Donnerstag, 15. Mai 2014

Wochenschau 20. KW


Es sind "goldene Einnerungen" an die Zeit bei der Bundeswehr. Die Mauer stand noch, wackelte aber schon gewaltig. Die BRD war noch ganz die Alte und beim Bund gab es noch keine Frauen. Und wenn sich mal jemand nicht wie ein echter Soldat (=Kerl) verhielt, dann bölkte irgendein Uffz entsprechende Kommentare. "Kerl oder Käthe, Müllermeierschulze?" oder "Wir machen hier Formaldienst, Gruberhuber! Das ist kein Tuntenball!"  So ein Satz hatte Folgen. Wer ihn sich einfing, hatte nicht nur die Lacher auf seiner Seite. Für solche Sätze hat sich mancher Uffz oder StUffz nach Dienstschluß zum Beweis des Gegenteils ein paar "eindrückliche Argumente" zeigen lassen müssen. Wenn heute ein Spieß einen solchen Ausspruch wagte, käme ein Gleichstellungsbeauftragter und diverse sog. "Minderheitenvertreter" würden zu Demos aufrufen. Er wäre wohl seine Schulterstücke los und seine soziale Vernichtung würde von den Medien befördert.
"Kerl oder Käthe?" eine Frage, die für manchen Zeitgenossen zu einer Zumutung ganz anderer Art geworden ist, weil er/sie/es sich nicht mehr entscheiden kann oder will. Da hilft es nach Aussage sogenanntes Expertes (?!) angeblich auch nicht mehr, wenn man sich bei den täglichen Verrichtungen im Bade einer Durchsicht des vorhandenen eigenen Materials unterzieht. Aber was sagt das Mehr oder Weniger in der einen oder anderen Region schon aus?
Bei den "Forschern" einer im Schlepptau anderer Pseudowissenschaften entstandenen Hypothesenerfindungsmaschinerie gilt dies alles nichts mehr. Beinahe täglich beglücken sie uns mit neuen Aufteilungen, die der Couch des Therapeuten bedürfen. Warum sie aber der bedingslosen Toleranz der Öffentlichkeit und den Applaus der Massen verdienen, will sich mir nicht erschließen.
Anders gesagt:
"Ein Baum ist ein Baum? Wie einfältig! Wissen sie, wie viele Buchen in ihrem tiefsten Inneren lieber eine Kohlrabi wären? Es gibt da Diversitätsstudien von skandinavischen Forschern, die eindeutig belegen, daß die Festlegung eines Baumes auf sein Buchesein ein rein gesellschaftlicher Konstrukt ist. Das Pflanz wird schon in der Baumschule in Rollenverständnisse gedrückt..."
Spätestens an dieser Stelle würde ich mir über die Wahl der Lektüre, die dumpfe Expertenhörigkeit oder den Geisteszustand dieser Person Gedanken machen.
Oder Sie läsen an einer Imbissbude folgendes Schild: "Heute frische Fischbrötchen (eigentlich Bratwurst)" Damit bin ich beim eigentlichen Thema. Es geht hier nicht um einen musikalischen Spaß oder um einen durchgeknallten "Paradiesvogel"! Es geht um die Wurst!

Augenschein und Tastsinn können in die Irre führen! Wenn ich etwas Unbekanntes einzuordnen versuche. Wenn ich in die Irre geführt werden soll. Es fehlt dann an einer Bezugsgröße für einen Vergleich, an Erfahrung oder der Glaube. Glaube? Die Frage liegt nach diesen Tagen und dem Aufruhr nahe.
Denn was ist dieses zum Vexierbild einer ästhetisch ohnehin fragwürdigen Herz-Jesu-Darstellung hochstilisierte Kunstwesen? Ist es Abbild einer angeblichen besseren gesellschaftlichen Zukunft? Ist er die begründete Hoffnung auf eine diskriminierungsfreie Welt?
Er ist nicht mehr und nicht weniger als der fleischgewordene Seelenzustand eines an Egozentrismus und Gottvergessenheit krankenden Kontinentes. Es fehlt an Maßstäben, Erfahrung und an Glauben, um das Offensichtliche zu sehen, zu fühlen und auch zu tun. Er und sein Erfolg sind ein Symptome für eine tödliche Krankheit der Kultur, die man gewöhnlich "Dekadenz" nennt, der Weg in den Untergang.
Und noch ein letzter Gedanke:
In einem Hymnus des Heiligen Thomas gibt es die Zeile "Visus, tactus, gustus in te fallitur..". Er beschreibt damit das Geheimnis der Gegenwart Christi in der Eucharistie. Er ist unseren Sinnen entzogen und schenkt sich uns doch hin.
Gottheit tief verborgen, betend nah ich Dir!
Adoro te devote.
Der Glaube wider den Anschein. Die Transubstantiationslehre, der Weg zum Heil.

