Freitag, 6. Januar 2012

Knut? Nein, danke! (Glosse zum Dreikönigstag)

Das Amt des Bundespräsidenten hat H.M. Broder vor kurzem nicht ganz unpassend als "Grüßaugust" bezeichnet. Es bezeichnet jedoch mehr den Ist-Zustand unserer Berliner Republik als das Soll aus den Tagen der Bonner Republik, die uns mit Repräsentanten wie Heuß, Heinemann und von Weizsäcker beschenkte. Die Affairen unseres jetzigen Repräsentanten der Republik führen nicht zu einer Staatskrise, sie sind Ausdruck schon seit längerer Zeit andauernden Krise der Demokratie in unserem Land. An die Stelle der sozialen Marktwirtschaft und des rheinischen Kapitalismus ist die Herrschaft der Netzwerker getreten, auch besser bekannt als Spetzlwirtschaft, Filz, Klüngel oder um es mit den Worten des Außenministers zu sagen: die Dekadenz der römischen Spätantike.
Für alle, die nach "neuen Werten" in staatlichen Ämtern suchen, um diese zum Wohle des Volkes zu erfüllen, bleibt nur die Reform: Sittliche Bildung durch Reform, will sagen "Wiedereinbildung". Der politische Klumpatsch braucht neue Form, so wie ein Teigklumpen erst durch das Pressen in eine Form eine erkannbare Gestalt bekommt.
Wo könnten solche Formen zu finden sein? Die Suche kann schnell enden, da die Listen schon lange bekannt sind.
Ein Auszug:
Aufrichtigkeit
Bescheidenheit
Gehorsam (jedoch nicht ohne Freimut)
Geradlinigkeit (Tue recht und scheue niemand!)
Gerechtigkeitssinn (suum cuique = Jedem das Seine)
Gottesfurcht bei religiöser Toleranz (Jeder soll nach seiner Facon selig werden!)
Härte, gegen sich mehr noch als gegen andere
Mut
Ordnungssinn
Pflichtbewußtsein
Pünktlichkeit
Redlichkeit
Selbstverleugnung
Sparsamkeit
Tapferkeit ohne Wehleidigkeit
Treue
Unbestechlichkeit
Unterordnung
Weltoffenheit
Zurückhaltung (Mehr sein als scheinen!)
Zuverlässigkeit

Wer eine neue Perspektive auf jenen verfehmten Staat gewinnen möchte, der auf jenen "Haltungen" ruhte, der lese sich durch die Bücher dieses Autors!
Da findet sich alles schwarz auf weiß...
Apropos schwarz/weiß:
Manchmal frage ich mich, ob die wackeligen Drehstühle von Kanzlers Gnaden alle fünf Jahre ins Schloß Bellevue geschoben werden und die mittlerweile ja kaum eine Amtszeit ihre Besetzer tragen, nicht durch ein massiveres Möbel von Gottes Gnaden ersetzt werden sollte, wenn der jetzige Amtsinhaber den Schreibtisch räumt. Also etwas vom Inneneinrichter Zollern und nicht wieder in Modell "mörkäl" aus der Knutwoche, wo dann wie bei dem Kinderstühlchen der Haltegurt aufgeht und das Kind inkl. Breiteller zu Boden geht. Einmal mutig ran und Geld in die Hand nehmen. Wer billg kauft, kauft zweimal. So was ist ne Investition für Generationen. Ein Vorbild gegen die unstete Wegwerfgesellschaft. Nachhaltigkeit ist gefragt! Wenn ihr schon die Klimawende nicht geschafft habt, ...
... ich schweife etwas ab.
Was ich sonst noch sagen wollen könnte, hat Herr Broder mal wieder viel besser und viel früher gesagt!
Mahlzeit und einen gesegneten Knutstag äh ... Dreikönigstag!

1 Kommentar:

Severus hat gesagt…

... ich unterschreibe hiermit uneingeschränkt!!