Freitag, 4. April 2014

Wochenschau 14. KW

Angetreten zum Nachtreten:
Beim Kreuzknappen sind zwei Posts erschienen, die noch einmal ein trübes Licht auf die Scheinaffaire Limburg und ihre Nachwehen werfen. Da gibt es den Artikel zu einer Veröffentlichung eines Andreas Püttmann, der nicht nur zum "Mord am toten Mann" aufruft. Er -so muß man es wohl nennen- rechnet auch mit allen Ultrakatholiken ab, die dem Vertriebenen auch noch in "Nibelungentreue" anhängen. Daneben redet der notorische Stadtdekan aus Frankfurt am Main in der FAZ über ein Ende der Amtskirche.
In den Kommentarbereichen zu den Artikeln ist eine nicht minder merkwürdige Diskussion über konservative Lager, Gruppen angebliche Unterdrückung mißliebiger Kommentare durch Ultrablogger etc.
Lassen wir diese Mutmaßungen einmal beiseite, so kommen mir folgende Fragen und Sätze in den Sinn:

1. Wo hat Christus in diesem Falle gesiegt?
Ich habe nun viel vom angeblich verdienten Niedergang eines angeblich Ungeliebten gelesen und vom Sieg Einiger über ein paar Andere oder  überkommene Strukturen. Das Vokabular ist einer Kriegsrhetorik entlehnt, wie man sie aus Bundesligareportagen, Parlamentsdebatten oder Kriegsberichten aus den Zeiten des Volksempfängers kennt. Es gibt Sieger und Besiegte.
Aber wofür? Für Christus? Zur höhreren Ehre Gottes? Für seine Kirche? Für die Verbreitung des Glaubens?
Ich erkenne in dieser Schlachterei weder die Normen der Haager Landkriegsordnung eingehalten noch  die Regeln christlicher Zurechtweisung verwirklicht.
Wenn jemand sich und seinen Weg verfehlt, so soll man ihm in aller Liebe aber durchaus klar und unmißverständlich auf die Fehler hinweisen und auch deren Korrektur anmahnen. So habe ich nach meinen unmaßgeblichen Bibel- und Katechismuslektüren den Umgang mit "Abweichlern" nach "christlichen Standards" verstanden. Das kann ich hier beim besten Willen nicht erkennen.


2. Bau auf, bau auf, ... für eine bess're Zukunft ...

Die Methoden für den Aufbau einer angeblich "bess'ren Zukunft" unterscheiden sich sehr von den probaten Mitteln der Vergangenheit, wie sie von John Henry Newman, Clemens August Graf von Galen, Willibrord, Benedikt von Nursia oder Fulton Sheen angewendet wurden. Sie erinner mich zu sehr an andere Systeme, die beim Aufbau ihrer Zukunft nicht vor der physischen oder psychischen Vernichtung zurückschreckten.

3. Fairplay
Rein zwischenmenschlich betrachtet bewegen sich die Äußerungen in der Mitte der Gesellschaft. Ich hätte auch schreiben können:
Es ist eines Ehrenmannes nicht würdig.
Es ist eines Mannes der Kirche unwürdig.
Es ist eines Sproßes aus altem deutschen Adel nicht anheischig.
Ein Gentleman tut so etwas nicht.
Paßt irgendwie alles nicht! Es ist aus der Zeit
Das ist alles nicht mehr zeitgemäß, nicht wahr?
Stimmt.
Aber dieses "in den Keller schreiben" und "in die Gosse treten" hat mit berechtigter Kritikäußerung genauso viel zu tun wie das allwochenendliche Komasaufen hiesiger Jugendlicher mit dem Genuß des ersten Schluckes gut gekühlten Weißweines nach dem Ende der Fastenzeit in fröhlicher Runde.
 
