Dienstag, 26. Mai 2015

Wie uns die Alten sungen ...

Die GEMA war schon immer für schlechte Scherze bekannt. Einer der berühmtesten "Kalauer" geht so:
Treffen sich zwei Männer. Sagt der eine: "Na, wie schmeckt Dir das Rentnerdasein?"
Darauf der andere: "Wieso Rentnerdasein? Ich arbeite jetzt bei der GEMA!"
"Wie, GEMA?"*
"Ja, weiß doch wie dat is: Heinz, geh ma hier hin! Heinz, geh ma da hin!"
Einen besonders blöden Seniorenulk hat sich die einzig wahre GEMA nun im hohen Norden dieses unseren Landes gerissen:
Dort hat sie einem Seniorenkreis, der bei einem Kaffeekränzchen Volkslieder sang, einen Gebührenbescheid geschickt. Natürlich wurde nicht überprüft, ob das gesungene Liedgut eventuell gemeinfrei war. Da unterscheidet sich die GEMA nicht von anderen Behörden dieser Republik: Sie gelten als schuldig, bis zum Erweis des Gegenteils. ES ist wie im guten alten Western: Erst hängen, dann fragen!
Da die Senioren dieses Kreises mehr oder minder mit Minirenten ihr kärgliches Dasein fristen, will man nun den Kreis einstellen, weil man sich die Gebühren kaum leisten kann.
Hier geht es zur Zeitungsmeldung.
Es ist überhaupt nicht meine Musik, aber mir kommt gerade der Titel
"Das Land der Vollidioten" in den Sinn.
Ist das jetzt auch schon GEMA?



* (Der Kenner bemerkt an dieser Stelle die Beheimatung an der rheinischen Gesprächsführung.)

1 Kommentar:

Phil hat gesagt…

Das traurige ist, daß man daran sieht, wie der ursprüngliche Sinn von Liedern verloren gegangen ist. Man meint jetzt, daß Lieder schreiben primär ein Beruf ist, mit dem man Geld verdient, jedoch wurden Lieder, gerade Volkslieder, primär gedichtet, daß sie gesungen werden. Das war der Lohn!