Freitag, 30. September 2011

Tag des deutschen Butterbrotes

Der Papstbesuch liegt nun einige Tage zurück. Die Medien widmen sich anderen Themen und die Manöverkritik ist auch so gut wie abgeschlossen. Die gesammelten Peinlichkeiten dieser Tage verblassen ein wenig, die Worte und Gesten des Heiligen Vaters wirken nach. Die spontane Freude und Begeisterung über das von ihm Gesagte weicht zugunsten einer tiefen Nachdenklichkeit.
Es gibt einiges zu tun. Manches kann ich selbst für andere und auch für mich tun. Andere Dinge und Umstände gilt es, auch einfach auszuhalten. Nichstdestotrotz träume ich manchmal günstigeren Umständen für die Kirche Gottes in den Ländern deutscher Zunge und wie man sie beschleunigt herstellen könnte. Es gibt einige, die doch in den letzten Wochen deutlich gezeigt haben, daß sie den vielfältigen Herausforderungen, die "die Verheutigung des Glaubens" an die Verkünder des Wortes stellen, kaum noch gewachsen sind. Andere hingegegen, die mit tiefem Glauben, Bildung, Schwung und hoher Medienkompetenz einen enormen Innovationsschub für den Glauben und die Zukunftsfähigkeit der Kirche hervorbringen könnten, werden durch überkommene Strukturen aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an der Entfaltung ihrer Begabungen gehindert.
Es wäre nicht viel, nur ein paar Unterschriften auf entsprechenden Dokumenten. Ein paar Entlassungen in den wohlverdienten Ruhestand, Umbesetzungen, Neuernennungen, die Einrichtung einiger neuer Ämter, nicht viel, ein paar Striche auf dem Papier...
Ein Seufzer entringt sich meiner Brust. Wie schön wäre so ein Ordre de Mufti! Aber greift mich da der Versucher an?
HeRR, DEIN und nicht mein Wille geschehe!
Für die Zwischenzeit suche im Internet immer mal wieder jene herzhaften und wohltuenden Schmankerl auf, die in den katholischen Medien angeboten werden und die etwas Abseits des Caterings jener deutschen kirchlichen Grundversorgung liegen, das mit Schnittchen, Plätzchen und abgestandenem Filterkaffee bei mir nur noch Sodbrennen und Völlegefühle fördert.
Bei Gloria.tv (Italien) fand ich folgendes Beispiel für frische, delikate Kost:
Hendrik M. Broder, Fürstin Gloria von Thun und Taxis, der Filmemacher Ingo Lachner und
Monsignore Dr. Wilhelm Imkamp!

O'zapft is!
Ein schönes Wochenende, einen andächtigen und gesegneten Sonntag und allen Deutschen zusätzlich viel Freude am arbeitsfreien Montag!

Ach, apropos "Schnittchen": Für Katholiken mag heute der Gedenktag des Heiligen Hieronymus sein. Viel wichtiger ist heute jedoch für die deutsche Lebensmittelindustrie der "Tags des deutschen Butterbrotes"!

Mittwoch, 28. September 2011

Betonköpfinnen




Sicherlich war das alles schon längst vorbereitet, aber im Nachgang des Besuches unseres Heiligen Vaters im Ländle der Reformation bekommt diese Aktionswoche der sogenannten "kfd" ein besonderes Geschmäckle. So frage ich mich gerade:
Ist diese Aktion jetzt einfach nur von Erstarrung im Amt und Unwissenheit oder schon von Verstocktheit geleitet?
Eines ist sicher:
Da ist Nachschulung angesagt!
Titel der Meldung:
Geschieden-Wiederverheiratete nicht von Sakramenten ausschließen: Katholische Frauengemeinschaft startet bundesweite Unterschriftenaktion


Ich möchte an dieser Stelle eindringlich warnen und der kfd widersprechen! Hier verbreitet die kfd Fehlinformationen! Diese "Problemgruppe" ist durchaus zu den Sakramenten zugelassen. Wer jedoch im Zustand der schweren Sünde lebt, der sollte vor dem Kniefall an der Kommunionbank im Beichtstuhl gewesen sein. Hier scheint den Damen der sakrametale Notfallplan unserer Kirche für die Begleitung in Lebenskrisen leider nicht vorgelegen haben.
Auf der anderen Seite ist es doch so einfach zu merken:
Überfall: Polizei: 110 (bundesweit), Brand: Feuerwehr: 112 (bundesweit) steht in jedem Telefonbuch; Schwere Sünde: Beichtstuhl (weltweit) steht in jedem Katechismus!

