Montag, 13. Oktober 2014

Bill Bo und seine Kumpane

Die Meldungen über die in Rom tagende Bischofssynode sind ebenso so befremdlich wie zu erwarten gewesen. Einem Josef Filser folgend, waren die "schwachen Katholiken" leicht und schnell ausgemacht. Diesmal waren es aber nicht die "Lehrer und Apotheker", sondern es sind die bekannten Wortführer deutscher Zunge.
Auch die Darstellung der Synode durch die Organe der vatikanischen Öffentlichkeitsarbeit war keine besondere Überraschung.
Eher ungewöhnlich ist da schon die Position, die der Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Card. Müller, in den letzten Tagen einnimmt. Er wehrt sich gegen die einseitige Medienarbeit durch Pater Lombardi, SJ (sic!), fordert Transparenz und widerspricht der von Card. Kasper und Konsorten vertretenen und offensichtlich von Seiner Heiligkeit, Franz I., gewünschten Linie, weil sie im offbar nicht mit der Tradition der Kirche übereinzustimmen scheint.
Wertvolle Infos (wie so häufig) bei "katholisches.info".
Über weitere Merkwürdigkeiten wie ein obskures "Beraterpaar" berichtet "Katholik und Welt".
Es lohnt sich, dem Link zu folgen und auf "Lifesite" das Interview mit S. Em. Raymond Card. Burke zu lesen.
Ein anderer Bischof, der ebenfalls von S. Heiligkeit Franz I. geschasst worden ist, bekennt sich ebenfalls unmißverständlich zur Lehre der Kirche, Bischof Rogerio Ricardo Livieres Plano von Ciudad del Este, was im nun auch noch eine Distanzierung des Opus Dei eingebracht hat.
Das Werk steht anscheinend (wie immer) voll hinter dem Papst!
So frage ich mich denn selbst:
Und wo stehst du, Laurentius?
Ich sehe für mich nicht die Möglichkeit, gleichzeitig voll zu sein und aufrecht stehen zu können. Bei nüchterner Betrachtung kirchlicher Lehre und Tradition zu Ehe und Familie kann ich, soweit ich diese durch die Katechismen und Denzinger ermittelt habe, nicht zu jenen Ergebnissen kommen, die Card. Kasper und Co als "Weg der Barmherzigkeit" vorstellen.
Ist es Barmherzigkeit? Ist es nicht eher ein Einknicken vor der Kritikunfähigkeit der Zeitgenossen, die nur sich selbst als normgebend akzeptieren, ein Einknicken vor dem Unwillen Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu tragen? Ist es nicht ein Einknicken vor den Nörglern, die seit Jahrzehnten über den Begriff der "Gemeinschaft" die Eucharistie zu einer Gemeindeveranstaltung degradiert haben, bei der jeder ein Anrecht auf einen (Entschuldigung!) gesegneten Keks hat?
Ist es gesellschaftliche Liebedienerei?
Ist es Angst vor den Aggressoren aus den eigenen Reihen oder der Gender-, Femi- und Sonstwas-istInnen?
Ist es schlichtweg die geistliche Verwahrlosung unserer Kirche, die nun auch in der "OHL" angekommen ist?

Tja, und wo bittschön ist die neue Barmherzigkeit gegenüber den Freunden der "katholischen Folklore", um einmal eine frühe Franziskusperle aufzugreifen?
Da fehlt dann leider der Anschluß an die Lebenswirklichkeit, nicht wahr? Erinnert das dann nicht eher an den Umgang mit ungeliebten Altkadern in guten alten Ostblock, eine Art Räubersynode?

Wenn unsere Herren so weitermachen wie bisher, dann wird diese Kirche den Weg allen Lutherischen gehen, den Weg in die Bedeutungslosigkeit, zu einer Art Cateringunternehmen in Sachen Sinnstiftung an Lebenswenden, neben Jugendweihe, Hiphop für Angestellte und Bestattungen im Heißluftballon.
So lustig das auch klingen mag:
Es geht hier um die Wurscht!
Es geht um die Sakramente und um die 10 Gebote, meine Herrschaften.
Es geht um das Seelenheil, liebe Freunde.

Und so wird man dem Ernst der Sache Ehe nicht gerecht.
Und wenn man nun alles über den Haufen werfen will, was Jahrtausende galt, ja wird man dann glaubwürdiger oder wird es als Schwäche als Zusammenbruch vor dem Zeitgeist verstanden werden, als Kapitulation eines ohnehin schlappen Vereins?
Wie sagte schon Konrad Adenauer: "Machen sie sich erst einmal richtig unbeliebt. Dann werden sie auch ernstgenommen!"

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