlichkeit (in diesem Falle wohl eher "Selbstdämlichkeit"), vielleicht konnte sie es einfach nicht spielen oder es muß etwas mit diesem Lied auf sich haben ...
... Verschwörungstheorie .... ick hör dir trapsen!

Samstag, 26. September 2015

Die Verschwörung

Wem war beim plötzlichen Rücktritt unseres hochverehrten Heiligen Vaters Benedikt XVI. im Jahre 2013 nicht ein wenig mulmig ums Herz? Es konnte nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, war mein erster Gedanke. Man denke nur an die Geschichte mit den Indiskretionen, Aktenklau, die Daueropposition aus gewissen Kreisen der Weltkirche, die Skandalisierungen von Nichtigkeiten etc. Es gab Kreise im Vatikan, die, wie immer aus der sicheren Deckung schießend, ihr Schlimmstes getan haben, um größtmöglichen Schaden zu verursachen. Denn wo viel Licht, ist auch viel Schatten und im Vatikan treiben so manche Wesen ihr Unwesen, wie Don Gabriele Amorth zu berichten wußte. Wie und ob gewisse Kardinäle zu diesen Kreisen zu rechnen sind, das weiß Gott und wird dementsprechend Gericht halten.
Nun ist aber zumindest ein Teil eines Netzwerkes an die Öffentlichkeit gekommen, das offensichtlich Strippen gezogen, Ränke schmiedete und ... ach, es ist alles dermaßen fürchterlich, noch schlimmer, als man es sich in einer "Verschwörungstheorie" hätte ausdenken können.
Für Leser mit guten Nerven stelle ich einige Weiterleitungen zusammen:
Das "netzwerk st. gallen" hier
Wem das "zu nahe bei den Piusbrüdern" sein sollte,
kann es beim mainstreamigen kath.net auch lesen.

Und hier noch einmal ein Blick auf Benedikt XVI., Entweltichung etc.

Freitag, 25. September 2015

Pack, verblödetes!

In den letzten Wochen, werte Leser, durften wir uns als Souverän diverse Beschimpfungen und Beleidigungen durch das von uns, zur Erledigung administrativer Aufgaben gewählte Personal anhören. Diesen Domestiken ist der Respekt offensichtlich komplett abhanden gekommen. Lassen Sie sich in Ihrer Firma oder läßt sich Ihr Chef solches Verhalten gefallen? Wohl kaum! In der sogenannten "freien Wirtschaft" hätte man einen stellv. Geschäftsführer, der die Inhaberfamilie als "Pack" bezeichnet hätte, kurzerhand wegen "unüberbrückbarer Differenzen" rausgeworfen. Einen Aufsichtsrat, der in der Öffentlichkeit von "Dunkelmännern" redete, wäre wohl mit einem Blumenstrauß feierlich aufs Altenteil und in psychische Behandlung geschickt worden. Gleiches gälte wohl auch für eine Geschäftsführerin, die vor dem Werkstor Blankocheques an Passanten verteilte.
Und was passiert unserem ""Staatspersonal"?

Nun haben wir neben diesen Herrschaften ja noch echte Monarchen, den höheren und niederen Adel des Königtums Christi. Sie sind uns geschenkt von Gottes Gnaden und sind als Obrigkeit über uns eingesetzt. Diese müssen wir halt so nehmen, wie sie ist. Es gibt - wie beim echten Adel -  gute Fürsten, vorbildliche Fürsten aber auch den hinlänglich bekannten degenerierten Adel. Die einen mausern sich von "Prinz Plumps" zu einem geachteten Natur- und Kulturschützer (Prince of Wales), andere machen seit der Jugend "Bella figura" wie Ihre Majestät Elizabeth II., wieder andere kommen aus den Kinderschuhen nie raus und ziehen pinkelnd und prügelnd durch die Landschaft (Sie wissen, wen ich meine...) Alle sind aber auf ihre Art und Weise im 21. Jahrhundert angekommen.
Das unterscheidet diesen echten Adel vom kirchlichen Wahladel. Eigentlich sollten genetische Defekte und Erbkrankheiten unmöglich sein. Doch im Gegensatz zur Vergangenheit mehren sich die Ausfälle und Lichtgestalten wie Ildefons Schuster oder Clemens August Graf von Galen sucht man vergebens. Gewisse Defekte scheinen "milljöhbedingt" und epidemisch! Anders lassen sich gewisse Äußerungen aus dem deutschen Kirchenadel kaum noch erklären.
Wenn z. B. ein Card. Kaschper das Sakrament der Ehe nur noch aus der Perspektive derer betrachtet, die auf die Nase gefallen sind, dann liegt das an einer Fehlhaltung seines Kopfes und an einem sehr beschränkten Gesichtsfeld. Ein Fall für den Augenarzt oder den Orthopäden, denn der Blick in den Katechismus und auf die vielen gesegneten und geglückten Ehen ist wohl nicht mehr möglich!

