Montag, 28. Juli 2014

Heute vor 100 Jahren

begann mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien der 1. Weltkrieg.


Nach Aussagen us-amerikanischer Historiker bezeichnet dieses Datum die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts.
Es hätte dem sog. "Vereinigten Europa" gut zu Gesichte gestanden, diesen Tag als gesamteuropäischen Gedenktag zu begehen. Ein stiller Feiertag mit Gedenktag hätte es werden können, mit Reden, Friedhofsbesuchen, Ausstellungseröffnungen und Gottesdiensten. Im "Vereinigten Europa", in dem alle doch durch Freundschaft eng miteinander verbunden sind, hätte man all die alten Lügengeschichten über diesen Krieg und die ungerechte Behandlung nach dem Krieg als solche benennen und sich vergeben können. Doch nichts passiert. Schweigen. Business as usual!

Requiem aeternam dona eis Domine!









Mittwoch, 23. Juli 2014

Aufklärung?
Bitte!

Donnerstag, 17. Juli 2014

Urlaubsspecial: Potpourri von sauren Gurken

Es ist Sommer. Die Ferien sind angebrochen. Die WM ist gewonnen. Der eigene Urlaub ist vorbei. Daher die Pause. Deswegen heute etwas mehr.
Die "Saure-Gurken-Saison" für die Medien könnte in diesem Sommer jedoch ins Wasser fallen, denn es gäbe mehr zu berichten, als in eine Tageszeitung oder in eine Nachrichtensendung paßte, wenn man sich der wirklich wichtigen Themen einmal annähme. Beispielsweise könnten kritische Journalisten mit der merkwürdigen Wahl eines gewissen Herrn Juncker im Windschatten der WM-Finale und dem Verstummen des britischen Premiers in den letzten Tagen gutes Zeilengeld verdienen. Für den Bereich Kirche könnte man sich mit dem Übergriff von 60 Moslems auf Kloster in Dhaka (Bangladesch) und den dort vergewaltigten Nonnen beschäftigen. Damit wäre man den wirklich schlimmen Problemen der Weltkirche sicherlich näher, als wenn die ewiggreinenden Pfarrheimaktivistinnen nach Kardinal Woelki befragt werden.
Auch interessant:
Warum gängelt Franz I. die Franziskaner der Immakulata?
Warum wird eine Diözese in Paraguay visitiert, die durch den Ordo originis erblüht und im Gegensatz zu anderen Bistümern viele Seminaristen hat? Wären da nicht mal andere zu visitieren? Das wäre doch mal eine echt kritische Reportage, bei dem der Nimbus des "Papstes der Perlen" mal ein paar dunkle Flecken bekommen könnte.
Oder die neuesten Kuriositäten des NSU-Prozesses!
Warum entläßt Frau Zschäpe ihre Pflichtverteidiger?
Es gibt soviele Ungereimtheiten. Die Akten sind im Netz! Das geht kostengünstig vom heimischen Schreibtisch!
Aber diese Eisen sind dann doch etwas zu heiß!
Stattdessen werden Berichte über das Wiederaufnahmeverfahren um Gustl Mollath abgedruckt, die die inhaltlich den Eindruck erwecken, als wenn sie von einem Kind mit einer stumpfen Bastelschere bearbeitet worden. Denn am Schluß steht nicht nicht die erwiesene Entlastung des Angeklagten, weil nur die emotionstriefende Aussage der Freundin übriggeblieben ist, in der G.M. angeblich ganz böse geschaut hat. Daß die Zeugin damit der Aussage aus dem ersten Prozess widersprochen hat, bei der G.M. gar nicht anwesend war, Richter und Staatsanwalt sie für unglaubwürdig halten, fehlt. Schnippschnapp! Der Arzt habe noch einmal von den Mißhandlungsspuren berichtet. Richtig! Was fehlt: Er hat aber die angeblich Mißhandelte nie mit den Verletzungsmalen gesehen. Ein telefonisch bestelltes Gefälligkeitsgutachten! Bastelschere, Unfähigkeit oder Absicht?
Prawda-Methoden in einem Provinzblättle!

