Freitag, 27. September 2013

Wochenschau (16. Woche nach Pfingsten)

Wieder eine volle Woche und wieder gibt es nur eine Wochenschau.

Das Vaterland
hat seine Mutti wieder! Wenn man sog. Zeitzeugen befragt, die die Ära Adenauer erlebt haben, so verbinden die einen damit den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder, die anderen reden von "Jahren der Lähmung".
Wie immer diese Jahre nun wirklich gewesen sein mögen, an spießiger Langeweile könnten diese  Jahre der "Mutter der Nation" es mit den 1950er sicherlich aufnehmen. Wo früher der erste Kühlschrank oder die Fernsehtruhe die Menschen beglückte, sind es nun die "Heips" um neue Ei- oder Smartföner. Wie bekloppt muß man eigentlich sein, um vor irgendeinem Geschäft zu zelten, damit man zuerst einen Karton mit überteuertem Elektronikschrott bezahlen darf? Man schlägt sich beim Rennen in den (Ver-)Äppel-store, weil man ein Gerät haben will, mit dem man sich für Staat und Geheimdienste zum total überwachbaren Zombie macht und zwar freiwillig, selbständig und ohne einen Gedanken an die Folgen zu verschwenden. Und das ganze nur, um sich in "sozialen Netzwerken" noch besser, noch schneller, noch umfassender mit unwichtigen Mitteilungen von sogenannten Freunden zutexten lassen zu können. Stellen Sie sich nur einmal folgende Szene vor, die wir letztens erlebt haben: Sie sitzen in einer Eisdiele. Am Nebentisch sitzen vier Mädels im besten "Backfischalter" (auch so ein aussterbendes Wort) und sagen kein Wort. Die Eisbecher kommen an den Tisch, kredenzt von einem gutaussehenden Jungen, der sich wohl die Miete für sein Handy dort verdient und es passiert nichts! Weder der Junge noch die Eisbecher dringen in das Bewußtsein der jungen Damen! Da konnt er noch so lächeln wie er wollte und das Eis noch so groß sein. Sie waren alle damit beschäftigt, ihre Smartphones zu bedienen. An diesem Tisch sind keine drei ganzen Sätze gesprochen worden. Man zeigte sich gegenseitig die Displays und sagte so Sätze wie: "Cool" oder "Schick mir" oder "Geht nicht! Helf mal!" Aber wenn es nur die Backfische wären. Es werden ja immer mehr "Großjährige" abhängig von diesen Freizeitzerstörern. Während diese vernetztwerkten Egomanen wie die vergesteuerten Handlanger eines Doktor Marbuse mit hängenden Köpfen herumlaufen, an Haltstellen und Bahnhöfen und ihre multimediale Abhängigkeit dadurch in aller Öffentlichkeit zur Schau stellen, indem sie mit wenig vorteilhafter Mimik auf Displays starren, weil sie mit den Reflektionen der realen Welt kämpfen, geht das Land samt Europa den Bach runter.
In diesen Zeiten der Müllsortierung, Energiesparlampen, Billiglöhne und ständig steigender Steuern, in denen die ... ach was rege ich mich darüber überhaupt auf!
Das solchen Leuten nicht aufgeht, wie undemokratisch dieses Land mit dieser alternativlosen Kanzlerin und ihrer angeblich alternativlosen Politik mittlerweile ist, verwundert nicht. Solange die Spielzeuge funktionieren!
Liebe Leute: Beschwert euch hinterher nicht und erst recht nicht bei mir!
Ich habe ihr meine Stimme nicht gegeben!!!

Die Helden der Woche:
1. Joachim Card. Meisner
Nach wenig erfolgreichen Spielzeiten mit Stücken wie "Der Meineidbauer" "Großvater wird verkauft" und "Tratsch im Treppenhaus", ist es nun an der Zeit, sich der eigentlichen Aufgaben zu erinnern. Das hat nun der Kölner Erzbischof getan. Er sagte den Mitgliedern der DBK die längst überfälligen Sätze zum wenig vorbildlichen Umgang miteinander. Bravo!
Und jetzt noch weiter 50 Jahre frisch und munter im Amt! Ich hätte nie gedacht, daß ich mir das einmal wünschen würde! Das wäre ein Vorsitzender ...
2. Raymond Card. Burke
Er schließt eine us-amerikanisch Politikerin und Abtreibungsbefürworterin vom Empfang der Eucharistie aus. Wenn schon Franz I diese Themen nicht mehr groß besprechen möchte, handelt wenigstens sein Kurienkardinal entprechend klar und unmißverständlich.
So handelt und spricht ein Hirte!