Wenn ein Ruhrbischof (sic!) namens Overbeck kommende "Wohlstandsverluste" aufgrund der Invasion für unvermeidlich wie zumutbar hält, dann liegt das offensichtlich daran, daß der aus begütertem Hause Stammende mit seinem bischöflichen Salär gut auskommt, er nicht wie Otto Normalverbraucher unter Steuerlast und Energiekosten ächzt und ihm sein Palais am Burgplatz eher zu geräumig ist. Er wird sich ob des Gegenwindes aus der Bevölkerung vielleicht wie weiland Nero (Peter Unstinov) in "Quo vadis?" fragen: "Was will mein Volk von mir?" oder noch schlimmer: Er sieht sich als Martyrer für die gute Sache! Hier könnten ein paar "Sozialstunden" als Angestellter in einem DAX-notierten Unternehmen abhelfen, mit Raten fürs Häuschen, Kindern in der Schule und einem Wirtschaftsberatungsunternehmen, das im Zuge der Optimierung am Arbeitsplatz sägt! Mal ein paar Monate als selbständiger Handwerker in einem "Problemviertel"? Oder direkt die harte Tour: Bootcamp als Hartzer, Aufstocker und Flaschensammler!
Das könnte alles noch reparabel sein. 
Doch was tut man mit einem Kardinal, der offen zugibt, daß er nicht weiß, wovon er redet, aber das worüber er redet und er nicht kennt, ist ganz bestimmt gefährlich und führt zur Verblödung. Das weiß er ganz genau! Jaaaaa ...
Mei, der Marx, Reinhard halt! So kennen wir ihn, den gemütlich-neobarocken Fürstbischof aus Minga!
Zwischen Weißbier und Knödeln mit Rahmschwammerln immer für einen flotten Spruch am Stammtisch gut, nicht wahr? Besser ihr geht's mit ihm auf die Gamsjagd zum Bockschießen als in eine Pressekonferenz, gell! Da müßt ihr schon a bisserl aufpassen, wo der hinlaaft!

Ich darf zusammenfassen:
Die Domestiken halten uns für dunkeldeutsches Pack, wenn wir nicht nach ihrer Pfeife tanzen.
Der Kirchenadel hält uns internetnutzende Steuerzahler für verblödete Leute, mit denen man sich nicht abgeben muß und denen es noch viel zu gut geht!

Sehr wahrscheinlich treffen diese Einschätzungen sogar zu! Verblödetes Pack!
Wenn es aber einfach nur Langmut und Gutmütigkeit ist?
Dann kann es für manchen Schwadronierer noch ziemlich eng werden.

Gesegneten Sonntag!



Donnerstag, 24. September 2015

Rent a Demo!

Wieder einmal haben die ehemals investigativen Nachrichtenmagazine der ehemaligen Qualitätspresse die Chance verpaßt, einen veritablen Skandal zu lüften. Dieses Versäumnis wird von der "Kritischen Wissenschaft" nun wettgemacht. Was einige ja schon geahnt hatten, wird nun durch amtliche Papiere bestätigt: Die überall auftretenden Gegendemonstranten aus dem sog. "linken Spektrum" werden finanziell vom Staat unterstützt. Die Freunde der Demokratie, die ihre Diskursoffenheit gerne einmal durch den Gebrauch von Faust und Pflasterstein beweisen, sind systematisch zugekauft worden, wenn es an "staatstragenden Menschenfreunden" fehlte.

