Montag, 28. März 2011

Dringendes Gebetsstöckchen

für einen lieben Kirchenmusiker, der sich heute einer OP wegen eines Gehirntumors unterziehen mußte.
Ich habe es gerade erst aus einer Email erfahren...
Bin etwas geschockt........

Dienstag, 22. März 2011

Heute vor 65 Jahren




Heute vor 65 Jahren starb in Münster Clemens August Kardinal Graf von Galen. Auf den Stuhl des Heiligen Liudger kam er im Jahre 1933, nachdem mehrere Kandidaten verzichteten. Dem Apostolischen Nuntius erschien er wegen seiner "herrischen Art" wenig für dieses Amt geeignet. Vielleicht hatte der in seinem Amt nicht glückliche und schwache Cesare Orsenigo geahnt, welch sperrige Persönlichkeit dort in ein exponiertes Amt kommen sollte. Ahnte er, daß durch eine Wahl von Galens seine Aufgabe als Nuntius noch schwieriger werden sollte? In Rom sah man das anders. Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, Vorgänger Orsenigos in Berlin und seinem Nachfolger in kritischer Distanz verbunden, wie sich auch im folgenden Pontifikat Pius XII. zeigen sollte, wird dafür gesorgt haben, daß der Heilige Vater ihn dann doch auf die berühmt-berüchtigte "Dreierliste" nachnominiert hat. Es war übrigens die erste Bischofswahl nach dem Prozedere des "Preußenkonkordates". Pacelli und von Galen kannten sich aus Berlin und Pacelli wußte offensichtlich mehr über die Eignung von Galens und die Notwendigkeit dieses Namens auf der Kandidatenliste. Allein hier zeigt sich Pacellis Klugheit, die auch sein späteres Pontifikat auszeichnete.
Clemens August Graf von Galen wurde 1933 vom Domkapitel einstimmig! zum Bischof von Münster gewählt. Das Domkapitel entschied sich für einen vierschrötigen Hünen aus westfälischem Adel (den seine Liebe zur Jagd beinahe davon abgehalten hatte, Kleriker zu werden) für einen Mann von -im bestem Sinne des Wortes- aristokratischer Gesinnung. Diese aristokratische Gesinnung haben in den letzten Jahrzehnten leider viele Autoren nicht mehr erfassen können oder wollen. Meistens wurde ihm national-reaktionäre Gesinnung unterstellt, die seine Opposition gegenüber den Nationalsozialisten nur vor dem Hintergrund der Verletzung von kirchlichen Rechten und der Ermordung von Behinderten gelten ließ, ihn ansonsten aber im tumben Sumpf der "Reaktion" versenken wollte. Semper idem! und Weit gefehlt!
Seine erste wichtige Veröffentlichung gegen den Nationalsozialismus als Bischof war der Hirtenbrief zu Ostern 1934. Hier spricht ein Bischof in der Freiheit der Kinder Gottes unverblümt die Wahrheit über die neuheidnische Ideologie des Nationalsozialsmus aus. Er schließt damit gut und bündig an eine Schrift aus dem Jahre 1932 an, in der er wenig diplomatisch aber in vollkommener Übereinstimmung mit der kirchlichen Lehre und de sich anbahnenden Realitäten in Deutschland die "Pest des Laizismus" anprangert. Dieses wenig diplomatische Werk hatte übrigens den Apostolischen Nuntius Orsenigo reichlich enerviert.
Alles was darauf folgte, bis hin zu den so zurecht berühmten Predigten war nichts anderes als das konsequente Festhalten an dem, was er einmal als gut erkannt hatte. Weder Lob noch Furcht konnten ihn davon abhalten, für die Menschen, für die Kirche, für die Wahrheit, für die Kirche, für Christus einzustehen.
Nec laudibus, nec timore! Kein Sprüchlein für oder aus dem Poesiealbum ist sein Wahlspruch gewesen. Auf seinem bischöflichen Wappenschild sind sie zu einer Provokation für alle Feinde geworden. Diese Worte aus einer Formel der alten Bischofsweihe sind Mahnung und Zuspruch für den, der das beschwerliche Amt des Bischofs antritt. Auf diesem Wappenschild sind sie zu einem Schlachtruf geworden für den geistigen Kampf, den er ausgetragen hat und den wir täglich mit den kleinen und großen Ungeistern auszutragen haben.
"Nun wird aber einer pathetisch,wie?" wird sich mancher gedacht haben.
Ja, aber sicher doch! Hier gibt es auch allen Grund mit Leidenschaft zu schreiben. Jede spitzgriffelige Kritikasterei verbietet sich doch bei der zu betrachtenden Summa!

