Freitag, 26. Oktober 2012

Die Kraft des Rosenkranzgebetes

Das Jahr des Glaubens hat begonnen, mitten hinein in den Rosenkranzmonat Oktober. So habe ich den Eintrag angefangen und dann wußte ich nicht mehr, was ich schreiben sollte. Für mich selbst ist er seit einiger Zeit wieder ein wichtiger Bestandteil meines Gebetslebens geworden. Es ist so, als ob ich einen lange verloren geglaubten Schatz wiederentdeckt habe. Nach und nach gelingt es mir die Verkrustungen aus Ressentiments und Scheu zu entfernen. Ein Juwel strahlt mir entgegen. Ein schöner Start in das Jahr des Glaubens.
In Deutschland verdünnisiert sich der verdünnte Glaube der Nachkonzilszeit immer mehr und verliert seine ohnehin geringe Prägekraft zusehends. So kann man es in einem Artikel von Andreas Püttmann bei kath.net nachlesen. Wenn der realexistierende Deutschkatholizismus es in den nächsten Jahren nicht schaffen sollte, massenhaft jüngere Menschen zu mobilisieren, so wird in 20 Jahren das Terrain von alten Menschen und wenigen jungen und frommen Ultramontanisten bestimmt werden. Überraschend ist diese Perspektive nicht. Wir werden also Zeiten entgegengehen, in denen sich die Pastoralteams auf eine völlig andere Klientel einstellen müssen. Die "Ecclesia semper reformanda" wird sich demnach etwas anders gestalten und nicht mehr "ecclesia semper memoranda" sein können.
Wir wissen nicht, wie sich die Gesellschaft in Europa in den nächsten Jahren entwickeln wird. Mancher sieht aufgrund der momentanen Krisen die Gefahr bewaffneter Auseinandersetzungen heraufziehen. Gott bewahre uns davor! Aber es muß nicht unbedingt eine kriselnde Gemeinschaftswährung sein. Auch Ideologien in ihrer Gottvergessenheit sind dazu angetan, die ganze Erbärmlichkeit des Menschen an die Oberfläche zu spülen und in blanken Haß gegen Gott, Kirche und Gläubige zu verwandeln. Es müssen nicht die Horrorszenarien aus den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens bemüht werden oder die Verfolgung durch Kommunismus und Faschismus in der Vergangenheit.
Welches Haßpotential in einem Trupp feministischer "Antidiskriminiererinnen" stecken kann, haben Katholiken in Argentinien vor einigen Tagen zu spüren bekommen. Gut 500 Abtreibungsbefürworterinnen zogen pöbelnd und marodierend durch eine Stadt. Das erklärte Ziel war die Kathedrale, denn "nur eine brennende Kirche ist eine leuchtende Kirche" schrie das Heer durchgedrehter Suffragetten. Wer nicht auf der Bildfläche erschein, war die Polizei.  Als der Mob auf dem Platz vor der Kathedrale ankam, sahen sie sich einem Wall von Männern jeden Alters gegenüber, der sich  vor der Kathedrale postiert hatte und sich ihnen - den Rosenkranz betend - entgegenstellte.
Was dann passierte, ließ mich wieder ganz neu über Besessenheit nachdenken. Die Männer beteten und blickten die tobenden Weiber nicht an. Alle Demütigungen wurden ertragen. Aber das Gebet brach nicht ab. Je intensiver sie beteten, umso mehr empörte sich der Mob. Es war, als wenn die Hölle "Tag der offenen Tür" gehabt hätte. Die Phalanx aber stand und konnte nicht überwunden werden. Die Stürmung der Kathedrale wurde verhindert.
Was für ein Mut! Welche Glaubensstärke die Männer hier bewiesen haben! Es mag der falsche Begriff sein, aber ich muß sagen, ich bin stolz und glücklich darüber, solche Brüder im Glauben zu haben. Friedlich und beharrlich. Echte Vorbilder!
Es war, als wenn sie selbst zu den Perlen eines Rosenkranzes geworden wären, der sich schützend um das Haus Gottes gelegt hat, um den Ansturm der Hölle abzuwehren.
Die Kraft des Rosenkanzgebetes. Wir sollten sie nicht unterschätzen.

Wer sich für die nüchternen Zahlen von Andreas Püttman interessiert, der sei auf diesen kath.net-Artikel verwiesen.
Der Bericht über die mutigen Beter in Argentinien findet sich bei katholisches.info.
Wer starke Nerven hat, der kann sich bei youtube das entsprechende Video ansehen.

