Mittwoch, 28. September 2011

Betonköpfinnen




Sicherlich war das alles schon längst vorbereitet, aber im Nachgang des Besuches unseres Heiligen Vaters im Ländle der Reformation bekommt diese Aktionswoche der sogenannten "kfd" ein besonderes Geschmäckle. So frage ich mich gerade:
Ist diese Aktion jetzt einfach nur von Erstarrung im Amt und Unwissenheit oder schon von Verstocktheit geleitet?
Eines ist sicher:
Da ist Nachschulung angesagt!
Titel der Meldung:
Geschieden-Wiederverheiratete nicht von Sakramenten ausschließen: Katholische Frauengemeinschaft startet bundesweite Unterschriftenaktion


Ich möchte an dieser Stelle eindringlich warnen und der kfd widersprechen! Hier verbreitet die kfd Fehlinformationen! Diese "Problemgruppe" ist durchaus zu den Sakramenten zugelassen. Wer jedoch im Zustand der schweren Sünde lebt, der sollte vor dem Kniefall an der Kommunionbank im Beichtstuhl gewesen sein. Hier scheint den Damen der sakrametale Notfallplan unserer Kirche für die Begleitung in Lebenskrisen leider nicht vorgelegen haben.
Auf der anderen Seite ist es doch so einfach zu merken:
Überfall: Polizei: 110 (bundesweit), Brand: Feuerwehr: 112 (bundesweit) steht in jedem Telefonbuch; Schwere Sünde: Beichtstuhl (weltweit) steht in jedem Katechismus!

Aber den Blick in dieses, unter Katholiken nur wenig verbreitete, Buch ist nicht notwendig. Auch wer sich aus ideologischen Gründen lieber an "Jesus und die Urkirche" halten will, findet seine Referenzstellen. Denn das etwas unbedarfte Feiern der Gemeinschaft kann so seine Folgen haben, wenn man alleine mal in das NT schaut. So warnt schon St. Paul in 1. Kor 11,27ff. davor, 'daß man sich das Gericht anessen kann', wie man in protestantischen Kreisen früher gerne übersetzte.
Wenn also die Kirche schwere Sünder von der Eucharistie ausschließt, so tut sie dies nicht, weil sie gerne Menschen mit gebrochenen Biographien öffentlich stigmatisieren will, sondern um sie auf ihre "spirituelle Notlage" hinzuweisen, sie zu Selbsterkenntnis, Einsicht und Umkehr zu bewegen, ohne die eine solche Krise nicht bewältigt werden kann. Desweiteren sei darauf hingewiesen, daß sich die Sünder durch ihre Tat selbst aus der Eucharistiegemeinschaft ausschliessen. Wenn sie sich also z.B. durch diesen Schritt der staatlichen Wiederheirat selbst aus der Gemeinschaft ausgeschlossen haben, so ist die kirchliche Strafe des "de-facto-Ausschlusses" eigentlich nichts anderes als eine freundliche Erinnerung der Kirche, daß etwas in Unordnung gekommen ist, was der dringenden Korrektur bedarf. Diese kirchliche Strafe ist dabei - um ein Wort zu benutzen, welches beim Papstbesuch so gerne von den verdienten Aktivisten unserer Leitungskader benutzt wurde - eine gelungene "Verheutigung" dessen, was in aeternum auf dem Spiel steht. Es ist ein Akt der Barmherzigkeit und der Liebe zu den Schwestern und Brüdern, die nicht wissen, daß etwas sehr Ernstes auf dem Spiel steht.
Das scheinen auch einige Funktionärinnen vergessen zu haben!
Offensichtlich verwechselt die Leitung der "kfd" eine gescheiterte Ehe mit Pech beim "speed-dating".
Es geht um die Sakramente der Kirche.
Es geht um die Gebote Gottes und das gefährdete Seelenheil, meine Damen!
Wers lesen will, muß klicken.

Kommentare:

Sarah hat gesagt…

Merci!!! langsam muss man annehmen, dass diese Verbandsfrauen ziemlich dumm sind.

F. M. hat gesagt…

Das Problem dabei scheint dabei zu sein dass, von meiner Warte als Aussenstehender gesehen, der römsich-katholische Klerus eine gescheiterte Ehe und den nachfolgenden Neuanfang als Sünde ansieht und die betroffenen Menschen dies nicht so sehen. Da beisst die eine Seite genau so auf Granit, wie die andere. Das führt dann zu Menschen ohne Eucharistie und Kirche ohne Menschen. Fragt sich, was wem wichtiger ist. Kommt eine Kirche wirklich ohne Gläubige aus und kommen Menschen wirklich ohne Eucharistie aus?