Wer mehr und sicherlich klügeres lesen möchte, kann das in einem sehr lesenswerten Artikel bei der "Sezession im Netz" tun, den ich hiermit verlinke.

Gestern bei Anne Will:
Schaue ich sonst nicht, bin aber wegen des Themas hängen geblieben. Über die personelle Besetzung mit dem Brüsseler EU-Schulzen, Merwürdigkeiten aus Politik und Wirtschaft kann man trefflich streiten. Interessant waren die besprochenen Folgen, die aus den Freihandelsabkommen mit den USA erwachsen werden, wenn es dem zur Unterschrift kommt. So gibt es z.B. Klauseln (Investitionsschutz genannt) mit denen die staatliche Gerichtsbarkeiten durch bestellte Anwälte ersetzt werden sollen, die dann Strafen über die Länder verhängen dürfen, wenn sich Konzerne schlecht behandelt fühlen. Eine Regel, die mal zur Absicherung bei "Bananenrepubliken" ohne funktionierende Justiz gebastelt wurde, soll nun zu geltendem Recht erhoben werden. Wie bitte? Kanada hat schon eine solche Regressforderung bekommen, weil keine weiteren Genehmigungen für Schiefergasförderung (Fracking) zu bekommen sind.


Wer sich über diese Ermächtigungsgesetze für multinationale Konzerne informieren will, kann das über den Podcast der besagten Sendung tun oder über die einschlägigen Suchmaschinen.

Und sonst?
In Rom predigt Franz I. wieder über Barmherzigkeit und Fernstehendenpastoral. Diesmal hat er sich einer besonders entlegenen Form der Pastoral gewidmet, als er über Marsmännchen nachdachte. ...Perlen...
Nebenbei soll nun in diesem Jahr dann auch noch Paul VI. selig gesprochen werden. Das ist genau das, was unsere Kirche braucht!
Was die Kirche wirklich braucht, haben die Veranstalter gezeigt, die dem angekündigten Satanistentreiben in Harvard trotzten.
Eucharistische Prozession mit riesiger Beteiligung und Anbetung. (New Liturgical Movement hat die Bilder)
Danach haben sich nach dem Bericht beim Kreuzknappen in ein Hinterzimmer eines Chinarestaurant verzogen!

Meine Entdeckung der Woche:
Die Gedenkseite für Don Gregorius Hesse (+2006)
Ein kluger Kopf, ein Wiener Original mit einer gewissen Ähnlichkeit mit dem verehrten Gilbert (Santo subito!).

Ein Zitat von ihm, das zum römischen Kasperletheater um die Wiederverheirateten paßt:
"Durch das Nach­sinnen und Studium der Gläubigen komme ich höchstens dahinter, daß das sechste Gebot wider­lich ist und man es abschafft – darauf wollen sie übrigens hinaus, die Herren."

Ein gesegntes Wochenende wünscht Ihnen,
Laurentius



Kommentare:

Le Penseur hat gesagt…

Chapeau! Gute Stellungnahme, die ich auf meinem Blog mit Vergnügen zitiere — auch wenn ich nicht all Ihre Standpunkte teile (wie Sie wissen). Aber wie wir Schöni sei Dank wissen: Toleranz is wichtig ;-) ...

P.S.: mittlerweile beim 4. Mal der Eingabe: wußten sie, daß Ihre Sicherheitsabfrage ziemlich nervt?

ed hat gesagt…

Die DVD mit den Vorträgen von Hesse kann ich auch nur wärmstens empfehlen!
Hervorragender Redner und leider viel zu früh verstorben....