Aber den Blick in dieses, unter Katholiken nur wenig verbreitete, Buch ist nicht notwendig. Auch wer sich aus ideologischen Gründen lieber an "Jesus und die Urkirche" halten will, findet seine Referenzstellen. Denn das etwas unbedarfte Feiern der Gemeinschaft kann so seine Folgen haben, wenn man alleine mal in das NT schaut. So warnt schon St. Paul in 1. Kor 11,27ff. davor, 'daß man sich das Gericht anessen kann', wie man in protestantischen Kreisen früher gerne übersetzte.
Wenn also die Kirche schwere Sünder von der Eucharistie ausschließt, so tut sie dies nicht, weil sie gerne Menschen mit gebrochenen Biographien öffentlich stigmatisieren will, sondern um sie auf ihre "spirituelle Notlage" hinzuweisen, sie zu Selbsterkenntnis, Einsicht und Umkehr zu bewegen, ohne die eine solche Krise nicht bewältigt werden kann. Desweiteren sei darauf hingewiesen, daß sich die Sünder durch ihre Tat selbst aus der Eucharistiegemeinschaft ausschliessen. Wenn sie sich also z.B. durch diesen Schritt der staatlichen Wiederheirat selbst aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben, so ist die kirchliche Strafe des "de-facto-Ausschlusses" eigentlich nichts anderes als eine freundliche Erinnerung der Kirche, daß etwas in Unordnung gekommen ist, was der dringenden Korrektur bedarf. Diese kirchliche Strafe ist dabei - um ein Wort zu benutzen, welches beim Papstbesuch so gerne von den verdienten Aktivisten unserer Leitungskader benutzt wurde - eine gelungene "Verheutigung" dessen, was in aeternum auf dem Spiel steht. Es ist ein Akt der Barmherzigkeit und der Liebe zu den Schwestern und Brüdern, die nicht wissen, daß etwas sehr Ernstes auf dem Spiel steht.
Das scheinen auch einige Funktionärinnen vergessen zu haben!
Offensichtlich verwechselt die Leitung der "kfd" eine gescheiterte Ehe mit Pech beim "speed-dating".
Es geht um die Sakramente der Kirche.
Es geht um die Gebote Gottes und das gefährdete Seelenheil, meine Damen!
Wers lesen will, muß klicken.

Dienstag, 27. September 2011

Man nimmt übel!