Könnte dadurch verursacht sein, dass der gesamte, na ja, bis auf eine Handvoll verheiratete katholische Priester, katholische Klerus nicht den blassesten Schimmer von Ehe haben DARF. Das wird alles noch ganz spannend. Gibt der Klerus auf, bevor alle die Kirche verlassen haben, oder nicht?

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

@ Sarah: nennen wir es freundlicher "uninformiert" und den Beitrag der "kfd" zu diesem Thema mit einer Vokabel, die Prälat Wilhelm Imkamp in einem ähnlichen Zusammenhang gebrauchte: unterkomplex

@ F.M.
Ich freue mich immer über Reaktionen von "Außenstehenden", weil sie meistens den Blick auf das Wesentliche einer Sache haben. Vielleicht lag es an meiner etwas "borstigen" Darstellung, wenn es nicht so ganz übergekommen ist. Daher noch einmal anders.
Das Problem der geschieden Wiederverheirateten ist, daß sie sich vor Gott ewige Treue geschworen haben und dann irgendwann aus diesem Bund vor Gott und den Menschen ausscheren und sich was neues suchen.
Es wird dadurch ein im Angesicht Gottes gegebenes Versprechen gebrochen. Wenn dann noch munter durch anderer Leute Betten gesprungen wird, so kommt noch ein Bruch des 6. Gebotes und wenn Mann dann noch eine verheiratete Frau ins Auge gefasst hat, des 9. Gebotes hinzu (was analog auch für Frauen gilt).
Solche "Regelverstöße" sind keine Kleinigkeit.
Noch einmal: der Klerus hat hier eine wichtige hinweisende Funktion und muß um dieser Grundlagen willen ahnden. Die Uneinsichtigkeit derer, die gegen diese Grundlagen verstoßen, kann und darf kein Antrieb für die Änderung sein. Oder sollen jetzt Juden und Christen die 10 Gebote umschreiben, weil unser Bunedspräsident mit seiner Scheidung und staatlichen Zweitehe ind den letzten Tagen die Gazetten füllt? Da stimmen doch die Maßstäbe nicht so ganz.
Um auf ihre Anfrage nach den vollen bzw. sich leerenden Kirchen einzugehen.
Die Kirche wird nicht leerer, weil es Restriktionen für Sünder gibt. Es kommen weniger Menschen, weil sie die Heilsnotwendigkeit der Kirche nicht mehr annehmen wollen.
Voller werden die Krichen nicht durch die Abschaffung von Bußen.
Ihre Argumentation erscheint mir ein wenig so, als wenn man damit drohte, nicht mehr Auto zu fahren, weil man die Einhaltung der Grundregel "rechts vor links" ablehnt und sich dann noch daran stößt, daß die Polizei einem ein Strafmandat schreibt. Wenn die Polizei etwas für die Autoindustrie und den Bürger tun will, so solle sie doch von solchen Strafmandaten absehen. So sähe ein analog zu ihrer Argumentation erdachtes Beispiel.
Sie werden jetzt sagen, daß es sich dabei um etwas anderes handele, weil hier Leib und Leben anderer auf dem Spiel steht.
Nun wenn ich mir die Folgen mancher Scheidung und Wiederverheiratung ansehe, so ist der imaterielle Schaden nicht minder groß.
Eines noch zu ihrer Beurteilung von zölibatären Klerikern und ihre Haltung zu Ehefragen:
Ich muß in meinem Leben keinen Kuchen gebacken haben, um beurteilen zu können, ob Torte gelungen ist oder nicht. Ein Arzt muß nicht jede Krankheit durchlitten haben, um sie richtig beurteilen und behandeln zu können, sind wir uns da einig?
Würde mich freuen, von Ihnen wieder zu hören!

ancillaDomini hat gesagt…

F.M.:
im Regelfall wachsen priester ja nicht auf Feldern im biscöflichen Garten,. sonder kommen aus ganz normalen Familien. Völlig ohne Ahnung von Ehe&Familie dürfte da kaum einer sein. Weltfremd sind Priester auch meist nicht, sondern mit beiden Beinen fest in der Realität, das ist so was wie Berufsvorraussetzung.

Die Kirche hat Gläubige, schauen sie mal sonntags bei uns vorbei. Die Einladung steht und sie kommt nicht mal von mir :-)

Wir sind nur nicht so lautstark oder gut organisiert.