Freitag, 25. Oktober 2013

Ho ochlos

Die Geister, die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los!
Es wird seit Wochen Stimmung gemacht. Damit Einschaltquoten und Auflagenhöhen stimmen, wurde die niedrigsten Instinkte bedient und mit halbgaren Geschichten Neid, Mißgunst und Vergeltungslust geschürt.
Jetzt geht der Pöbel in aller Feigheit und Verworrenheit gegen die Familie des Bischofs los. Und jetzt, wo der feige Mob auf einmal anrollt, ist es wieder keiner gewesen. Die strafrechtlich verfolgbaren Ergebnisse der Berichterstattung wie Morddrohungen gegen die Familie, werden nun systematisch in den Keller geschrieben. Eine Übersicht bietet dankenswerter Weise Geistbraus an.
Wenn nun die erste, von einem autonomen Gutmenschen geworfene "Molli" in einem Haus im Niederrhein landet, der gegen das böse System kämpft, wird dann Herr Gauck auch zur Solidarität für die Opfer aufrufen?
Dieselben Medien, die so gerne mit "Hintergrundreportagen" über "menschliche Schicksale hinter großen Ereignissen" aufwarten, haben die auch nur eine Sekunde darüber nachgedacht, was sie mit ihren täglichen Tiraden dem Bischof als Person, seiner Familie, allen voran der greisen Mutter antun? Ach, ich bin ja bescheuert! So kommt man doch erst an die herzzerreissenden Schicksale, über die man dann im Nachhinein noch berichten kann!

Fakten oder die Würde der Person spielen ebenso keine Rolle mehr, wie die eigentlichen Themen, über die es berichten gälte: Koalitionskasperle, EU-Misere etc.
Warum ist Wowereit noch unbescholten in Amt und Würden?
Wir werden durch die Niedrigzinspolitik der EU schleichend enteignet? Und wo bleibt da die Sondersendung mit Jauch oder Plassberg? Schweigen im Walde! Aber auf den "altbösen Feind" drischt man unaufhörlich.
Der Umgang mit der Person des Bischofs in den Medien wirft ein derart schlechtes Licht auf Medien und Gesellschaft, daß ich mich ernsthaft frage, wo bitteschön der Unterschied zwischen der Kirchenhetze verflossener Jahrzehnte und untergangener Systeme und heute besteht. Der Unterschied besteht für mich 1. im Datum und 2. in einer geradezu beängstigenden Schwäche der Kirche, diesem Treiben mit Mut und Entschiedenheit entgegenzutreten.
Für manchen unserer lieben protestantischen Zeitgenossen fällt so etwas unter "gefährliche Medienschelte". Wenn Protestanten sich da wieder einmal systemkonform verhalten (siehe im Artikel angegebene Seite), so zeigt das nur, wie wenig sie aus der Geschichte gelernt haben.
Die Kirche ist gesellschaftlich seit Jahrzehnten auf dem Rückzug, vermutlich aus eigener Schwäche, wie sich nun immer mehr zeigt. Die Befreiung aus der "überkommenen Moral" hat jedoch nur eines gezeitigt, Morallosigkeit!
Der säkularisierte ochlos schreit nach der Vernichtung der Person bis hin zur damnatio memoriae, gnadenlos, obwohl sie - wie wir alle - selbst zutiefst der verzeihenden Gnade bedürfen. Es ist die lieblose Vezweckung des Anderen für die eigenen kurzfristigen "Erfolge". Skrupellose, traurige Gestalten, die offensichtlich zutiefst der zweckfreien Liebe bedürfen.
Es bleibt immer wieder die schlichte Frage zu stellen: Wie kann man nur so mit einem Menschen umgehen?
Wenn dieses Land und unsere Kirche eines braucht, dann sind das Beter!
Für mehr Mut und mehr Nächtenliebe!
Es ist Rosenkranzmonat...

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