Es gibt die Medien, für deren vernünftige Anwendung man heute ja Medienkompetenz entwickeln muß. Noch viel wichtiger erscheint mir neben dieser ein gerüttelt Maß an Bildung und Charakterfestigkeit, denn von den klassischen Medien Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen selbst darf man keinerlei Kompetenz erwarten. Bei mancher Übertragung des "Zweiten" habe ich am Ende die Mitteilung vermißt, was ich gewinnen kann, wenn ich alle Fehler dieser Sendung erkannt habe. Oder habe ich nur zu früh abgeschaltet und kann deswegen jetzt kein Abendessen mit Aloys Glück gewinnen? Na, da hab ich aber Pech gehabt!
Wie auch sonst das Fernsehprogramm zu einem großen Teil aus Wiederholungen besteht, war auch das Sammelsurium an geäußerten Vorbehalten, Kritiken und vorgeführten Kommentatoren und Kritikern ein unamüsanter Griff in die Mottenkiste. Neben den alten Kassenschlagern "Küng Kong und der weiße Mann" durfte natürlich unser Evergreen im Lederkostüm nicht fehlen, die Rose vom Baldeneysee, "uns Uta". Daneben wurden wieder klassischen Strickmoden aus Paderborn vorgeführt, während der Chor der Bekenntnislosen mit verbissenen Gesichtern vom fröhlichen Leben der Atheisten singen. Kaum ist das verklungen, zog schon das Ballett der nörgelnden Nichtpriesterinnen und gaben eine Freestyle-Performance über die seit 2000 Jahren unterdrückte Frau. Einer der Höhepunkte dieser Geisterbahn war eine "katholische Lobbyistin" (???), die in einer Pariser Kirche im Flüsterton "Insiderinformationen" raustuschelte, die mit den Realitäten des Vatikans genauso viel zu tun haben, wie Rotkäppchen mit einer Anleitung zur Haltung von Hunden, nämlich ÜBERHAUPT GAR NICHTS!
Grauenhaft!
Zur Krönung dieser Dauerparty im Deviantenstadl stimmte dann die Saalräumerkapelle "Die Obergreiner" das Lied "Lebt den der alte Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch?" an. Und beim Mitbrüllvers dieses High-End-Power-Schunklers aller Kirchenskeptiker "Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch, er ist noch nicht tot!" kam er aus den Kulissen und gab einen nach dem anderen zum Besten. Wahnsinn!!! Es war wie bei Nonstop Nonsens nur leider nicht so lustig.
Daneben gab es ja noch die sogenannten Gastgeber, die sich mal wieder von der allerbesten Seite gezeigt haben!
Die B-Promis aus den Reihen des ZKs kamen ebenso zum Zuge wie die ewig Unvermeidlichen, die A-Promis der Bundespolitik. Wer in diesen Tagen Frau Merkel, Lammert, den Bundespräsidenten und die Hinterbänkler der Kirchenpolitik erlebt hat, der weiß, warum Politikverdrossenheit in unseren Tagen schlimmer verbreitet ist als die Pest im Mittelalter. Sie sind nämlich weder in irgendeiner Weise vorbildlich, noch haben sie irgendetwas von Interesse beizutragen. Das unterscheidet sie diametral vom Heiligen Vater. Dieser Unterschied war derart deutlich, daß es zum fremdschämen war. Eines Ströbeles bedurfte es da schon lange nicht mehr. Der Bundestagspräsident reichte vollkommen! Gegen den Katholiken Lammert stach ein Gregor Gysi in einer Weise positiv heraus, ... Danach war wohl jedem klar, wie groß der Schaden ist, den die Lauen der Kirche zufügen. Ein aufrechter Gegner und aufrichtiger Denker mit Manieren und Anstand ist ... ach,... da half nur noch eine großer Calvados! Prost Gregor!

Der Heilige Vater hat uns das geistige und geistliche Vakuum "in diesem unseren Lande" vor Augen geführt. Die Liebe Christi ist sein Thema und seine begeisternde Perspektive für die Zukunft dieser Welt. Die Vertreter der Werktätigen, äh der engagierten LaiInnen hingegen wiederholen ihre erstarrten Forderungskataloge der späten 1960er Jahre.
Ecclesia amans versus ecclesiola protestans. Die ewige Frische des Dogmas traf auf angestaubten Dogmatismus. Nie wurde klarer, wie sehr die deutsche Kirchenprovinz einen Globalisierungsschub benötigt.

Nun ist er wieder weg und das Establishment nimmt übel genau wie damals, als Gorbatschow dem anderen ZK auf deutschem Boden die Leviten gelesen hatte.

Wollen wir das Beste hoffen!

Donnerstag, 22. September 2011

Was für ein Feuerwerk!

Der Heilige Vater ist in der Heimat angekommen und sprüht Geist.
Die Rede im Bundestag,... Benedikt XVI. at his best! Hochform, Bestform, Begnadung.
Wie provencalisch und kleinkariert wirken unser oberster Winkemann und der Reform(haus)katholik Lammert mit ihren Wortbeiträgen dagegen. Es ist zum fremdschämen schlimm.
Herr Ströbele hat es irgendwie nicht fassen können! Weswegen er wohl den Saal verlassen hat?
Intellektuelle Frustration? Vielleicht! Schlechte Manieren auf jeden Fall.
Möge Gott unserem Heiligen Vater weiterhin so beistehen und ihn leiten.
Tu es Petrus!!!

Mittwoch, 14. September 2011

Kreuzerhöhung

Fest, II. Klasse, Gloria, Credo.
"Heute begeht die Kirche das Gedächtnis an den Triumphzug, in dem der griechische Kaiser Heraklius das heilige Zeichen unserer Erlösung nach Jerusalem zurückbrachte, nachdem es eine Zeit lang in den Händen der Perser gewesen war." (Schott)

