Dienstag, 6. Mai 2014

"Der Hammer Gottes" und andere Klöpper

Eins, zwei, drei im Sauseschritt sind schon wieder über vier Wochen ins Land gegangen. Liturgischer Dauerdienst zu den Hochtagen, familiäre Termine und das übliche Alltagsgeschäft lassen mal wieder wenig Zeit für Muße, oder gar fürs Schreiben. Aus Versatzstücken der letzten Wochen baut sich dieser Eintrag zusammen. Manches kommt nicht vor. Die alltäglichen "Schreckensmeldungen" haben  ihren vorgeblichen Schrecken verloren und die Sensation erweist sich aus der Retrospektive als Luftnummer.
So z.B. der Rücktritt eines Herrn Tänzlers vom Bundesvorsitz des bdkj. Nun ist er halt weg! Mein Blutdruck wird ihn und seine nun ausbleibenden Beiträge kaum vermissen. Eher stellt sich die Frage, in welchem Verband er denn nun seine Karriere als Berufskatholik nun fortsetzen wird. SKM, KAB, Caritas, Kolping? Vielleicht wird er auch als Vorreiter der Genderbewegung im Zuge der Geschlechtergerechtigkeit "Vorsitzendes" bei SKF, kfd, oder kfb? Wenn der EKD-Präses sich schon beim Frühstück von seiner Gattin davon überzeugen läßt, was für eine schlimme Männerkirche doch die EKD immer noch sei, dann kann er ja mal einen Vorstoß bei der kfd wagen.
Ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft!

Ein schwerer Schlag mit dem Hammer war hingegen für mich das, was die gute alte Tante BBC aus den brillanten Pater Brown Erzählungen des verehrten Gilbert Keith Chesterton gemacht hat. In einem seiner "Spartenkanäle" strahlt der "dff2" (vulgo "zdf") montags eine Serie aus dem Jahre 2012/13. Wer die Geschichten im Original kennt, sollte sich einmal der Belastung einer Folge dieser Serie aussetzen. Ich habe mir zwei davon angetan und war, gelinde gesagt, verwundert, wie man aus dem intelligenten und vierschrötigen katholischen Pater einen sanften und schüchternen Trottel machen kann. Während die literarische Vorlage sich nicht vor der Äußerung klarer katholischer Positionen drückt ("I often think that while we have the best church, you have the best churches.") geriert er hier als freundlich grienender Soutanenträger, der nur seinen Pfarrkindern manchmal etwas moralisch daherkommt. Dem im Sinne der bunten Vielfalt eingeknüpften unglücklichen Liebhabers (sic!) des Ermordeten, begegnet er auf angstfreier Augenhöhe, ohne ihm auch nur den Versuch einer moralischen Aufrüstung zukommen zu lassen. Pater Brown politisch sehr korrekt, anglikanerkonform homophil, kultursensibel. Und damit sich auch der Zeit gemäß denkende Katholiken nicht an irgendetwas stoßen, trägt Pater Brown ganz "nachkonziliar" kein Manipel zum Messgewand. Boing! Einen Toast auf den Requisiteur!

Ein weiterer Hammer ist die Außenpolitik unserer gewählten Regierung. Der Grundsatz des Fürsten Otto von Bismarck, der besagte, daß Russland ein gemütlicher Freund sei, ist leider schon lange vergessen, wenn man mal von Altkanzler Schröder absieht.
Die Kanzlerin hingegen, .... ja, wo ist sie eigentlich?
Die EU-Außenpolitik bedarf keines Kommentares. Da ist jedes Wort zu viel!
Und was tun amerikanische Schiffe da unten? Sie werden sicherlich nicht den Chor der russischen Schwarzmeerflotte verstärken wollen.
Und was machen da eigentlich unsere Jungs? Als OG a.D. dieser Truppe, die sich als sogenannte Bundeswehr damals noch der Landesverteidigung mehr schlecht als recht hingab, kann ich mich nur wundern, wo sich meine Kameraden alles so rumtreiben. Bei uns war der Dienstbezirk klar. Den Dienst versah man in der Kaserne (hinterm Schreibtisch). Wenn ein Befehl von oben kam, wurde der Dienst in den Wald oder auf den Truppenübungsplatz versehen. Eine Schießübung an der innerdeutschen Grenze aufgrund der Eigeninitiative der Mannschaftsdienstgrade konnte nicht einfach so unternommen werden. Urlaub bedurfte der Genehmigung und Reisen in den Osten waren auch nicht einfach ohne Voranmeldung möglich. Wer nicht zum Dienst erschien, wurde binnen einer Frist als "unerlaubt von der Truppe entfernt" gemeldet und von den Feldjägern eingesammelt. Also wozu ein Untersuchungsausschuß?
So etwas macht man nicht mal als Jux. Das kann nur befohlen werden, und zwar von ganz oben aus dem Ministerium! Und da die Richtlinienkompetenz ja bekanntlich beim Kanzler liegt, wird das nicht ohne das Wissen der Kanzlerin passiert sein, also Ursula und Angela fragen.
"Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preussen kämen", waren die Worte des bedrängten Duke of Wellington, der auf Hilfe hoffte. Und die Preussen kamen und gingen mit ihrem greisen Kommandeur Blücher entsprechend an die Sache heran. 
Und überhaupt: Was läßt sich ein deutscher Oberst als Geisel nehmen?
Peinlich das! Ein echter Hammer!

