Dienstag, 7. August 2012

Freigeistig bis zur Geistlosigkeit

Ich lese selten freidenklerische Elaborate. Wenn mir schon mal etwas unterkommt, so lese ich es in den seltensten Fällen durch. Meistens langweilen Sie mich mit ihrer antitranszendenten Eindimensionalität, gehen mir mit ihren Alleingültigkeitsansprüchen auf die Nerven oder verstoßen derart eklatant gegen Grundregeln logischen Denkens, daß ich mich frage, wie man so etwas überhaupt nur denken kann.
Doch vielleicht sollte ich etwas aufmerksamer werden, denn manchen dieser Traktätchen haftet etwas an, was alarmieren sollte. So ein Artikel bei news.ch, den Josef Brodat in allerfeinster Manier zerpflückt hat. Die "Religion an sich" scheint für artikelnde FreidenklerIn der erklärte Feind des Menschen und seiner Gesundheit zu sein und gibt sich daher betont antireligiös. Es äußert sich eine Vertreterin einer Minderheit, die gegen die erdrückende Mehrheit der Religiösen anschreibt, die offensichtlich alle ein gestörtes Verhältnis zu Gesundheit und zu Kindern hat! Mein geballtes Unverständnis hat sich auch am Ende des Artikels nicht aufgelöst. Ich kann dieser Frau einfach nicht folgen!  So habe ich mich dann gefragt:
Bin ich als religiöser Mensch überhaupt in der Lage, sie richtig zu verstehen, so frage ich mich am Ende ihres Artikels?
Bin ich nicht zu sehr in der unterdrückenden Ideologie meiner Kirche (*prust*) gefangen, als das mir die Durchschlagskraft ihres Denkens überhaupt auffallen könnte?
Ein besonderes Hindernis scheint für mich dabei - und da bin ich mir am Ende der Lektüre ihrer Zeilen sicher -, daß ich immer noch hörig den Gesetzen antiker Logik folge. Denn der Freiheit ihrer Gedanken zu folgen, war mir auf dieser Basis nicht möglich. Ihr Denken und Schreiben ist so freigeistig, bis an die Grenzen der Geistlosigkeit und auch noch zwei Handbreit drüber! So etwas habe ich im meinem ganzen Leben noch nicht gelesen. Es ist absolut unglaublich, ...schon wieder eine relljöse Floskel!
Aber der Text hat eine weitere Hürde für alle diejenigen, die religiös und dann auch noch historisch denken: Als ein solchermaßen gebundener Mensch wird man gegen den Text und das so freie Denken der Autorin einige Einwände formulieren müssen. So muß man fragen, ob man aus der Geschichte der letzten 300 Jahre nicht gelernt haben könnte, wie "gesund" betont antireligiöse Regierungen für den einzelnen Menschen, wie für ganze Völker gewesen sind. In ihrem Generalangriff auf die Religion spricht sich ein neuer antireligiöser Totalitarismus aus, der nun nicht mehr eine Minderheit oder Mehrheit im Lande, sondern die ganze Welt ins Auge faßt. Dabei geht es aber nicht um solche wenig greifbaren Größen wie "Volksgesundheit", sondern ganz individuell um "Kindeswohl". Wer kann schon gegen das Wohl der Kinder sein? Ist das nun schlicht oder subtil? Man möchte eigentlich keines unterstellen müssen. Aber eines ist es dem historisch Denkenden auf jeden Fall, es ist zu bekannt, als daß man keine Gänsehaut bekäme und nicht die Gefahr sähe, die in diesem "Denken" liegt. Es ist plump und gefährlich.
Soweit meine Kommentierung mit dem bekannten Holzhammer!
Hier geht es zu news.ch.
Hier zu Josef Brodat in aller bewunderten Subtilität.

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