Ein anderes Thema, das mich als nur bedingt fußballaffinen Menschen trotzdem wurmt:
Die WM und der überwältigende Sieg, ja der Triumph der deutschen Nationalelf und die vaterlandslosen Gesellen in den Medien!
Als die Nationalmannschaft Brasilien pulverisierte, da hat es Claus Kleber wie kein anderer verstanden, den Glückstaumel der Nation durch Betroffenheitsgesülze über Raketeneinschläge im Nahen Osten zu beenden. Wer nicht im Keller war, um "frische Granaten" für die zweite Halbzeit zu holen oder die hauseigenen Wasserspiele aufsuchte, bekam nach dem Gejammere über die armen Palästinenser noch eine eilig zusammengezimmerte Reportage über ein absolutes "Nonevent": die Liveschaltung vor das Stadion. Einige Brasilianer verliessen nach der schlaffen Halbzeit die Tribünen. Man fürchte um Ausschreitungen durch enttäuschte Fans. Es lägen aber noch keine Berichte vor.
Bloß nicht freuen lassen! Schlechtes Gewissen machen! Wenn da jetzt was kaputtgeht, sind Löw und Kollegen dafür verantwortlich: "Böse, frech siegende Nationalelf!" sollte das wohl im Subtext heißen!
Um mich herum verfinsterten sich die Gesichter. Wo war ich? Wie in den schlechten Dr. Marbuse Filmen verfiel die vorhin noch fröhlich jubelnde Truppe um mich herum in Betroffenheitstrance. (Ich habe nur einen  Herrn und Gebieter Claus Kleber!)
Als ich mich dann über diesen plumpen Versuch einer Gehirnwäsche echauffierte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Die armen Brasilianer! So viele Tore! Das sei doch übertrieben und demütigend. Und dann die armen Menschen im Nahen Osten! Und überhaupt sei ich mal wieder überkritisch. Was ich denn dem 2df unterstellte!
Weinende Kinder im Stadion.
Fassunglose Greise.
Verheulte Frauen.
Deutsche Fans?
Fehlanzeige!
Hatte Guido Knopp die Bildregie übernommen?
Auf einer Familienfeier "zwischen den Feiertagen" wagte ich es doch, mich bei Tisch über das Ergebnis zu freuen. Die älteren Herren verhielten sich nach dem Diktum Karl Valentins: "Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut." Betretene Gesichter und unterkühltes Schweigen auf den Rängen der versammelten StudienrätInnen. Themenwechsel.
Ja und nun ist die deutsche Nationelf auch noch Weltmeister geworden und die Jungs erlauben sich auch noch harmlose Scherzchen auf der Fanmeile in Berlin.
Wie gut, daß es in Deutschland Zeitungen und Magazine gibt, die hinter jedem harmlos daherkommenden Scherz die Ansätze eines drohenden neuen "Unternehmens Barbarossa" erkennen und warnend ihre Stimme erheben. Die Zeigefinger der Bundesgouvernanten gingen in die Höhe!
Wer siegt und  "à la Gaucho" tanzt, ist schon fast ein menschenverachtender Herrenmensch!
Liebe Leser, ich kann es nicht mehr haben!
Dieser Zwang zum Skandal, dieser krankhaften Zwang, jedem aber auch wirklich jedem Menschen irgendein Bonbon ans Revers heften zu wollen. Und was mich am meisten aufregt ist die Tatsache, wie sehr sich die breite Öffentlichkeit von diesem Zwang einschränken läßt. Was ich meine? Ganz einfach:
Die Jungs haben verdient den Pokal gewonnen! Sie haben das Recht, zu feiern! Wir sollten uns mit ihnen freuen und sie gehörig feiern! Und was ist denn da eine Entgleisung oder gar ein xy-Gate? Über die sängerischen und tänzerischen Begabungen innerhalb der Nationaelf kann man durchaus geteilter Meinung sein. Normalerweise tut das aber der guten Stimmung keinen Abbruch. Da wird mitgejohlt, weil es Spaß macht. In Berlin merkte man doch deutlich eine Schockstarre, dieses "Darf man das überhaupt noch so machen?" Die Umerziehung zum schuldbewußten, kuschenden Untertanen der Meinungsmacher ist erfolgreich!
Was ich damit meine? Kleiner Selbsttest:
Mancher wird sich vielleicht an einigen Wendungen im Text gestoßen haben. Ich meine den Einstieg in die WM-Passage. Das dort verwendete Vokabular (überwältigender Sieg, pulverisieren etc.) war bis vor einigen Jahren durchaus geläufig. Wer sich Reportagen aus den 1970er und 80er mal anhört, der wird den Unterschied merken. Wer nicht zu Deutschland hielt, der war halt ein vaterlandsloser Geselle und im Ruhrgebiet holte man "volle Granaten" aus dem Keller und keine Designerbrause aus dem Cooler. Son Schischischei... gabet dammals noch gar nich!
Leute, dat is kein barrierefreies Plätzchenbacken!
Dat is FUUSSBALL! KEERNOMA!
Das war mal normal und stellte keine Untergrabung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dar.
Ein Bonmot eines großväterlichen Nachbarn.: "Weiber gehörn nich auffen Platz! Die sollen schön Eiskunstlauf gucken!"
Und? Haben Sie gezuckt? Haben Sie sich die Sanktionen ihres Arbeitgebers ausgerechnet, wenn der Satz in der Kantine oder bei 1,6 Promille auf nem Betriebsfest gefallen wäre?
Oder denken Sie an Brüderle, sie wissen schon, Bluse und so.
Leute das sind Luxusprobleme von Leuten, denen es offensichtlich zu gut geht oder die Langeweile haben!
Und wer sich über Fußball wirklich aufregen will, der sollte sich mal die Verrohung der Spiele in den Amateurligen ansehen. Da trauen sich die Schiris manchmal nicht mehr ihren Job zu machen, weil ihnen nicht nur Prügel angedroht wird. Wer spielt denn da noch mit, wenn die ganzen Testosteronimporte auf Plätzen und Tribünen ein Spielfeld nicht von einem Schlachtfeld zu unterscheiden wissen. Ich kenne einige, die deswegen aufgehört haben.

