Dienstag, 15. September 2015

Jena und Auerstedt

Am 14. Oktober jährt sich wieder einmal der Tag der Schlachten bei Jena und Auerstedt von 1806. Die eigentlich zahlenmäßig überlegenen preußischen Truppen sind durch das Zaudern Friedrich Wilhelms III. in die Niederlage gegangen. Schließlich verlor Preußen nach dem Frieden von Tilsit am 7. Juli 1807 die Hälfte seines Staatsgebietes. Dieser Tiefpunkt war zwar direkte Folge des verlorenen Krieges, verdankte sich aber einer Staatskrise, die seit dem Tode Friedrichs des Großen das Land lähmte. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. war Genußmensch und nicht 1. Diener seines Staates. Das Kabinett regierte, während der König die Berliner Musikszene aufmischte, mit drei Frauen gleichzeitig verheiratet war und sich dem Spiritismus hingab. Veraltete Beamte und eine veraltete Armee, die in Frankreich die unorganisierten Revolutionstruppen nicht aufreiben konnten (Valmy 20.09.1792), Mätressengezänk und und und. Gelungen ist ihm hingegen das Brandenburger Tor sowie die Erweiterung des Staatsgebietes. Sein Thronfolger, Friedrich Wilhelm III. räumte zwar mit dem Durcheinander bei Hofe auf, war künstlerisch fortschrittlich gesinnt, konnte sich jedoch zu durchgreifenden Reformen nicht durchringen und außenpolitisch auf Erhaltung des Friedens bei größtmöglicher Neutralität. In den knapp 9 Jahren Regierungszeit bis zum Zusammenbruch 1806 führte diese zu lang durchgehaltene Neutralität und Zauderei in die Katastrophe.

Napoleon hatte in seiner Grand Armeé, mit der er bis 1806 halb Europa überrannte, gut 200.000 Mann. (bei Jena: 95900 Franzosen gegen 53000 Preußen und Sachsen; bei Auerstedt: F 27300, P/S 49800!!!)

Schauen wir mal auf aktuelle Zahlen:
In diesem Jahr sollen 800.000 plus x allein nach Deutschland kommen wollen, von deren Motiven wir nichts wissen. Politisch wie administrativ stehen wir noch schlechter dar als unter dem "dicken Lüderjahn", die Staatsfinanzen sind à la "Louis seize" und von unserer gleichberechtigten Gurkentruppe mag ich erst gar nicht reden.
Wenn man Oswald Spengler adaptiert, laufen wir nun vielleicht in einer Art Zyklus wieder auf so etwas wie 1813-1815 zu, wenn nicht das Abendland nach Spenglers eigentlichem Modell diesmal definitiv den Bach runter geht.

Ich wollt' es wär Nacht ...

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