Wir erleben, wie sich die Medien in den letzten Tagen vor dem Besuch des Heiligen Vaters verhält. Politiker verschiedener Lager zeigen, wie es um die von ihnen postulierte Freiheit und Toleranz bestellt ist.
Künstler und Journalisten zeigen ihr mangelndes Mitgefühl für die Opfer des 11. September 2001. Dank der hellsichtigen Analyse von Hendryk M. Broder (Danke, Elsa!) ist mir dieser Abgrund deutlich geworden.
In der westfälischen Provinz sägt die Dorfpresse in aller, unserer Zeit leider sehr gemäßen, Stumpfheit an den Grundpfosten der eigenen christlichen Identität. Der ganz normale, alltägliche Wahnsinn einer immer gefühlloser werdenden Welt.
Das Kreuz ist der heutigen Gesellschaft nicht mehr zu vermitteln. Es ist unzeitgemäß, genauso wie damals auf Golgatha, wie es zu Zeiten des Paulus eine Torheit und ein Ärgernis war, wie zu allen Zeiten. Gott ist nicht einfach Gott geblieben. Er ist Mensch geworden. Er ist aus der Allmacht in die Sphäre unserer Ohnmacht getreten und ist den Weg des Menschen gegangen, den Weg in den Tod, den Tod, der nicht mehr der Tag der Entscheidung über Wohl oder Wehe ist,sondern das Ende der Wertschöpfung und des Genusses hier darstellt. Das Kreuz ist die bohrende Anfrage nach dem Ziel des Lebens. Das Kreuz drängt zur Haltung jenseits aller flüchtigen Meinungen. Man kann vor ihm flüchten oder es in Liebe und im Glauben dankbar annehmen. Dann wird auch der Hymnus des Venantius einleuchten. Denn das Kreuz weist über Golgatha den Weg, in den Garten, zum Grab, über das Grab hinaus. Aber auch das ist kaum vermittelbar!

Aus dem Hymnus zu Ehren des hochheiligen Kreuzes

Crux fidelis, inter omnes arbor una nobilis,
Nulla talem silva profert flore, fronde, germine,
Dulce lignum dulce clavo dulce pondus sustinens.

Flecte ramos, arbor alta, tensa laxa viscera,
Et rigor lentescat ille, quem dedit nativitas,
Ut superni membra regis mite tendas stipite.

Sola digna tu fuisti ferre pretium saeculi
Atque portum praeparare nauta mundo naufrago,
Quem sacer cruor perunxit fusus agni corpore.

[Aequa Patri Filioque, inclito Paraclito,
Sempiterna sit beatae Trinitati gloria;
Cuius alma nos redemit atque servat gratia.]
Venantius Fortunatus (+ um 600)

Hierzu die gut singbare Übersetzung aus dem Deutschen Antiphonale I, S. 268:

Heilig Kreuz, du Baum der Treue,
edler Baum, dem keiner gleicht;
keiner so an Laub und Blüte,
keiner so an Früchten reich:
Süßes Holz, o süße Nägel,
welche süße Last an euch!


Beuge, hoher Baum, die Zweige,
werde weich an Stamm und Ast,
denn dein hartes Holz soll tragen
eine königliche Last.
Gib den Gliedern deines Herren
an dem Stamme linde Rast!

Du allein warst wert, zu tragen
aller Zeiten Lösegeld;
du, die Arche, die uns rettet
aus dem Schiffbruch dieser Welt.
Du, gesalbt vom Blut des Lammes,
Pfosten, der den Tod abhält.

Lob und Ruhm sei ohne Ende
Gott, dem höchsten Herrn, geweiht.
Preis dem Vater und dem Sohne
Preis dem Geist der Heiligkeit,
dem dreieinen Gott sei ewig
alle Macht und Herrlichkeit! Amen.
(Münsterschwarzach 1970)

Montag, 12. September 2011

Hilferuf

Aus einer Stauseestadt am nördlichen Rand des Ruhrgebietes ereilt dieses Weblog ein Hilferuf.
Auch dort hat sich die örtliche Presse offensichtlich mit wenig Sachkenntnis, dafür aber mit populistischen Mitteln auf die Kirche Gottes eingeschossen.
Auf der Internetseite der Dorfzeitung ist seit einigen Tagen ein "Voting" über eine große Prozession der Innenstadtpfarrei eingestellt. Die sog. "Große Kreuztracht" der Pfarrei St. Sixtus findet heuer zum 275. Male statt. Wer mehr Informationen zum wundertätigen, gotischen Gabelkreuz zu Haltern etwas erfahren möchte, kann das über über die Seite des Bistums oder die Veröffentlichungen des dortigen Heimatvereins tun.
Der Zeitung scheint keine Zeit für die Recherche und die Lektüre dieser verlinkten Broschüre gehabt zu haben. Die Formulierung verrät die Quelle: Es muß ein hausinterner Veranstaltungskalender sein!
Hier die Formulierung der Umfragefrage:

"Ist die Kreuztracht noch zeitgemäß?