Eine Notiz am Rande:
In letzter Zeit haben sich die Akzente hier etwas verschoben, weg von kirchlichen Themen, hin zur Politik. Da ich nicht nur wie weiland G. Heinemann der Ehefrau in inniger Liebe zugetan bin, sondern auch  Mutter Kirche und dem so geschundenen Heimat- und Vaterland (ja genau VATERLAND!), schreibe ich diese Artikel. 


Ceterum autem censeo Merkelam esse abeundum.

Aktualisierung:
Hier noch eine Weiterschaltung zu einem weiteren Artikel zu diesem Thema bei ScienceFiles. 

Mittwoch, 23. September 2015

Sine ira et studio

Zuhören lohnt!



Ceterum autem censeo Merkelae esse abeundum.

Freitag, 18. September 2015

Nächstenliebe = Sozialkasse?

Werte Leser,
am Ende einer Woche, die ich witterungsbedingt auf dem Krankenlager zubringen mußte, fasse ich noch einmal ein paar Gedanken zusammen, die mich schon seit geraumer Zeit beschäftigen und ich hier noch einmal zur Diskussion stellen möchte.

Sozialkassen
Die Sozialkassen wie Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung sind Errungenschaften, welche beginnend bei Reichskanzler Otto v. Bismarck von den jeweiligen Regierungen und Staatsformen auf Deutschem Boden ausgebaut oder beschnitten wurden. Der Zweck dieser Kassen besteht zunächst einmal darin, den "abhängig Beschäftigten" eine Absicherung für Alter, Krankheit oder Arbeitsverlust zu geben, die sie sich aufgrund der Einkommensverhältnisse sich selbst nicht schaffen könnten. Die Einbehaltung des Geldes bewahrt den jeweiligen Versicherten vor den Gefahren der Selbstverwaltung, die in Zweckentfremdung oder Fehlinvestition liegen können. Gleichzeitig wird durch das Prinzip der Solidarität die Finanzierung größerer Leistungen für besonders betroffene Einzelpersonen (z.B. GroßOP) möglich, die sonst unbezahlbar wären. Eingeführt wurde dieses System, um große soziale Unterschiede zu mildern. Der Staat wollte die innere Ordnung und Ruhe im Lande absichern und nahm dafür Arbeitgeber wie Arbeitnehmer in die Pflicht.
Wir haben es also mit einem staatstragenden System zu tun, das einen Interessenausgleich schafft und aus einem dreifachen Eigennutz (Absicherung der Arbeiter, Wahrung innerbetrieblicher Ruhe, Wahrung des inneren Friedens) einen gemeinsamen Nutzen für alle macht und so Frieden und Sicherheit beförderte. Solange alle diese Seiten den eigenen Nutzen erkennen können und sich nicht übervorteilt fühlen, ist dieses System Sozialstaat ein sehr stabiles. Es verlangt von allen Seiten ein gewisses Ethos. Dieser besteht einerseits in der Bereitschaft, dem Staat vertrauend, diese Absicherung der Interessen zu überlassen und gleichzeitig die Kassen nicht unnötig zu belasten. Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, bei der die Extreme der Unterversorgung (Wofür zahle ich überhaupt ein?) ebenso zum Problem werden können wie die Überversorgung (Die bekommen alles nachgeschmissen!). Beides kann den inneren Frieden eines Staatswesens nachhaltig erschüttern. Ebenso gefährlich ist es, wenn der Staat aus ideolgischen Gründen eine der Seiten (Arbeitnehmer oder Arbeitgeber) begünstigt. Als Beispiel sei hier z.B. HartzIV genannt, eine Reform, die passenderweise den Namen eines Managers trägt und zur Verelendung weiter Bevölkerungsteile geführt hat, wie auch andere Reformen der Regierung Schröder.
Noch einmal in geraffter Form: die Sozialkassen werden aus dem hart verdienten Löhnen und Gehältern finanziert und dienen zur Absicherung der Bürger des Landes.
Wenn wir diese Definition zunächst einmal festhalten, kommen wir nun zum nicht minder strapazierten Begriff :
"Nächstenliebe"
Durch die der Romantik und der Empfndsamkeit entlehnte Deutung der Liebe als ein geradezu wundersam geschenkter Gleichklang der Herzen und damit der Gefühle, ist der Begriff "Liebe" in einer Weise unglücklich überformt, daß er gleichermaßen Kinos, Buchhandlungen und Plattenläden wie Familiengerichte mit den Produkten dieser Sicht flutet.
Liebe ist keine Frage der Hormone oder Gefühle, es ist zunächst einmal ein Willensakt. Man vertraut sich einer Person, die man als ebenbürtig anerkennt. Man entscheidet sich für eine Person, ohne Bedingungen, freiwillig, unbefristet. Das muß noch nicht einmal erwidert werden. Liebe widerspricht damit allen Grundsätzen eines Vertrages! (Und damit habe ich auch schon alles zu sog. Eheverträgen gesagt.) Diese Liebe ist Grundlage einer funtionierenden Familie und eines entsprechenden Verhältnisses zu gut. Alles ganz unromantisch, wunderlos, nüchtern. Liebe befördert Treue. Treue macht aus einem (Ehe)mann einen Ehrenmann.
"Nächstenliebe" ist als Gebot dabei eine Erweiterung, die sich zunächst einmal auf das Umfeld außerhalb der direkten Familie erstreckt. Die Durchbrechung des Clanwesens, was in manchen Teilen des Christentums immer noch nicht gelungen ist, ist das entscheidende, das Christentum prägende Element. Die "Abgehängten" in der Gemeinde, in Not, krank, vereinsamt, ohne Schutz eines Clans, kommen in den Blick, Sie bedürfen als Mitchristen unserer Hilfe, Fürsorge und Achtung!
Dies geschieht aus Liebe (s.o.). Wir erkennen sie als ebenbürtig an, da sie Getaufte und damit von Gott wie wir mit Treue beschenkte Geschöpfe sind.