Gesegnetes Wochenende!


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Jahr des Glaubens

Nun hat das Jahr des Glaubens begonnen und es hat veheißungsvoll begonnen. Die katholischen Bereiche des Netztes bieten eine Fülle von gelungen Beiträgen.
In den mir nahen und bekannten Pfarreien der deutschkatholischen Diaspora ist die Öffentlichkeitsarbeit der DBK aufgegangen.
So wird in der Pfarrei meines Wohnortes dieser Tag zum Anlaß genommen, um folgende Auftaktveranstaltungen ins Netz zu stellen:
- Frühstück der kfd
- Frühstück der KAB
Es geht doch nichts über ein gutes Frühstück am Morgen!
Ob es sich bei diesen turnusmäßigen Veranstaltungen zur Feier des Tages um "Sektfrühstücke" gehandelt hat, ließ sich nicht ermitteln. Da in den letzten Wochen und Monaten das "Jahr des Glaubens" bisher überhaupt keine Rolle gespielt hat, wird es wohl eher keine "Prälatenbrause" gegeben haben.
Dennoch: Wünsche, wohl gespeist zu haben!

Es bleiben Netz und Blogozese!
Procedamus!


Dienstag, 9. Oktober 2012

Küng Kong und der weiße Mann

Jahrestage und Jubiläen sind beliebte Anläße, an denen man Zeitzeugen zu Wort kommen läßt. Fernsehenmacher nutzen sehr gerne Zeitzeugen in Geschichtsdokus. Die Lücken zwischen magerer Aktenlage und nachgestellten Szenen ("Wahrscheinlich hat es sich so zugetragen ...") werden gerne durch  Beobachter 2. oder 3. Ordnung aufgepeppt. Wichtiger sind dabei meistens die übermittelten Emotionen als die in der Erzählung enthaltenen Informationen. Da wird dann z.B. die Tochter einer Metzgersfrau gefragt, die Heinz Rühmann 40 Jahre nach Abschluß der Dreharbeiten von "Quax der Bruchpilot" eine Paar Wiener Würstchen am Münchener Hauptbahnhof verkauft hat, ob ihrer Mutter damals etwas aufgefallen sei. Dann gibt es eine kurze Antwort wie: "Er soll sehr hungrig gewesen sein. -Schnitt- Und dann das Trinkgeld. -Schnitt- Sie hat sich so gefreut!" Schluchzer -Schnitt- Spielszene. Im ZDF bekommt man bei den ganzen 33-45-Dokus immer eine bunte Mischung von Zeitzeugen angeboten, vom Opfer bis zu scheinbar unbelehrbaren Gestalten. Der kundige Zuschauer weiß, wem er trauen darf und wem nicht!
Die ernsthaft betriebene Geschichtsforschung jenseits des Infotainement billigt den Aussagen Zeitzeugen  einen nur sehr begrenzten Stellenwert zu. Es gibt zuviele Faktoren, welche die Erinnerung  und die Darstellung des Geschehenen beeinflussen. Manchmal erinnert man sich nach so vielen Jahren nicht mehr so richtig oder man "begradigt" die Geschehnisse aus menschlich durchaus nachvollziehbaren Gründen, die von Schuldverstrickung bis zur Aufwertung der eigenen Rolle reichen können. Und manchmal darf einfach auch nicht sein, was nicht sein darf. Die Glaubwürdigkeit eines Zeitzeugen läßt sich meistens nur daran ermessen, inwieweit sich Aussagen mit den erwiesenen Fakten decken.
Der bei den Medien wohl beliebteste Zeitzeugen für das Vat II ist unangefochten Hans Küng. Zum Konzilsbeginn vor 50 Jahren hat der DLF ein Interview natürlich mit ihm geführt. Wen hätte man auch sonst fragen sollen?
Es hätte ein sehr interessantes Interview werden können, wenn Küng Kong nicht einem Stichwortgeber wie Herrn Gierth begegnet wäre, sondern einem gut vorbereiteten Kenner wie Alexander Kissler.
Er hätte dem Gedächtnis von Hans Küng sicherlich auf die Sprünge geholfen und so manche Schote über Johannes XXIII. wäre sicherlich nicht unkorrigiert über den Sender gegangen.
Wer die Sagen von Küng Kong und dem weißen Mann lesen möchte, der folge diesem Link zum DLF.
Wer es mehr mit knallharten Fakten hat, der schlage nach bei Kissler im "The European".