Am Sonntag (18.9.) findet die 275. Kreuztracht statt. Ist die Veranstaltung noch zeitgemäß?"

Wer das kommentieren möchte, kann das gerne hier im Kommentarbereich tun oder einen schönen Leserkommentar auf der Seite der HZ hinterlassen. Ich habe dafür momentan keine Worte.

Wer der ohnehin von der kommenden Großfusion gebeutelten Gemeinde (übrigens ein Doppelwallfahrtsort, der sich im Internet nicht darzustellen weiß!) ein wenig geistliche Unterstützung zukommen lassen möchte, tue das bitte im Gebet.

Wer daneben noch eine praktische Unterstützung geben möchte, der gebe doch seine Stimme im Sinne der Traditionspflege auf der Seite der HZ ab. (Abstimmungsfeld ist im rechten Block unter "Meistgelesen")
Auch eine mehrfache Abgabe ist übrigens durchaus möglich, wenn man z.B. für einen Verwandten oder Freund mitstimmen möchte der gerade nicht an den Rechner kommt....

ZUR ABSTIMMUNG->



Link

Dienstag, 6. September 2011

Das Märchen vom Löwen und seiner Geliebten

Ein guter Freund hat mich auf ein Buch aufmerksam gemacht, über das sich der momentane Bischof von Münster, Msgr. Dr. Felix Genn, mit Schwung und völlig rechtens aufgeregt hat.
Ein bisher unauffälliger Schriftsteller hat einen Roman über den Löwen von Münster geschrieben. Da es dem Autor - wie heute üblich - mehr daran gelegen ist, den "Menschen Clemens August Graf von Galen" der Leserschaft näher zu bringen, werden seine Makel, Schwächen und Gebrechen vor der Leserschaft ausgebreitet. Da es dem Autor jedoch nicht genug "Allzumenschliches" aus der Vita des Seligen Clemens August zu berichten gibt, wird die Story aufgepeppt, Sachverhalte frei erfunden und die (Welt-)Geschichte einfach umgeschrieben. Um z.B. die Dramatik zu erhöhen, stirbt der Rabbiner, der nachweislich mit seiner Familie vor den Nazis flüchten konnte, in einem KZ. Andere Personen, wie z.B. der große Josef Pieper oder Mitarbeiter des Bischofs werden in einer Weise dargestellt, daß man sich nur wundern kann. Die ganze Story kommt als fiktive Memoiren einer Haushälterin daher, die der Kardinal in jüngeren Jahren geschwängert habe.
Die Historikerin Ingrid Lueb hat ein Zitat des Autors Roland E. Koch veröffentlicht, was den angeblich so hehren Motiven des Autors (... den Menschen von heute den Menschen von Galen näher bringen,...) einen etwas anderen Beigeschmack gibt:
>>Roland E. Koch im WDR 3 Mosaik-Interview 26.8.2011, Podcast. „es hat mich königlich amüsiert, diesem steifen, ernsten, katholischen, deutschen Mann eben auch noch andere Seiten zu geben.“<<
Well, do we need further evidence? SEMPER IDEM!
I rest my case, Mylord!

Wer es genauer haben will, der lese bei amazon die Rezensionen und bei der WA die Berichte inkl. der Kommentare.

Ich persönlich möchte jedoch zu einem humorvollen Umgang mit diesem Buche raten.
Nicht aufregen und nicht mit zuviel Publizität ehren!
Geben wir ihm lieber einen Ehrenplatz neben anderen Werken, die uns die großen Gestalten der Weltgeschichte ganz menschlich und privat näher gebracht haben.
Denken wir nicht an Hochhuth oder Deschner!
NEIN!!! WEIT GEFEHLT!!!
Denken wir an das Ereignis der deutschen Literaturgeschichte, das uns unvergessliche Sterrnstunden der Menschlickeit beschert hat!
Getränke nachfüllen!
Bequeme Sitzhaltung einnehmen!
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Montag, 5. September 2011

Die EKD hat Probleme mit Napoleon!