4. Mitleid, Gebet, Umkehr
Drei Leerstellen in diesem Trubel.
Stattdessen melden sich noch andere Bischöfe der Äppelwoi-Schiene zum Nachtreten.
Am Ende soll der Getretene nun auch noch um sich geschlagen haben und ... Ach,  es ist nur noch peinlich.
5. "Ich kenne keine Parteien mehr! Ich kenne nur noch Deutsche!" (angeblich S.M. Wilhelm II.)
Auch dieses Zitat scheint zunächst "unzeitgemäß". Was ich damit andeuten will, ist Folgendes:
Ich habe niemals an eine Kirche geglaubt, die sich in Anteile eines Tortendiagramms aufteilen ließe. Denn selbst wenn sich die momentan auf Erden weilenden Christen so einordnen ließen, was ist mit denen, die uns vorausgegangen sind und mit denen, die nach uns kommen werden. 
Seit wann gibt es in der Kirche Parteien wie in einem Parlament, denen man sich anschließen kann, mit einer Art "Fraktionszwang". Weder Progressive noch Reaktionäre, weder rechts noch links sind Kategorien der Kirche. Es ist viel einfacher. Es ist das schlichte Verhältnis eines jeden Einzelnen zu Christus, Maria, zur Tradition und zur Lehre der Kirche. Ich mag vielleicht kein inniges Verhältnis zu Hemma von Gurk oder zum Seligen Bruder Klaus haben. Damit gehöre ich aber keiner Partei an, nur weil ich mich noch nicht intensiv mit ihrer beider Leben beschäftigt habe. Ich gehöre auch keiner Partei an, wenn ich das Filioque oder die Jungfrauengeburt als zu glauben annehme und gegen die Anwürfe zeitgenössischer Kritiker verteidige. Ich bin und bleibe in einem solche Falle schlicht und einfach katholisch. Ob der Kritiker in dem einen Fall nun ein Orthodoxer sein mag oder ein Atheist. Er mag alles andere sein, aber katholisch kann er es nicht nennen.
Punktum! Wenn ich damit ein Kreuzritter, Dunkelmann, oder Ultra bin, bitte.
Ja von mir aus auch Leffi, Reaktionär. Ja und Monarchist bin ich auch noch. Na klar! Gerne doch! Habe ich was vergessen?
Ja!
Eines bitte nicht:  Papist! Alles, aber nicht Papist!
Ich habe mein Gehirn nicht im Wachlokal der Schweizer Garde deponiert!
Soviel Trennschärfe bitte ich mir dann schon aus!
Zurück zum Thema mit einer Plattitüde: Nen bisgen schwanger gibbet nich! Ein bisgen katholisch is aunich!
Jetzt kommt mir bitte nicht mit den Konziltexten und den Ansätzen. Ich kenne sie alle. Aber diese Ansätze gilt es ja zur  Entfaltung, zur Vollendung zu bringen, nicht wahr? Es geht um Vertiefung des Glaubens, die Nähe zur Botschaft Christi, das Eintauchen in die Tradition und das Entdecken der Fülle.
Nicht mein Wunschtraum ist das Maß, sondern Dein Wille geschehe.
Mit zwei Zeilen des St. Thomas von Aquin:
"Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester laß die Hoffnung, treu die Liebe sein."


Zum Abschluß noch einmal ein paar Artikel, die eine andere Sicht als FAZ, taz, Neues Südland, Spügel oder Bims BamS Bums ermöglichen.
Dann muß auch mal gut sein mit Limburg!

6. Sonstige Skandale der Woche:
Ein türkischstämmiger Deutscher äußert sich lautstark und ruppig zur durchgeknallten Situation unserer deutschen Gesellschaft, und zwar aus Liebe zu diesem Land. Man muß den Ton nicht mögen.
Die Situation ist aber etwas ddr-tesk:
Buchhändler legen seine Bücher nicht in die Auslagen. Ist noch nicht mal als Bückware zu haben.
Das Fernsehen macht ein paar dumme Fehler, die auffallen.
Hier sei zur Zensur ein aktuelles Beispiel aus dem Mittagsmagazin des DFF2 äh ZDF verlinkt.

Über die auch sonst nicht zimperliche Wortwahl eines ehemaligen intellektuellenVorzeigemediums zum gleichen Fall.

So sieht es aus, werte Leser, in diesem unseren Lande!

Allen geneigten, weniger geneigten und ungeneigten Lesern wünsche ich ein gutes Wochenende und einen gesegneten Sonntag!


Vatikan-Magazin zum Verrat.
Ein älterer Artikel zum angeblichen Geprotze.
Und hier noch einmal nüchterne Zahlen von Architekten.

Dienstag, 1. April 2014

Aprilscherz

Ein Steinmetzbetrieb aus Rheinhessen hat in der vergangenen Woche eine erste Materiallieferung für die Wiedererrichtung des Petrusaltares sehr ordentlich im Hochchor des Aachener Domes aufgeschichtet. Doch die Firma war zu ordentlich vorgegangen, wie der Senior der Firma Otto N. feststellen mußte. Als dieser sich am Samstag noch einmal das angelieferte Material auf mögliche Transportschäden anschauen wollte, geriet er in eine Pressekonferenz, bei der das "fertige Werk" der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Als der Steinmetz auf den Fehler hinweisen wollte, wurde er des Domes verwiesen. Meister Otto N. weiß nun nicht, was er mit den noch nicht gelieferten Steinplatten machen soll. "Nun haben wir über zwei Jahre alles nach gotischen Vorlagen gearbeitet und nun das!" Hier droht ein waschechter Skandal!  Das Bistum war heute zu keiner Stellungnahme bereit. "Die Luft wird sehr dünn für den Bischof!" sagte Meister N. Erst Limburg und nun Aachen? Sehen Sie selbst!