Die "Feindesliebe" weitet diesen Blick noch einmal. Es ist eine noch größere "Zumutung" als die Nächstenliebe. Aber merke: Nächster und Feind sind zu erkennen und zu unterscheiden!
Sie dient der Versöhnung und verhindert Rache. Sie lähmt und verhindert jedoch nicht die Verteidigung des Christen durch vorauseilende Kapitulation. Denn bin ich als Liebender und Getreuer meines Nächsten nicht dazu verpflichtet, diesen, wenn ihm Gewalt angetan werden soll, zu schützen und zu verteidigen und wenn es sein muß mit Waffengewalt?
Wer seine Eltern, Frau oder Kinder aus pazifistischen Erwägungen heraus notfalls nicht mit der Knarre verteidigen will, ist entweder ein treuloser (s.o.) Feigling oder reif für die Psychatrie!!!

Zur Sache:
Die Sozialkassen sind eine Errungeschaften zum Nutzen des Staates, der Unternehmer und Arbeitnehmer, die in einem Vertragesverhältnis ein System der gegenseitigen Absicherung geschaffen haben. Es dient somit diesen. Wenn sich an diesem Vertrag bez. an der Nutzung der Gelder etwas ändern soll, muß das Einverständnis der Vertragspartner eingeholt werden. Dies geschieht zur Zeit (unzureichenderweise) durch die Wahl von Parteien und deren Wahlprogramme.

Nächstenliebe ist vor dem Hintergrund der Liebe als eines freilwillig eingegangenen Vertrauensverhältnisses (ohne Bedingnung einer Gegenseitigkeit) ein Gebot Jesu, dieses Vertrauensverhältnis auf das Umfeld außerhalb der Familie zu erweitern. Es ist ein Gebot, das die Unterscheidung von Feind und Nächsten nicht einebnet sondern wie sich an der Existenz des Gebotes der Feindesliebe zeigt, beläßt.

Die Mittel der Sozialkassen sind für die Belange der Einzahler zu verwenden. Alles andere ist Zweckentfremdung und gefährdet den Frieden zwischen den Vertragspartnern!

Die Nächstenliebe ist ein persönlich geschenktes Vertrauen zwischen Einzelpersonen.