Die etwas reisserische Überschrift bezieht sich auf einen Artikel bei kath.net.
Dem gebildeten Leser werden Begriffe wie "Reichdeputationshauptschluß" und "Säkularisation" nicht unbekannt sein. Mancher wird sich mit Grausen an die Berichte erinnern, wie sich weltliche Herren an den Besitztümern von Orden und Bischöfen gütlich hielten, Kulturschätze unter den Hammer kamen und unwiederbringlich zerstört wurden.
Der weltliche Besitz der Kirche im Bereich des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation verschwand von den Landkarten. Selten jedoch waren die neuen Herren die begrüßten Befreier, wenn es auch die säkulare Geschichtsschreibung gerne so darstellte.
(Nebenbei sei noch bemerkt, daß durch die Aufhebung der geistlichen Gebiete und die Aufhebung der Klöster auch das katholische Bildungswesen zerfiel, was auf dem Gebiet des späteren deutschen Kaiserreiches zur Monopolisierung protestantischer Bildungsziele und -ideale führte. Aber das is ein anderes Kapitel. Borutta lesen!)
Nun hat die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin der vorherigen Staaten die Entschädigungszahlungen für diese Enteignungen weiterhin bezahlt, genauso wie die Zahlungen für den WK I ja auch noch bis vor einiger Zeit liefen.
Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen rüttelt nun die EKD ( in persona Prälat Bernhard Felmberg, Bevollmächtigter der EKD beim Deutschen Bundestag) an diesen grundgesetzlich verankerten Entschädigungen und will die "für den Bürger nicht nachvollziehbaren" Zahlungen an die Kirche zur Disposition stellen.
Ist dies nun eine Art vorauseilender Gehorsam vor dem geschichtlichen Unwissen der breiten Mehrheit unserer Mitbürger? Oder hat die EKD Angst, es könnte im Zuge des Papstebsuches in Deutschland und die üblichen Kostendiskussionen durch einen unglücklichen Zufall z.B. bei der taz ruchbar werden, daß Bischöfe der EKD nicht ganz zeitgemäß die Quellen ihres Einkommens dem Kriegstreiben eines gewissen Napoleon I verdanken? Da kann man schnell in einen Abwärtsstrudel bei den Umfragen geraten.
Abgesehen davon haben die protestantischen Kirchen nicht so sehr viel in dieser Zeit verloren, weil sie ja schon vorher fast alles verloren hatten, ganz im Gegensatz zur katholischen Kirche.
(Wenn wir allein die territorialen Verluste für die katholischen Bistümer und Klöster zusammenrechnen und den Verlust an Kunstwerken, Gebäuden, Bibliotheken etc. beiseite lassen, so reden wir von immerhin 27% Grund und Boden der heutigen BRD!)
Die EKD scheint sich in aller ökumenischen Großzügigkeit also wieder einmal um Dinge zu kümmern, die sie zumindest zu einem großen Teil nichts angehen und durch ihr Gerede zur unpassenden Zeit ihre "Geschwister im Herrn" in weitere dumpfbackige Diskussionen bringen dürfte. Ist das jetzt einfach nur dumm oder schon böswillig?
Oder hat ihm das Mutti geflüstert? So bekommt man auch neue Resourcen für neue Eurobonds... Nein, kann nicht sein!

