Dienstag, 14. Juli 2015

Eure Rede aber sei: Jein?

Den Eindruck einer gewissen Textverderbnis macht die aus Rom nach Münster gesendete Epistola, die sich mit dem über Hw. Paul Spätling verhängten Predigtverbot befaßt. Bischof Felix von Münster hatte zu Beginn dieses Jahres ein solches ausgesprochen, da Hw. Spätling auf einer Demonstration einige kritische Worte zur offensichtlichen Islamisierung Europas sagte. Da staatlicherseits die Möglichkeit einer Ausbürgerung seit den späten 1980er Jahren leider nicht mehr besteht, wurde mit der verfeinerten "Sarrazin-Herman-Methode" gearbeitet: Im Sinne der Staatsdoktrin sorgten Presse, Funk und Fernsehen für den "nötigen Nachhall" seiner Worte und zielten damit auf entsprechende Disziplinierungsmaßnahmen ab. Übliche Sitzblockaden, Farbbeutelattacken o. ä. nonverbale Argumentationshilfen aus den Reihen jugendlicher Demokraturverteidiger sind mir nicht bekannt geworden. Sehr wahrscheinlich hat das schnelle und beherzte Eingreifen S. E. das verhindern können. Dem unbequemen Gottesmann wurde also der Mund verboten. Die Kreise, die nicht müde werden, ihre verquere Darstellung des Falles Galileo G. als Begründung für ihre Abscheu gegenüber dem ach so schlimmen Machtapparat hervorziehen, klatschten Beifall.
In der Gemeinde nutzte man auch die gebotene Chance und ließ ihn -heldenhaft die Willkommenskultur verteidigend und in unverbrüchlicher Treue zu Bischof, Papst und Kirche - nicht einmal mehr in die Sakristei hinein. Im Zeitalter der elektronischen Medien die Damnatio memoriae neu belebend, ist der Vicarius cooperator weder auf der Netzseite noch in den Zelebrationsplänen der "Seelsorgeeinheit" zu finden. Wieder einmal alles im Namen der Buntheit und des realexistierenden Katholizismusses auf Deutschem Boden und wieder einmal alles allzu menschlich ...
Hw. Spätling hatte dann noch einen offenen Brief an seinen Bischof geschrieben. Er ist bei Gloria.tv und anderen Foren nachzulesen. Man muß nicht jede Zeile unterschreiben wollen, aber eines bleibt anzuerkennen: Er ist ein mutiger Streiter für die Sache des Abendlandes und der Kirche, welcher furchtlos Tradition und Lehre verteidigt, notfalls auch gegen Bischof und Papst!
Die Reaktion aus Münster dürfte - wenn ich bei dem doch z.T. brisanten Inhalt eine Vermutung anstellen darf - eher verhalten gewesen sein.

Es ging also dann irgendwie weiter nach Rom und schnurstracks kam auch schon die Antwort.
Doch was meint den "Rom" nun?
In bester diplomatischer Tradition (die wir im Vatikan ja immer mehr vermissen) ist eine Entscheidung formuliert worden, die selbst ein antikes Orakel hätte vor Neid erblassen lassen.
Kurz formuliert:
Das Predigtverbot sei unverhältnismäßig und nicht rechtens und von daher hinfällig, aber ein Reden im Namen der Kirche in aller Öffentlichkeit sei weiterhin untersagt ... Hä?
Also er dürfte nun zelebrieren, aber nicht predigen?
"Messe lesen" wäre dann möglich, wenn man sich auch im Novus ordo auf die Texte des Messbuches beschränkt. Aber: Zelebration besteht ja heutzutage aus reden, reden und nochmals reden! Dann wäre das schon einmal untersagt, also auch alle Besuche zum Geburtstagskaffee, Krankensalbung wäre jedoch möglich oder wie?
Also doch nur "Stille Messe", was wiederum die Zelebration exklusiv im Ordo origins bedeutete. Und Missa cantata? Dann müßte also doch auch noch ein Schreiben der Ritenkongregation, ... EGAL!
Die Gesichtswahrung für alle Seiten ist (wenn auch etwas zu Ungunsten von Hw. Spätling) gelungen, pragmatisch, undogmatisch (sic!), aber gut?

Wat lernt uns dat?
1. Mt 5,37 ist in der Una Sancta bis heute weder verstanden noch umgesetzt noch werden Umsetzungsversuche gern gesehen.
2. Als Bürger des sog. "vereinigten Deutschlands" hat man keine Aussicht auf eine mögliche Ausbürgerung!

Ein fröhliches Neo-Biedermaier und ein Wiedersehen in einem neuen Vormärz befürchtet für uns alle

Laurentius



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