Und noch eines kann ich überhaupt nicht mehr haben:
Die ständige Instrumentalisierung verfolgter, gefolterter und ermorderter Menschen aus Vergangenheit oder Gegenwart zur Erreichung gesellschaftlicher oder politischer Ziele!
Aber es wackeln seit geraumer Zeit scheinbar festgefügte Weltsichten!
Die angebliche Alleinschuld S.M.d. Kaisers am Ausbruch des Ersten Weltkrieges erweist sich als nicht haltbarer Konstrukt der Alliierten. Die aktuelle Geschichtsforschung entwirft aufgrund der Aktenlage und nicht aufgrund ideologisch bestimmten Wunschdenkens ein anderes Bild. Da steht einiges auf dem Spiel, wenn die Leute anfingen zu lesen und auch noch Schlüsse zögen.
Ich habe im Urlaub angefangen "Die Schlafwandler" zu lesen. Das dieses Buch überhaupt in deutscher Übersetzung zu haben ist, muß ein Fehler im System sein. Anders gesagt, wenn die Herrschaften wirklich an der Wahrheit interessiert wären, dann wäre es im Jahre 2014 eigentlich an der Zeit, S.M. Kaiser Wilhelm II.  zu rehabilitierens und die k.u.k. Majestäten Franz Josef I. und  den seligen Karl I. gleich mit!
Das setzte jedoch Mut zur Wahrheit und innere Größe voraus, Haltung und Vertrauen in die eigene Bevölkerung!
Tja, wir Deutschen sollen halt wie die Gauchos gehen.

Um das Maß jetzt richtig voll zu machen, möchte ich zum guten Schluß einen ebenso ungenannten alten Freund zitieren. Wir waren vor Jahren zu einer Priesterweihe in einer ungenannten Domstadt am Rhein.
Nach Ende der Feierlichkeiten verabsäumten es einige Damen nicht, sich über diesen Männerverein etc. lästerlich und hämisch zu äußern, wie das so die Reformfrau gerne tut, besonders wenn sie geweihte Gefässe in Hörweite wissen. Die Lautstärke angeschlagene Lautstärke ließ ein freundliches Überhören nicht zu. Es war kurz nachdem JP II dieses Schreiben, nicht wahr ...
Da sagt dieser Freund laut und vernehmlich (übrigens bei diesem Anlaß ganz standesgemäß in Soutane): "Weißt du, warum so viele Frauen ein Problem mit der Priesterweihe haben? Das ist ganz einfach! Die wissen ganz genau: Es ist vollkommen egal, ob der Bischof nem Klafter Holz, nem Sack Reis oder ner Frau die Hände auflegt: Es passiert nichts!"
Viel Feind, viel Ehr!
Ein schönes Wochenende und einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen,

Laurentius