Dienstag, 27. September 2011

Man nimmt übel!

Es gibt die Medien, für deren vernünftige Anwendung man heute ja Medienkompetenz entwickeln muß. Noch viel wichtiger erscheint mir neben dieser ein gerüttelt Maß an Bildung und Charakterfestigkeit, denn von den klassischen Medien Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen selbst darf man keinerlei Kompetenz erwarten. Bei mancher Übertragung des "Zweiten" habe ich am Ende die Mitteilung vermißt, was ich gewinnen kann, wenn ich alle Fehler dieser Sendung erkannt habe. Oder habe ich nur zu früh abgeschaltet und kann deswegen jetzt kein Abendessen mit Aloys Glück gewinnen? Na, da hab ich aber Pech gehabt!
Wie auch sonst das Fernsehprogramm zu einem großen Teil aus Wiederholungen besteht, war auch das Sammelsurium an geäußerten Vorbehalten, Kritiken und vorgeführten Kommentatoren und Kritikern ein unamüsanter Griff in die Mottenkiste. Neben den alten Kassenschlagern "Küng Kong und der weiße Mann" durfte natürlich unser Evergreen im Lederkostüm nicht fehlen, die Rose vom Baldeneysee, "uns Uta". Daneben wurden wieder klassischen Strickmoden aus Paderborn vorgeführt, während der Chor der Bekenntnislosen mit verbissenen Gesichtern vom fröhlichen Leben der Atheisten singen. Kaum ist das verklungen, zog schon das Ballett der nörgelnden Nichtpriesterinnen und gaben eine Freestyle-Performance über die seit 2000 Jahren unterdrückte Frau. Einer der Höhepunkte dieser Geisterbahn war eine "katholische Lobbyistin" (???), die in einer Pariser Kirche im Flüsterton "Insiderinformationen" raustuschelte, die mit den Realitäten des Vatikans genauso viel zu tun haben, wie Rotkäppchen mit einer Anleitung zur Haltung von Hunden, nämlich ÜBERHAUPT GAR NICHTS!
Grauenhaft!
Zur Krönung dieser Dauerparty im Deviantenstadl stimmte dann die Saalräumerkapelle "Die Obergreiner" das Lied "Lebt den der alte Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch, Deschner Heinz noch?" an. Und beim Mitbrüllvers dieses High-End-Power-Schunklers aller Kirchenskeptiker "Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch, er ist noch nicht tot!" kam er aus den Kulissen und gab einen nach dem anderen zum Besten. Wahnsinn!!! Es war wie bei Nonstop Nonsens nur leider nicht so lustig.
Daneben gab es ja noch die sogenannten Gastgeber, die sich mal wieder von der allerbesten Seite gezeigt haben!
Die B-Promis aus den Reihen des ZKs kamen ebenso zum Zuge wie die ewig Unvermeidlichen, die A-Promis der Bundespolitik. Wer in diesen Tagen Frau Merkel, Lammert, den Bundespräsidenten und die Hinterbänkler der Kirchenpolitik erlebt hat, der weiß, warum Politikverdrossenheit in unseren Tagen schlimmer verbreitet ist als die Pest im Mittelalter. Sie sind nämlich weder in irgendeiner Weise vorbildlich, noch haben sie irgendetwas von Interesse beizutragen. Das unterscheidet sie diametral vom Heiligen Vater. Dieser Unterschied war derart deutlich, daß es zum fremdschämen war. Eines Ströbeles bedurfte es da schon lange nicht mehr. Der Bundestagspräsident reichte vollkommen! Gegen den Katholiken Lammert stach ein Gregor Gysi in einer Weise positiv heraus, ... Danach war wohl jedem klar, wie groß der Schaden ist, den die Lauen der Kirche zufügen. Ein aufrechter Gegner und aufrichtiger Denker mit Manieren und Anstand ist ... ach,... da half nur noch eine großer Calvados! Prost Gregor!

Der Heilige Vater hat uns das geistige und geistliche Vakuum "in diesem unseren Lande" vor Augen geführt. Die Liebe Christi ist sein Thema und seine begeisternde Perspektive für die Zukunft dieser Welt. Die Vertreter der Werktätigen, äh der engagierten LaiInnen hingegen wiederholen ihre erstarrten Forderungskataloge der späten 1960er Jahre.
Ecclesia amans versus ecclesiola protestans. Die ewige Frische des Dogmas traf auf angestaubten Dogmatismus. Nie wurde klarer, wie sehr die deutsche Kirchenprovinz einen Globalisierungsschub benötigt.

Nun ist er wieder weg und das Establishment nimmt übel genau wie damals, als Gorbatschow dem anderen ZK auf deutschem Boden die Leviten gelesen hatte.

Wollen wir das Beste hoffen!

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