Wer meckert, soll ja bekanntlich auch eine Alternative anbieten!
Ich möchte an dieser Stelle eine Komplettlösung für die Trennung von Staat und Kirche im finanziellen Bereich vorschlagen:
1. Die Kirchensteuer wird abgeschafft.
2. Die Zahlungen für die Folgen der Säkularisation werden eingestellt.
3. Der katholischen Kirche werden alle damals enteigneten Bestzungen der Bistümer, Klöster und geistlichen Fürsten zurückgegeben, inkl. aller territorialen Ansprüche.
4. Für die seit über 200 Jahren der Kirche entstandenen Einnnahme- und Steuerausfälle (abzüglich der bisher geleisteten Zahlungen) werden Ausgleichszahlungen von der BRD an die römisch-katholische Kirche geleistet. Das Recht zur Erhebung und die Einnahme von Steuern wird dem Treuhänder (siehe Punkt 10) übergeben.
5. Für die durch die seit der Reformation enstandenen Schäden an Besitz kommen die Rechtsnachfolger der protestantischen Fürsten und ihrer Kirchenleitungen auf (BRD und EKD).
6. Für die mit Gewalt vertriebenen Mönche und Nonnen, die zum Teil durch evangelische Fundamentalisten zu Zwangsheiraten getrieben wurden, sollten an den zerstörten Klöstern Denkmäler durch die EKD errichtet werden und jährliche Gedenkfeiern gehalten werden (staatlicher Feiertag!).
7. Die Verfolgung und Diskriminierung von Katholiken in den verschiedenen Phasen des Kulturkampfes inkl. aller verhinderter Karrieren) muß man wohl oder übel finanziell pauschalieren.
Hier sind ebenfalls entsprechende Schuldbekenntnisse und Entschuldigungen von der EKD zu fordern.
8. Wird die EKD aufgefordert, alle im Umfeld der Reformation unberechtigt angeeignete Dome (z.B. zu Brandenburg, Schleswig, Minden, Lübeck, Halberstadt, Naumburg, etc.), Kirchen und Klöster (z.B. in Erfurt und Wittenberg, etc.) in den Besitz der römisch-katholischen Kirche zurückzugeben.
9. Die seit der Reformation in Museen verschleppte Beutekunst wird in den Besitz der römisch-katholischen Kirche wird zurückgegeben. Sollte dies nicht möglich sein, so sollte entlang der erhaltenen Inventarlisten ein entsprechender Schätzwert erhoben werden.
10. Um eine Überlastung der Strukturen der DBK zu vermeiden, werden alle Besitztümer und alle Rechte zur treuhänderischen Verwaltung an den Heiligen Stuhl in Rom übergeben.
11. Die Konkordate mit Preussen und Bayern werden gelöst.
12. Die damit verbundenen Bestimmungen für die Ernennung von Bischöfen sind damit hinfällig.
13. Die Ernennung von Bischöfen in allen Bistümern, insbesondere auch in den neuen Bistümern wie Minden, Naumburg, Oldenburg, etc. obliegt damit wieder alleine dem Heiligen Vater.

Als ein erster Überlick diene jene Karte und Aufstellung, sowie diese Liste hier und jene dort.
Bei der Berechnung des Verdienstausfalls durch den Ausfall der Meßstipendien sollte man m.E. gegenüber der Bundesregierung Großzügigkeit walten lassen.

Dann sollten die Richter des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sich die Schweiz, Niederlande, Frankreich, UK, Dänemark, Schweden, Finnland etc. mal genauer ansehen.
Daneben sollte ein Verfahren gegen Frankreich in Den Haag wegen der allgemeinen Kriegsverbrechen (z.B. Zwangsrekrutierungen) während der Revolutionskriege angestrebt werden. Die von Napoleon geraubten Kirchenschätze und die von Franzosen verheizten Bänke des Kölner Domes werden bei diesen Dimensionen zu einem Betrag für die Portokasse. Reparationen aus Frankreich... hm....

Ich finde auch, es wird Zeit für einen sauberen Schlußstrich, Herr Prälat!

Freitag, 2. September 2011

Frauen bewegen (sich in der) Kirche II

Grundübung II:
Die Kniebeuge

Wer sonn- und werktags zur Heiligen Messe oder zum Gebet eine Kirche aufsucht, wird sicherlich schon häufig die Unsicherheiten bei der Bewältigung dieser Grundübung beobachtet haben.
Wo liegen die Schwierigkeiten?
Durch den modernen Kirchbau, bzw. die Renovierungen alter Kirchengebäude und die damit häufig verbundene dezentrale und altarferne Aufstellung des Tabernakels kommt es zu einer unnötigen Desorientierung der Kirchenbesucher. Dieses bauliche Problem könnte in aller Regel durch einen Hubwagen und eine kleine Gruppe tatkräftiger Mitglieder der KAB innerhalb von einer knappen Stunde behoben werden. Sprechen sie doch bei der nächsten Gelegenheit mit der KAB.
Wann und wo mache ich die Kniebeuge?
Eine gute Frage, die sie ganz individuell für sich entscheiden müssen.
Wichtige Parameter dafür:
ihre ganz persönliche Gottesbeziehung und Fitness
Daneben gilt außerdem eine alte Ministrantenregel:
In dubio genuflectio! (lat.: Im Zweifelsfall Kniebeuge!)
Seien sie also achtsam, übertreiben sie es aber nicht.