Ergo: Nächstenliebe hat nichts mit Sozialkassen zu tun!!

Solange die Unterscheidung von notleidenden Nächsten (=Nichtfeind) und Feind nicht gemacht werden kann, ist nicht Sentiment sondern Vernunft gefordert.
Wenn es an Vernunft fehlt, dann gehen schnell die Lichter aus.
Denn wie heißt es im Volksmund: "Nichts ist schlimmer, als wenn die Dummen fleißig sind!"


Donnerstag, 17. September 2015

Bibel bleibt lutherisch?

Zum Trauer- und Gedenkjahr anläßlich der nunmehr 500 Jahren währenden westlichen Kirchenspaltung hat die EKD eine erneute Revision der Lutherbibel vornehmen lassen. Eine Kommission von siebzig Theologen hat diese Arbeit bewerkstelligt. Eingriffe habe es nur an "notwendigen Stellen gegeben". Mehr gibt der Text des epd nicht preis. Wir müssen also warten, bis die entsprechenden Ausgaben im Handel zu erwerben sind. Erst dann werden wir sehen, ob unter "notwendig" nur eine sanfte Korrektur verstanden werden darf, die fromme Hörgewohnheiten nicht stört. Eine "gegenderte" oder gar "geschlechterneutrale" Ausgabe (Jüngix, Apostelix) wird aber wohl nicht zu befürchten sein.
Ich selber neige bei Lutherbibeln zu den Vorkriegsausgaben. Die letzte noch lesbare Ausgabe ist m. E. die Textfassung von 1912.
Warum das so ist, mag eine unkommentierte Gegenüberstellung entlang der Übersetzung von Mt 24, 13-14 möge meinen Standpunkt verdeutlichen:

Textfassung 1912:
 13. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. 14. Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen.

 "Bibel in gerechter Sprache" 2006:
13 Alle, die durchhalten bis zum Schluss, werden gerettet werden. 14 Diese Heilsbotschaft von Gottes Nähe wird in der ganzen Welt verkündet werden, um allen Völkern Zeugnis vom Heil abzulegen. Danach erst wird sich die Zeit vollenden.

Die Revision der 1980er Jahre hat die Menschen in Deutschland ebensowenig zu den Quellen des Heils und den Grundlagen unserer abendländischen Kultur geführt wie die "Bibel in heutigem Deutsch", die Bibel in gerechter Sprache" oder die "Volxbibel".
Die mangelnde Bindungskraft, die den protestantischen Kirchen allen gemein ist und die sich schon in den Spaltungen der frühen reformatorischen Bewegung andeutete, hat seit den 1970er Jahren ihre Vollendung in der Selbstauflösung im linken Flügel der Gesellschaft zwischen rot und grün gefunden. Diese Selbstauflösung zeigt sich nicht nur in den Mitgliedszahlen, sie deutet sich auch in den Bestattungsgebräuchen an: Vom alten Gottesacker geht der Weg über Wackersdorf zur umweltfreundlichen Kompostierung im Friedwald.
Eingedenk der schwindenden Besucherzahlen und des gleichzeitig steigenden Durchschnittsalters nimmt sich diese Neufassung eher wie ein Luxusprojekt aus, wie ein letzter Gruß einer längst untergegangenen Epoche.

Mittwoch, 16. September 2015

Petition gegen Oktoberfest?

Bei "Change.org" ist eine Petition gelaufen, die eine bitterböse Satire sein könnte. Ein Moslem (sic!) aus den Niederlanden (sic!!!) will damit den Münchener Stadtrat zur Abschaffung des Oktoberfestes bewegen. Schließlich sei dieses "unislamische Fest" eine Zumutung.
Als Kind des Ruhrgebietes habe ich aber leider so meine Erfahrungen mit der radikalen Veränderung von Stadtteilen, in denen eine bestimmte, so ungemein bereichernde Friedensreligion eingezogen ist. Von daher kann ich mir vorstellen, daß die von Arroganz und Selbstüberschätzung strotzende Herrenmenschenart, die sich in diesen Zeilen ausdrückt, kein Witz ist.

