Dienstag, 20. August 2013

Schlaflos in ...

Jeden Morgen, wenn ich neben den nichtssagenden Erzeugnissen der hiesigen Zeitungsmacher auch die ungezähmten "Klartextschreiber" im Weltnetz aufsuche, so frage ich mich am Ende des Frühstücks immer häufiger, in welchem Zustand dieses Land ist.
Die Bundestagswahl steht vor der Tür und der Wahlkampf tobt ... nicht!
Bis auf die saisonale Laternendekoration mit grinsenden Menschen oder wirklichkeitsverweigernden Spontisprüchen herrscht politische Nachtruhe! Derweil schleichen die Nachtwächter auf Zehenspitzen durch den Schlafsaal BRD und versuchen, möglichst unauffällig die nächste Runde zu beginnen. Nur Mutti hat zwischendurch leise geflüstert: "Keine Sorge! Ich mache weiter! Schön weiterschlafen!"
Damit das bis zum Montag nach der Wahl auch so bleibt, werden alle störenden Nebengeräusche ferngehalten. Es gibt keine lautstarken Kontroversen.
Die Kwalitätsmedien schirmen das Terrain um den Schlafsaal großräumig ab. Die taz zensuriert sich in guter sozialistischer Tradition selbst. Während sie beim sogenannten Mißbrauchsskandal in der Kirche mit Wut und Verve auf "das System Kirche" herumgedroschen hat, das solche Mißstände angeblich erst ermöglichte (Wir wissen, daß das genaue Gegenteil der Wahrheit entspricht!), breitet sie nun ihr dröhnendes Schweigen über jene Partei, die das so Verdammungswürdige in die allgemeine Legalität hieven wollte. Ich denke dann immer an den Berliner Künstler, der von einem deutschen Gericht für seine unverschämte Bezeichnung für die Kirche einen Freifahrschein bekommen hat. Was würde wohl passieren, wenn man "berechtigterweise" nun die Gutmenschenpartei auf ähnliche Weise adressierte? Oh,oh!!!

Was gibt es eigentlich momentan zur Eurokrise zu sagen?
Was zu sagen oder dringend zu fragen wäre, wird durch schlichtes Nichterwähnen (oder sollte man besser von Verschweigen sprechen?) abgeschaltet. Den Rest erledigen die "Selbstgesetzlichen" auf der Straße. So bleibt die Politik halt ohne Alternative.

Es wird eine Kirche abgefackelt. Wo bleibt die offensive Medienarbeit und das Großaufgebot der Polizei? Und was ist sonst noch passiert? Man wird es wohl kaum zu lesen bekommen. Damit die Buntheit nicht gefährdet wird, werden alle schwerwiegenden Betriebsstörungen in der fröhlichen Farbenfabrik heruntergespielt. Die Toten und Verletzten trägt man hinten raus.
Aber es gibt immer wieder kleine Pannen, bei denen sich dann Sachverhalte einfach nicht mehr verschweigen lassen. Diese werden dann in der örtliche Presse in Randmeldungen geschoben und geschickt abgetarnt.
In alter PRAWDA- oder nd-Manier wird dann berichtet, aber so, daß es kaum auffällt.
So haben zum Beispiel in Pforzheim Muslime in einer katholischen Kirche eine Messe unterbrochen, indem sie sich vor der Gemeinde aufgebaut haben und aus dem Koran vorlasen. Die Tatsache, daß die Friedensfreunde Koffer dabei hatten, wird dem Auftritt bestimmt einen besonderen Ausdruck verliehen  haben.
Damit diese Begebenheit nicht zum Anlaß für xxxxxx Gedankengut unnötige Sorgen wird, hat man die Geschichte in einen Artikel über Gottesdienststörungen im Allgemeinen verpackt, also alles, was es sonst so gibt: Stadtstreicher, Besoffene mit Hunden und Jungs mit Koffern und Koran.

Werte Leser, zum Ende des kurzen Artikels kommen die entscheidenden Zeilen so ganz nebenbei:
 "Der Staatsschutz ermittelt in einem Fall ganz anderer Dimension und sucht weitere Zeugen, die gleichlautende PZ-Informationen bestätigen können, wonach im Juli drei Moslems während eines Gottesdienstes in der Barfüßerkirche mit Koffern nach vorne traten und aus dem Koran predigten."

Hier gehts lang!

Ich denke an Heinrich Heine ...

1 Kommentar:

Le Penseur hat gesagt…

Chapeau! Touché! Ich verlinke ...