Die Kirchengeschichte hat es in ihrer ganzen Historizität verlernt, daß es neben den atomsierenden Techniken der Historiker auch eine Werkzeug geben muß, um dem Heligen in der Kirche nachzuspüren. Die Funktion der Hagiographie ist verloren gegangen. Vielleicht ist die Theologie momentan auch dazu gar nicht mehr in der Lage, Heiligkeit überhaupt zu erkennen und zu beschreiben.

Gerade an der Person der Seligen Clemens August kann man dieses Unvermögen exemplarisch nachzeichnen.

Der Selige Clemens August ist ein sehr aktueller Seliger. In einer Zeit, in der es unter ganz anderen Umständen aber zu einem ähnlich klaren Bekenntnis durch die Bischöfe kommen müßte, gibt es leider wenig Anzeichen zur Hoffnung, wenn man von den zaghaften Wortmeldungen des Kölner Kardinals einmal absieht.
Es fehlt eine Stimme, wie die des Löwen von Münster, der uns Gläubigen in Deutschland Mut zuspricht und uns Unterstützung in Wort und Tat zukommen läßt, denn für die Stammlande der Reformation gilt damals wie heute: Rom ist weit!

Beten wir für unsere Bischöfe!

Beate Clemente Auguste, ora pro nobis!

Sancte Michael Archangele,
defende nos in proelio
contra nequitiam et insidias diaboli
esto praesidium.
Imperet illi Deus, supplices deprecamur:
tuque, Princeps militiae coelestis,
Satanam aliosque spiritus malignos,
qui ad perditionem animarum
pervagantur in mundo,
divina virtute, in infernum detrude.
Amen.

Machen wir also weiter!

Nec laudibus, nec timore!

Donnerstag, 3. März 2011

Liturgiereform à la Prusse




Die Webpräsenz des Rogateklosters, Berlin hat anläßlich der 200 Wiederkehr jenes Tages, an dem der Landesherr und -bischof, S.M. Friedrich Wilhelm III. von Preussen Richtern, Anwälten, Rabbinern, etc. und Pastören bei der Ausübung ihrer Amtsgeschäfte das Tragen eines Talares verordnete.
Damit kam endlich Ordnung in das Gewusel! Neben lutherischen Gemeinden, die das Tragen der alten katholischen Gewänder fortgesetzt hatten, gab es auch jenen Schlendrian, den S. M. besonders im Auge hatte. So mancher Pfarrer auf dem Dorf pflegte die Kirche über die Außentreppe zur Kanzel direkt aus dem Pfarrgarten zu betreten, überließ den Gottesdienst ansonsten dem Organisten und predigte im Morgenrock, wenn es mal wieder besonders knapp geworden war. Dieser Unordnung sollte durch eine Amtstrachtsverordnung begegnet werden. Dank obrigkeitlicher Überwachungsmaschinerie gelang die Durchsetzung recht schnell. Damit war aber nicht nur der Schlendrian beseitigt. Die Anbindung an die eigentliche Mutterkirche, die in vielen lutherischen Gebieten auch äußerlich noch am liturgischen Gewand erkennbar war, verschwand binnen kurzer Frist.