Hier eine Übersetzung des englischen Originaltextes:
"Lieber Stadtrat von München,
ich schreibe diesen Brief, um Ihre Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, was ich und viele Muslime als unfair ansehen und Aufmerksamkeit erfordert. Ich möchte Ihnen mitteilen, dass das Oktoberfest eine intolerante und anti-islamische Veranstaltung ist. Wir haben versucht, das Ereignis zu ignorieren, aber es gibt zu viele unislamische Handlungen auf dem Oktoberfest wie Alkoholkonsum, öffentliche Nacktheit usw.

Wir verstehen, dass das Oktoberfest eine jährliche deutsche Tradition ist, aber wir, die Muslime, können dieses unislamische Ereignis nicht tolerieren, weil es uns und alle Muslime auf der Erde beleidigt. Wir fordern die sofortige Aufhebung der kommenden Oktoberfest-Veranstaltung.
Wir glauben auch, dass das Oktoberfest alle muslimischen Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak beleidigen könnte.
Die Abschaffung des Oktoberfests wird Flüchtlingen helfen, ihre islamische Herkunft nicht zu vergessen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit.
Morad Almuradi"

Zum Original geht es hier!

In diesem Zusammenhang möchte ich an die zweite Strophe aus dem "Lied der Deutschen" erinnern, das uns August Heinrich Hoffmann von Fallersleben geschenkt hat:

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Aktualisierung: Selbst wenn diese Petition ein übler Scherz sein sollte, das "Handelsblatt" läßt eine Redakteuse ernsthaft zum Boykott des Oktoberfestes aufrufen, weil Horst Seehofer ... lesen Sie selbst!

Dienstag, 15. September 2015

Jena und Auerstedt

Am 14. Oktober jährt sich wieder einmal der Tag der Schlachten bei Jena und Auerstedt von 1806. Die eigentlich zahlenmäßig überlegenen preußischen Truppen sind durch das Zaudern Friedrich Wilhelms III. in die Niederlage gegangen. Schließlich verlor Preußen nach dem Frieden von Tilsit am 7. Juli 1807 die Hälfte seines Staatsgebietes. Dieser Tiefpunkt war zwar direkte Folge des verlorenen Krieges, verdankte sich aber einer Staatskrise, die seit dem Tode Friedrichs des Großen das Land lähmte. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. war Genußmensch und nicht 1. Diener seines Staates. Das Kabinett regierte, während der König die Berliner Musikszene aufmischte, mit drei Frauen gleichzeitig verheiratet war und sich dem Spiritismus hingab. Veraltete Beamte und eine veraltete Armee, die in Frankreich die unorganisierten Revolutionstruppen nicht aufreiben konnten (Valmy 20.09.1792), Mätressengezänk und und und. Gelungen ist ihm hingegen das Brandenburger Tor sowie die Erweiterung des Staatsgebietes. Sein Thronfolger, Friedrich Wilhelm III. räumte zwar mit dem Durcheinander bei Hofe auf, war künstlerisch fortschrittlich gesinnt, konnte sich jedoch zu durchgreifenden Reformen nicht durchringen und außenpolitisch auf Erhaltung des Friedens bei größtmöglicher Neutralität. In den knapp 9 Jahren Regierungszeit bis zum Zusammenbruch 1806 führte diese zu lang durchgehaltene Neutralität und Zauderei in die Katastrophe.

Napoleon hatte in seiner Grand Armeé, mit der er bis 1806 halb Europa überrannte, gut 200.000 Mann. (bei Jena: 95900 Franzosen gegen 53000 Preußen und Sachsen; bei Auerstedt: F 27300, P/S 49800!!!)

Schauen wir mal auf aktuelle Zahlen:
In diesem Jahr sollen 800.000 plus x allein nach Deutschland kommen wollen, von deren Motiven wir nichts wissen. Politisch wie administrativ stehen wir noch schlechter dar als unter dem "dicken Lüderjahn", die Staatsfinanzen sind à la "Louis seize" und von unserer gleichberechtigten Gurkentruppe mag ich erst gar nicht reden.
Wenn man Oswald Spengler adaptiert, laufen wir nun vielleicht in einer Art Zyklus wieder auf so etwas wie 1813-1815 zu, wenn nicht das Abendland nach Spenglers eigentlichem Modell diesmal definitiv den Bach runter geht.