Das Gedenken an den Ausbruch des WK I. vollzieht sich in dröhnender Stille. 
Es gibt aufgrund der Quellenlage Vieles neu zu bedenken und zu bewerten, manches "säkulare Dogma" erweist sich als fatale Irrlehre. Hier könnte sich die wahre Freundschaft der Europäer in bisher ungeahnten Größe und Tiefe erweisen. Eine echte Versöhnung, in gemeinsamer Trauer auf den Schlachtfeldern. Aber es erfordert ein echtes Bekenntnis, Reue, den Willen zur Wiedergutmachung, Beichte nennt man das wohl... 
Doch dazu bedürfte es großen Mutes und großer Aufrichtigkeit. Es bedarf des Glaubens an die göttliche Gerechtigkeit und des Friedens, den man nur geschenkt bekommen kann. Ein in den Herzen der Menschen geeintes und versöhntes Europa, keines der Normen und Richtlinien...
Ich denke und bete momentan viel über diesen so fernen Krieg...

Einen anderen Hammer bescherte uns Papst Franz I.. Manchmal frage ich mich, ob ihn der Posten nicht so ganz ausfüllt. Vielleicht ist er auch einfach nur ein guter Zeitmanager, daß ihm noch Stunden für privatpastorale Telefonate in die alte Heimat bleiben. Göttliches Recht? Kirchenrecht? Katechismus? Egal!! ICH lade euch alle ein! Seht, meine Güte reicht so weit, so weit...
Und daneben ein weiter Hammer dieser Barmherzigkeit, Güte und Herzenswärme. Diesen bekam der greise, erkrankte und unter Hausarrest gesetzte Gründervater der Franziskaner der Immakulata in aller gebotenen Liebe auf den Tisch der Zelle geknallt. Der von Franz I. eingesetzte Kommissar Volpi hat Pater Stefano Maria Manelli untersagt, an seinem Geburtstag das Grab seiner Eltern zu besuchen und eine Messe im Mutterhaus des Ordens zu lesen.
Wenn ich nun diese beiden letzten kircheninternen Klöpper vergleiche und auf eine schlichte Formel bringen wollte, lautete sie wie folgt: Während einerseits Menschen, die sich nicht an die Gebote Gottes und der Kirche halten, vorbehaltlos und bedingungslos zum Altarsakrament zugelassen werden, wird ein frommer und guter Hirte wie ein Dissident im Ostblock eingesperrt. Frage: Sollten nicht die Sünder zur Buße und die Frommen zu weiteren Werken des Glaubens angeleitet werden?

Erbauliche Funde der letzten Wochen:
1. Vom hochverehrten Bundeskanzler Konrad Adenauer:
"Wer sich ärgert, büßt für die Sünden anderer Leute!"

2. Aus der Predigt des Seligen Clemens August vom 20. Juli 1941:
"Wir sind Amboß und nicht Hammer! Aber seht einmal zu in der Schmiede! Fragt den Schmiedemeister und laßt es euch von ihm sagen: Was auf dem Amboß geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur vom Hammer, sondern auch vom Amboß. Der Amboß kann nicht und braucht nicht zurückzuschlagen; er muß nur fest, nur hart sein. Wenn er hinreichend zäh, fest, hart ist, dann hält meistens der Amboß länger als der Hammer."







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