Aber auch die liturgische Vielfalt ging perdu, denn gleichzeitig wünschte S.M. eine Vereingung der reformierten und lutherischen Untertanen und oder Schäflein seines Landes. Der gute alte F.W.D. Schleiermacher wurde damit beauftragt, die theologischen Grundlagen für die preussische Union zu schaffen. Daneben schuf man ein neues Gottesdienstbuch für alle, die berühmt-berüchtigte und sog. Unionsagende, in deren Dunstkreis ja auch das so beliebte "Ich bete an die Macht der Liebe" gehört. Letztlich barchte die ganze Unternehmung viel Ärger und Verdruß (besonders für den armen Schleiermacher) und einen merkwürdigen "Konfessionshybriden" hervor, der sich nie recht entwickeln wollte und geistlich hohl blieb. Ein Versuch, bei den Anglikaner in späteren Jahren anzudocken, verschlimmbesserte die Situation.
Der sich abzeichnende Bruch mit den alten Katechismen, Gottesdienstbüchern, die nicht gewollte Verbindung mit den Reformierten und den Schwierigkeiten mit dem ungeklärten Abendmahlverständnis der Union, etc. führte zur Abspaltung der sog. Altlutheraner, die ihre alte Formen der Gottesdienste, der Beichte vor dem Empfang des Sakramentes, Katechismen usw. beibehielten.
Kommt mir alles irgendwie bekannt vor.
Das wollte ich eigentlich alles gar nicht erzählen!
Auf der Seite finden sich einige kurze Wortmeldungen nicht ganz unbekannter Persönlichkeiten (Bischofin i.R. Jepsen, Weihbischof Jaschke etc.) und auch weniger bekannter Personen.
Den älteren Schreibern ist das Schwelgen in alten 68er Erinnerungen gemein (S. Ex. Jaschke haben wohl auch gekämpft???) und die Erzählung von der Überwindung ihrer Vorbehalte gegen das Kleidungsstück.
Daneben gibt es auch eine Wortmeldung, die sich abfällig über junge "Magnifizenzen" äußert, Prof. em. Georg Turner:
"In meiner 16jährigen Amtszeit habe ich den Talar nur bei Veranstaltungen in Ostblockstaaten getragen. Dort hatte man ein unverkrampftes Verhältnis zu Symbolen. Wenn heute jüngere Amtsträger in den Universitäten mit Talar und Amtskette erscheinen, wirkt das auf mich immer ein wenig lächerlich. Sie sind die Nutznießer der Reformen und gerieren sich jetzt wie diejenigen, die seinerzeit bekämpft worden sind."
Genau! Da geht einem alten Kämpen sofort das Messer in der Tasche auf! Im Osten war alles besser und unverkrampfter! Klaro! Und im Westen? Sorbonne? Oxford? Nicht eingeladen worden oder Talar zu Hause gelassen, weil die Franzosen zu gaullistisch waren und die Engländer ne Monarchie haben? Es ist nicht einfach mit diesen Menschen...
Hier geht es zum Artikel!

Altweiber einmal politisch vollkommen unkorrekt!

Das waren noch Zeiten, als sowas noch möglich war:



Allein schon der Hausname des Mainzer Dachdeckermeisters ist ja, also ich muß schon sagen, man traut es sich ja nur im regionalen Idiom: Ennst Neeschää.
Das Ende des Liedchens stellt dann die Gleichberechtigung auch beim saisonalen Alkoholabusus wieder her. Na dann mal Prost, prosteron, prostata!

Mittwoch, 2. März 2011

Der blogozesane Tageslink

Es gibt wie immer viele Beiträge, auf die ich gerne hinwiese, aber jener Artikel von Johannes bei Mater amata deutet die Folgen der Brüsseler Entscheidung zu den Unisextarifen (was für ein Wort!) aus. Ein wirklich merkwürdiger 1. März 2011.