Ich wollt' es wär Nacht ...

Montag, 14. September 2015

Das Civitas Institut

an dem der werte Kreuzknappe kaum noch ein gutes Haar gelassen hat - u.a. weil Pater Schmidberger von der FSSPX im Beirat sitzt -, veröffentlicht auf der Zwischennetzseite lesenswerte Artikel. Einführungen in die katholische Sozial- wie Gesellschaftslehre, Medien, Naturrecht im Werk Benedikt XVI., Kritisches zur EU aus kirchlicher Perspektive etc. Daneben gibt es eine übersichtliche Presseschau sowie eine Rubrik "Nachrichten". In dieser findet sich mit Datum vom 9.9.2015 ein Reisebericht von der italienisch-österreichischen Grenze. Der Berichterstatter ist eine Person, die, wenn wir den Kritikastern Glauben schenkten, auf dieser Seite nur verurteilt aber nicht zu Worte kommen dürfte, nämlich ein schwuler Weltbürger aus Polen. Die Seite hat mit ihm einen unverfänglichen Zeugen gefunden, der, aus dem "gegnerischen Lager kommend", einen Situationbericht liefert, der nicht so ganz ins Bild derer passen dürfte, die in den nach einem Refugium Suchenden bedauernswerte Kulturträger sehen, denen es zur abendlichen Entspannung nur am Flügel für den Chopin gebricht.
Während es den Refugierenden offensichtlich gelingt. die Grenzen in Richtung Deutschland zu überwinden, ist dem polnischen Reisebus die Ausreise aus Italien nicht mehr gelungen, da der Bus von den marodierenden Horden derart zugerichtet war, daß eine Weiterreise nicht möglich war.
Man muß kein "Dunkeldeutscher" nach Gauckschem Dictum sein, um an der "Auffrischung" unserer Kultur und Wirtschaft durch diese Invasoren gelinde Zweifel zu hegen.




Donnerstag, 10. September 2015

Mogelandacht mit Achmed

Zu den schon vor Jahren abgelegten Gewohnheiten gehört das Anhören der sog. "Morgenandachten", mit denen uns die großen Konfessionen via Staatsfunk erbauen wollen. Die protestantischen Beiträge kommen selten aus der Horizontalen des allzu Zwischenmenschlichen heraus und die katholischen Aussendungen bemühen in aller Regel die moralische aufrichtende Person aus der Vergangenheit, die mit Vor- und Zunamen Jesus Christus zu heißen scheint. Erbaulich ist das im Normalfall nicht. Daher ist für mich nach dem Choral ein Senderwechsel obligat. Heute Morgen habe ich dann nicht schnell genug reagiert und in der irrigen Annahme, der Spiritual eines rheinischen Priesterseminars könnte eventuell doch etwas mehr zu bieten haben, blieb ich am Volksempfänger. Nach einem knappen "Guten Morgen" wurde dann die Lebensweisheit eines Flüchtlings namens "Achmed" vorgestellt. Ein Mann der viel erlebt und erlitten haben soll, dem Spiritual vorgeblich persönlich bekannt. Seine Maxime, ein blumig formuliertes "Egal! Weitermachen!", wurde im Brustton tiefer Betroffenheit zu einer Größe erhoben, die weit über aller Philosophie und Weisheitsliteratur liegen muß. Kohelet wird gern als Sammlung platter Kalendersprüche abgetan. Ist ja schließlich auch nur Teil des Alten Testamentes! Aber wenn ein Geflüchteter namens "Achmed" spricht, dann erstarrt ein Spiritual in lauschender und meditierender Ehrfurcht. Zur Abrundung gab es dann noch ein Zitat einer niederländischen Jüdin. Sie soll in Erwartung ihres Abtransportes ein paar gewichtige Sätze aufgeschrieben haben. Gewichtig war sicherlich die Angst dieser Frau, die sich nach den vorgestellten Zeilen in einer offensichtlichen Persönlichkeitsspaltung manifestierte. Ein katholischer Geistlicher, der für die geistliche Begleitung zukünftiger Priester zuständig ist, erzählt in einer Morgenandacht über Ansichten eines Muselmanen und einer traumatisierten Jüdin auf dem Weg ins KZ.

