Dienstag, 23. August 2011

Club muensterterranee (ein WJT-Kehraus)

Der Weltjugendtag war ein voller Erfolg. Man darf den Qualitätsmedien nur einmal mehr nicht seinen Glauben schenken. Die wichtigen und richtigen Informationen tickern wieder nur durch die pi katholischen Medien.
Schon während der laufenden Veranstaltung haben sich die demonstrierenden Wutbürger ihre Bastionen der Empörung aufgegeben und sich in einen Versöhnungsdialog begeben.
In Anbetracht von Sturgert21 und dem Verhalten deutscher Dialogchristen ist das eine Spontanheilung, gleichsam ein Wunder.

Für ein solches Wunder kann man bei den Vertretern deutscher Verbände und Kirchenleitungen nur beten und wenn man schon mal dabei ist, sollte man eine inbrünstige Fürbitte für mehr Gottvertrauen und Bekennermut anschließen. Denn aus Angst vor vielleicht doch noch stattfindenden Gegendemonstrationen und dem sehr wahrscheinlich hereinbrechenden Gewitter haben die Verantwortlichen für die deutschen WJT-Teilnehmer kurzfristig die Teilnahme an der Vigil abgebrochen. Welche Beweggründe für manches Bistum noch eine Rolle gespielt haben, lässt sich exemplarisch auf dieser Seite nachlesen:
Unsere Kartenreservierung hat nicht so funktioniert, wie wir es wollten, die Wettervorhersage war nicht gut, keine Imbissbude in der Nähe und kein Polizeischutz. Das ist ganz klar eine Gefahr für Leib und Leben. Wenn da mal nicht wieder drei Krankenwagen benötigt worden wären! Die Reiseleitung eines Club mediterranee hätte nicht verantwortlicher reagieren können!

Nun sind die deutschen Teilnehmer um einige Erfahrungen ärmer geblieben. Sie haben leider diesen wundervollen "Stresstest" verpasst. Sie haben nicht miterlebt, wie es ist, wenn man nicht wie Petrus wegrennt, sondern zusammen mit dem Nachfolger Petri den Elementen widersteht. Sie haben verpasst, wie es ist, wenn man von Gott bewahrt wird, auch und gerade wenn mal ein Lichtmast knackt und keine medienwirksame Katastrophe passiert. Sie haben verpasst, wie es ist, danach mit Myriaden von jungen Mitchristen unter der Leitung des Heiligen Vaters vor dem Herrn schweigend!!! im Gebet zu verharren.
Vielleicht ist diese Begegnung auch gar nicht gewollt gewesen, zusammen mit dem Heiligen Vater schweigend im Gebet zu verharren?
Schliesslich weiß der deutsche Jugendfunktionär, was ein deutscher Jungkatholik gefälligst zu tun und zu lassen hat:
Feiern ist für Hedonisten und beten kann die Omma!
Politische Aktion ist im Sinne der deutschen Verbandsziele zu betreiben, wenn man schon die Möglichkeit hat, auf Ebene der katholischen Internationale zu agitieren!
Und das bitte vollklimatisiert und mit Schnittchen!
Zu dieser geradezu ostalgischen Spießigkeit höre man den Bergischen Jung!
Aber vielleicht ist uns auch was erspart geblieben!
Man stelle sich nur einmal vor, geschüttelt von den tobenden Elementen und gepeinigt von seinen Zweifeln, einem umknickenden Lichtmast und einem lächelnden und winkenden Heiligen Vater hätte Herr Tänzler ausgerufen:"Hilf, Heilige Anna, ich will ein Mönch werden!"
Das hatten wir schon einmal.
Aber andererseits wäre nun der Blitzschlag ja nach dem Thesenanschlag gekommen...
... eine weitere verpasste Chance!


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich denke, dass alle Verantwortlichen riesige Angst davor hatten, dass jeder verstauchte Zeh die üblichen Rufe nach den "Schuldigen" ausgelöst hätte....Mut und vor allem Selbstverantwortung ist dünn gesät..

Mary

ultramontanus hat gesagt…

Was hat denn »vollklimatisiert und mit Schnittchen« mit Ostalgie zu tun? *grübel*

Laurentius Rhenanius hat gesagt…

Das ist der Fortschritt, ultramontanus. :-)

Catocon hat gesagt…

Früher gab es noch anständige Häretiker, Schismatiker und Apostaten, heute nur noch Quengler:-)
Wenn das Luthers geistige Nachfolger sind, dann tut es mir leid für den armen alten Mönch.