Freitag, 10. Januar 2014

Lehrfilm in Sachen Demokratie

Dienstag, 7. Januar 2014

Buchhaltermentalitäten

Ich gebe es gerne zu: Ich bin Nostalgiker! So ziehe ich den Charme eines etwas angestaubten Kaffeehauses der Modernität eines Pappbecherausschankes vor. Zu hektisch und es schmeckt mir nicht. Außerdem: Wenn man keine Ruhe für den Kaffee hat, sollte man es sowieso lassen. Es ist nicht gut für die Magenschleimhaut!
Dasselbe gilt auch für das Fernsehen: gezielter Genuß vor dösigem Dauerkonsum!
So gehen mir auch die ach so modernen Psychokrimis auf den Wecker, in denen halbtraumatisierte Ermittler auf Flachdächern rumheulen. Da lobe ich mir doch einen stänkernden Stöver (alias Manfred Krug) oder Schimi!
Ich liebe aber auch die ganz alten Fernsehserien, allen voran die Mutter aller Serien, die Hesselbachs! Da gibt es noch echte Charakterköpfe, da werden relevante Themen behandelt, mit viel Temperament aber auch Verstand. Bei aller Unterhaltung: Die Folgen sind philosophische Kleinode, bestes Bildungsfernsehen.
In dieser Serie gibt es einen Mitarbeiter der Firma, den Buchhalter Münzenberger, unnachahmlich gespielt vom Stuttgarter Schauspieler Max Strecker. Er zieht alle Register, um Geld zu sparen, rechnet alles bis auf x Stellen hinter dem Komma hoch, immer korrekt, pünktlich. Er ist der ideale Buchhalter! Aber er ist auch als Privatmann Buchhalter, so geizig, daß es einen graust. In zwei Folgen werden ihm "weiterführende Kompetenzen" überlassen, einmal beim Metallsammeln und einmal auf Ebene der Geschäftsführung. Kaum ist er ""im Amt", geht auch schon alles schief. Er pocht auf seine Kompetenz und läßt keinerlei Einsprüche zu. Alles wird durchgeregelt, alles im Sinne der möglichen Ersparnisse. Die notwendigen Handlungsspielräume werden den buchhalterischen Erfordernissen geopfert. Mit seinen Plänen für Materialeinsparung (übrigens ein erster Verriß über Recycling, bevor das Wort erfunden wurde) und bei einem kurzen Ausflug auf den Stuhl des Prokuristen der Firma bringt er die Verlagsdruckerei an den Rand des Ruins.Es sind höchst unterhaltsame Lehrstücke in Betriebswirtschaft. Wer buchhalternd eine Firma lenkt, wird bald keine Bücher mehr zum Halten haben! Neue oder andere Aufgaben erfordern andere Blickwinkel.



Seit Monaten nun ist in einer anderen uns wohlbekannten "Firma" auch ein neuer Prokurist ans Ruder gekommen. Aus einer fernen Filiale kommend, bringt er nun seine Sicht aus der langjährigen Praxis mit. Mit Blick auf seine Erfahrungen baut er nun die Zentrale um. So wie er anscheinend die Filiale geleitet hatte, so regiert er nun die Gesamtfirma. Dabei wird nun alles das geändert und beendet, was ihn anscheinend schon lange gestört hat, er aber vorher nicht ändern konnte. Er kommt aus einer Filiale, der es an vielen Dingen ermangelte. Deswegen meint er nun zu wissen, was die Firma wirklich braucht. Es werden zig Baustellen auf einmal eröffnet.
System? Unbekannt!
Ziel? Unbekannt!
Begründung? Hano, ich bin hier der Chef! Das Betriebsfescht isch vorbei! Schaffe, schaffe!
Lob: So weit kommts noch! "Pflicht tun" ist angesagt!
Und der Rest? "Mäckinzieh" wirds scho mache!
Wer jetzt jubelt, hat nicht verstanden, was blüht: Tristesse, verordnete Freudlosigkeit. Der Abglanz der kommenden Welt hat der erbaulichen Schönheit eine Aktenschrankes zu weichen.
Adieu "Knopflochentzündung"!
Bonjour "Ärmelschoner"!

UPDATE: Im Beiboot gibt es einen nettes Filmsche von den Hesselbachs! ;-)




Montag, 6. Januar 2014

Weihnachtsrückschau

Ich hoffe, daß alle Blogleser auf ein gesegnetes Weihnachtsfest 2013 zurückschauen können und gut ins Jahr 2014 gekommen sind.
Ich habe mich beim Blick in die Fernsehzeitung mal wieder gewundert, was alles so von den Sendern als "weihnachtsfähiges Programm" angesehen wurde.
Einen nostalgischen Blick in das Programm von vor 30 Jahren, als es noch keine "Privaten" gab, findet sich auf der verlinkten Seite:
Neben Werner Höfers "Internationaler Frühschoppen" als wöchentliche Journalisten Suff- und Qualmbude sticht nur der "Tanz in der Kathedrale" als einigermaßen unpassend aus dem Programm heraus.
Neben der Augsburger Puppenkiste, "Urbi et orbi" ein legendärer Vierteiler (hat nichts mit nem Scharfrichter zu tun"), Serienstart der "Drombuschs", klassische Musik, Literaturverfilmungen, Gottesdienste und Wohltätigkeitskonzerte. War das alles wunderbar betulich! Heute nennt man sowas quotenkillendes Bildungsfernsehen.
Gute alte BRD!