Der Vollpfosten der Woche:
Er schafft es aber auch immer wieder, Ex-EB und Selbst-Stellvertreter Robert Zollitsch! Ich bin auch total betroffen! Aber so was von total!
Wenn das so weiter geht, werde ich wie weiland D. Th. Heck bei der "ZDF-hitparade" sagen müssen:
"Er ist jetzt schon dreimal dabei gewesen. Bitte nicht wiederwählen!"


Die gute alte Zeit:
1. Benedikt XVI.
Er schreibt einem vielschreibenden italiensichen Atheisten einen Brief, der nach Auszügen bei katholisches.info wieder einmal ein echter Ratzinger ist: klar, unmißverständlich, brillant!Er ist und bleibt in Hochform!
2. Reformgruppen
Auch sie sind wieder in Hochform, "wie dammals1974"!
Angeblich haben sich über 100 Gruppen schriftlich an den Bischof von Rom gewendet und Reformen verlangt. Man kann nur auf die entsprechende Tagesform des Empfängers hoffen.

Neologismus der Woche:
Als ich damit anfing, häufiger bei kath.net vorbeizuschauen, hieß der Heilige Vater gerade noch Johannes Paul II. Als dann Benedikt der XVI. gewählt worden war, las ich die Artikel sehr gerne, wenn mir auch damals schon mancher Artikel etwas grenzwertig erschien. Seitdem nun aber Franz I. da ist, wird es manchmal peinlich. Die Begeisterung erklimmt jede Woche neue Höhen. Ein Chrysostomos unserer Tage! Dem Loblied werden jede Woche neue Strophen hinzugefügt. Sie reihen sich aneinander wie die Strophen des längsten Weihnachtsliedes der Welt.(Vorsicht!!! Nichts für schwache Gemüter!) Wie Perlentaucher immer wieder neue Kostbarkeiten an die Oberfläche bringen und sie zu einer makellosen Kette zusammenfügen, so reihen sich die "Franziskus-Perlen" bei kath.net aneinander, die beinahe täglich von der Redaktion zu Tage gefördert werden.
"Franziskusperlen"
Ich kannte bis dato "echte Perlen", "falsche Perlen", "Zuchtperlen", "die Perle" als Bezeichnung für eine kurzfristige Lebensabschnittsgefährdung (weiblichen Geschlechtes), als Ersatzbegriff für die "gute Seele" in einem Haushalt, "Perle" als Teil des Markennamens bei "Sprudelwässern" (in den 1970er weit verbreitet) und davon wieder im Scherze abgeleitet als Bezeichung für Leitungswasser ("Rohrperle") sowie "Liebesperlen" als bunte Zuckerkügelchen auf vorweihnachtlichen Schokoplättchen. Und jetzt die "Franziskus-Perlen".
Mir selbst fehlt schon bei Perlenketten der Blick dafür, was denn nun eine Zuchtperle und was eine "echte Perle" ist. Und genauso ergeht es mir bei diesen neuen "Perlen" auch. Ich halte sie alle nicht für ganz echt, allein weil ich mir diese Anzahl echter Perlen nicht vorstellen kann. Der jubelnde Tonfall, der täglich Glanz, Form und Größe der Franziskus-Perlen preist, passt nicht zu den vorgehaltenen Waren in den Auslagen. Ja, mir fehlt der Sinn für die "schlichte Schönheit" dieser Perlen. Manchmal habe ich den Eindruck: JEDER Satz wird zur Perle erklärt und zwar qua Amt des Sprechers!
Hier gilt es m.E. zu unterscheiden, zwischen Amt und Person!
Hierzu ein Ausschnitt aus einem Kommentar´zu einem Artikel, der sich ebenfalls etwas kritisch mit den täglichen "Perlen" beschäftigt:
"Es ist das Amt was wir zu achten haben, nicht die Person, Stufe der kirchlichen Hierarchie ist nicht das Maß für persönliche Heiligkeit und theologische Exaktheit. Warum nur sind wir so blind. Das einzige was man aktuell wohl lernen muss, ist zu Unterscheiden, zwischen Amt und Person."
Man kann es sich nicht oft genug sagen!

Schönes Wochenende!


Kommentare:

sophophilo hat gesagt…

Anfangs hießen die Berichte über die täglichen päpstlichen Predigten noch "Franziskus-Pille"... hatte dann aber wohl einen zu pathologischen Beigeschmack.

Bzgl. der Schlaufons stimme ich dir voll zu, es ist schrecklich. Siehe dazu: http://www.youtube.com/watch?v=OINa46HeWg8

Stanislaus hat gesagt…

Hast Du etwa Deinen Wohnsitz im Wahlkreis von Frau Merkel?