Montag, 12. August 2013

Robbi und die Sonntagsfrage

eine meiner schönen Erinnerungen an das Kinderfernsehen meiner Kindheit ist neben der "Augsburger Puppenkiste" natürlich "Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt". Wenn man an Spongebob und Genossen denkt, ist es ein sehr nostalgischer Blick zurück in eine gute, alte Zeit.
Gegen solche nostalgischen Verklärungen verwahrt sich dagegen ein anderer, uns allen sehr bekannter Robert und greift damit zu einem Mittel, das schon zu Zeiten des Fliewatüüts ein belächeltes Auslaufmodell war. Wie ein ostwestfälischer Dorfgeistlicher* der 1970er erklärt der Vorsitzende der DBK der Welt, wen man gefälligst nicht zu wählen habe. Wer jetzt aber meint, er hätte altväterlich der SPD, der Linken oder den Bündnisgrünen gemeint oder gar unerwartet mutig der C-Partei mal ein passende Worte mit auf den Weg gegeben, der hat sich gründlich geirrt.
Nein, er hat einer aufstrebenden konservativen Partei für unwählbar erklärt. Damit hat sich der Freiburger in den linksgrünen Mainstream der Ökorepublik Deutschland eingereiht, der die AfD gerne in eine radikal-rechte Ecke schiebt, in die sie nun wahrlich nicht gehört.
Das Wahlprogramm scheinen Monsignore ebensowenig gekannt zu haben, wie die personelle Besetzung dieser Partei, als er seine warnenden Sätze sagte, denen nur noch ein lobender Hinweis auf den angestrebten "Wätschi-Dei" fehlte.
Die Parteiführung hat prompt wie gekonnt reagiert und eine Antwort an den Erzbischof formuliert, die nicht nur die eigene Positionen verdeutlicht, sondern auch ein paar unbequeme Fragen an die Adresse Seiner Exzellenz und die DBK enthält. Die gepfefferte Anwort der Frau von Storch (geb. Herzogin von Oldenburg) ist eine Visitenkarte. Sie ist ein sehr guter Grund, sich mit der AfD näher zu beschäftigen.
Die wenig geglückte "Kanzelempfehlung" für eine gutmenschliche Entscheidung der demnächst anstehenden Sonntagsfrage könnte sich ins Gegenteil verkehren, falls wenn jemand überhaupt noch auf solche Ratschläge hören sollte. Zumindest hat er dieser, in den Kwallitätsmedien entweder stigmatisierten oder totgeschwiegenen Partei zu etwas Publizität verholfen. Deren Wahlhelfer und Plakatkleber werden übrigens mancherorts von "wahren Demokraten" tätlich angegriffen. Zu diesen bedenklichen Vorfällen und Zuständen wissen Exzellenz leider nichts Ermahnendes zu sagen. Es wäre vielleicht auch etwas zuviel verlangt von einem Bischof aus dem Muschterländle der Wutbürger.

Aber damit hat er uns allen zu einer besseren Basis bei der Abgabe unserer Stimme verholfen.

Danke, Monsignore!

Die Links zum Weiterlesen:
Seine Exzellenz bei kath.net
Die Antwort der Frau von Storch bei kath.net


* Damit will ich nichts, aber auch gar nichts gegen ostwestfälische Dorfgeistliche gesagt haben!!! 

1 Kommentar:

Arminius hat gesagt…

Auch und gerade für Bischöfe ist es empfehlenswert, eine gewisse Distanz zum herrschenden System zu wahren.

Gewiß, wenn man dazugehört, wird man zu bedeutenden Anlässen eingeladen und bewegt sich in der Nähe der Herrscher dieser Welt oder zumindest dieses Landes. Das schmeichelt und dem eigenen Ego schadet es auch nicht.

Doch schon ein einziges falsches Wort könnte die nächste Einladung gefährden. Oder gar den einen oder anderen Fürsten dieser Welt veranlassen, ein paar Folterinstrumente (z.B. Kirchensteuereinzug durch den Staat) zu zeigen. Da ist es doch besser, man verhält sich systemkonform, oder?

Allerdings hat so ein Verhalten mit Entweltlichung dann doch nicht mehr so viel zu tun. Man wird sich entscheiden müssen.