Eine Mogelandacht wars, frei von jeder göttlichen Perspektive, kurz: gottlos, aber unheimlich menschlich und total zeitgemäß!

Freitag, 4. September 2015

Presse, Wahrheit und öffentliche Meinung

Der Kommentarbereich einer Zwischennetzseite ist das, was in der in der Zeit ehemals die Seite mit den Leserbriefen war. Im Gegensatz zur guten alten Zeit geht der kommentierende Leser davon aus, daß im Zuge der sog. "Meinungsfreiheit" sein Beitrag selbstverständlich veröffentlicht wird, ungekürzt und unzensiert. Der realistische Leserbriefschreiber früherer Zeiten rechnete in aller Regel nicht mit einer Veröffentlichung. Der Platz auf der Seite war begrenzt. Die Redaktion wählte aus. Doch welche Kriterien wurden damals angelegt?

Der Journalist, Kabarettist und Schauspieler Wolf Schmidt (1913-1977) beschrieb das wie folgt:
"Alles, was der Redaktion zustimmt, liebevoll herauspicken und den Gegenstandpunkt durch möglichst unflätige, unlogische und orthographisch falsche Briefausschnitte vertreten lassen."
(Die Panne)

Wer kann vor diesem Hintergrund den Medien einen Vorwurf machen, wenn sie bei der dünnen Personaldecke aus Überlastung lieber gar keine Kommentare mehr veröffentlichen? Daneben beobachten wir jedoch eine Art von "Gleichschaltung" der Medien, die uns neu zu sein scheint. Alle tuten in das gleiche staatstragende Horn, schreiben dabei noch ungeprüft wie wortgetreu die Agenturmeldungen ab und tragen damit zum uninteressanten Einerlei bei. Fehler über Fehler. Skandale werden erst aufgebauscht. Wenn sich herausstellt, daß es keinen solchen gab, ist das Thema plötzlich futsch!
Ganz neu ist das aber nicht.

Ich erteile dem heutigen Zeugen der Krone, Wolf Schmidt, noch einmal das Wort:
1. "Das beweist nur, wie sehr der schreibende Mensch die Wichtigkeit seiner Schreiberei überschätzt. Als ob der Zeitungsleser nicht darauf trainiert wäre, Widersprüche, Irrtümer, Falschmeldungen, Behauptungen und Gegenbehauptungen nicht nur hinzunehmen, sondern sich geradezu daran zu ergötzen! Der Unterhaltungswert und der anvisierte Effekt einer Blamage gehören doch zum Besten, was wir zu bieten haben, selbst wenn es einmal auf unsere eigenen Kosten geht. Solange der Staatsanwalt nicht eingreifen muss, kann man doch drucken, was man will."
(Die Panne)

2. "Wenn sich wegen jeder Falschmeldung in der Presse ein Redakteur aufhängen würde, dann wäre dieser Berufsstand schon längst ausgestorben."
(Die Panne)

3. "Sobald ein peinlicher Fall in den Verdacht gerät, überhaupt nicht peinlich zu sein, ist kein Mensch mehr am wirklichen Sachverhalt interessiert."
(Die Panne)

Vom unternehmerischen Standpunkt betrachtet:
4. "Eine Druckerei muss dankbar für jeden Blödsinn sein, solange er bei ihr gedruckt wird!"
(Das Techtelmechtel)

Und die öffentliche Meinung; wie ist sie denn nun wirklich? Warum bewegt sich denn nichts?
5: "Die Tragödie der öffentlichen Meinung ist ja, dass die Leute öffentlich immer eine andere Meinung haben als privat."
(Der Betriebsausflug)

Auch hier gilt der Spruch des Predigers: Nihil novi sub sole.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen, werte Leser

Laurentius


Mittwoch, 2. September 2015

Dr. Alfons Proebstl No. 84


Dienstag, 1. September 2015

FJS - AD 1986

Ein großer Denker, der nicht ahnen konnte, was aus der Union werden sollte ...