Kommen wir nun zur Grundübung.
Nehmen sie wieder die schon bekannte angstfreie Grundstellung ein.
Schließen sie nun die Augen.
Atmen sie tief und frei in der Bauchraum.
Alle Geräusche (Handy, eingehende Emails, etc.) treten in den Hintergrund, werden leiser, nichts lenkt sie mehr von ihrer Betrachtung des Atmens und der bewußten Körperhaltung ab.
Sie verlassen in Gedanken ihr Wohnzimmer. Vor ihrem inneren Auge sehen sie nun eine gotische Kathedrale. Der helle Sandstein strahlt golden im Licht der aufgehenden Sonne. Sie spüren die Wärme auf ihrem Rücken. Sie freuen sich an dem Anblick. Die Glocken des Domes beginnen zu läuten. Sie spüren innere Freude. Sie rezitieren leise für sich einen Psalmvers. "Ich freute mich, als man mir sagte, zum Hause des HeRRN wollen wir ziehen." Sie gehen nun um das Gebäude herum, im Uhrzeigersinn. Sie gehen dem Klang der Glocken nach. Sie erreichen das wunderschöne Westportal. Die Heiligenfiguren weisen ihnen den Weg! Über ihnen schwingen die festlich läutenden Glocken. Hier ist der Ort der Begegnung mit ihm. Sie treten ein, der Klang der Glocken wird weicher, gedämpfter. Durch die Fenster des Hochchores fällt das Sonnenlicht in den Dom. Die Fialen, Wimperge und Kreuzrosen des Hochaltares werden überstrahlt von diesem bunten Licht. Sie gehen weiter in den Dom hinein. Sie kommen an das Weihwasserbecken und führen ihr Hand in Richtung Wasser. Sie benetzen dann die Spitze von Zeige- und Mittelfinger. Sie spüren die Kühle des Weihwasser und machen in aller Stille und ganz bewußt das ihnen vertraute und geliebte Kreuzzeichen. Die Orgel ertönt. Die leise schwebende Vox coelestis stellt ihnen den Introitus der Messe schon vor. Sie gehen weiter in Richtung Altar. Sie entdecken eine Bank neben sich und bleiben stehen. Das Licht der bunten Fenster fällt auf ihr Gesicht und ihren Körper. Sie haben ihr Ziel erreicht.
Nun beginnen wir mit der Kniebeuge. Die Füße stehen parallel nebeneinander. Die Knie sind nicht durchgedrückt. Die Hände ruhen in der bekannten lockeren Haltung in der Körpermitte. Heben sie nun das rechte Bein an, bis die rechte Fußspitze den Boden nicht mehr berührt. Führen sie nun das rechte Bein mit dem so angewinkelten Unterschenkel in die Ausgangsposition zurück. Der Oberschenkel weist lotrecht nach unten. Setzen sie nun die rechte Fußspitze sanft auf. Beugen sie nun das linke Knie und bewegen sich bei aufrechter Körperhaltung nach unten, bis das rechte Knie den Boden berührt. Sie haben das erste Ziel erreicht. Nun machen sie wiederum schweigend ein Kreuzzeichen. Verweilen sie einen Augenblick. Nehmen sie sich und ihre Haltung wahr. Ich mache mich klein vor seiner Größe und Güte. Ich darf Gott mit dieser Geste begrüßen. Ich vergebe mir nichts. Ich spüre meine Würde als Geschöpf Gottes. Voll Freude erheben sie sich nun. Der Körper bleibt aufrecht dabei. Sie müssen sich nirgendwo festhalten. Ganz leicht richten sie sich wieder auf. Alles passiert ohne Anstrengung und Mühe. Sagen sie sich dabei: "Ich werde aufgerichtet!" Das linke Bein wird wieder gestreckt, das rechte Bein ebenfalls. Sie stehen wieder im Glanz des Lichtes, aufgerichtet vor dem Altar Gottes.
Hier endet unsere Übung.
Verlassen sie nun in Gedanken wieder die Kathedrale.
Atmen sie ruhig und tief weiter. Ihr Zuhause tritt nun wieder ins Bewußtsein, die gewohnten Geräusche sind wieder da. Öffnen sie ihre Augen.

Diese kleine Gedankenreise soll sie bei der Überwindung innerer Blockaden unterstützen.
Ganz wichtig ist dabei, daß sie auftretende Bilder wie z.B. Tapeziertische mit Broschüren von Basisgruppen oder auftretende Frauen mit Klemmbrettern, die sie zu Unterschriften für Reformbewegungen nötigen wollen, auszuschalten lernen. Konzentieren sie sich in solchen Momenten immer auf das Licht, welches vom Hochaltar zu ihnen herüberstrahlt. Es wird ihnen helfen.
Probieren sie es!